Pyramide von Ombos
Daten
Ort Ombos
Erbauer Huni ?
Bauzeit 3. Dynastie ?
Typ Stufenpyramide
Baumaterial Kalkstein
Basismaß 18,39 m
Höhe (heute) 4,50 m
Stufen 3
Kultpyramide nein

Die Pyramide von Ombos, auch Pyramide von Naqada genannt, gehört zusammen mit den Pyramiden in Edfu-Süd, Elephantine, El-Kula, Saujet el-Meitin, Seila und Sinki zu einer Gruppe von insgesamt sieben sehr ähnlichen kleinen Stufenpyramiden, die alle fernab der großen Zentren Ägyptens errichtet wurden und über die sehr wenig bekannt ist. Sie befindet sich etwa 300 Meter nördlich der Ruinen des antiken Ortes Ombos, nahe der heutigen Stadt Naqada in Oberägypten. Die erste und bisher einzige Grabung führten 1895 Flinders Petrie und James Edward Quibell durch.

Daten

Die Pyramide hat eine Seitenlänge von 18,39 Meter und erreicht heute noch eine Höhe von etwa 4,50 Metern. Sie ist nicht genau nach Norden ausgerichtet, sondern weicht um etwa 12° nach Nordosten ab. Ihre Orientierung folgt damit dem Verlauf des Nils. Die Pyramide besteht aus einem Kern mit etwa 5,75 Metern Seitenlänge, um den herum drei Schalen aus grob behauenen Steinen angeordnet sind. Vermutlich hatte das Bauwerk ursprünglich drei Stufen. Als Baumaterial diente Kalkstein von lokaler Herkunft. Unter der Südwestecke entdeckte Petrie eine 1,25 mal 2,00 Meter große Grube, die aber höchstwahrscheinlich nicht zur Pyramide gehört. Es dürfte sich wohl eher um einen sekundär überbauten Grabschacht handeln.

Bau und Funktion

Erbauer und Funktion der Pyramide sind unbekannt. Günter Dreyer und Werner Kaiser halten sie, sowie die anderen oben genannten Pyramiden für ein zusammenhängendes Bauprojekt von Pharao Huni, dem letzten Herrscher der 3. Dynastie. Andrzej Ćwiek sieht dies ähnlich, vermutet als Bauherrn allerdings Hunis Nachfolger Snofru (um 2670–2620 v. Chr.), den Begründer der 4. Dynastie. Die Spekulationen über die Funktion der Pyramiden reichen von einer Repräsentationsstätte des Königs über eine Darstellung des Urhügels oder ein Symbol der politischen und religiösen Einheit des Landes bis hin zu Kenotaphen der königlichen Gemahlinnen.

Literatur

  • Jan Bock: Die kleinen Stufenpyramiden des frühen Alten Reiches. In: Sokar, Nr. 12 (1/2006), S. 20–29.
  • Andrzej Ćwiek: Date and Function of the so-called Minor Step Pyramids. In: Göttinger Miszellen Bd. 162, Göttingen 1998, S. 39–52 (Online).
  • Günter Dreyer, Werner Kaiser: Zu den kleinen Stufenpyramiden Ober- und Mittelägyptens. In: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Abteilung Kairo (MDAIK) 36, Zabern, Mainz 1980, S. 46f.
  • Mark Lehner: Das Geheimnis der Pyramiden in Ägypten. Orbis, München 1999, ISBN 357201039X, S. 96
  • William Matthew Flinders Petrie, James Edward Quibell: Naqada and Ballas. London 1896, S. 65, Pl. Ia, LXXXV (PDF; 8,6 MB)
  • Ali Radwan: Die Stufenpyramiden. In: Zahi Hawass (Hrsg.): Die Schätze der Pyramiden. Weltbild, Augsburg 2004, ISBN 3828908098, S. 111
  • Miroslav Verner: Die Pyramiden (= rororo-Sachbuch. Band 60890). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1999, ISBN 3-499-60890-1, S. 197.

Koordinaten: 25° 56′ 26″ N, 32° 42′ 33″ O

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