Maina Kiarie, Enzi Museum / Wikimedia Commons

KNM-ER 1813 - Homo habilis

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FUNDFUNDORTALTERENTDECKERDATUM
adultes CraniumKoobi Fora, Kenia1,9 Millionen JahreKamoya Kimeu1973
VERÖFFENTLICHUNG
Leakey, R. E. F., 1974. Further evidence of Lower Pleistocene hominids from East Rudolf, North Kenya, 1973. Nature 248: 653 - 656. DOI: 10.1038/248653a0

Von einem früheren Fund (KNM-ER 1470) bei Koobi Fora wusste man, dass dort vor zwei Millionen Jahren eine Art von Homo mit relativ großem Gehirn, großem Gesicht und großen Zähnen gelebt hatte. Nun tauchte dieser Fund auf: Er war im ungefähr so alt wie 1470 und hatte den gleichen glockenförmigen Gehirnschädel, aber ein kleines Gesicht, kleine Zähne und ein viel kleineres Gehirn. Diese kleine Gehirngröße war nicht auf ein geringes Lebensalter des Individuums zurückzuführen, da der dritte Molar vollständig durchgebrochen war und Abnutzungsspuren zeigte.

War es möglich, dass 1813 ein weibliches Exemplar aus derselben Spezies wie der männliche 1470 war, wie einige Fachleute vermuteten, oder ist alles nicht so einfach? Es liegt wegen des Größenunterschieds der Verdacht nahe, dass 1470 ein Mann und 1813 eine Frau war, dass jedoch beide zu derselben Spezies gehören, wird immer unwahrscheinlicher. Die Größe und die Form des Gesichts sowie die Unterschiede in der Größe des Gehirnschädels, aber auch die robusten Eigenschaften sind so groß, dass man sie nicht übergehen oder mit Geschlechtsdimorphismus erklären kann. Es gab vielmehr mindestens zwei Arten von Homo, von denen eine überlebte und den Homo erectus sowie später den heutigen Menschen hervorbrachte.

Das Gehirnvolumen von 1813 ist sogar etwas geringer als bei allen Fossilien von Homo aus der Olduvai-Schlucht und ist somit der kleinste Homininenschädel, der am Turkanasee gefunden wurde. Das Volumen liegt bei etwa 510 cm³ und dies ist knapp über dem Durchschnittswert für die Australopithecinen und unterhalb der allgemein anerkannten Grenzlinie von 600 cm³ für Homo. Das Volumen von 1470 dagegen beträgt 775 cm³.

Zwar sind bei diesem Fund die Nasenknochen zerstört, und das ganze Gesicht ist im Vergleich zu den normalen anatomischen Verhältnissen etwas nach links verschoben, doch ist die rechte Gesichtshälfte größtenteils vollständig. Besonders gut ist der Oberkiefer mit der vollständigen linken Zahnreihe vom Eckzahn bis zum dritten Molaren erhalten. Das kurze, zart gebaute Gesicht und der kleine, bogenförmige, runde Oberaugenwulst sind ganz anders als bei 1470. Auf der Rückseite des Schädels 1813 befindet sich ein seltsamer runder Auswuchs, möglicherweise der Anfang eines Querwulstes, wie er bei Homo erectus vorkommt. Dieses Merkmal könnte also eine Verbindung von 1813 zu späteren Arten von Homo darstellen.


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