KNM-ER 3733 - Homo ergaster (Homo erectus)

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FUNDFUNDORTALTERENTDECKERDATUM
adultes CraniumKoobi Fora, Kenia1,75 Millionen JahreBernard Ngeneo
VERÖFFENTLICHUNG
Leakey, R. E. F., 1976.New hominid fossils from the Koobi Fora Formation in Northern Kenya. Nature 261: 574 - 576. DOI: 10.1038/261574a0

Entdeckt von Bernard Ngeneo 1975 bei Koobi Fora in Kenia. Geschätztes Alter 1,75 Millionen Jahre. Funde von frühen erectus-Exemplaren werden auch als Homo ergaster bezeichnet. Dieser großartige Fund bestand aus einem fast vollständigen Cranium. Das Gehirnvolumen liegt bei ungefähr 850 cm³, und der ganze Schädel ist einigen der Pekingmensch-Fossilien ähnlich.

Dass Homo in Ostafrika gleichzeitig neben den Australopithecinen lebte, wird in eindrucksvoller Weise an diesem ausgezeichnet erhaltenen Schädel deutlich. Gleichzeitig stellt dieser Umstand die Ein-Spezies-Hypothese in Frage. Bis 1984, als das Skelett KNM-WT 15000 ausgegraben wurde, war KNM-ER 3733 das besterhaltene Exemplar dieser Spezies. Die beiden Bögen des Überaugenwulstes ragten nur geringfügig aus dem Boden, aber das reichte, damit der Fossiliensammler Bernard Ngeneo von der berühmten kenianischen "Hominiden-Gang" ihn finden konnte. Die Bruchstücke von Gesicht und Oberkiefer spürte man in der Nähe auf, der Unterkiefer wurde jedoch nie gefunden.

Der Schädel 3733 war vermutlich weiblich, da die anatomischen Merkmale des Gesichts deutlich weniger »robust« sind als bei dem jungen Mann KNM-WT 15000, den man auf der anderen Seite des Turkanasees ausgegraben hatte. An den geschlossenen Nähten zwischen den Schädelknochen und der Abnutzung der Zähne zu sehen, war 3733 ein erwachsenes Individuum. Dies zeigt auch der durchgebrochene dritte Molar.

Was die Gesamtgröße angeht, ist 3733 mit einem Gehirnvolumen von 850 cm³ mit den Funden aus Zhoukoudian'>Zhoukoudian, China, zu vergleichen, und der Gehirnschädel ist seitlich nicht wie bei Jetztmenschen gewölbt, sondern abgeflacht. Aber bei 3733 fehlen auch einige typische Merkmale des Homo erectus aus Java und China, so die dicken Schädelknochen, der eckige Überaugenwulst und die dahinter liegende deutliche Furche oder Vertiefung.

Solche Unterschiede geben Anlass, dieses und andere Fossilien aus Afrika der Spezies Homo ergaster zuzuordnen, die ursprünglich anhand des Kiefers KNM-ER 992 aus Koobi Fora definiert wurde.


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