Die Fossilien

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Als Darwin 1859 seine gewagten Überlegungen zum Ursprung des Menschen veröffentlichte, kannte man noch keine Fossilien, die für einen allmählichen Übergang von einem schimpansenähnlichen Vorfahren zum heutigen Menschen gesprochen hätten. Bis heute hat man keine gesicherten Fossilbelege aus der Zeit vor 6 - 8 Millionen Jahren gefunden, in der das eigentliche Aufspaltungsereignis stattgefunden haben soll, aber zahlreiche Funde aus der Zeit vor 5 Millionen Jahren bis heute zeigen, wie die Zwischenstadien zwischen Schimpansen und Menschen ausgesehen haben. Bis 1924 waren dann schon einige wenige Fossilien gefunden worden, und alle repräsentierten die jüngsten Etappen in der Evolution des Menschen.

Diese Funde stammten aus Europa, Java und China. Deshalb nahm man allgemein an, der Mensch sei ursprünglich irgendwo in Asien entstanden. Also stellte man große Expeditionen nach Zentralasien auf die Beine, um noch ältere Fossilien zu finden - leider ohne Erfolg. Zwar sprachen sich schon damals einige weitsichtige Wissenschaftler dafür aus, dass die Wahrscheinlichkeit wegen der engen Verwandtschaft mit Schimpansen und Gorillas für einen afrikanischen Ursprung des Menschen spreche, aber erst 1924 entdeckte Raymond Dart auf diesem Kontinent das erste Fossil eines Vormenschen, den Australopithecus africanus.

Ein altes Foto von dem Schädel aus Combe Capelle

Seither hat man in Afrika viele weitere Fundstücke entdeckt, und nur von diesem Kontinent kennt man fossile Homininen, die älter als 2 Millionen Jahre sind. Heute besteht kein Zweifel mehr, dass die Wiege der Menschheit in Afrika war. In der Rubrik Fossilien soll ein Überblick über die Funde gegeben werden, die in besonders enger Beziehung zum modernen Menschen stehen. Ein solcher Überblick ist mit vielen Unsicherheiten verbunden, die oft darauf beruhen, dass das Fundmaterial meist nur fragmentarisch erhalten ist, dass Unsicherheiten hinsichtlich der Datierung bestehen können, in welchem Ausmaß anatomische Merkmale bei den gefundenen Fossilformen variieren, wie stark der Geschlechtsdimorphismus ausgeprägt ist und vieles mehr. Heute gibt es zwar auf breiter Basis beruhende Messdaten und mathematische Berechnungsmethoden, aber die Variabilität innerhalb der Arten bleibt ein Problem bei der Auswertung von Einzelfunden. Zu einem unübersichtlichen Namenswirrwarr führte in den vergangenen Jahrzehnten eine Tendenz, für jeden Fund eine neue Art zu benennen, was auch dazu führte, dass Einzelfunde in ihrer Bedeutung überschätzt wurden.


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