Bodo Schädel - Homo heidelbergensis

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FUNDFUNDORTALTERENTDECKERDATUM
adultes CraniumBodo d´Ar, Äthiopien600.000 JahreAlemayehu Asfaw, Paul Whitehead und Craig Wood15. und 23. Oktober 1976
VERÖFFENTLICHUNG
Conroy, G. C., C. J. Jolly, D. Cramer und J. E. Kalb, 1978. Newly discovered fossil hominid skull from the Afar depression, Ethiopia.Nature 276: 67 - 70

Das Argument von den Kreationisten, dass in den Naturwissenschaften Fossilien von Zwischenformen fehlen, mit denen man den Übergang einer Spezies zu einer anderen beweisen kann, wird unter anderem durch das Fundstück Bodo widerlegt, das seinen Namen nach seiner Fundstelle Bodo d' Ar in Äthiopien (Middle Awash Gebiet) erhielt. Bodo lässt sich nicht ohne weiteres einer bestimmten Spezies zuordnen, da er mehrere anatomische Merkmale besitzt, die für verschiedene Arten von Homo typisch sind. Der Schädel stellt eine Momentaufnahme des biologischen Übergangs dar und der beginnende kulturelle Wandel zeigt sich an den in Bodo gefundenen Steinwerkzeugen.

Fünf Jahre nach der Entdeckung der Fossilien fand man in Bodo d' Ar die linke untere Ecke aus dem Scheitelbein eines zweiten Individuums. Dieses zeigt, wie schon der Schädel, dass die Frühmenschen aus dieser Gegend recht kräftig gebaut waren. Bodo hat trotz seines breiteren, kräftigeren Gesichts eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem jüngeren Fund aus Kabwe (Broken Hill), der auch als Rhodesiamensch bezeichnet wird. Beide haben ein breites Gesicht und einen dicken Augenbrauenwulst. Wie viele Exemplare von Homo erectus, so besitzt auch Bodo oben auf dem Schädel eine längs verlaufende Knochenleiste. Bodo zeigt anatomische Ähnlichkeiten mit dem Fund aus Petralona in Griechenland.

Zum Zeitpunkt seiner Entdeckung wurde der Schädel auf ein Alter von nur 350.000 Jahre geschätzt und damit wäre er ein Zeitgenosse anderer Funde von Homo heidelbergensis aus Europa gewesen. 1994 wurden aber neuere Befunde veröffentlicht und danach liegt das Alter eher bei 600.000 Jahren. Anatomisch ist Bodo weiter entwickelt als seine asiatischen Zeitgenossen der Spezies erectus einschließlich des Pekingmenschen von der Fundstelle Zhoukoudian.

Die Funde von Bodo d' Ar zeigen eine der äußerst seltenen Momentaufnahmen von gleichzeitig ablaufender biologischer und kultureller Evolution. Rund um die Fundstelle des Schädels sind Steinwerkzeuge - Faustkeile und Schaber aus dem Acheuléen - über den Boden verstreut und daneben findet man Flusspferd-, Pavian- und Antilopenknochen.

Die vielen Lavasteinwerkzeuge, die man in den gleichen Flusssedimenten fand wie die menschlichen Fossilien, belegen den technischen Wandel von den einfachen, einflächigen Schlagsteinen und Splittern der entwickelten Oldowan-Industrie zu zweiseitigen, schwerlastigen Artefakten des späteren Acheuléen. Seltsamerweise spielte sich dieser Übergang in Bodo d' Ar sehr spät ab, denn in anderen Gegenden Äthiopiens, so in Korso-Gardula, wurden die ältesten in Afrika gefundenen Acheuléen-Werkzeuge auf 1,7 Millionen Jahre datiert.


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