Zuttiyeh Höhle, Israel

Fundort: Zuttiyeh Höhle, Mugharet el-Zuttiyeh, Wadi Amud, Hokuk, Israel
Spezies: Homo heidelbergensis, (erectus)
Geschätztes Alter: 453000 Jahre
Kultur: Acheuleen, Mousterien

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Die Zuttiyeh Höhle in Israel, bekannt als Mugharet-el-Zuttiyeh, liegt etwa 800 Meter vom Auslauf des Wadi Amud entfernt in einer Höhe von etwa 30 Metern über dem Wadi-Bett.

Die Höhle wurde zwischen 1925 und 1926 von Francis Turville-Petre ausgegraben und brachte den ersten fossilen Menschen in Westasien hervor, der nicht zu einer modern-menschlichen Population gehörte. Das Stirnbein und ein Teil des oberen Gesichts des Zuttiyeh Hominiden stammen aus Schichten des Mugharien oder Jabrudien (Jabrudkultur, 175.000-100.000 Jahre vor heute), die vermutlich auf das späte Mittelpleistozän datieren.

Aktuelle Schätzungen geben ein Alter zwischen 200.000 und 300.000 Jahre an. Damit wäre das Fossil deutlich älter als die südwest-asiatischen Neandertaler, die man von Fundstellen wie Tabun, Amud oder Kebara kennt, aber auch älter als die modern-menschlichen Knochenreste aus Qafzeh und Skhul. Das Fossil von Zuttiyeh ist auch unter dem Namen "Galilee hominid" bekannt.


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Francis Turville-Petre in der Zuttiyeh Höhle, Wadi al Amud


Der Mensch von Zuttiyeh muss ein relativ kleines Gehirn besessen haben, die Überaugenwülste verlaufen sehr gerade und sind seitlich stark entwickelt. Im Gegensatz zu den späteren Neandertalern ist das obere Gesicht flach, was zu Diskussionen über die Zugehörigkeit des Fossils führte. Einige glauben, dass der Mensch von Zuttiyeh ein primitiver Vorfahr der Neandertaler war, bei dem das extrem vorstehende Mittelgesicht der Neandertaler noch nicht voll entwickelt war, während andere vorschlagen, dass er eher in die Linie des archaischen Homo sapiens gehört.


Literatur

Koordinaten