Kebara, Israel

Fundort: Kebara, Mount Carmel, Israel
Spezies: Homo neanderthalensis
Fossil: adultes maskulines Skelett, Zungenbein
Geschätztes Alter: 45000 Jahre, Datierung basierend auf Radiokarbon-Methode (C-14)
Kultur: Mousterien, Levallois , Feuer

Letzte Meldung:   Mutter-Kind-Bindung vor 2 Millionen Jahren   –  Senckenberg-Wissenschaftler Ottmar Kullmer hat mit einem internationalen Team Zähne der ausgestorbenen Vormenschen-Art Australopithecus africanus in Hinblick auf die Nahrungsaufnahme im Kindesalter untersucht. Analysen der Zahnchemie zeigen, dass die Mütter der afrikanischen Homininen-Art ihre Kinder in den ersten 12 Lebensmonaten stillten und auch später – in Zeiten von Nahrungsknappheit – auf die Ernährung mit Muttermilch zurückgriffen. Die intensive, jahrelange Mutter-Kind-Bindung wird als eine der Ursachen für die geringe Nachkommen-Anzahl bei den Vormenschen gedeutet. Die Studie erscheint heute im renommierten Fachjournal „Nature“. ....

Seit ihrer Entdeckung in den 1920er Jahren ist die Kebara Höhle intensiv erforscht worden. An den westlichen Ausläufern des Mount Carmel gelegen, repräsentiert die Kebara Höhle gleich zwei wichtige Perioden der Menschheitsgeschichte: Das Aurignacien und Moustérien aus dem mittleren Paläolithikum sowie das epi-paläolithische Natufien. Spuren der ersten Besiedlung von Kebara führen ungefähr 60.000 Jahre zurück. In den vier Meter starken Höhleablagerungen wurden in den mittleren Schichten Levallois Steinartefakte, sowie viele Feuerstellen gefunden.

Der Fund Kebara 2 trägt den Spitznamen "Moshe" zu Ehren von Moshe Stekelis, der früher an dieser Stelle Ausgrabungen vorgenommen hatte. Es handelt sich um ein vom Unterkiefer an abwärts fast vollständiges Skelett. Es ist das vollständigste bekannte Exemplar von einem Neandertaler mit dem ersten kompletten Brustkorb, Wirbeln und Becken.

Ein weiterer Knochen, der erstmals bei Kebara 2 gefunden wurde, ist das Zungenbein (Os hyoideum), der einzige Knochen des menschlichen Körpers, der nicht mit anderen Knochen verbunden ist. Es ist im Knorpel des Kehlkopfes verankert und dient der Anheftung von Muskeln, die zum Sprechen notwendig sind. Das bei diesem Skelett gefundene Zungenbein gleicht dem der Jetztmenschen, was von großer Bedeutung für die Frage ist, ob die Neandertaler sprechen konnten.



Fundstücke Nachfolgende Fotos © Human Evolution Research Center, (US-Lizenz Fair Use)

Homo neanderthalensis
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KEBARA 2

MAN (R. I1-M3, L. I1-M3), R. OCX + SAC

Homo neanderthalensis
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KEBARA INFANT

SKELETON (partial)


Literatur

Koordinaten