Kebara, Israel

Letzte Meldung:   Urmenschen mit Fingerspitzengefühl   –  Senckenberg-Wissenschaftlerin Katerina Harvati widerlegt gemeinsam mit ihrem Team der Universität Tübingen und in enger Zusammenarbeit mit dem Naturhistorischen Museum Basel die bisherige Annahme, dass sich Neandertaler bei dem Einsatz ihrer Hände hauptsächlich auf ihre Kraft verlassen hätten. In einer heute im Fachjournal „Science Advances“ veröffentlichten Studie zeigen sie....

Fundort: Kebara, Mount Carmel, Israel
Spezies: Homo neanderthalensis
Fossil: adultes maskulines Skelett, Zungenbein
Geschätztes Alter: 45.000 Jahre, Datierung basierend auf Radiokarbon-Methode (C-14)
Kultur: Moustérien, Levallois , Feuer

Seit ihrer Entdeckung in den 1920er Jahren ist die Kebara Höhle intensiv erforscht worden. An den westlichen Ausläufern des Mount Carmel gelegen, repräsentiert die Kebara Höhle gleich zwei wichtige Perioden der Menschheitsgeschichte: Das Aurignacien und Moustérien aus dem mittleren Paläolithikum sowie das epi-paläolithische Natufien. Spuren der ersten Besiedlung von Kebara führen ungefähr 60.000 Jahre zurück. In den vier Meter starken Höhleablagerungen wurden in den mittleren Schichten Levallois Steinartefakte, sowie viele Feuerstellen gefunden.

Der Fund Kebara 2 trägt den Spitznamen "Moshe" zu Ehren von Moshe Stekelis, der früher an dieser Stelle Ausgrabungen vorgenommen hatte. Es handelt sich um ein vom Unterkiefer an abwärts fast vollständiges Skelett. Es ist das vollständigste bekannte Exemplar von einem Neandertaler mit dem ersten kompletten Brustkorb, Wirbeln und Becken.

Ein weiterer Knochen, der erstmals bei Kebara 2 gefunden wurde, ist das Zungenbein (Os hyoideum), der einzige Knochen des menschlichen Körpers, der nicht mit anderen Knochen verbunden ist. Es ist im Knorpel des Kehlkopfes verankert und dient der Anheftung von Muskeln, die zum Sprechen notwendig sind. Das bei diesem Skelett gefundene Zungenbein gleicht dem der Jetztmenschen, was von großer Bedeutung für die Frage ist, ob die Neandertaler sprechen konnten.


Literatur

  • Arensburg, B. et. al. 1985. Une sépulture néanderthalien dans la grotte de Kebara (Israel). Compte Rendus des Séanches de l´Académie des Sciences (Paris), Série II, 300: 227-230.
  • Schiegl, S., Goldberg, P., Bar-Yosef, O., & Weiner, S. 1996. Ash deposits in Hayonim and Kebara caves, Israel: macroscopic, microscopic and mineralogical observations, and their archaeological implications. Journal of Archaeological Science, 23, 763-781. DOI: 10.1006/jasc.1996.0071
  • Gargett, R. H. 1999. Middle Palaeolithic burial is not a dead issue: the view from Qafzeh, Saint-Cèsaire, Kebara, Amud, and Dederiyeh. Journal of Human Evolution, 37(1), 27-90. DOI: 10.1006/jhev.1999.0301, Volltext PDF

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