Qafzeh, Israel

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Fundort: Qafzeh, südöstlich von Nazareth, Israel
Spezies: Homo sapiens
Geschätztes Alter: 95.000 Jahre, Datierung basierend auf Thermolumineszenz-Methode (TL)

Qafzeh oder Gebel Qafzeh (Abhang) ist eine Höhle in Israel in der Nähe von Nazaret im unteren Galiläa. Sie befindet sich im Abgrundberg (Precipice Mountain) im rechten Steilhang des Wadis el Hadj und wurde vor allem wegen der menschlichen Fossilien bekannt, die vom frühen anatomisch modernen Menschen (Homo sapiens) stammen.

Sie enthält Ablagerungen des Mittelpaläolithikums (Mousterien) sowie des Übergangs zum Jungpaläolithikum. Die Ausgrabungen in der Höhle durch René Neuville begannen 1934 und führten zur Entdeckung der Überreste von insgesamt fünf Personen.

Die unteren Schichten der Höhle wurden später auf ein Alter von 92.000 Jahren datiert. In ihnen fand man eine Reihe von Feuerstellen, Gräber, Feuerstein-Artefakte sowie Tierknochen, darunter Reste von Gazellen, Pferden, Damwild, Auerochsen und Nashörner, sowie eine Ansammlung von Muscheln, Stücke von rotem Ocker und Abschläge mit Gravuren.

Die marinen Muscheln (Gycymeris bivalves) stammen von der Mittelmeerküste in rund 35 Kilometer Entfernung. Einige von ihnen waren natürlich perforiert und wurden möglicherweise zu einer Halskette aufgereiht als Schmuck getragen, einige hatten Flecken aus Ocker.

Die Höhle gab insgesamt die Überreste von 15 Individuen frei, von denen 8 Kinder waren. Der archäologische Kontext wird dem Mousterien zugeordnet und wurde auf ein Alter von 95.000 Jahren datiert. Die Übereste mit den Bezeichnungen Quafzeh 8, 9, 10, 11, 13 ud 15 sind auf Bestattungen zurückzuführen.

Die verschiedenen Schichten der Quafzeh-Höhle wurden mittels Thermolumineszenz-Methode (TL) auf 96.000 bis 115.000 Jahre datiert.

Lesen Sie hier mehr über die Menschen von Quafzeh.


Literatur

  • Bar-Yosef, Ofer. 1998. The chronology of the Middle Paleolithic of the Levant. In: T. Akazawa, K. Aoki, and O. Bar-Yosef, (eds.), Neandertals and modern humans in Western Asia. New York: Plenum Press. pp. 39-56.

Koordinaten

  • 32.688217° N, 35.318241° E von Henry Gilbert,
     

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