Prähistorische Felsmalereien an der Tiguidit-Geländestufe

Tiguidit ist eine Geländestufe am Südrand des Gebirges Aïr in Niger.

Alternative Schreibweisen sind Tegidit, Teguidit, Tigidit, Tiguedi und Tiguidi. In der Sprache Tuareg wird der Name im übertragenen Sinn auch für „Süden“ als Himmelsrichtung und Ortsangabe verwendet.[1]

Die Geländestufe nimmt südöstlich der Oase Ingall ihren Anfang und verläuft sichelförmig über eine Länge von über 200 Kilometern Richtung Westen. Sie erreicht das Gemeindegebiet von Aderbissinat, verliert an Höhe und verschwindet unter dem Sand der Wüste Ténéré. Geologisch bildet Tiguidit die Grenze zwischen der Irhazer-Gruppe und der Tegama-Gruppe der Unterkreideformation im Ullemmeden-Becken[2] und stellt auch eine regionale Wasserscheide dar.[3] Als landschaftlich markante Sandstein-Schichtstufe ist Tiguidit die natürliche Nordgrenze des Naturschutzgebiets Réserve Totale de Faune de Tadrès. An ihrem Fuß liegt das Dorf Marandet, bei dem sich ein bedeutender Dinosaurier-Friedhof befindet.[4]

Die Geländestufe ist reich an paläontologischen Fundstellen. Neben Dinosaurier-Friedhöfen gibt es hier auch versteinerte Wälder und prähistorische Felsmalereien.[5] Die ältesten archäologischen Funde datieren aus der Jungsteinzeit.[6] Am 18. Oktober 1899 überwand die französische Mission Foureau-Lamy bei ihrer Sahara-Durchquerung die Geländestufe.[7] Im Jahr 1998 war Tiguidit der Schauplatz der ersten Ausgabe des Festival International de la Mode en Afrique.[8]

Literatur

  • Jean-François Maréchal: Les débuts de l’agriculture au Néolithique saharien. In: Le Saharien. Nr. 171, 2004, S. 37–42.

Weblinks

Commons: Tiguidit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Observations for location Tiguidit. In: West African Bird DataBase (englisch).
  • Le Tigidit. In: Base d’Anthropologie physique du Niger (BANI). Institut de Recherche pour le Développement (IRD), 8. November 1994; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 149: attempt to index field 'data' (a nil value)).

Einzelnachweise

  1. Hans Ritter: Wörterbuch zur Sprache und Kultur der Twareg. Band I. Twareg – Französisch – Deutsch. Harrassowitz, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-447-05886-5, S. 814.
  2. R. T. J. Moody: The Iullemmeden Basin. In: R. C. Selley (Hrsg.): African Basins (= Sedimentary Basins of the World). Vol. 3. Elsevier, Amsterdam 1997, ISBN 0-444-82571-1, S. 93.
  3. Jörg Völkel: Geomorphologische und pedologische Untersuchungen zum jungquartären Klimawandel in den Dünengebieten Ost-Nigers: Südsahara und Sahel (= Bonner geographische Abhandlungen. Heft 79). Dümmler, Bonn 1989, S. 67.
  4. Jolijn Geels: Niger. Bradt, Chalfont St Peter 2006, ISBN 1-84162-152-8, S. 157.
  5. Dominique Auzias, Jean-Paul Labourdette: Niger. Petit Futé, Paris 2009, ISBN 978-2-7469-1640-1, S. 164.
  6. Boubé Gado, Abdoulaye Maga, Oumarou Amadou Idé: Rappel sur les faits préhistoriques et historiques de la zone Nord du Niger. In: Mamadou Moustapha Niang, Boubé Nagando, Seyni Seidou, Elizabeth Wangari (Hrsg.): Les pillages des sites culturels et naturels au Niger. UNESCO, Paris 2001, S. 106.
  7. Fernand Foureau: Documents scientifiques de la mission saharienne. Mission Foureau-Lamy d’Alger au Congo par le Tchad. Atlas (Kartograf: Verlet-Hanus). Masson, Paris 1905 (jubilotheque.upmc.fr [abgerufen am 6. Mai 2018]).
  8. Jolijn Geels: Niger. Bradt, Chalfont St Peter 2006, ISBN 1-84162-152-8, S. 78.

Koordinaten: 16° 26′ 10″ N, 7° 55′ 25″ O

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