Tikbalang

Tikbalang (/ˈtikbaˌlaŋ/) (auch Tigbalang, Tigbalan, Tikbalan, Tigbolan) ist eine philippinische Sagengestalt, die in den Wäldern und Bergen der Philippinen leben soll. Es ist eine große, knochige menschenähnliche Gestalt mit Pferdekopf und Pferdehufen und überproportional langen Gliedmaßen, so dass im Hocken die Knie über den Kopf reichen.[1][2]

Ursprung

Hayagriva, ist ein pferdeköpfiger Avatar von Vishnu

Die Spuren von Tikbalang reichen 4000 Jahre zurück.[3] Die Urbevölkerung der Philippinen glaubte an den Animismus. 1589, zu Beginn der spanischen Besetzung dokumentierte Vater Juan de Plasencia die Bedeutung von Tikbalang für die einheimische Bevölkerung. Der Hinduismus breitete sich im 2. Jahrhundert entlang der Handelsrouten von Indien nach Südostasien aus. Tikbalang ist möglicherweise aus Hayagriva, einem Avatar des hinduistischen Gottes Vishnu hervorgegangen.[4]

Zähmung eines Tikbalang

Ein Tikbalang soll eine Mähne aus spitzen Stacheln haben, wobei die drei dicksten Stacheln der Mähne eine besondere Bedeutung haben. Wem es gelingt einen dieser drei Stacheln zu erlangen, kann sie als Talisman gegen das Älter werden verwenden und das Tikbalang damit im Zaum halten. Dazu muss das Tikbalang überwältigt werden, indem man auf seinen Rücken springt und mit einem speziellen Strick bindet. Der angehende Tikbalang-Zähmer muss dann auf dem Rücken bleiben, während das Wesen durch die Luft fliegt und mit wilden Sprüngen versucht, den unwillkommenen Reiter loszuwerden, solange, bis es müde wird und seine Niederlage eingesteht.[5]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Philippine Folk Literature: An Anthology, Eugenio Damiana, University of the Philippines Press, 2007, ISBN 978-971-542-536-0
  2. El Folk-Lore Filipino, Isabelo De Los Reyes Y Florentino und Isabelo De Los Reyes, 1995, ISBN 978-971-542-038-9
  3. Jordan Clark: Tikbalang: The Horse Demon, Episode 1, Creatures Of Philippine Mythology (2015), https://www.youtube.com/watch?v=gRUSBSJ39KY
  4. https://www.aswangproject.com/tikbalang-documentary/
  5. El Folk-Lore Filipino, Isabelo De Los Reyes Y Florentino und Isabelo De Los Reyes, 1995, ISBN 978-971-542-038-9

Die News der letzten Tage

17.06.2022
Archäologie | Kultur
Neue Zeugnisse aus der Tempelstadt Heliopolis
Ein ägyptisch-deutsches Grabungsteam hat bei gerade abgeschlossenen Ausgrabungen im Nordosten Kairos bedeutende Zeugnisse aus der Geschichte der Tempelstadt Heliopolis gefunden.
14.06.2022
Wanderungen | Archäologie | Kultur
Die Römer brachten das Maultier mit
Erst die Römer brachten auch Maultiere im ersten Jahrhundert über die Alpen nach Norden, davor wurden in Mitteleuropa ausschließlich Pferde als Reittiere genutzt.
10.06.2022
Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Hirse in der Bronzezeit: Ein Superfood erobert die Welt
Bereits vor 3500 Jahren lebten die Menschen in einer globalisierten Welt.
09.06.2022
Genetik | Wanderungen | Homo sapiens
Das prähistorische Wallacea – ein genetischer Schmelztiegel menschlicher Abstammungslinien
Die Inseln Wallaceas im heutigen Ostindonesien wurden bereits vor langer Zeit von modernen Menschen besiedelt.
18.05.2022
Sprache | Primaten
Tierisch flexibel: Wie Orang-Utan-Mütter mit ihrem Nachwuchs kommunizieren
Ein Forschungsteam hat Mutter-Kind-Interaktionen bei Orang-Utans untersucht.
17.05.2022
Paläoökologie | Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Zündeln vor 9.500 Jahren
Schon vor 9500 Jahren setzten die Menschen in Europa Brandrodung ein, um Land für sich nutzbar zu machen.
17.05.2022
Nach_der_Eiszeit | Archäologie | Kunst
Spektakuläre Deckengemälde im Tempel von Esna entdeckt
Deutsche und ägyptische Forscher haben im Tempel von Esna in Oberägypten eine Serie farbenprächtiger Deckenbilder freigelegt.