Die Dolmen von Alcántara in der Region Alcántara in der Extremadura in Spanien sind eine Gruppe von mehr als 40 Großsteingräbern (dolmen). Die zumeist kleinen (den benachbarten portugiesischen Antas gleichenden) Dolmen sind aus Granit- und Schieferplatten errichtet.

Dolmen Data I
Dolmen Pata Caballo

Lage

Die Dolmen befinden sich nahe der Grenze zu Portugal in der näheren und weiteren Umgebung der Gemeinde Alcántara in Höhen zwischen ca. 290 und 530 m ü. d. M.[1] Die beiden augenfälligsten Monumente der Gruppe (Dolmen de Juan Rol I, Maimón (Dolmen Maimon II) und Trincones) stehen etwa 1,5 km in Ost-West-Richtung voneinander entfernt.

Geschichte

Die Entstehung der ursprünglich von Erdhügeln (tumuli) aus Steinen, Erde und Gras bedeckten Grabstätten fällt in die späte Jungsteinzeit oder die frühe Kupferzeit (etwa 4200–3500 v. Chr.) Die Erdhügel wurden im Lauf der Zeit durch Naturkräfte und von Menschenhand abgetragen.

Die Dolmen wurden erst in den 1960er- und 1970er-Jahren von Fernando Tostado für die archäologische Forschung entdeckt. 1980 grub Cleofe Rivero in La Puente und Retamar, aber seine Ergebnisse sind nicht veröffentlicht. 1988 listete Clemente Montano in seinem Werk: Aproximación al estudio de los sepulcros megalíticos de Alcántara 36 Dolmen auf. Die Dolmen Maimon I + II, Juan Rol I und Trincones I + II wurden von Primitiva Bueno Ramírez in den Jahren 1997 und 1998 ausgegraben. Die jüngste Katalogisierung von Antonio Carmona hat die Zahl der Dolmen in Alcántara auf dreiundsiebzig erhöht, was auch die Anzahl der in Zarza la Mayor und Brozas registrierten Dolmen erhöht.

Kleinfunde

Im Gegensatz zu anderen Regionen der Iberischen Halbinsel wurden diese Megalithanlagen zwar auch gestört, aber kaum ausgeraubt und enthielten zahlreiche Grabbeigaben (Äxte, Keramik, Pfeilspitzen, Schieferplattenidole etc.) und somit wertvolle Informationen zu den wahrscheinlich in der Nähe existierenden Siedlungen.

Menhir

Wie auf der Iberischen Halbinsel üblich, fehlen einzeln stehende Großsteinmonumente (Menhire) in der Gruppe beinahe völlig. Der ca. 4,65 m hohe, wieder aufgerichtete Menhir von Cabezo steht nahe nordöstlich bei der Kleinstadt Alcántara und ist der einzige in dieser Region. Er hat zwei größere und mehrere kleinere schalenförmige Einbuchtungen (Cazoleta (petroglifo)), die an einem aufrecht stehenden Stein wenig Sinn machen.[2]

Siehe auch

Literatur

  • Clemente Montano Domínguez: Aproximación al estudio de los sepulcros megalíticos de Alcántara. Anales de Adeco, 1988, S. 28–58.
  • Ana Belén Casado Mateos, Amparo Aldecoa Quintana, Primitiva Bueno Ramírez, Rosa Barroso Bermejo, Rodrigo de Balbín Behrmann: Dólmenes en la cuenca del Tajo: restauración y consolidación de megalitos en Alcántara (Cáceres). Trabajos de prehistoria, Vol. 55, Nr. 1, 1998, S. 171–183.
  • Primitiva Bueno Ramírez, Rodrigo de Balbín Behrmann, Rosa Barroso Bermejo, Ana Belén Casado Mateos, Amparo Aldecoa Quintana: Proyecto de excavación y restauración en dólmenes de Alcántara (Cáceres): Segunda campaña. Trabajos de prehistoria, Vol. 56, Nr. 1, 1999, S. 131–146.
  • Primitiva Bueno Ramírez, Rodrigo de Balbín Behrmann, Rosa Barroso Bermejo, Amparo Aldecoa Quintana, Ana Belén Casado Mateos: Arte megalítico en Extremadura: Los dólmenes de Alcántara, Cáceres (España). Estudos Pré-Históricos da Beira Alta 7, S. 85–110.
  • Primitiva Bueno Ramírez, Rodrigo de Balbín Behrmann, Rosa Barroso Bermejo, Amparo Aldecoa Quintana, Ana Belén Casado Mateos: Dólmenes en Alcántara (Cáceres): un proyecto de consolidación e información arqueológica en las comarcas extremeñas del Tajo. Balance de las campañas de 1997 y 1998. Extremadura arqueológica Nr. 8, 2000 (Ejemplar dedicado a: El megalitismo en Extremadura (homenaje a Elías Díeguez Luengo)) S. 129–168.

Weblinks

Commons: Dólmenes de Valencia de Alcántara – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Koordinaten: 39° 42′ 52″ N, 6° 52′ 57″ W

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