TT48
Grabmal von Amenemhet Surer

Ort El-Chocha
Entdeckungsdatum
Ausgrabung
Vorheriges
TT47
Folgendes
TT49
Plan und Schnitt des Grabes

Das Grab TT48 (engl. Theban Tomb 48 = Thebanisches Grab Nr. 48) befindet sich in der Nekropole von el-Chocha in Theben-West in Ägypten. Es stammt aus der 18. Dynastie und gehörte Amenemhet Surer, dem Oberdomänenvorsteher unter Amenophis III. Das unfertig gebliebene Grab zählt mit einer Länge von 63 Metern zu den größten Privatgräbern dieser Zeit.

Grab

Das Grab des Amenemhet-Surer befindet sich östlich von Grab Nr. 178 und besteht aus vier aufeinanderfolgenden Säulensälen: ein Portikus, eine Längshalle, ein Innensaal und ein vierter unfertiger Kultraum. Der Portikus mit 2 × 10 kannelierten Säulen bildet den südlichen Eingangsbereich des Grabes. Die Südwand zeigt den Grabherrn in Anbetung der Götter Geb, Nut, Isis und Osiris. In einer anderen Szene erscheinen Opferträger vor Amenemhet-Surer und seiner Mutter Mut-tuj. Die linke und rechte Schmalseite zeigen Amenophis III. beim Feiern eines Erntefestes, opfernd und beim Anbeten der Götter. Auf der Nordwand sind weitere Szenen mit Amenophis III. dargestellt. Amenemhet-Surer erscheint mit Fächerträgern und Geschenke darbringenden Dienern vor dem König, der in einem Kiosk sitzt. Andere Szenen zeigen den König beim Erschlagen der Feinde[1] oder Statuen des Königs und der Königin Teje bei der Weihung.

An die Querhalle schließt sich eine Längshalle mit zwei Reihen von jeweils zehn Papyrusbündelsäulen an. Einmalig ist der darauffolgend eingefügte Saal von 4 × 6 Zeltstangensäulen, der sonst nur im Ach-menu vorkommt.[2]

Amenemhet-Surer scheint noch zu Lebzeiten von Amenophis III. in Ungnade gefallen zu sein, da sein Grab Opfer von Zerstörungen (Namenstilgung) wurde.[3]

Siehe auch

Literatur

  • Dieter Arnold: Lexikon der ägyptischen Baukunst. Albatros, Düsseldorf 2000, ISBN 3-491-96001-0, S. 22 → Amenemhet-Surer.
  • Torgny Säve-Söderbergh: Four Eighteenth Dynasty Tombs (= Private tombs at Thebes. Band 1.) Griffith Institute, Oxford 1957, S. 33–49.

Einzelnachweise

  1. Bertha Porter, Rosalind L. B. Moss: Topographical bibliography of ancient Egyptian hieroglyphic texts, reliefs, and paintings. Vol. 1, The Theban necropolis. Part 1, Private tombs. 2nd edition, revised and augmented, Griffith Institute/ Ashmolean Museum, Oxford 1994, ISBN 0-900416-15-7, S. 87–91.
  2. Dieter Arnold: Lexikon der ägyptischen Baukunst. Düsseldorf 2000, S. 22.
  3. Wolfgang Helck: Amenemhet Surer. In: Wolfgang Helck (Hrsg.): Lexikon der Ägyptologie (LÄ). Band I, Harrassowitz, Wiesbaden 1975, ISBN 3-447-01670-1, Sp. 195.

Die News der letzten Tage

17.06.2022
Archäologie | Kultur
Neue Zeugnisse aus der Tempelstadt Heliopolis
Ein ägyptisch-deutsches Grabungsteam hat bei gerade abgeschlossenen Ausgrabungen im Nordosten Kairos bedeutende Zeugnisse aus der Geschichte der Tempelstadt Heliopolis gefunden.
14.06.2022
Wanderungen | Archäologie | Kultur
Die Römer brachten das Maultier mit
Erst die Römer brachten auch Maultiere im ersten Jahrhundert über die Alpen nach Norden, davor wurden in Mitteleuropa ausschließlich Pferde als Reittiere genutzt.
10.06.2022
Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Hirse in der Bronzezeit: Ein Superfood erobert die Welt
Bereits vor 3500 Jahren lebten die Menschen in einer globalisierten Welt.
09.06.2022
Genetik | Wanderungen | Homo sapiens
Das prähistorische Wallacea – ein genetischer Schmelztiegel menschlicher Abstammungslinien
Die Inseln Wallaceas im heutigen Ostindonesien wurden bereits vor langer Zeit von modernen Menschen besiedelt.
18.05.2022
Sprache | Primaten
Tierisch flexibel: Wie Orang-Utan-Mütter mit ihrem Nachwuchs kommunizieren
Ein Forschungsteam hat Mutter-Kind-Interaktionen bei Orang-Utans untersucht.
17.05.2022
Paläoökologie | Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Zündeln vor 9.500 Jahren
Schon vor 9500 Jahren setzten die Menschen in Europa Brandrodung ein, um Land für sich nutzbar zu machen.
17.05.2022
Nach_der_Eiszeit | Archäologie | Kunst
Spektakuläre Deckengemälde im Tempel von Esna entdeckt
Deutsche und ägyptische Forscher haben im Tempel von Esna in Oberägypten eine Serie farbenprächtiger Deckenbilder freigelegt.