Die Cuba Soprana war ein Schloss der normannischen Könige Siziliens im Westen von Palermo. Es lag wie die Schlösser Zisa, Uscibene und Cuba Sottana in dem königlichen Park außerhalb der Stadt.

Geschichte

Erbaut wurde die Cuba Soprana im 12. Jahrhundert unter König Wilhelm II. Den Namen Cuba Soprana (obere Cuba) erhielt sie zur Unterscheidung von der weiter talwärts gelegenen Cuba Sottana, die heute allgemein einfach "La Cuba" genannt wird. Im 15. Jahrhundert wurde die Cuba Soprana in einen Wehrturm umgebaut und erhielt den Namen Torre Alfaina.

Im 16. Jahrhundert baute die Familie Ventimiglia die Ruinen der Torre Alfaina zu einer Villa um, aus der später die Villa Napoli wurde. Dass diese Villa an der Stelle der ursprünglichen Cuba Soprana stand, geriet in Vergessenheit, bis 1920 an der Ostfassade der Villa normannisches Mauerwerk mit zugemauerten Spitzbögen entdeckt wurde, das von Nino Basile als Überrest der Cuba Soprana identifiziert wurde. Bei einer 1995 begonnenen Restaurierung der Villa wurde unter anderem dieses Mauerwerk wieder freigelegt.

Beschreibung

Die Cuba Soprana war ein vermutlich zweigeschossiger Bau, der über einem rechteckigen Grundriss errichtet war.

Aus zeitgenössischen Schilderungen geht hervor, dass das Wasser einer nahe gelegenen Quelle durch einen Kanal in das Gebäude geleitet wurde und sich in dem östlichsten Raum in fünf strahlenförmig nach außen führende Kanäle aufteilte.

In dem die Cuba Soprana umgebenden Park lagen mehrere kleine Pavillons, von denen nur noch die Cubula erhalten ist.

Literatur

  • Museum ohne Grenzen (Hrsg.): Arabisch-normannische Kunst – Siziliens Kultur im Mittelalter. Internationaler Ausstellungsstraßen-Zyklus Die Islamische Kunst im Mittelmeerraum, Ernst Wasmuth Verlag Tübingen Berlin, 2004, ISBN 3803041023

Weblinks

Koordinaten: 38° 6′ 22,4″ N, 13° 20′ 4″ O

Die News der letzten Tage

17.06.2022
Archäologie | Kultur
Neue Zeugnisse aus der Tempelstadt Heliopolis
Ein ägyptisch-deutsches Grabungsteam hat bei gerade abgeschlossenen Ausgrabungen im Nordosten Kairos bedeutende Zeugnisse aus der Geschichte der Tempelstadt Heliopolis gefunden.
14.06.2022
Wanderungen | Archäologie | Kultur
Die Römer brachten das Maultier mit
Erst die Römer brachten auch Maultiere im ersten Jahrhundert über die Alpen nach Norden, davor wurden in Mitteleuropa ausschließlich Pferde als Reittiere genutzt.
10.06.2022
Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Hirse in der Bronzezeit: Ein Superfood erobert die Welt
Bereits vor 3500 Jahren lebten die Menschen in einer globalisierten Welt.
09.06.2022
Genetik | Wanderungen | Homo sapiens
Das prähistorische Wallacea – ein genetischer Schmelztiegel menschlicher Abstammungslinien
Die Inseln Wallaceas im heutigen Ostindonesien wurden bereits vor langer Zeit von modernen Menschen besiedelt.
18.05.2022
Sprache | Primaten
Tierisch flexibel: Wie Orang-Utan-Mütter mit ihrem Nachwuchs kommunizieren
Ein Forschungsteam hat Mutter-Kind-Interaktionen bei Orang-Utans untersucht.
17.05.2022
Paläoökologie | Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Zündeln vor 9.500 Jahren
Schon vor 9500 Jahren setzten die Menschen in Europa Brandrodung ein, um Land für sich nutzbar zu machen.
17.05.2022
Nach_der_Eiszeit | Archäologie | Kunst
Spektakuläre Deckengemälde im Tempel von Esna entdeckt
Deutsche und ägyptische Forscher haben im Tempel von Esna in Oberägypten eine Serie farbenprächtiger Deckenbilder freigelegt.