Suppiluliuma (assyrisch Ušpilulume, hieroglyphen-luwisch PURUS.FONS.MI-sa) war ein neo-hethitischer König von Kummuh, der für die Jahre 805–773 v. Chr. in verschiedenen Quellen belegt ist. Er führte den Titel Herrscher.[1]

Dynastische Platzierung

Es ist nicht bekannt, wer zwischen Suppiluliumas letztem bekanntem Vorgänger Kundašpu (um 856 v. Chr.) und Suppiluliuma regiert hat, aber allein die Tatsache, dass Suppiluliuma von 805 v. Chr. an 32 Jahre lang regiert hat, macht die Existenz mindestens eines namentlich unbekannten Königs in der Zeit zwischen Kundašpu und Suppiluliuma wahrscheinlich. Es mag sein, dass Suppiluliuma ein später Nachkomme der hethitischen Großkönige zwar. Jedenfalls trägt er den Namen zweier hethitischer Großkönige.[1]

Regierung

Pazarcık-Stele im Archäologischen Museum Kahramanmaraş

Suppiluliuma erscheint in assyrischen Quellen auf der Pazarcık-Stele. Auf dieser Stele, einem Grenzstein, der 805 v. Chr. auf Befehl des assyrischen Königs Adad-nīrārī III. an der Grenze zwischen den neo-hethitischen Staaten Kummuh und Gurgum aufgestellt worden war, wird er als König von Kummuh als assyrischem Vasallenstaat genannt. Der Grenzstein wurde aufgestellt, weil Kummuh ein Territorium erhielt, das zuvor zu Gurgum gehört hatte.[2] Suppiluliuma hatte zuvor den assyrischen König zu Hilfe gerufen, weil er von Halparuntiya III. von Gurgum bezüglich Territorialfragen bedroht worden war.[3] Auch bedrohte ihn eine Allianz unter Attar-šumki I. von Arpad.[4]

Im Rahmen eines Feldzugs gegen Kummuh und andere Staaten wurde die Stele von Bar-Hadad II. von Damaskus geraubt. Der assyrische Oberbefehlshaber Šamši-ilu gewann 773 v. Chr. die Stele zurück und stellte sie wieder an ihrem alten Platz auf. Dabei vermerkte er, dass Suppiluliuma immer noch auf dem Thron von Kummuh saß.[2] Die Grenzen wurden vom derzeitigen König Salmanassar IV. nochmals bestätigt.[4]

Suppiluliuma fand außerdem in einheimischen, hieroglyphen-luwischen Quellen Erwähnung. Eine davon ist die Weihinschrift seiner Frau Panamuwati, die der Göttin Kubaba einen Thron und einen Tisch weihte. Drei weitere nennen ihn gemeinsam mit seinem Sohn Hattusili, dem designierten Thronnachfolger, darunter die Inschriften Ancoz 5 und Ancoz 7. Ebenso werden ihm die Inschrift von Boybeypınarı und wahrscheinlich auch die Stele Adıyaman 1 zugeschrieben. Suppiluliumas Sohn regierte im mittleren 8. Jahrhundert v. Chr. als Hattusili II. in Kummuh und trug wie sein Vater den Titel Herrscher.[2]

Literatur

  • Trevor Bryce: The World of the Neo-Hittite Kingdoms: A Political and Military History. Oxford University Press: Oxford, New York 2012. ISBN 978-0-19-921872-1
  • Karen Radner: The Assyrian King and his scholars: The Syro-Anatolian and the Egyptian schools. In: Studia Orientalia 106 (2009), S. 221–238.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Trevor Bryce: The World of the Neo-Hittite Kingdoms: A Political and Military History. Oxford, New York 2012, S. 112 f.
  2. 2,0 2,1 2,2 Trevor Bryce: The World of the Neo-Hittite Kingdoms: A Political and Military History. Oxford, New York 2012, S. 113.
  3. Trevor Bryce: The World of the Neo-Hittite Kingdoms: A Political and Military History. Oxford, New York 2012, S. 245.
  4. 4,0 4,1 Karen Radner: The Assyrian King and his scholars: The Syro-Anatolian and the Egyptian schools. In: Studia Orientalia 106, S. 232.

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