NordNordWest / CC BY-SA 3.0

Ravenna


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Ravenna (Begriffsklärung) aufgeführt.
Ravenna
Wappen
Ravenna (Italien)
Ravenna
Staat: Italien
Region: Emilia-Romagna
Provinz: Ravenna (RA)
Lokale Bezeichnung: Ravêna
Koordinaten: 44° 25′ N, 12° 12′ O44.41666666666712.24Koordinaten: 44° 25′ 0″ N, 12° 12′ 0″ O
Höhe: m s.l.m.
Fläche: 652 km²
Einwohner: 159.692 (31. Dez. 2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 245 Einw./km²
Postleitzahl: 48100
Vorwahl: 0544
ISTAT-Nummer: 039014
Volksbezeichnung: Ravennati oder Ravegnani
Schutzpatron: Sant'Apollinare
Website: www.comune.ravenna.it
Das Zentrum Ravennas, die Piazza del Popolo, Westseite mit dem Venezianischen Palast, der Teil des Rathauses ist
Piazza del Popolo, Ostseite

Ravenna (veraltet deutsch: Raben) ist eine Stadt in Italien mit 159.692 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2011). Ravenna ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der Region Emilia-Romagna. Die Stadt lag ursprünglich unmittelbar an der Adria. Infolge von Verlandung beträgt die Entfernung des Stadtkerns von der Küste heute etwa neun Kilometer. Der Hafen ist durch den Canale Candiano mit der Küste und dem Seebad Marina di Ravenna verbunden.

Ravenna ist Erzbischofssitz. Von 402 bis 476 war die Stadt Hauptresidenz der weströmischen Kaiser. In den folgenden Jahrzehnten residierten hier auch Odoaker, Theoderich der Große und dessen Nachfolger; nach der Rückeroberung Italiens durch oströmische Truppen war die Stadt bis zur Einnahme durch die Langobarden im Jahre 751 Zentrum eines kaiserlichen Exarchats.

Geschichte

Historiker vermuten, dass die Siedlung während der gallischen Invasionen seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. allmählich entstanden war. Versprengte Angehörige der besiegten Stämme pflegten damals auf den zahlreichen kleinen Laguneninseln am Südrand des Po-Mündungsdeltas Zuflucht zu suchen.

Römische Kaiserzeit

In der frühen und hohen Kaiserzeit war Ravenna eine von Wasser umschlossene Lagunenstadt mit zeitweilig bis zu 50.000 Einwohnern. 88 v. Chr. erhielt die Stadt römisches Bürgerrecht. 49 v. Chr. zog Caesar von hier zur Überschreitung des Rubikons aus, womit er einen Bürgerkrieg begann. Sein Großneffe, Kaiser Augustus, machte den Militärhafen von Classe vor der Stadt zum zweitgrößten Flottenstützpunkt des Römischen Reichs (der größte Kriegshafen war Misenum). Der gestürzte markomannische König Marbod wurde hier im Jahre 19 n. Chr. bis zu seinem Tode im Jahre 37 interniert. Hier lebten auch die von Germanicus gefangengenommenen Cherusker Thusnelda und Thumelicus.

Spätantike und Völkerwanderung

Die große Zeit der Stadt waren das 5. und 6. Jahrhundert: Im Jahr 401 verlegte der weströmische Kaiser Honorius seinen Hof von Mailand nach Ravenna, da die Stadt sehr gut zu verteidigen war. Die Westgoten unter Alarich I. belagerten 408 vergeblich Ravenna. Im selben Jahr wurde der Feldherr Stilicho Opfer einer Intrige am Kaiserhof. Des Paktierens mit Alarich und damit des Hochverrats beschuldigt, wurde er in Ravenna hingerichtet.

Nach dem Tod des (Mit-)Kaisers Constantius III. 421 in Ravenna und dem Tod des Honorius regierte dessen Halbschwester Galla Placidia zunächst für ihren minderjährigen Sohn Valentinian III. Sie ließ die Stadt prächtig ausbauen. Eine spätere Legende besagt, dass sich im Jahre 410 der Neffe des Hunnenkönigs Rugila, Attila, am Hofe als Geisel befand.

Obwohl einige spätere Kaiser zeitweilig in Rom residierten, blieb Ravenna fortan der eindeutig bevorzugte Regierungssitz in Italien. Nach der Absetzung des letzten weströmischen Kaisers Romulus Augustus herrschte in der Stadt ab 476 der germanische rex Odoaker, der 493 von dem Ostgotenherrscher Theoderich nach der Niederlage in der „Rabenschlacht“ eigenhändig getötet wurde. Die Ostgoten unter Theoderich errichteten in Italien ein Reich, das bis zur endgültigen Niederlage gegen Ostrom (552) Bestand hatte. Sie herrschten nominell als Stellvertreter des Kaisers in Konstantinopel. Die Hauptstadt Ravenna erlebte unter ihnen bis etwa 535 erneut eine kulturelle und wirtschaftliche Blütezeit.

Gegen seinen Protest wurde der gebrechliche Papst Johannes I. 525 von dem arianischen Theoderich nach Konstantinopel geschickt, um dort mit Kaiser Justin I. über sein Dekret gegen die Arianer zu verhandeln. Theoderich drohte dem Papst angeblich mit Repressalien gegen die Katholiken. Als Johannes unverrichteter Dinge zurückkehrte, ließ Theoderich den Papst unter der Anschuldigung verhaften, er habe sich mit dem Kaiser verschworen. Er wurde in Ravenna festgehalten und starb dort aufgrund der schlechten Behandlung 526. Theoderich starb kurz darauf am 30. August in Ravenna. Sein dortiges Grabmal ist heute leer; ob ein Sarkophag mit den sterblichen Überresten Theoderichs dort je gestanden hatte, ist umstritten.

535 begannen die oströmischen Truppen mit der Rückeroberung Italiens. Im Mai 540 fiel das von dem Heermeister Belisar im Auftrag des Kaisers Justinian I. belagerte Ravenna; wahrscheinlich hatten ostgotische Adlige dem Heermeister die Kaiserwürde des Westens angeboten. Belisar ging zunächst darauf ein und eroberte so ohne Blutvergießen die Stadt. Ob Belisar die Kaiserwürde nur zum Schein annahm, ist unklar; in jedem Fall ließ er sich nach der Einnahme Ravennas nicht zum Augustus ausrufen. Dennoch erweckte dieser Vorgang den Argwohn Justinians, der seinen Generälen ohnehin nie recht traute. 541/42 brach der Krieg in Italien erneut aus, 549 wurde Belisar abberufen und durch seinen Konkurrenten Narses ersetzt. Zeitweilig konnten die Oströmer nur Ravenna behaupten, während die Goten unter König Totila wieder fast ganz Italien kontrollierten; erst 552 unterlagen sie Narses. Nun erlangte Ravenna als Vorposten des Oströmischen Reiches in Italien erneut Bedeutung, die Stadt wurde bald nach dem Einfall der Langobarden (568) Hauptstadt des Exarchats von Ravenna.

Aus dieser Zeit des Umbruchs von der Antike zum Mittelalter (siehe vor allem Spätantike) findet man in Ravenna heute noch zahlreiche bedeutende Bauwerke, die oft noch den originalen Mosaikenschmuck des 5. bis 7. Jahrhunderts zeigen und die inzwischen von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden. Sie sind vor allem deshalb einzigartig, weil im Kerngebiet des Oströmischen Reiches fast alle derartigen Mosaiken später dem Bilderstreit zum Opfer fielen.

Kaiser Justinian I., Mosaikdetail aus der Basilika San Vitale (6. Jahrhundert).

Mittelalter

751 eroberte der Langobardenkönig Aistulf die Stadt, womit das Exarchat von Ravenna endete. Im Vertrag von Quierzy (754) versprach Pippin der Jüngere, das ehemals byzantinische Exarchat von Ravenna dem Papst zu übergeben (Pippinische Schenkung); im Gegenzug legitimierte Papst Stephan II. die Karolinger als neues Königsgeschlecht des Frankenreichs. Schon 755 ereilte den fränkischen König die Bitte, dem Vertrag durch Taten zur Erfüllung zu verhelfen. Bis zu seinem Tode führte Pippin zwei erfolgreiche Feldzüge gegen die Langobarden und schenkte dem Papst die eroberten Gebiete. Er gilt so als Begründer des Kirchenstaates, zu dem auch Ravenna gehörte. Damit gelangte auch der Bischofssitz von Ravenna endgültig unter die päpstliche Oberhoheit. Denn zur Zeit des Papstes Vitalian entzog 666 der oströmische Kaiser Konstans II. die Kirche von Ravenna der Oberhoheit von Rom und machte sie zu einer in sich selbständigen Kirche. Das daraus folgende Schisma wurde unter Papst Donus und seinem Nachfolger Agatho wieder beseitigt, aber in der Folge hatten sich die ravennatischen Bischöfe als Patriarchen einer Hauptstadt immer wieder als weitgehend gleichberechtigt gesehen.

Um das Jahr 951 wurde in Ravenna der heilige Gründer der Kamaldulenser Romuald geboren, der später großen Einfluss auf Kaiser Otto III. gewinnen sollte.

967 hielt in Ravenna Kaiser Otto I. einen Reichstag ab. Auf Vorschlag des Kaisers genehmigte der gleichzeitig eine Synode versammelnde Papst Johannes XIII. die Errichtung der drei fortan zum Metropolitanverband des Erzbistums Magdeburg gehörenden Bistümer Meißen, Merseburg und Zeitz (später Naumburg (Saale)). 1231 hielt Kaiser Friedrich II. in Ravenna einen Reichstag ab, auf dem er die bereits von Friedrich I. vorgenommene Belehnung der brandenburgischen Askanier mit Pommern einschließlich Pommerellens erneuerte.

Später führte Ravenna den zu einer autonomen Republik wachsenden Städtebund, zu dem Ancona, Fano, Pesaro, Senigallia und Rimini gehörten und war bereits im 11. Jahrhundert Sitz einer bedeutenden Rechtsschule. Seit 1275 herrschte die Familie da Polenta in Ravenna.

Dante Alighieri vollendete in Ravenna die 1307 begonnene Göttliche Komödie, die wie kaum ein anderes Werk die europäische Literatur beeinflusste, und starb kurz darauf am 14. September 1321. Nachdem vor einiger Zeit seine Gebeine wiedergefunden worden sind, errichtete man ihm in Ravenna ein neues Grabmal.

Eingang zum Grabmal Dantes
Datei:Ravenna1907.jpg
Stadtplan von Ravenna um 1907. Das Planquadrat H1 zeigt die Lage des Mausoleums Theoderichs, das seinerzeit als Kapelle S. Maria Rotonda genutzt wurde. Nach dem Ende der Monarchie wurde die Piazza Vitt. Emanuele (D4) in Piazza del Popolo umbenannt. Der Corso Giuseppe Garibaldi (E3, F6) heißt heute Via di Roma. Die Straßenbahn, die früher auf dieser Straße fuhr, ist ganz abgeschafft. Das Hippodrom (G6) ist einer öffentlichen Parkanlage gewichen. Der sogenannte ‚Palast des Theoderich‘ (F5) wird auch als Palazzo di Calchi bezeichnet und stammt aus dem 7. bis 8. Jahrhundert, also aus einer späteren Zeit. Das Areal, auf dem sich die Residenz Theoderichs befand, lag dahinter (G4, G5), ist heute jedoch bebaut.
Zitadelle Brancaleone

Neuzeit

1441 bis 1509 war Ravenna in der Hand Venedigs, wonach es durch die Liga von Cambrai in die Hände des Papstes gelangte. Die Venezianer erbauten in der Stadt die Festungsanlage Brancaleone, deren Ruine heute eine geräumige Parkanlage und ein Freilicht-Theater beherbergt. Durch den Frieden von Tolentino 1797 kam Ravenna vorübergehend unter französische Herrschaft. Durch den Wiener Kongress 1815 kam es wieder zum Kirchenstaat, zu dem es dann bis 1860 gehörte. Seit 1861 gehört Ravenna zu Italien. 1951 erhielt die Stadt die Medaglia d'oro al valor militare für ihre Verdienste im Zweiten Weltkrieg. Ravenna ist heute durch Grundwasserversalzung und die Überflutung von Landflächen durch Meerwasser sowie durch Erdbeben (zuletzt im Mai 2012) gefährdet.

Stadtteile

  • Ammonite
  • Borgo Masotti
  • Borgo Montone
  • Borgo Faina
  • Camerlona
  • Campiano
  • Carraie
  • Primaro
  • Casemurate
  • Castiglione di Ravenna
  • Classe
  • Coccolia
  • Conventello
  • Filetto
  • Fornace Zarattini
  • Fosso Ghiaia
  • Gambellara
  • Ghibullo
  • Grattacoppa
  • Lido di Magnavacca
  • Lido Adriano
  • Lido di Classe
  • Lido di Dante
  • Lido di Savio
  • Longana
  • Madonna dell’Albero
  • Mandriole
  • Marina di Ravenna
  • Marina Romea
  • Mezzano
  • Mirabilandia
  • Osteria
  • Pialassa Baiona
  • Pialassa Piombone
  • Piangipane
  • Pilastro
  • Pineta San Vitale
  • Ponte nuovo
  • Porto Corsini
  • Porto Fuori
  • Punta Marina Terme
  • Ragone
  • Roncalceci
  • San Michele
  • San Pietro in Campiano
  • San Pietro in Trento
  • San Pietro in Vincoli
  • San Romualdo
  • Sant'Alberto
  • Sant'Antonio
  • Santerno
  • San Bartolo
  • San Zaccaria
  • Santo Stefano
  • Savarna
  • Savio
  • Torri

Partnerstädte

Ravenna ist durch Städtepartnerschaften verbunden mit[2]

  • Speyer (Deutschland), seit 1989
  • Chichester (Vereinigtes Königreich)
  • Chartres (Frankreich)

Wirtschaft und Infrastruktur

Blick durch die geöffnete Innenpforte der städtischen Markthalle, von der Vorhalle aus
Via Cavour, eine beliebte Einkaufsstraße im historischen Zentrum

Fremdenverkehr ist ein bedeutender Erwerbszweig. Die am Meer liegenden Badeorte Lido di Ravenna, Marina di Ravenna, Lido di Classe usw. verfügen über zahlreiche Campingplätze, Ferienhäuser und Hotels, aber auch weitläufige Naturschutzgebiete. Am Lido di Dante gibt es auch einen ausgedehnten FKK-Strand.

Bei Ravenna befindet sich aber auch eine Erdölraffinerie und ein bedeutendes Industriegebiet der Chemie- und Energiebranche. Weitere wichtige Industriezweige sind die Schuh-, Bekleidungs- und Nahrungsmittelindustrie.

Kunsthandwerk

Mosaik-Erzeugnisse sind das Aushängeschild des heimischen Kunsthandwerks. Byzantinische Meister brachten die Ausdruckskraft der schillernden Mosaiken zur künstlerischen Vollendung. Die Tradition des Mosaiklegens lebt in der Stadt weiter und wird in zahlreichen Mosaik-Werkstätten gepflegt und in Ausbildungskursen an Schulen gelehrt. Im Sommer können Interessenten an Mosaik-Kursen im nahegelegenen Adriastrandbad Lido Adriano teilnehmen.

Eine weitere künstlerische Tätigkeit, die in Ravenna verbreitet ist, ist die byzantinische Stickerei (oder byzantinische Verzierung). Sie ist orientalischen Ursprungs und diente ursprünglich ausschließlich der Verzierung von Messgewändern. Die Muster der Stickereien werden den klassischen Mosaik-Ornamenten, den Basreliefs und den klassischen Marmor-Ornamenten entnommen. Es wird Stickereigarn verwendet, dessen Farbtöne den Mosaiken angepasst sind.

Sehenswürdigkeiten

Kirche San Vitale (6. Jahrhundert), vom Mausoleum der Galla Placidia aus gesehen
Der Dom von Ravenna
Das Grabmal Theoderichs im Theoderich-Park (Parco di Teodorico)

Von besonderer kunsthistorischer Bedeutung sind Ravennas frühchristliche Kirchen, Taufkapellen, Mausoleen und Mosaiken. Acht Gebäude aus dem 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. wurden 1996 in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen.

Bauwerke des UNESCO-Weltkulturerbes

  • San Vitale (6. Jahrhundert)
  • Mausoleum der Galla Placidia (5. Jahrhundert); ein innen mit Mosaiken verziertes Mausoleum, das die Kaiserin Galla Placidia 425 n. Chr. für sich hatte erbauen lassen, das ihren Leichnam jedoch wohl nie beherbergte, da sie 450 in Rom verstarb und dort wahrscheinlich auch beerdigt wurde.
  • Sant’Apollinare Nuovo (6. Jahrhundert); die ehemalige arianische Hofkirche Theoderichs, die von ihm erbaut worden war und die sich unmittelbar neben seinem Palast befand.
  • Mausoleum des Theoderich, mit einem Natursteindach von rund elf Metern Durchmesser und einem Meter Dicke, das aus einem einzigen, aus Istrien stammenden Monolithen herausgemeißelt wurde.
  • Baptisterium der Arianer (6. Jahrhundert)
  • Baptisterium der Orthodoxen (5. Jahrhundert), nördlich des Doms, auch Neonische Taufkapelle genannt, gilt unter den achteckigen antiken Bauwerken Ravennas als das älteste.
  • Bischofskapelle (Ravenna) (6. Jahrhundert), auch Oratorium des hl. Andreas genannt, südlich des Doms im Erzbischöflichen Palast gelegen und über das Erzbischöfliche Museum erreichbar.
  • Sant’Apollinare in Classe

Kirchen

  • S. Croce
  • S. Maria Maggiore (5. Jahrhundert)
  • S. Eufemia (1742–1747), der Innenraum ist mit Malereien aus den 18. Jahrhundert verziert.
  • S. Giovanni Battista
  • Spirito Santo (5. bis 6. und 16. Jahrhundert), war unter dem (griechisch-byzantinischen) Namen Hagia Anastasis (deutsch Auferstehungskirche) zur Zeit Theoderichs des Großen die Hauptkirche der Arianer in Ravenna.
  • S. Maria del Suffragio
  • Dom (Duomo) (1734); im Dom befinden sich die Kanzel des Bischofs Agnellus (6. Jahrhundert), Sarkophage aus dem 5. Jahrhundert und eine Krypta aus dem 10. Jahrhundert.
  • S. Francesco (5., 9. und 12. Jahrhundert)
  • S. Agata Maggiore (5. Jahrhundert)
  • S. Giovanni Evangelista (5. Jahrhundert)
  • S. Maria in Porto (1553–1606)
  • Sant’Apollinare Nuovo

Museen

  • Städtisches Kunstmuseum und Gemeinde-Pinakothek (MAR - Museo d’Arte della città e Pinacoteca Comunale, Homepage (ital.) hier online); Lombardische Loggia (1508).
  • Nationalmuseum (Museo Nazionale, Via Fiandrini, Sammlungen der römischen, frühchristlichen, byzantinischen und mittelalterlichen Epochen, Homepage (ital.) hier online).
  • Erzbischöfliches Museum, Piazza Arcivescovado; unter den Exponaten der Bischofsstuhl des Bischofs Maximianus (546-552), ein Meisterwerk der frühbyzantinischen Elfenbeinschnitzerei aus dem 6. Jahrhundert, das Kaiser Otto III. von dem venezianischen Dogen Orseolo II. geschenkt erhalten und das er im Jahr 1001 nach Ravenna mitgebracht und der Kirche gestiftet hatte.
  • Sogenannter Palast Theoderichs, Gebäude des 8. Jahrhunderts mit einem Ausstellungsraum im Obergeschoss, in dem Fragmente von Fußbodenmosaiken gezeigt werden, die im Palastgelände freigelegt wurden. Eintritt frei (2009).
  • Domus dei Tappeti di Pietra (Via Barbiani, Zugang durch die Kapelle S. Eufemia)
  • Dante-Museum und Grabmal Dantes (Museo Dantesco e Tomba di Dante, wegen Restaurationsarbeiten ist das Museum derzeit bis 2011 geschlossen)
  • Gebäudekomplex S. Nicolò (Complesso di San Nicolò, Via Rondinelli 6); die einschiffige geräumige ehemalige Kirche S. Nicolò, die in der Vergangenheit zuletzt als militärische Reithalle (Cavallarizza) genutzt wurde, dient heute als Ausstellungshalle.
  • Historische Bibliothek von Classe (Museo del Risorgimento presso la Biblioteca Classense, 16. Jahrhundert, Homepage (ital.) hier online.)
  • Städtisches naturwissenschaftliches Museum ‚A. Brandolini‘ (NatuRa - Museo Ravennate di Scienze Naturali ’A. Brandolini‘. Homepage (ital.) hier online.)
  • S. Maria delle Croci, Via Guaccimanni

Sonstige Sehenswürdigkeiten

Sankt Apollinaris (links) und Sankt Vitalis auf venezianischen Säulen, auf der Piazza del Popolo
Eine der vier Säulen am Venezianischen Palast, die am oberen Rand ihres Kapitells das Monogramm Theoderichs zeigen
Ravennas schiefer Stadtturm Torre comunale e Sala d’Attorre (12. Jahrhundert)
  • Piazza del Popolo, der zentrale Platz im Zentrum, mit dem Palazzetto Veneziano (Venezianischer Palast, 15. Jahrhundert), dessen Kapitelle das Monogramm Theoderichs zeigen. Sie könnten von der von den Venezianern abgerissenen, arianischen Andreaskirche stammen, die die Goten in ihrer Vorstadt erbaut hatten. In dem Palazzo ist heute das Rathaus untergebracht. Die zwei venezianischen Säulen vor dem Gebäude tragen die Schutzheiligen Ravennas: Apollinaris und Vitalis. Dem Hl. Vitalis wurde 547 die Basilika San Vitale geweiht.
  • Alghieri-Theater (Teatro Alghieri)
  • Oriani-Bibliothek (Biblioteca Orioani)
  • Haus der Marionetten (Casa delle Marionette, Vicolo Padenna 4/a)
  • Provinzpalast (Palazzo della Provincia)
  • Stadtzentrum S. Domenico (Urban Center San Domenico, Via Cavour), als Ausstellungshalle genutzte ehemalige Kirche im Stadtzentrum
  • Palast der Künste und des Sports "De Andrè" (Palazzo delle Arti e dello Sport „De Andrè“)
  • Haus der Kriegsversehrten und Mosaiken-Saal (Casa del Mutilato, Piazza J. F. Kennedy).
  • Almagià, Via Magazzini Posteriori
  • Markthalle (Mercato Coperto, in Stadtmitte)
  • Rasi-Theater (Teatro Rasi)
  • Puppenmuseum (Picolo Museo delle Bambole, Via M. Fantuzzi 4)
  • Stadtturm (Torre comunale e Sala d’Attorre, 12. Jahrhundert, Via P. Costa). Er steht schief und steckt in einem Baustahl-Korsett, das seine Statik verbessert
  • Stadttore
    • Porto Serrata
    • Porto Adriana
    • Porto Gaza
    • Porto S. Mam
    • Porto Sisi
    • Portonaccio
    • Porto Nuova
  • Im Palazzo Rasponi delle Teste (17.–18. Jahrhundert) ist eine Außenstelle der Universität Bologna untergebracht.
  • Der Palazzo Rasponi Murat (15.–16. Jahrhundert) ist seit dem 16. Jahrhundert im Privatbesitz der Familie Spalletti.
  • Das Planetarium befindet sich in der öffentlichen Parkanlage südlich des Bahnhofsvorplatzes.
  • Theoderich-Park (Parco di Teodorico)
  • Die Zitadelle Brancaleone (Rocca Brancaleone), in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts durch die Venezianer erbaut, liegt nördlich des Bahnhofsvorplatzes. In den Ruinen befindet sich heute ein Freilicht-Theater und eine Parkanlage.
  • Im Friedenspark (Parco delle Pace) ist eine Ausstellung moderner Mosaiken zeitgenössischer Künstler zu sehen
  • Der Springbrunnen Andrea Purpurea (Fontana Andrea Purpurea, Piazza della Resistanza) ist eine elegante Kreation moderner Gestaltungskunst.

Weitere Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

  • Archäologische Zone von Classe (Parco Archeologico di Classe), unweit der Kirche Sant’Apollinare in Classe
  • Museum für mechanische Musikinstrumente, 10 Kilometer südlich an der Straße in Richtung Cesena
  • Museum für moderne Inneneinrichtung, 9 Kilometer westlich, entlang Via Maggiore und Via Faentina an der Straße in Richtung Bologna
  • Franzosensäule, 5 Kilometer südlich an der Straße in Richtung Forli; erinnert an die Schlacht zwischen Spaniern und Franzosen im Jahr 1512, errichtet im Jahr 1557 im Ort Madonna dell'Abero
  • Garibaldi-Hütte (Capanno Garibaldi, 1810), 8 Kilometer nordöstlich an der Straße in Richtung Marina Romea und Porto Corsini; eine Fischerhütte von historischer Bedeutung, in der der italienische Staatsgründer Giuseppe Garibaldi Unterschlupf gefunden hatte
  • Römische Villa in Russi (Villa romana di Russi), Via Fiumazzo - Russi (Ra.), ca. 16 km in Richtung Bologna

Verkehr

Der Bahnhof von Ravenna liegt unweit des Hafens. An der Bahnstation von Ravenna treffen sich die Eisenbahnlinien Ferrara-Rimini und die Nebenbahn von Castel Bolognese. Zwischen 1883 und 1929 gab es eine direkte Verbindung mit einer Dampfstraßenbahn nach Forli.

Der Flughafen von Forlì ist 27 Kilometer entfernt. Darüber hinaus besitzt Ravenna einen kleinen Lokalflughafen.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Giuseppe Garibaldi (1807–1882), politischer Aktivist
  • Friedrich Wilhelm Deichmann (1909–1993), Christlicher Archäologe
  • André Frossard (1915–1995), Autor
  • Mia Čaušević[3] (*1986)
  • Riccardo Muti (* 1941), Dirigent
  • Roberto Saviano[4] (* 1979), Schriftsteller
  • Tonino Guerra[5] (1920–2012), Poet

In Ravenna geborene Persönlichkeiten

  • Valentinian III. (419−455), Weströmischer Kaiser
  • Petrus Damiani (um 1006–1072), Geistlicher
  • Petrus von Ravenna (um 1448–1508), Rechtswissenschaftler
  • Marco Dente (um 1490–1527), Kupferstecher
  • Barbara Longhi (1552–1632), Ikonenmalerin der Gegenreformation
  • Giuseppe Pasolini (1815–1876), Politiker
  • Romolo Gessi (1829–1881), Afrikareisender
  • Bartolomeo Ortolani (1839–1908), Bischof
  • Pellegrino Matteucci (1850–1881), Afrikareisender
  • Giuseppe Vitali (1875–1932), Mathematiker
  • Ettore Muti (1902–1943), Faschist und Militär
  • Arrigo Boldrini (1915–2008), Politiker
  • Franco Manzecchi (1931–1979), Jazz-Schlagzeuger
  • Raul Gardini (1933-1993), Unternehmer
  • Guido Gagliardi (1937–1996), Schauspieler
  • Giuliano Bernardi (1939–1977), Opernsänger
  • Amerigo Alberani (* 1942), Schauspieler und Filmregisseur
  • Davide Tardozzi (* 1959), Motorradrennfahrer
  • Paolo Cottignola (* 1960), Cutter
  • Carlo Simionato (* 1961), Sprinter
  • Amedeo Sebastiani (* 1962), Radio- und Fernsehmoderator
  • Enrico Onofri (* 1967), Violinist und Dirigent
  • Andrea Collinelli (* 1969), Radsportler
  • Fabio Fabiani (* 1974), Autorennfahrer
  • Daniela Gattelli (* 1975), Beachvolleyballspielerin
  • Claudio Rivalta (* 1978), Fußballspieler
  • Marco Melandri (* 1982), Motorradrennfahrer
  • Gionata Mingozzi (1984–2008), Fußballspieler

Siehe auch

  • Liste der Erzbischöfe von Ravenna
  • Liste der Exarchen von Italien

Literatur

  • Friedrich Wilhelm Deichmann: Ravenna. Hauptstadt des spätantiken Abendlandes. Bd. 1: Geschichte und Monumente (1969). Bd. 2: Kommentar, Teil 1 (1974). Teil 2 (1976). Teil 3: Geschichte, Topographie, Kunst und Kultur, Indices zum Gesamtwerk (1989). Plananhang (1976). Bd. 3: Frühchristliche Bauten und Mosaiken von Ravenna (1958) [Tafelband]
  • Deborah Mauskopf Deliyannis: Ravenna in Late Antiquity. Cambridge 2010.

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Ravenna – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 <Lang> Commons: Ravenna – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2011.
  2. Website der Stadt
  3. Ravenna - Manutenzioni di Hera, ecco dove mancherà l&#146;acqua. In: Il Resto Del Carlino. 14. Juli 2008. Abgerufen am 27. April 2012.
  4. Ravenna - Cittadinanza onoraria a Saviano Il Consiglio approva all'unanimità. In: Il Resto Del Carlino. 22. Dezember 2009. Abgerufen am 27. April 2012.
  5. http://www.ilrestodelcarlino.it/ravenna/cronaca/2012/03/21/684818-tonino_guerra_cittadino_onorario_ravenna.shtml

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04.08.2020
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Ein Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus sechs Ländern hat in Madagaskar eine neue Mausmaki-Art entdeckt. Das Forscherte...
31.07.2020
Bisher älteste Bissspuren von Säugetieren auf Dinosaurierknochen entdeckt
Forschungsteam der Universität Tübingen belegt, dass kleine Säuger aus dem Nordwesten Chinas vor 160 Millionen Jahren Aas nicht verschmähten.
30.07.2020
Wie die Landwirtschaft ins Ammertal einzog
Forschungsprojekt erstellt geoarchäologisches Archiv der ersten Mensch-Umwelt Interaktionen in Tübinger Region: Landschaft wandelte sich vom Feuchtg...
30.07.2020
55 Millionen Jahre altes Skelett einer Eule
Senckenberg-Wissenschaftler Gerald Mayr hat mit Kollegen aus Belgien und den USA eine neue fossile Eulenart beschrieben. Das Skelett von Primoptynx po...
25.07.2020
Kluge Köpfe entwickeln geschickte Hände
Affenarten mit grossen Gehirnen beherrschen schwierigere Handgriffe als solche mit kleinen Hirnen. Doch das Erlernen feinmotorischer Fähigkeiten wie ...
25.07.2020
Neandertaler besaßen niedrigere Schmerzschwelle
Schmerz wird durch spezielle Nervenzellen übertragen, die aktiviert werden, wenn potenziell schädliche Einflüsse auf verschiedene Teile unseres Kö...
20.07.2020
Werkzeug-Satz aus Elfenbein
Meißel aus Mammutstoßzähnen wurden vor 38.000 Jahren multifunktional eingesetzt – Archäologen der Universität Tübingen präsentieren im Urgesc...
16.07.2020
Schwanz wog zweieinhalb Tonnen
Ein Forscherteam unter der Leitung von Verónica Díez Díaz, Postdoktorandin an der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Museum für Naturkunde Be...