Hadrianswall


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Hadrianswall
Alternativname vallum aelium
Limes Britannien
Datierung (Belegung) 2. bis 5. Jahrhundert n. Chr.
Typ Sperrwerk mit Zwischentürmen,
Meilenkastellen und
Grabensystem
Einheit a) Auxilia,
b) Limitanei
Größe Länge: 113 km,
Breite: 2,5–3 m,
Höhe: 5 m
Bauweise a) Holz-Torf-Konstruktion,
b) Steinbauweise
Erhaltungszustand oberirdisch noch in weiten Teilen sichtbar
Ort Cumbria/Northumberland
Geographische Lage 55° 0′ 44″ N, 2° 20′ 21″ W55.012222222222-2.3391666666667Koordinaten: 55° 0′ 44″ N, 2° 20′ 21″ W
Wallanlagen und Kastelle in Nordbritannien (155 n. Chr.)
Wegweiser am Hadrianswall-Path bei Burgh by Sands
Datei:032 Hadrian.jpg
Münzporträt des Hadrian
Datei:Hadrian British Museum.jpg.JPG
Replik des Kopfes einer bronzenen Statue des Hadrian (gefunden in der Themse), die vermutlich um 122 n. Chr. anlässlich seines Besuches in Britannien aufgestellt wurde; Sie wurde wahrscheinlich im 4. oder 5. Jhdt. zerstört und danach in den Fluss geworfen (London, British Museum)
Schüssel aus Staffordshire/Moorlands, auf ihr werden neben einigen Kastellen im Westsektor des Walls auch sein antiker Name, Val[l]i Aeli, genannt
Datei:Rudge cup färbig.jpg
Rekonstruktionsversuch der Rudge Cup, die vermutlich eine schematische Darstellung des Walls zeigt
Schnitt durch die Sperranlagen des Hadrianswalles
Datei:Vallum tor benwell.jpg
Vallum Tor bei Benwell, diese Tore konnten nur von den Kastellbesatzungen geöffnet werden
Der Wall nahe Birdoswald; die Mauer wird von Zeit zu Zeit mit Chemikalien besprüht, um unerwünschten Pflanzenbewuchs zu verhindern
Südlich der Turmstelle 39b wird die ursprüngliche Breite der Limesmauer sichtbar.
Der Hadrianswall in der Nähe von Greenhead
Die Lagertherme des Kastells Chesters
Die Überreste des Hadrianswalles nahe Greenhead
Teil des von John Clayton restaurierten Wallabschnitts beim Kastell Housesteads; Clayton (1792–1890), Stadtschreiber von Newcastle u. T., machte sich besonders um den Erhalt des Mittelteiles der Anlage verdient, indem er begann, stückweise das Land rund um den Wall aufzukaufen, um so den Steinraub zu unterbinden
Die Ruinen der befestigten Stadt Corbridge/Corstopidum an der Kreuzung des Stanegate mit der Dere-Straße; diese Stadt war ein wichtiger Versorgungsstützpunkt für den Hadrians- und Antoninuswall
Reste des Walls bei Denton Hall
Der Graben nahe dem Meilenkastell 42 vom Westen aus gesehen
Die zweiphasig ausgebaute steinerne Mannschaftstoilette nahe dem südöstlichen Eckturm des Kastells Housesteads
Getreidespeicher im Kastell Housesteads
Ansicht des Walles bei Housesteads, Northumberland
Datei:MK 48 Poltross Burn.jpg
Die Reste des Meilenkastells 48, Poltross Burn, Blick aus nördlicher Richtung
Rekonstruktion des Westtores von Kastell Arbeia (South Shields)
Rekonstruierter Wachturm des Walls beim Kastell Vindolanda, Blick aus Norden
Standardplan eines Holz-Torf-Turmes
Standardplan eines Steinturmes
Umrissplan Langachsentyp
Umrissplan Kurzachsentyp
Umrissplan Torf-Erde-Meilenkastell
Rekonstruierte Kaserne und Kommandantenhaus in South Shields
Ausgrabungen im Kastell Segedunum (Wallsend)
Sycamore Gap: der Abschnitt des Walles zwischen zwei Erhebungen westlich des Meilenkastelles 38
Meilenkastell 37 westlich von Housesteads; Blick zum Nordtor
Die Ruine des Meilenkastelles 34 (Castle Nick) im Mittelteil des Walles
Überreste eines Pfeilers der Brücke bei Chesters

Der Hadrianswall (antiker lat. Name Vallum Aelium) war ein römisches Grenzbefestigungssystem, das zwischen Newcastle und Solway Firth, nahe der heutigen Grenze zwischen Schottland und England in Großbritannien, angelegt war. Es wurde zwischen 122 und 128 n. Chr. auf Anordnung Kaiser Hadrians (76–138) erbaut, nachdem dieser auch die nördlichen Grenzen im Rahmen seiner Inspektionsreise durch alle Provinzen des Reichs besucht hatte. Der Wall erstreckte sich auf einer Länge von rund 113 Kilometern, sollte den Grenzverkehr überwachen und Überfälle sowie die unkontrollierte Einwanderung schottischer und irischer Stämme auf das Gebiet der Provinz Britannia verhindern. In ihrem östlichen Teil bestand die Anlage aus einer bis zu 4,5 Meter hohen Steinmauer, im westlichen Teil aus einem Erdwall. Zu ihrer Absicherung wurden ein Grabensystem sowie 320 Türme, 17 Kastelle und 80 Tore errichtet.

Der Hadrianswall führt noch heute eindrucksvoll vor Augen, wie Roms Grenzbefestigungen einst die Landschaft prägten. Er war Ergebnis einer neuen Außenpolitik und Limesorganisation, die unter Hadrian ihre endgültige Gestalt annahm. Rom hatte unter seiner Herrschaft den Zenit seiner Macht bereits überschritten und begann sich innerhalb seiner etablierten Grenzen zu verschanzen. Der Wall war bis zur Regierungszeit des Antoninus Pius, auf dessen Veranlassung an der Schwelle zum schottischen Hochland ein neues Holz-Torf-Wallsystem („Antoninuswall“) gebaut wurde, die nördlichste Grenzzone des römischen Reiches. Diese Erweiterung konnte jedoch nicht lange aufrechterhalten werden (etwa von 141 n. Chr. bis 180 n. Chr.). Der Hadrianswall und dessen Kastelle wurden nach Aufgabe des Antoninuswalles erneut zur Sicherung der Grenze genutzt.

Große Teile des Walles existieren noch heute, vor allem im landschaftlich eindrucksvollsten mittleren Abschnitt. Das Baudenkmal ist heute eines der bekanntesten Touristenattraktionen Nordenglands und wurde 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Man kann es gut auf dem sogenannten Hadrianswall-Path/National-Trail erwandern und dabei alle relevanten archäologischen Stätten besuchen. Größtenteils auf einer Hochfläche angelegt, hat man von ihm aus einen guten Ausblick über das Umland.

Lage und Topographie

Die Mauer erstreckte sich über 113 Kilometer von Osten bei Kastell Arbeia (South Shields) an der Nordsee, wo sie acht Kilometer im Landesinnern aus dem Fluss Tyne heraus „auf Land geht“, über Segedunum (heute Wallsend), Condercum (heute Benwell), Pons Aelius (heute Newcastle upon Tyne), Corstopitum (heute Corbridge), Luguvalium (heute Carlisle) bis zu ihrem westlichsten Ende, am Kastell Maia (heute Bowness-on-Solway), wo sie in den Solway Firth lief, einen Fjord, der in 30 km Entfernung in die offene Irische See mündet. Alle nördlich einer wichtigen römischen Militärstraße gelegen, dem sogenannten Stanegate, zwischen Carlisle und Corbridge, der sich mit der Dere Street, die nach Schottland führte, kreuzte. Von Wallsend aus bildete dann die Mündung des Tyne eine natürliche Grenze bis zur Ostküste. Der Wall schließt den Isthmus zwischen der Mündung des Tyne und dem Solway Firth und verbindet über das zentrale Hügeleland der Pennines das Gebirge im Westen der Insel mit den östlichen Höhen. Das Wallterrain liegt durchschnittlich 150 Meter über dem Meeresspiegel und erreicht bei Whin Sill seine höchste Erhebung (680 Meter). Dieses Gebiet wurde bereits vor Ankunft der Römer landwirtschaftlich intensiv genutzt. Die Landenge war ideal für die Errichtung eines Sperrwerkes, dies auch deshalb, da in Britannien natürliche Grenzenmarkierungen wie zum Beispiel Flüsse fehlten.

Verlauf

Die Trasse auf der nördlichen Seite der Flusstäler von Tyne, Irthing und Eden war den Römern schon seit den Feldzügen des Agricola im 1. Jahrhundert bekannt. Hier verlief in der Talsohle auch die durch Kastelle und Wachtürme gesicherte Militärstraße des Stanegate, die seit 105 n. Chr. die nördliche Grenze in Britannien markierte. Von Osten zieht sich der Wall von Newcastle upon Tyne nach Chesters und begann von dort über seinen nördlichsten Punkt, Limestone Corner, zu den Whin Sills anzusteigen, von wo man aus einen guten Blick auf das Umland hat. Diese aus vulkanischen Gestein bestehenden Klippen fallen dann steil zu den Craigs ab. Bei Willowford erreicht der Wall den Irthing und hält sich nun eng an dessen Nordufer. Westlich von Carlisle erreicht die Mauer das Marschland des Solway wo sie zwischen Burgh-by-Sands und Bowness-on-Solway auf einer knapp über der Hochwassermarke liegenden Linie verläuft. Nach Bowness setzt sich die Grenze entlang der Küste von Cumbria fort, die durch eine Reihe von Lagern gesichert wurde (sog. Cumberland-Coast-System).[1]

Historischer Hintergrund

Obwohl sie fast 400 Jahre über Britannien herrschten, gelang es den Römern nicht die Kontrolle über die ganze Insel zu erringen. Kaiser Claudius und seine Nachfolger konnten nur den Süden und Osten weitgehend „romanisieren“. Den wilden und unruhigen Stämmen des Nordens hingegen war auf Dauer allein mit militärischen Mitteln nicht beizukommen, das Land war klimatisch wesentlich rauer als der Süden, die Versorgungsrouten länger und der wirtschaftliche Ertrag dieser Region für die Römer letztendlich viel zu gering, um Kosten und Aufwand einer größeren Besatzungsarmee auszugleichen. Unter Kaiser Domitian zog sich die römische Armee wieder aus den Stützpunkten in Schottland zurück und legte die Grenze – in ungefähr gleicher Höhe wie der spätere Wall – zunächst am Stanegate fest. Gleichzeitig verstärkte man unter Trajan die Stanegatelinie mit neuen Kastellen und sicherte so vorerst die neue Nordgrenze provisorisch ab.

Auch zu Beginn der Herrschaft Hadrians war Britannien noch immer weit davon entfernt, eine vollkommen befriedete Provinz zu sein. Münzemissionen dieser Zeit weisen Britannien als in „ständiger Verteidigung stehend“ aus, ein Hinweis, der auch von archäologischen Beweisen gestützt wird. 122 besuchte Hadrian, im Zuge einer Inspektionsreise durch die westlichen Provinzen, auch Britannien:

„Ergo conversis regio more militibus Britanniam petiit, in qua multa correxit murumque per octoginta milia passuum primus duxit, qui barbaros Romanosque divideret.“

„Hadrian begab sich nach Britannien; auch hier ordnete er viele Verbesserungen an. Er errichtete eine Mauer von über 80 Meilen Länge, um die Römer von den Barbaren zu trennen.“[2]

Nach Hadrians Tod (138) ließ sein Nachfolger Antoninus Pius aber die Grenztruppen vom gerade erst fertiggestellten Hadrianswall 160 Kilometer weiter nach Norden verlegen, wo sie an der wesentlich kürzeren Linie Firth of Forth – Clyde mit dem Bau einer neuen Grenzsperre, dem Antoninuswall, begannen.

Der neuerliche Rückzug auf den Hadrianswall

Dennoch misslang die Unterwerfung der in den Lowlands lebenden Stämme und Kaiser Marcus Aurelius ordnete 20 Jahre später an, den Antoninuswall aufzugeben und die Truppen wieder zurück an den Hadrianswall zu verlegen. Einige Kastelle in seinem Vorfeld, wie High Rochester, blieben jedoch weiter besetzt, um damit zu demonstrieren, dass die Römer sich nicht vollends zurückgezogen und das Gebiet den südschottischen Stämmen überlassen hatten. Der Hadrianswall war nie völlig aufgegeben worden (lediglich einige Tore scheinen entfernt worden zu sein), ab 164 wurde er wieder in Vollbetrieb genommen; einige Reparaturarbeiten können sogar schon auf das Jahr 158 datiert werden. Dies alles geschah unter dem Statthalter Calpurnius Agricola, der in Inschriften aus den Kastellen Carvoran und Stanwix erwähnt wird. Wenn zu diesem Zeitpunkt noch Teile des Torfwalles im Westsektor gestanden hatten, müssen sie damals ebenfalls durch eine Steinmauer ersetzt worden sein, um u. a. auch den Schmuggel wirksam zu unterbinden, denn dies – und nicht die Verteidigung gegen organisierte Angreifer – war die eigentliche Aufgabe der Wallbesatzung.

Trotzdem konnte die römische Armee im Norden nur einen instabilen Frieden aufrechterhalten. Cassius Dio erwähnt so auch für die Regierungszeit des Commodus (180–192) Kämpfe mit den nördlichen Stämmen:

„Commodus musste auch einige Kriege mit den Barbaren jenseits von Dakien führen, wobei Albinus und Niger, die späteren Gegner des Kaisers Severus, sich Ruhm erwarben. Größte Bedeutung aber hatte sein Krieg in Britannien. Die Stämme auf der Insel überschritten nämlich die Mauer, die sie von den römischen Heerlagern trennte, begingen zahlreiche Gewalttaten und machten einen Feldherrn mitsamt seinen Leuten nieder.“[3]

Einige Kastelle, wie Blatobulgium (Birrens) und Haltonchesters, wurden im Zuge der Kampfhandlungen zerstört. Cassius Dio berichtet weiter, dass einer der beiden Wälle in diesen Auseinandersetzungen eine wichtige Rolle spielte; welcher dies genau war, bleibt jedoch im Dunkeln. Man nimmt an, dass es sich hier um den Hadrianswall gehandelt haben dürfte, vielleicht in Verbindung mit dem damals schon weitgehend aufgegebenen Antoninuswall. Wie auch immer, die Stammesunruhen wurden offensichtlich niedergeschlagen, da eine Münzprägung aus dem Jahr 184 n. Chr. einen „Sieg in Britannien“ (Victoria Britannica) verherrlicht. Nach Ansicht vieler Forscher wurden in diesem Zusammenhang endgültig die letzten Besatzungen vom Antoninuswall abgezogen.

Das Zeitalter der Severer

Am Ende seiner Herrschaft, im frühen 3. Jahrhundert, führte der schon schwerkranke Septimius Severus mit seinen Söhnen Caracalla und Geta einen verlustreichen Feldzug in den Stammesgebieten nördlich der Grenze. Eine große Anzahl von Militärbauten entlang des Walls wurden dabei wieder instand gesetzt, auch der Abriss von Wachtürmen und die Verkleinerung einiger Kastelle dürfte in dieser Periode angeordnet worden sein. Für das Kastell Banna/Birdoswald sind in den Jahren 205–208 Reparaturen an einem Getreidespeicher überliefert, das Reiterkastell South Shields/Arbeia in ein Nachschublager umgebaut.[4] Auch in der Folgezeit sind Ausbesserungsarbeiten am Hadrianswall belegt, der nun endgültig die Nordgrenze Britanniens bildete. Um 220 wurden u. a. einige Wachtürme abgebrochen und mit dem so gewonnenen Material die Mauer an ihrer Oberseite renoviert. Nach Caracallas Friedensschluss mit den caledonischen Stämmen erlebten die nördlichen Regionen während des 3. Jahrhunderts eine relativ ruhige Periode.

Der Wall in der Spätantike

Am Ende der Usurpation des Carausius war der Wall erneut baufällig und wurde auch teilweise bei Kampfhandlungen zerstört, dies scheint mit dem Abzug eines großen Teiles seiner Besatzung zusammenzuhängen, die Carausius Nachfolger, Allectus, zur Verteidigung der Kanalküste gegen Constantius Chlorus benötigte. Dass die Zerstörungen durch angreifende Stämme verursacht wurden, ist wahrscheinlich, aber nicht bewiesen. Eine Inschrift aus Birdoswald erwähnt, dass in den Jahren 297–305 verschiedene Gebäude verfallen und teilweise schon eingestürzt waren, aber wieder aufgebaut wurden. Dieser Wiederaufbau dürfte auch das Prätorium und die Therme des Kastelles miteingeschlossen haben. Diese Gebäude dürften für eine längere Periode in der Geschichte dieses Kastelles offensichtlich keinen praktischen Nutzen für die dortige Besatzung gehabt haben, da Hinweise auf ihre Zerstörung durch Feindeinwirkung fehlen. Die oben genannte Inschrift aus Birdoswald spricht ebenfalls von einem natürlichen Verfall, so dass zeitgleiche Reparaturarbeiten an den anderen Wallkastellen in eine routinemäßige Erneuerungskampagne fallen könnten. Einige Unterkunftsbaracken wurden komplett neu gebaut, die klassischen, streifenförmigen Räume durch einzelne Kammern ersetzt, wie man in Housesteads und Wallsend festgestellt hat. Umbauten an Meilenkastellen, an Toranlagen, oder auch die Errichtung eines komplett neuen Tores bei Knag Burn – nahe Housesteads – sind weitere Beispiele für Erneuerungen, die damals am Wall vorgenommen worden sind. Dies zeigt, dass ein Großteil der Infrastruktur des Walles auch weiterhin instand gehalten wurde und damit staatliche Unterstützung erhielt. Dass an manchen Kastellen, wie zum Beispiel Haltonchesters, keinerlei Anzeichen von Sanierungsmaßnahmen festgestellt werden konnten, kann auch bedeuten, dass eine Reparatur entweder nicht notwendig oder das Kastell zeitweise nicht besetzt war. Dies ist auch nicht abwegig, wenn man sich vor Augen führt, wie viel Zeit seit der Errichtung des Hadrianswalles schon vergangen war. Die Soldaten, die den Wall einst erbaut hatten, waren damals so weit von den Garnisonstruppen im 4. Jahrhundert entfernt wie heute das Zeitalter Napoleons. In diesem Kontext ist es einfacher zu verstehen, warum der Wall zwischenzeitlich immer wieder verfiel, um dann wieder aufwändig renoviert zu werden.

Im 4. Jahrhundert wurde die Lage Britanniens immer bedrohlicher. Auch seine Insellage konnte es auf Dauer nicht vor den Umbrüchen der Völkerwanderung schützen. Aus unbekannten Gründen verschlechterten sich in dieser Zeit die Lebensbedingungen für die germanischen Stämme der Jüten, Angeln und Sachsen an den Küsten der Nordsee. Im Osten und Süden konnten sich die Küstenbewohner keine neue Siedlungsplätze suchen, da sie dort von der römischen Rheingrenze und anderen Wandervölkern blockiert wurden. Ihnen blieb daher nichts anderes übrig, als auf das Meer auszuweichen und ihren Lebensunterhalt als Plünderer und Piraten zu bestreiten.[5] Schriftliche Quellen bzgl. Britanniens melden über die Lage an der Nordgrenze, dass sie zu jener Zeit bei der römischen Führung als besorgniserregend angesehen wurde. In den Jahren 306, 346, 360 und 367 n. Chr. wird von zahlreichen Militäroperationen berichtet. Rom musste 360 eine Armee unter den Befehl des bewährten Comes Theodosius in Marsch setzen, um das dortige – durch Barbareneinfälle ausgebrochene – Chaos zu beenden und die britischen Provinzen wieder unter römische Herrschaft zu bringen.[6] Auch die Wallzone selbst wurde wahrscheinlich dabei in Mitleidenschaft gezogen, es gibt dort jedoch keine Anzeichen von größeren Zerstörungen in dieser Periode. Vielleicht wollten die Angreifer auch keine kostbare Zeit mit der Niederbrennung der Kastelle verlieren und wandten sich nach Überschreiten des Walls sofort dem reichen Südosten zu.

Reparaturen am Wall sind erst wieder durch spätere Inschriften bekannt geworden (Ravenscar);[7] manche von Ihnen erwähnen dabei die Beteiligung südlicher Stämme wie z. B. die der Durotriges. Wahrscheinlich wurden auch alle arbeitsfähigen Provinzbewohner von Theodosius nach Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung zur Beseitigung der Schäden verpflichtet. Nun wurden auch an der Ostküste Cumbrias auf einer Länge von 42 km Wachtürme und Kastelle errichtet, um die Flanken der Wallzone abzusichern. Die Vorpostenkastelle nördlich des Walls wurden jedoch nicht mehr besetzt und endgültig aufgegeben. Ende des 4. Jahrhunderts schlug Stilicho noch einmal Invasoren aus dem Norden zurück. Im Jahre 398 erlaubte es die militärische Situation offensichtlich wieder, diese Interventionstruppen abzuziehen. Der Mönch Gildas schrieb, dass sie (nachdem die Pikten besiegt waren) den Romano-Briten halfen, den Hadrianswall wieder instand zu setzen, an der Küste neue Wachtürme zu errichten und sie bei der Herstellung neuer Waffen unterwiesen (exemplaria armorum).[8]

Das Ende des Walles

In den darauf folgenden 50 Jahren driftete Britannien immer mehr dem sogenannten „Dunklen Zeitalter“ entgegen. Was genau in dieser Zeit passierte, kann man heute mangels verlässlicher Quellen nicht mehr vollständig rekonstruieren. Da für diese Periode in den untersuchten Kastellen keine römischen Münzen mehr gefunden werden konnten, wird angenommen, dass niemand mehr da war, der solche Spuren hätte hinterlassen können. So muss es aber nicht überall am Wall gewesen sein. Ihr Gebrauch wurde wohl wegen Münzmangels und dem wieder zunehmenden Tauschhandel in dieser Zeit überflüssig. Sehr wahrscheinlich ist, dass im Zuge der Usurpation des Comes Britanniarum Magnus Maximus um 388 die letzten römischen Münzen auf britannischem Boden geschlagen wurden. Vermutet wird außerdem, dass Maximus 383 für seinen Gallienfeldzug gegen den legitimen Kaiser Gratian alle römischen Garnisonen aus Wales abzog. Ihre Anzahl reichte jedoch vermutlich bei weitem nicht aus und so musste er für sein Vorhaben auch einen großen Teil der Garnisonseinheiten an der Nordgrenze in seine Armee einreihen. Dies führte dazu, dass der Hadrianswall nun fast vollkommen unbewacht war. Aus diesem Grund hörten die Kastelle am Wall daher am Ende des 4. Jahrhunderts auf, Teil eines zusammenhängenden und einheitlich organisierten Grenzsicherungsystems zu sein. All diese Maßnahmen von Maximus läuteten faktisch schon das Ende der römischen Herrschaft in Britannien ein. Ab diesem Zeitpunkt übernahmen immer mehr unabhängige, regionale Machthaber mit ihren eigenen Privatarmeen (bucellari) die Kontrolle über die britischen Provinzen. Auch mit dem spätestens im Jahre 410 erfolgten Abzug des letzten britannischen Feldheeres (Comitatenses) durch den Usurpator Konstantin III. verlor der Wall möglicherweise wiederum einige seiner regulären Besatzungen. Konstantin folgten aber wahrscheinlich nur sehr wenige Soldaten aus dem Norden, da sie wohl größtenteils aus der Provinz stammten und bei den Stationierungsorten ihre eigenen Höfe bewirtschafteten. Auch laut der Notitia Dignitatum (ND) scheint der gesamte Wall zu Anfang des 5. Jahrhunderts immer noch von regulären Einheiten bewacht worden zu sein. Möglicherweise waren aber die Truppenlisten der ND bei ihrer Abfassung schon überholt, da auch noch viele mittelkaiserzeitliche Einheiten angeführt werden, dennoch spricht das Fehlen der Außenposten in der diesbezüglichen Liste für ihre damalige Aktualität.

Nach dem Zusammenbruch der römischen Herrschaft bildeten kleine Gehöfte und einige größere Landgüter vom Hadrianswall bis zum Humber im Südosten und Chester im Südwesten das ökonomische Rückgrat der britischen Nordregion. Sie stand unter der Kontrolle des Befehlshabers der Grenztruppen mit Sitz im Legionslager von Eburacum. Magnus Maximus ernannte vermutlich einen gewissen Coel (lat. Coelius) zum Oberbefehlshaber an der Nordgrenze, er dürfte somit der letzte von den Römern eingesetzte Dux Britanniarum gewesen sein. Coelius schützte mit seinen Truppen auch weiterhin die wohlhabenden Städte im Südosten vor Einfällen der Pikten aus den schottischen Lowlands und erhielt dafür wohl im Gegenzug seinen Nachschub aus diesen Regionen. Durch die Vereinigung der caledonischen Königreiche nördlich des Forth und des Clydes nahmen die Überfälle der Pikten noch weiter zu. Der verfallene Hadrianswall erfüllte aber immer noch – wenn auch stark eingeschränkt – seine Funktion, sodass die Angreifer seine Verteidiger, wie schon früher auf dem Seeweg umgingen. Die Küstenbewohner konnten aber durch Signalstationen entlang der Küste meist noch rechtzeitig vor dem herannahenden Feind gewarnt werden. Die Pikten verlegten daher ihre Raubzüge weiter in den Süden, wo sie auf den gut ausgebauten Römerstraßen rasch in die wohlhabenderen Regionen der Insel gelangten. Der dux in Eburacum bekämpfte die Invasoren aber offenbar nur solange wie sie sein Territorium gefährdeten und überließ den Süden zunehmend sich selbst. Die Verwaltungsbezirke der spätrömischen Provinzen entwickelten sich durch Erbteilung immer mehr zu eigenständigen Kleinkönigreichen weshalb der dux auch wahrscheinlich keine Zahlungen mehr aus dem Südosten bezog. Coelius wurde als legendärer Coel Hen (cymrisch: der alte Coel) schließlich zum Stammvater aller unabhängigen romano-britischen Könige in Norden und verwaltete sein Reich weiter von Eburacum aus. Neuere archäologische Funde bestätigten, dass einige Kastelle am Wall noch etwa für 100 Jahre von den Nachkommen der römischen Soldaten bewohnt und genutzt wurden. In dieser Zeit wandelten sie sich entweder zu Wehrdörfern (oppida) um oder verkamen zu Steinbrüchen; die Meilenkastelle wurde u. a. als Viehpferche verwendet. Ausgrabungen in Birdoswald förderten zu Tage, dass seine Infrastruktur – wenn auch auf niedrigerem Niveau – weiter genutzt wurde, bis sie schließlich unbrauchbar geworden war und durch einfachere Holzgebäude ersetzt werden musste. Dieses Kastell war noch lange nach Ende der römischen Herrschaft bewohnt. Seine Bewohner schlugen sich als weitgehend autonome und stark bäuerlich geprägte Gemeinschaft durch. Sie pflegten wohl auch noch im 5. Jahrhundert die Traditionen und Kultur der Militäreinheiten, von denen sie abstammten, Spuren solcher Aktivitäten fand man überall auf Grabungsplätzen entlang des Walles. Was in Birdoswald geschah, konnte daher auch anderswo in der Wallregion genau so oder zumindest ähnlich abgelaufen sein. Die Inschrift eines Grabsteins aus Vindolanda zum Beispiel (heute in Chesters) ist allerdings in einem schon sehr verwilderten Latein abgefasst, die nicht mehr zu einer klassisch-römischen, sondern eher zur frühmittelalterlich-christlichen Kulturgemeinschaft passt. Sie ist nicht exakt zu datieren, stammt aber wahrscheinlich aus dem 5. oder 6. Jahrhundert.[9]

Der oströmische Geschichtsschreiber Prokopios von Caesarea erwähnt um 550 eine Mauer (teichos), die die Insel Brittia in einen römischen und einen lebensfeindlichen nichtrömischen Teil scheide und „in alter Zeit“ errichtet worden sei.[10] Auffällig ist dabei, dass Prokopios zwar einerseits noch von der Anlage wusste, andererseits aber nicht mehr darüber informiert gewesen zu sein scheint, dass der Wall ein römischer Bau gewesen war. In den darauffolgenden Jahrhunderten wurden der nutzlos gewordene Wall abgetragen, um seine Steine woanders wiederzuverwenden, u. a. für den Bau des Klosters Lanercost Priory. Ein großer Teil des Materials wurde auch noch im 18. Jahrhundert zur Pflasterung einer Militärstraße (der heutigen B6318) verwendet.

Funktion und Strategie

Hadrians neues Grenzsicherungskonzept war, die Grenzen an klar erkennbaren natürlichen Hindernissen wie zum Beispiel Flüssen und Gebirgszügen endgültig zu etablieren und die Lücken dazwischen mit künstlichen Befestigungen aus Erdwällen oder Palisaden wie am Limes zwischen den römischen Provinzen Niedergermanien, Obergermanien, Raetien und der Magna Germania- aus der sich die Römer nach ihrer Niederlage in der Varusschlacht zurückziehen mussten – auf Dauer zu sichern bzw. zu markieren. Auch der Hadrianswall zählte zu dieser neuen Art von festen Grenzkontrollanlagen. War der Frieden an der Grenze erst einmal gesichert, so die Überlegung des Kaisers, konnte auch die Romanisierung voranschreiten und die Wirtschaft sich nach römischen Vorbild ungestört entwickeln, was wiederum für spätere Steuereinnahmen unumgänglich war. Nördlich des Walls war das Land recht karg und rau, während südlich davon gutes Weideland im Überfluss vorhanden war. Dieser Unterschied ist besonders gut bei Grag Lough zu erkennen. Auch das Umland von Chesterholm/Vindolanda ist sehr fruchtbar.[11] Hadrian erkannte auch, dass Britannien eine Quelle für etwas werden könnte, das damals noch wertvoller als Gold war: Soldaten. Die beste Voraussetzung dafür war seine kurze Landgrenze. Die meisten Provinzen, die Hadrian besuchte, hatten sehr lange Grenzen, für deren Sicherung man viele Soldaten benötigte. In Britannien gab es derartige Schwierigkeiten nicht, man musste nur die Stämme im Norden wirksam und auf Dauer fernhalten. Die Historia Augusta gibt uns diesbezüglich noch einen weiteren Hinweis: Sie berichtet, dass der Imperator in Germanien eine wesentlich straffere Dienstordnung bei den Grenztruppen eingeführt habe. Es ist so gut wie sicher, dass Hadrian die gleichen Maßnahmen auch in Britannien ergriffen hat. Die Historia Augusta spricht auch von einer Menge Probleme in der Provinz, geht aber dabei bedauerlicherweise nicht genauer auf diese ein. Die jahrelangen wirkungslosen Vorstöße und Rückzüge im Norden müssen aber auf die dortigen Soldaten zunehmend demoralisierend gewirkt haben. Der Bau des Walls war also wohl auch ein Mittel zur Hebung der Moral durch eine sinnvolle Beschäftigung und bot gleichzeitig den Nebeneffekt der gemeinsamen Bewährung in einem großen Projekt, das allen einen Nutzen versprach.

Man glaubte lange Zeit, der Wall sei errichtet worden, um eine unüberwindliche Sperrzone zwischen der römischen Zivilisation und den Barbaren zu schaffen. Die Situation war aber damals wohl wesentlich komplexer. Jahrzehntelang war die Grenze im Norden nur durch den Stanegate und eine lockere und durchlässige Kastellkette markiert bzw. gesichert worden. Nun wurde den nördlichen Stämmen unmissverständlich klar gemacht, dass am Wall das Römische Reich mit all seinen Errungenschaften (z. B. der Rechtssicherheit) begann und es sich wirksam zu wehren wusste. Neben seiner militärischen Schutzfunktion diente der Wall mithin vor allem auch zur Demonstration römischer Bau- und Ingenieurskunst.

Zusätzlich unterhielten die Römer auch Kastelle (Netherby, Bewcastle und Birrens) im nordwestlichen Vorfeld, um so auch das Glacis des Walles und das Gebiet der verbündeten Brigantes besser unter Kontrolle zu halten. Im Falle des Falles hatten entschlossene Angreifer aber zweifellos keine größeren Schwierigkeiten, ihn an einer nur schwach gesicherten Stelle zu übersteigen: Zur Abwehr eines ernsthaften militärischen Angriffs war der Wall ebenso wenig geeignet wie andere damalige Grenzanlagen. Dennoch machte es die Mauer mit ihren wenigen, sicherlich streng bewachten Übertrittspunkten möglich, die täglichen friedlichen Reisebewegungen der grenznahen Stämme zu überwachen, deren angestammte Gebiete der Wall vermutlich durchschnitt, ganz wie bei heutigen Grenzübergängen, die ebenfalls den Verkehr auf bestimmte Kontrollpunkte kanalisieren (zum Beispiel zwischen den USA und Mexiko oder zwischen Syrien und der Türkei). Ähnlich wie der Obergermanisch-Raetische Limes war also auch der Hadrianswall in erster Linie eine Grenzüberwachungsanlage für Friedenszeiten. In der Sperrzone zwischen Mauer und südlichem Graben konnten Individuen oder auch Gruppen, die vom Norden her mit ihren Handelswaren den Wall passierten, zur Zahlung von Abgaben genötigt, ihr Weiterzug nach Süden oder auch der Waren- und Waffenschmuggel im großen Stil verhindert werden. Die Grenze war somit durchlässig und brachte für den römischen Fiskus zusätzliche Einnahmequellen. Ob diese Einnahmen den personellen und materiellen Aufwand, den sich der römische Staat an der Nordgrenze leistete, wieder wettmachten, ist allerdings fraglich.[12]

Der Bau des Walls

Aufgrund von Münzfunden im Kastell Birdoswald nimmt man an, dass der Westsektor schon in der Zeit des Traian mit einem durchgehenden Erdwall gesichert worden sein könnte. Die Bauarbeiten am Hadrianswall begannen vermutlich schon um 120 n. Chr., d. h. schon vor dem Besuch Hadrians in Britannien.[13] Sie standen unter der Aufsicht des Statthalters Aulus Platorius Nepos, ein persönlicher Freund Hadrians, er hatte den Herrscher von Germanien nach Britannien begleitet und war im Sommer des Jahres 122 in sein neues Amt eingesetzt worden. Um die Jahre 126–127 folgte ihm Trebius Germanus nach, der die Arbeiten am Wall weiterführte.

Die Arbeiten begannen auf der ganzen Strecke mit dem Verlegen des Fundamentes. Das Sperrwerk bestand in seiner frühesten Bauphase aus einer Stein- und Torf-Erde-Mauer, die tw. auch auf Brückenkonstruktionen über die Flüsse Tyne, Irthing und Eden geführt wurde. Errichtet wurden zuerst die südseitig angelegten Kastelle und Türme. Die Lücken dazwischen wurden vermutlich vorerst provisorisch teilweise mit einem Torf-Erde-Wall geschlossen, dies auch deswegen, da die Grenzregionen, wie man mittels Pollenanalysen feststellte, schon 600 Jahre vor Ankunft der Römer in Britannien weitgehend abgeholzt waren und so das Material für herkömmliche Palisaden fehlte.[14] Später wurde die Steinmauer hochgezogen, aber dann an einigen Stellen von drei Meter auf 2,5 m verschmälert. Die Meilenkastelle und Wachtürme wurden später mittels ihrer Flügelmauern mit dem Wall verbunden.[15] Faktum ist auch, dass die Fundamente ursprünglich für eine wesentlich breitere Mauer gedacht waren (dies konnte bei Stichgrabungen auch nachgewiesen werden), aber schlussendlich wurde nur eine etwas schmälere Version verwirklicht. Eine Erklärung dafür, die ursprünglichen Pläne zu ändern, wäre, dass schon vorhandene oder ungünstig positionierte Kastelle entlang der geplanten Walllinie entweder integriert oder beseitigt werden mussten.

Die verbleibende Distanz vom Irthing zum Solway Firth bei Bowness-on-Solway an der Westküste wurde mit einer an der Basis 5,9 m breiten Torf-Erde-Konstruktion geschlossen. Beim Osttor des Kastells Birdoswald finden sich heute immer noch Reste der ursprünglichen Torf-Erde-Mauer. Dieser wurde in severischer Zeit größtenteils durch eine 1,8 m breite Steinmauer ersetzt. Auch das feuchte Klima in diesen Breiten musste berücksichtigt werden: In regelmäßigen Abständen (2,4 m) läuft unter der Mauer ein nachträglich gegrabener Kanal hindurch, der das Regenwasser in den Nordgraben ableitete. Im Osten war der Wall von Anfang an aus Stein errichtet worden; sie verlief auf den ersten Kilometern auch etwas weiter nördlich als die ursprüngliche Torfmauer. Ihr Fundament bestand aus nur stellenweise vermörtelten oder mit Lehm gebundenen Bruchsteinen und einen unterschiedlich hohen Sockel aus drei bis vier Steinlagen. Sie war schätzungsweise zwischen vier und fünf Meter hoch und bestand aus Quadersteinen, die man mit einem Mörtelgemisch aus Sand, Kalk und Tierblut als Bindemittel um einen festgestampften Gußmörtelkern aus Bruchsteinen aufzog. Die Mauer weist keine Gerüstlöcher auf und sprang an beiden Seiten deutlich zurück. Die Quadersteine sind klein, nur 20 bis 23 cm im Quadrat. Das erscheint zunächst ungewöhnlich, bis man berücksichtigt, dass alles in Handarbeit errichtet werden musste, weitgehend ohne Hilfsmittel wie Kräne oder Flaschenzüge. Das Baumaterial musste größtenteils aus zehn bis zwölf Kilometer Entfernung, von Steinbrüchen in Cumberland, herangeschafft werden. Diese Brüche ließen sich aufgrund von Inschriften auf beiden Seiten der Wallzone lokalisieren. Teilweise wurden auch unbearbeitete Steine für die Verschalung verwendet, das auf den großen Druck hinweist den Bau möglichst rasch fertigzustellen. Die Kalkbrenngruben lagen direkt am Wall. Ein Versuch, den Materialaufwand für die Gesamtanlage möglichst exakt zu berechnen, führte zu dem Ergebnis, dass für seine Fertigstellung ungefähr 3,7 Millionen Tonnen Steine benötigt wurden. Wie die Mauer im oberen Teil ausgesehen hat, ist unbekannt. Bei Wallsend kann man eine fünf Meter hohe, mit Zinnen bewehrte Rekonstruktion des Walles besichtigen. Der Wehrgang setze sich vermutlich auch auf den drei Brücken über die Flusstäler fort. Ob der Wall auf seiner ganzen Länge verputzt war, wie einige Befunde andeuten, ist nach wie vor umstritten. Vor dem Wall wurde ein nicht auf der ganzen Distanz durchgängiger Graben angelegt.[16]

Man nimmt an, dass der Wall nicht nach den ursprünglichen Plänen errichtet wurde. Um den Arbeitsaufwand zu reduzieren wurde die anfangs noch etwa 3 m breite Mauer auf 1,8 bis 2,4 m verschmälert. Stellenweise änderte man auch etwas ihren Verlauf ab um sie besser an das umliegende Gelände anzupassen. Ereignisse wie zum Beispiel Epidemien, Kriegshandlungen oder der Abzug ganzer Garnisonen zwangen die Römer bei der Ausführung ihrer Bauvorhaben oft zu Kompromissen. Auch die Transportlogistik warf wohl große Probleme auf. Weiterhin ist unklar, ob der Wall in seiner vollen Länge fertiggestellt wurde, im Vergleich mit anderen römischen Großprojekten scheint es nicht ausgeschlossen, dass er immer ein Provisorium blieb. Der Torf-Erde-Wall im Westsektor unterstützt zusätzlich die Theorie, dass es für die Erbauer von großer Wichtigkeit war, möglichst rasch dieses Sperrwerk fertigzustellen.

Organisation und Arbeitskräfte

Die Bauarbeiten wurden von Angehörigen der in Britannien stationierten Legions- und Hilfstruppeneinheiten ausgeführt. Die Meilenkastelle und Türme scheinen sich auf den ersten Blick nicht voneinander zu unterscheiden und dennoch gibt es – vor allem bei der Gestaltung ihrer Eingangstore und ihrer Ausrichtung – einige markante Unterschiede. Nach den in den Meilenkastellen aufgefundenen Bauinschriften zu schließen, dürfte jede der drei am Bau beteiligten Legionen in ihrem Abschnitt teilweise eigene Baukombinationen angewendet haben. Da diese an verschiedenen Stellen des Walles wiederholt auftreten, wurde zuerst vermutet, dass die Baulose in drei „Legionseinheiten“ gleicher Größe aufgeteilt wurden.[17] Diese wurden dann von den Kohorten und Zenturien in Eigenverantwortung anhand der Planvorgaben ausgeführt. Neuere Untersuchungen an den Abschnitten an Tyne-North und Irthing erbrachten jedoch, dass sich wahrscheinlich nur zwei separate Baukommandos das Projekt teilten. Vom Standpunkt der Logistik und der Effizienz her gesehen erscheint dies auch sinnvoller. Kleinere Trupps hätten sich auf kürzeren Strecken bald wohl nur mehr gegenseitig behindert. Jedes zugewiesene Baulos erstreckte sich über ungefähr acht bis zehn Kilometer und war auch abhängig von der Geländebeschaffenheit. Die Aufteilung der Abschnitte unter die verschiedenen Einheiten diente der Optimierung der vorhandenen Arbeitskräfte, war ein Anreiz zum produktiven Wettstreit und formte sie zu kooperativ und effizient arbeitenden Gruppen um. Nach Ende der Bauarbeiten wurde an jeden abgenommenen Abschnitt des Walles eine Inschriftentafel angebracht, die die am Bau beteiligten Einheiten und ihre Offiziere angab. Eine beträchtliche Anzahl dieser – meist nur grob ausgeführten – Inschriftensteine haben die Zeiten überdauert und werden heute in den Museen entlang des Walles ausgestellt. Das Museum in Carlisle besitzt 36 von ihnen, sie zeigen auch, dass nicht nur ausschließlich Legionäre beim Bau beteiligt waren. Ein interessantes Exemplar, das aus dem Umland des Kastelles Birdoswald stammt, trägt zum Beispiel folgende Inschrift:

[PED] ATURA [CLA] SSIS [BRI] TANNICAE, „diese Länge wurde von der britannischen Flotte gebaut“.

Andere wiederum nennen wieder Legionäre:

[LEG] IONIS [II AUG] USTAE [COH] HORS [VII SU] B [CU] RA…, „von der zweiten Legion Augusta, die siebente Kohorte unter dem Befehl von…“

Diese Inschrift ist leider unvollständig.[18] Sie wurde beim sogenannten „High House Castel“ (Meilenkastell 50) gefunden, das nur von hoch spezialisierten Kräften gebaut worden sein konnte. Speziellere Arbeiten wurden von Facharbeitern (immunes) durchgeführt, die ebenfalls von den drei in Britannien stationierten Legionen abkommandiert wurden. Einfachere Arbeiten – wie der Aushub des Grabens beispielsweise – wurden von den Auxiliaren erledigt, der Fund eines Steines südlich des Walls mit folgender Inschrift bezeugt dies:[19]

[C] OHORS [IIII LIN] GONUM [F] ECIT, „Die vierte Kohorte der Lingonier hat dies gemacht“.

Es hat aber nicht den Anschein, dass das mit Bestimmtheit für den Aushub des Grabens im Nordabschnitt des Walls oder gar für die komplette Länge des Grabens angenommen werden kann. Ein schwieriger Abschnitt war aber beispielsweise Teppermoor Hill, auch bekannt als „Limestone Corner“, der nördlichste Punkt des Walls. Hier wird der ansonsten leicht zu bewerkstelligende Aushub von Basaltgestein gestört, der besonders in der Steinbearbeitung geschulte Spezialisten erforderte, um hier weiter voranzukommen. Eine große Felsmasse blieb bis heute in der Mitte des Grabens zurück, mit Löchern an der Oberseite, um sie zur Brechung mittels mit Wasser aufgeweichter Holzkeile vorzubereiten. Dennoch wurden diese Arbeiten hier offensichtlich bald eingestellt.

Kastelle, Sicherungsanlagen und Verteidigungsstrategie

Noch vor der kompletten Fertigstellung der Mauer wurden die Kastellbesatzungen des Stanegate um 126 n. Chr. direkt an den Wall verlegt. Entlang des Walls entstanden bis zu 14 größere Auxiliarlager, die in regelmäßigen Abständen voneinder errichtet wurden. In diesen lag auch das Gros der römischen Besatzung des Hadrianswalles. Sie konnte von dort aus über eine gut ausgebaute Straße rasch an jeden beliebigen Einsatzort in der Wallzone herangebracht werden. Von den Doppelkastellen Corbridge/Halton Chesters Vindolanda/ und Carlisle/Stanwix konnten bei Bedarf Eingreiftruppen an gefährdete Abschnitte des Walles abgezogen werden ohne die Grenze dort völlig zu entblößen. Bei Stagshaw kreuzte sich die Deere Street mit dem Wall. Hier stand das sogenannte „Portgate“, ein befestigtes Durchgangstor das als Kontrollpunkt diente. Zur Kommunikation zwischen den einzelnen Stützpunkten verwendeten die Römer ein altbewährtes Signalystem. Am Tag wurden von den Posten wohl mit Spiegeln oder polierten Metallplatten Blinkzeichen von Turm zu Turm übermittelt, bei Bewölkung oder Nebel behalf man sich mit Tubas oder Hörnern, in der Nacht wurden Fackeln verwendet.[20] Nachrichten konnten also mittels solcher Leucht- und Akustikzeichen (oder wohl auch durch Meldereiter/läufer auf der gut ausgebauten Wallstraße) binnen kurzer Zeit und ungestört von Küste zu Küste übermittelt werden. Ein guter Läufer überwand die Distanz zwischen zwei Türmen in nur 2,5 Minuten. Die Nachrichtenübermittlung zur raschen Alarmierung der Grenztruppen bei feindlichen Überfällen, um die Eindringlinge mittels eines Zangenmanövers noch in der vorderen Grenzzone abfangen zu können, bevor sie größeren Schaden anrichten konnten, zählte zu den Hauptaufgaben der Wallbesatzung. Dieses Warnsystem war auch an den anderen Limites des Reiches üblich.

Auf seiner ganzen Länge hatte der Hadrianswall insgesamt – durch Kleinkastelle gesicherte – 80 Tore, jeweils im Abstand von genau einer Römischen Meile, was nach heute gebräuchlicher Maßeinheit etwa 1470 bis 1490 m entspricht. Einige Kastelle wurden vor dem Wall platziert, mit nach Norden zu öffnenden Toren. Obwohl dies widersprüchlich erscheint, da sie ja die kriegerischen Stämme aus dem Norden fern halten sollten, waren sie dadurch ein probates Mittel der Abschreckung für jeden Angreifer, da durch sie z. B. ein rascher Ausfall der Kavallerie möglich war und für den Fall, dass sie abgeschnitten zu werden drohte, auch wieder ein schneller Rückzug hinter die sicheren Mauern angetreten werden konnte. Die hohe Anzahl der Tore erklärt sich David Breeze auch vor allem aus der Strategie, die die damalige römische Armee bevorzugt anwendete: Die römischen Soldaten der mittleren Kaiserzeit kämpften nur selten aus dem Schutz fester Mauern herab, sie waren für die Vorwärtsverteidigung und für Feldschlachten in enger Formation trainiert.[12] Diese offensive Vorgehensweise wurde aber durch den Wall behindert. Mit Hilfe der vielen Durchgänge konnten die Garnisonen aber trotzdem schnell und flexibel auf heranrückende Angreifer oder wechselnde Gegebenheiten reagieren. Der von Küste zu Küste geschlossene Wall wurde also so trotzdem besonders durchlässig gemacht, dies allerdings nur in eine Richtung, nach Norden. Heranstürmende Feinde konnten damit theoretisch schon weit im Vorfeld unschädlich gemacht werden, noch ehe sie die Grenzzone überhaupt erreicht hatten (sofern sie rechtzeitig entdeckt wurden).

Die Mauer selbst wurde in Intervallen von ungefähr einer römischen Meile noch zusätzlich mit Kleinkastellen (Meilenkastelle) an der Südseite des Walles und innerhalb einer Drittelmeile noch mit zwei Wachtürmen versehen. Der Abstand zwischen den Türmen differiert aber oft ein wenig. Meilenkastelle und Wachtürme wurden durchnummeriert, beginnend im Osten beim heutigen Wallsend. Dies war eine übliche Vorgangsweise bei der Organisation des Limes. Die Türme westlich von jedem Meilenkastell, zum Beispiel ab Meilenkastell XXXVII, waren mit der Nummer XXXVIIa und XXXVIIb versehen, ab Meilenkastell XXXVIII erfolgte die Nummerierung dann in derselben Weise. An der Nordseite wurde hinter einer 6 m breiten Berme ein 8 m breiter und 3 m tiefer, V-förmiger Graben als Annäherungshindernis angelegt, ausgenommen dort, wo der Wall an extrem abschüssigen Terrain, wie an der vulkanischen Auffaltung des Great Whin Sill (Nationalpark Northumberland), vorbeilief und so eine weitere Aushebung überflüssig machte. Vor der mit dem Aushub des Grabens aufgeworfenen Böschung befanden sich als zusätzliches Hindernis drei Grubenreihen, die vermutlich mit spitz zugerichteten Ästen gespickt waren.

Südlich des Walls verlief eine gut ausgebaute Militärstraße und daneben ein flach ausgehobener Graben. Mit dem Aushub wurde beiderseits des Grabens ein kleiner Damm aufgeschüttet; die direkte Zufahrt zur Mauer war so südseitig nur über 16 streng bewachte Dammwege, die bei den größeren Kastellen angelegt waren, möglich. Man nimmt an, dass dieser Graben als Markierung einer streng gesicherten Sperrzone diente, in der man ohne unvorhergesehene Hindernisse auf der Ost-Westachse schnelle Truppenbewegungen vornehmen konnte. Obgleich dies der primäre Zweck des Grabens sein dürfte, war er doch auch ein Hindernis, um sich leichter gegen plötzlich aus dem Süden auftauchende Feinde verteidigen zu können.

Das Verteidigungssystem bestand von Norden nach Süden gesehen aus folgenden Elementen:

  • das nördliche Glacis mit dem Graben und getarnten Fallgruben, gespickt mit spitzen Holzpfählen und eisernen Fußangeln (Lilien),
  • dem Wall selbst,
  • einer Militärstraße und
  • dem südlichen Graben, Vallum, zwischen zwei Erddämmen.

Im Vergleich zum Obergermanisch-raetischem Limes war der Hadrianswall damit eine beträchtlich stärker befestigte Verteidigungslinie. Die Einbindung schon vorhandener Kastelle in den Wall stieß wohl schon während des Anfangsstadiums der Bauarbeiten auf heftigen Widerstand der hauptsächlich Viehzucht betreibenden caledonischen Stämme, da er nun ihre Gebiete teilte und sie wohl damit auch von ihren fruchtbarsten Weidegründen im Süden abschnitt. Es erschien den römischen Befehlshabern wohl auch unzweckmäßig, mit beträchtlichen Truppenaufwand die gesamte Baustelle sichern zu müssen, die in den relativ weit entfernten Kastellen an der alten Stanegatelinie ihre Quartiere hatten. Es ist daher gut vorstellbar, dass diese beiden Faktoren die Entscheidung beeinflussten, anstatt einer Massiv- nur eine Light-Version des Walls zu errichten.

Die Kastelle am Wall

Lateinischer Name Nächstgelegener Ort
Maia Bowness-on-Solway
Concavata Drumburgh
Aballava Burgh-by-Sands
Luguvalium Carlisle
Petrianis Stanwix
Camboglanna ? Castlesteads
Banna ? Birdoswald
Aesica Great Chesters
Vercovicum Housesteads
Brocolitia Carrawburgh
Cilurnum Chester
Onnum Haltonchesters
Vindobala Rudchesters
Condercum ? Benwell
Pons Aelius Aelian Bridge (Newcastle)
Segedunum Wallsend
Arbeia South Shields

Acht Kastelle (Birrens und Netherby sollten zusätzlich das Stammesgebiet der verbündeten Briganten sichern) lagen als Vorposten nördlich des Hadrianswalles:

Lateinischer Name Nächstgelegener Ort
Blatobulgium Birrens
Castra Exploratorum Netherby
Fanum Cocidii Bewcastle
Habitancum Risingham
(?) Blakehope
Bremenium High Rochester
(?) Hartburn
(?) Learchild

Im Westen entlang der Küste südlich von Bowness wurden weitere Kastelle errichtet:

Lateinischer Name Nächstgelegener Ort
Bibra Beckfoot
Alauna Maryport
Gabrosentum Moresby
Tunnocelum Ravenglass

An der Ostküste wurden später noch eine Reihe von Signaltürmen hinzugefügt, um eine unbemerkte Landung von See her auszuschließen.

Die Meilenkastelle

Der Begriff „Meilenkastell“ wurde erstmals um 1708 von Robert Smith für die Kleinfestungen des Hadrianswalles verwendet und dürfte in der ortsansässigen Bevölkerung entstanden sein.[21] Er wird heute im Wesentlichen für die Kleinkastelle am Hadrianswall und an der Westküste Cumbrias angewendet. Die Meilenkastelle des Walls waren in seinem östlichen Abschnitt aus Stein, im westlichen Teil hingegen zunächst nur in Torf-Holz-Bauweise errichtet worden. Diese wurden aber später ebenfalls durch Steinkastelle ersetzt. Ihr Baustil variierte regional ein wenig, aber generell waren sie 15 m × 18 m groß, die Umfassungsmauern maßen etwa 3 m in der Breite und waren zwischen 5 m und 6 m hoch. Teilweise waren sie auch von einem Graben umgeben. Die nördlichen der beiden sich gegenüberliegenden Tore müssen aufgrund ihrer Fundamentstärken noch eine Art Turmaufsatz getragen haben. Auch die Seitenmauern der Meilenkastelle waren besonders massiv ausgeführt. Alle hatten in der Frühphase des Walles noch ein Tor nach Norden und einen Übergang bzw. Dammweg über den vorgelagerten Graben, die später aber wieder zugemauert oder entfernt wurden. Die meisten Kastelle wurden nicht am besten Aussichtspunkt errichtet, sondern immer standardmäßig im Abstand einer römischen Meile. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Meilenkastell 39 westlich von Housesteads. Selbst dieses Kastell hatte ursprünglich ein Nordtor, obwohl der vorgelagerte Abhang viel zu steil war, um mit Pferden oder Fuhrwerken passiert werden zu können. Insgesamt konnten am Wall bislang 80 solcher Kleinkastelle nachgewiesen werden.[22] Ein identisches Sicherungssystem mit Meilenkastellen und Wachtürmen existierte auch an der Westküste Cumbrias, zwischen dem westlichen Ende des Walls und dem Kastell von Ravenglass, verbunden waren diese aber nur durch eine Holzpalisade, an der es jedoch keine Durchgänge gab.

In den meisten Fällen sicherte ein Meilenkastell einen Straßendurchgangs- und Kontrollpunkt in den Norden. Seine Wachmannschaft zählte vermutlich zwischen 20 und 30 Auxiliarsoldaten, die in zwei Barackenblöcken untergebracht waren. Sie bemannten auch die unmittelbar beidseitig des Kastells gelegenen Wachtürme, die im Abstand einer 1/3 Meile (500 m) entfernt standen. Zu den weiteren Aufgaben der Garnison zählte die Überwachung des Grenz- und Handelsverkehrs und die damit verbundene Einhebung von Zöllen und Abgaben.

Die Meilenkastelle werden vor allem anhand der Gestaltung ihrer Durchgänge, oder auch anhand der Ausrichtung ihrer Hauptachsen (zwischen Nord- und Südtor) unterschieden werden. Sie sind bekannt als Langachsentyp und Kurzachsentyp. Ein Beispiel für letzteres ist MK 79, ursprünglich in Holz-Torf errichtet, wurde es später in Stein umgebaut.[23]

Typisierung Beschreibung Bautrupp
Typ I (Kurzachse) An diesen Toren wurde an beiden Seiten massive, an der Innen- und Außenseite leicht hervorstehende Pfeilerkonstruktionen eingebaut. Wände und Pfeiler bestanden aus großen, behauenen Steinblöcken, die Tore sind relativ breit (von Ost nach West) und tief (von Nord nach Süd, zwischen den Durchgängen). Beispiele für diesen Bautyp sind MK 38 (Castle Hotbank) und MK 42 (Castle Cawfields). legio II Augusta
Typ II (Langachse) Bei diesen MK sind die Tore wesentlich schmäler, die Seitenpfeiler treten nur an der Innenseite merklich hervor. Ihr Baumaterial bestand aus kleineren Steinblöcken als bei Typ I. Sie kommen nur am jenen Abschnitten vor, an der eine verkleinerte Version der Wallmauer hochgezogen wurde. Ein Beispiel für Bautyp II ist MK 9 (Castle Chapel House). legio XX Valeria Victrix
Type III-IV (Langachse) Diese Tore haben - ähnlich wie bei Typ I - an beiden Seiten leicht hervorstehende Pfeiler und bestehen ebenfalls aus größeren Steinblöcken. Für die Torwände wurden allerdings kleinere Steine verwendet. Beispiele für diesen Bautyp sind MK 47 (Castle Chapel House, E. of Gilsland) und MK 48 (Castle Poltross Burn). Die MK an der breiteren Sektion des Walles zählen zu Typ IV. legio VI Victrix

Die Wachtürme

Zwischen den Meilenkastellen standen jeweils zwei Wachtürme. Diese wurden gleichzeitig mit den Fundamenten des Walles errichtet. Ein Wachturm umfasste eine Fläche von ca. acht Quadratmetern, war Unterkunft und Beobachtungsposten für acht Mann und ermöglichte den geschützten Zutritt zum Wehrgang auf der Mauer. Ihre Höhe wird auf neuneinhalb Meter geschätzt. Sie dienten in weiterer Folge auch als Signalstationen, speziell dort, wo das unebene Terrain die Sichtverhältnisse einschränkte. Den oberen Teil des Turmes konnte man vermutlich mit einer hölzernen Leiter erreichen, die auf sechs Steinstufen aufgesetzt war, da es keine stichhaltigen Beweise für komplette steinerne Treppenaufgänge gibt. Die Ausgrabungsergebnisse am Turm 18a zeigten, dass die Inneneinrichtung sehr einfach gehalten und nur auf das Notwendigste beschränkt war. Der offene Herd befand sich direkt neben der Leiterplattform. Nach den Funden von Tierknochen und einfacher Gebrauchskeramik zu schließen, wurde dieser Herd wohl in erster Linie von den Wachsoldaten zur Zubereitung ihrer Rationen benutzt. Teilweise waren die Türme auch mit Wasserreservoiren versehen.

Man kann heute nur darüber spekulieren, wie die Türme in der Antike tatsächlich ausgesehen haben. Die Meinungen darüber gehen hier erheblich auseinander. Vermutlich hatten sie aber nicht mehr als zwei Obergeschosse. Bedauerlicherweise gibt es zu wenig Überreste und schriftliche oder bildliche Informationsquellen, um damit eine exakte Rekonstruktion der oberen Teile der Türme vornehmen zu können. Pragmatisch wie die Römer waren, wurde wohl auch hier das übliche Standardverfahren für derartige Anlagen angewendet. Eventuell gab es an den einzelnen Abschnitten leichte Unterschiede im Baustil.

Manche Fachleute glauben, dass die Türme mit ziegelgedeckten Dächern versehen waren, auch auf der Trajanssäule dargestellte Wachtürme tragen ausnahmslos solche Dächer. Einzelne Funde – wie zum Beispiel Fensterglas – und (wahrscheinlich) Teile von Dachstühlen mit Nagellöchern sind ein Hinweis darauf, dass auch die Türme am Hadrianswall mit derartigenen Dächern versehen waren. Andere wiederum plädieren für eine zinnenbewehrte Mauerkrone, da man so besser Feuer- oder Rauchsignale abgeben konnte. Diese Theorie stützt sich vor allem auf den Fund einer bronzenen Schüssel, der sog. „Rudge Cup“, aus einer römischen Landvilla bei Froxfield/Wiltshire. Sie stammt aus der Zeit um 150 und weist eine Dekoration auf, die vermutlich eine zinnengekrönte Mauer mit Türmen darstellt. Zusätzlich sind in einem umlaufenden Schriftband die Namen von fünf im westlichen Teil des Walles liegenden Kastellen angegeben (Mais, Aballava, Uxelodunum, Camboglans, Banna). Nach Abzug der Wachmannschaften an den Antoninuswall verfielen die meisten der Wachtürme, wurden im späten 2. Jahrhundert unter Septimius Severus aber wieder bis zum ersten Obergeschoss aufgemauert.[24] Bei Peel Gap wurde noch ein zusätzlicher Turm errichtet.

Brücken

Bei Carlisle, Willowford und Chesters wurden die Flüsse Tyne, Irthing und Eden auch von Brücken überspannt. Von diesen lässt sich besonders die von Chesters gut rekonstruieren. Ab den 2. Jahrhundert führte zunächst nur eine einfache Steinbogenbrücke über den Fluss. An ihren beiden Enden stand je ein spitz zulaufender Pfeiler. Die Breitenmaße von Brücke und Wallmauer sind nahezu identisch, was auf eine zeitgleiche Anlegung schließen lässt. Möglicherweise wurde die Brücke durch ein Hochwasser zerstört und etwa 220 n. Chr durch eine 9 m hohe und 61 m lange Vierbogenkonstruktion mit breiteren Fahrweg ersetzt. Sie war vom Ufer aus über eine 12 m breite Auffahrtsrampe zu betreten. Das Mauerwerk der Brückenbögen war in Opus-quadratum-Technik ausgeführt. An beiden Enden stand direkt über den Widerlager ein Torturm, die Steingeländer wurden durch verzierte Säulen dekoriert die auch kleine Schreine enthielten. In Willowford verband die zur Zeit des Hadrian errichtete steinerne Dreibogenbrücke die westliche Erdwallsektion mit dem östlichen Ende der Steinmauer. Sie war ebenfalls an beiden Enden mit Wachtürmen bestückt. Auf ihrer Ostseite hat sich bis heute ein Widerlager erhalten. Bei dieser Brücke und noch zwei anderen bei Stanwix und Corbridge konnten für das späte 3. Jahrhundert größere Renovierungsarbeiten nachgewiesen werden.[25]

Die Garnisonstruppen

Wahrscheinlich rückten die Truppen nicht in einem Stück vom Stanegate an den Wall vor. Nur wenige Einheiten besetzen die unmittelbar nördlich von ihren alten Kastellen gelegenen neuen Lager. Die cohors millaria equitata aus Corbridge z.B. lag nicht in Halton Chesters. Auch die Garnisonen von Benwell, Rudchester und Wallsend stammten aus weiter südlich gelegenen Kastellen. Die Garnisonen des Walles bestanden zur Gänze aus Hilfstruppenkohorten (auxilia). Nach Fertigstellung des Walls wurde er mit einem Drittel der Auxiliaren Britanniens bestehend aus Infanterie und Kavallerie bemannt. In Stanwix, dem größten Lager am Hadrianswall lag die ranghöchste Truppe, die ala Petriana, eine 1000 Mann starke Reiterkohorte deren Kommandeur auch den Oberbefehl an der Nordgrenze innehatte. Die Zahl der Wachmannschaften schwankte im Laufe der Zeit stark auf und ab, doch man schätzt, dass sie etwa zwischen 9000–12.000 Mann lag. Auch bei voller Sollstärke der Garnison war nie die gesamte Besatzung anwesend – wie man von den Holztäfelchen von Vindolanda weiß – da das Gros der Truppe meist anderswo mit Sonderaufgaben beschäftigt war. Man schätzt, dass nur ein paar hundert Mann am Wall ständig Wache hielten. Das war offensichtlich genug, um – zumindest in den ersten Dekaden seines Bestehens – den Eindruck der scheinbaren Unüberwindlichkeit des Walls gegenüber den nördlichen Stämmen aufrechtzuerhalten. Im Laufe der Zeit wechselte das strenge Garnisonsleben an der Grenze in eine gewisse Routine über, das auch einen regen Handel und Wandel mit der Zivilbevölkerung einschloss. Andrew Birley nimmt an, dass der Grenzdienst im Großen und Ganzen ziemlich ereignislos war und die Soldaten auch dementsprechend bei Laune gehalten werden mussten. Wein aus den Mittelmeerregionen zählte neben Getreide, für die es große Speicherbauten (Horreum) in jedem Kastell gab, zu den Grundversorgungsgütern der Grenzsoldaten. Auch diverse Luxuswaren wurden in großer Zahl an der britannischen Nordgrenze gefunden.[26] Es wird weiters angenommen, dass viele Angehörige der Garnisonen auch Frauen aus der Region heirateten, so rasch in die lokale Bevölkerung integriert und dadurch sesshaft wurden. Obwohl die Bauarbeiten größtenteils von Legionären ausgeführt wurden, wurden sie nie als Besatzungen in die Wallkastelle abkommandiert. Die am Wall eingesetzten Marinesoldaten der Classis Britannica errichteten hauptsächlich Speichergebäude (horrea) und waren für den Nachschub zuständig.

Ab dem späten 4. Jahrhundert standen die Grenztruppen unter dem Befehl eines Dux Britanniarum, fielen in ihrem Status zurück und zählten nun zu den Limitanei.[27][28] Sie waren die letzten Regulären der Römischen Armee, die am Hadrianswall eingesetzt wurden. Diese Soldaten stammten vermutlich fast alle aus Britannien und betrieben bei ihren Stationierungsorten meist auch noch eigene Bauernhöfe.

Die durch Inschriften nachgewiesenen Garnisonseinheiten am Hadrianswall

Abkürzungen:

  • Vex. = Vexillation
  • qu = quinquenaria (500 Mann)
  • equ = equitata (beritten)
  • mil = milliaria (1000 Mann)
  • RIB = Roman inscriptions in Britain
  • ILS = Inscriptiones Latinae Selectae
  • (ND) = Erwähnung in der notitia dignitatum
Kastelle am Wall 2. Jahrhundert n. Chr. 3. Jahrhundert n. Chr. Inschrift

South Shields I + II (Arbeia)

ala I Hispanorum Asturum qu

cohors V Gallorum qu

RIB 1070.B, 1060 &
RIB 1064

Wallsend (Segedunum)

cohors II Nerviorum qu

cohors IIII Lingonum qu (ND)

RIB 1303 &
RIB 1322.C

Newcastle (Pons Aelius)

Vex.d. legio VI Victrix & legio XX Valeria Victrix

cohors I Ulpia Traiana Cugernorum qu

RIB 1322 &
RIB 1322.C

Benwell (Condercum)

Vex.d. legio II Augusta &
cohors I Vangonium mill

ala I Hispanorum Asturum qu (ND) &
Vex.d. Classis Britannica

RIB 1330, 1328 &
RIB 1337, 1334

Rudchester (Vindobala)

cohors I Frisiavonum qu (ND)

RIB 1395

Haltonchesters (Onnum)

ala I Pannoniorum Sabiniana qu (ND)

RIB 1433

Chesters (Cilurnum)

ala Augusta qu ob virtutem apellata,
Vex.d.legio VI Victrix,
cohors I Vangonium mill,
cohors I Delmatorum qu,
ala II Asturum qu

ala II Asturum qu (ND)

RIB 1497.C, 1460-I, 1482, 1496.A, 1463-4 &
RIB 1462, 1465-6

Carrawburgh (Brocolitia)

cohors I Aquitanorium qu,
Vex.d.cohors II Nerviorum qu,
cohors I Ulpia Traiana Cugernorum qu

cohors I Batavorum qu (ND)

RIB 1550, 1538, 1524 &
RIB 1544-5, 1553

Housesteads (Vercovium)

cohors I Tungrorum mill,

cohors I Tungrorum mill (ND),
cuneus Frisiorum Vercoviensium Severiani Alexandriani,
numerus Hnaudifridi

RIB 1632.A &
RIB 1576, 1578-80, 1584-6,
1591, 1594, 1598, 1618-19

Greatchesters (Aescia)

cohors VI Nerviorium qu,
cohors VI Raetorum qu

cohors II Asturum qu (ND),
Vex.d.Gaesatorum Raetorum

RIB 1731, 1737 &
RIB 1724, 1738

Carvoran I + II (Magnis)

cohors I Hamiorum sagittariorum qu

cohors II Delmatarum qu (ND)

RIB 1792 &
RIB 1795

Birdoswald (Banna)

cohors I Thracum qu equ,
cohors Aelia Dacorum mill (ND),
numerus venatores Bannienses

RIB 1909, 1892, 1914, 1929.A-B,
1875, 1896, 1882-3, 1886,
1885, 1905,

Castlesteads (Camboglanna)

cohors IIII Gallorum qu,
cohors II Tungorum mill

RIB 1979-80 &
1981-3, 1999

Stanwix (Petrianis)

ala Augusta Gallorum Petriana mill torquata

ala Augusta Gallorum Petriana mill torquata (ND)

RIB 2411.84

Burgh-by-Sands (Aballava)

cohors I Nervana Germanorum mill equ,
cuneus Frisionum Aballavensium,
numerus Maurorum Aurelianorum Valeriani Gallienique (ND)

RIB 882-3, 2041-42

Drumburgh (Concavata)

cohors II Lingonum qu (ND)

Bowness-on-Solway (Maia)

Kastelle an
der Westküste
2. Jahrhundert n. Chr. 3. Jahrhundert n. Chr. Inschrift

Beckfoot (Bibra)

cohors II Pannoniorum qu

RIB 880

Maryport (Alauna)

cohors I Aelia Hispanorum mill,
cohors I Delmatarum qu,
cohors I Baetasiorum qu ob virtuem et fidem

cohors III Nerviorum qu &
Vex.d. legio XX Valeria Victrix

ILS 2735, RIB 823, 832, 850, 830, 837-8, 842-3 &
RIB 879.A, 854

Moresby (Gabrosentum)

cohors II Lingonium qu (ND) &
cohors II Thracum qu equ

cohors II Thracum qu equ

RIB 798, 800, 797 &
RIB 804

Ravenglass (Tunnocelum)

cohors I Aelia classica qu

cohors I Aelia classica qu

Kastelle am
Stanegate
2. Jahrhundert n. Chr. 3. Jahrhundert n. Chr. Inschrift

Corbridge I+II (Coria)

ala Augusta Gallorum Petriana
civium Romanorum torquata mill
,
Vex.d. legio II Augusta,
Vex.d. legio VI Victrix,
Vex.d. legio XX Valeria Victrix

Vex.d. legio VI Victrix pia fidelis

RIB 1172, 1147-8, 1137, 1149 &
RIB 1163

Chesterholm III (Vindolanda)

cohors I Tungorum mill,
cohors II Nerviorum civium Romanorum qu,
cohors II Pannoniorum qu ob virtutem et fidem

cohors III Gallorum qu equ

RIB 1683, 2411.143 &
RIB 1684, 1686, 1705, 1706, 1710

Carvoran I (Magnis)

cohors I Hamiorum sagittariorum qu &
cohors II Thracum qu equ

cohors II Delmatorum qu

RIB 1778 &
RIB 1795

Carlisle (Luguvalium)

ala Augusta qu ob virtutem apellata

Vex.d.legio II Augusta,
Vex.d. legio XX Valeria Victrix,
ala Gallorum Sebosiana qu

RIB 946 &
RIB 964.A, 965.B
Kastelle in den
Central Lowlands
2. Jahrhundert n. Chr. 3. Jahrhundert n. Chr. Inschrift

Risingham (Habitancum)

cohors III Gallorum qu equ

cohors I Vangonium mill equ,
numerus Raeti gaesati,
exploratores Habitancences

RIB 1227, 1249 &
RIB 1234, 1235

High Rochester (Bremenium)

cohors I Lingonum qu equ,
cohors III Gallorum qu equ,
cohors II Nerviorum civium Romanorum qu

cohors I fida Vangonium mill equ civium Romanorum, &
numerus exploratorum Bremeniensium

RIB 1276, Britannia 1983, 337.12 &
RIB 1279, 1272, 1281, 1262

Bewcastle (Fanum Cocidii)

cohors I Aelia Dacorum mill

RIB 991

Netherby (Castra Exploratorum)

cohors I Nervana Germanorum mill equ,
cohors I Aelia Hispanorum mill equ

cohors I Aelia Hispanorum mill equ

RIB 966, 968 &
RIB 976-7, 980, 978-9

Birrens (Blatobulgium)

cohors I Nervana Germanorum mill equ,
cohors II Tungrorum mill equ coram laudata

aufgegeben

RIB 2093, 2097, 2116.B, 2092, 2094,
2100, 2104, 2107-10

Limesverlauf zwischen Kastell Wallsend und Kastell Carlisle (Meilenkastelle und Wachtürme)

Die Nummerierung der Meilenkastelle beginnt im Osten mit der Nr. 0 (Wallsend) und endet bei Nr. 80 im Westen der Wallzone. Die Meilenkastelle an der Westküste Cumbrias beginnen bei Nr.1 (Bowness on Solway) und enden bei Nr. 26 (Flimby). Dieses Ordnungssystem wurde 1930 von J. Collingwood Bruce initiiert (1-80), Peter Hill hingegen beginnt seine Nummerierung bei 0.[29]

MK = Meilenkastell WT = Wachturm
ON![A 1] Name/Ort Beschreibung/Zustand Abbildung
0 Meilenkastell Wallsend Oberirdisch nicht sichtbar, Position nicht bekannt. Peter Hill glaubt, dass dieses MK naturgemäß in der Nähe des Kastell Segedunum zu suchen wäre. Bisher konnten aber keine archäologischen Beweise für diese Annahme beigebracht werden, da auch der genaue Verlauf des Hadrianswalles bei Wallsend unklar ist. Es ist auch möglich, dass hier nie ein MK existiert hat.
0A Turm Keine Daten
Reste eines Wachturmes am Hadrianswall
0B Turm St. Francis Der WT befindet sich östlich des St Francis Community Centre. Er wurde erstmals 1732 von John Horsley, im Rahmen seiner Untersuchungen des MK 0 (bei Horseley Milecastle 1) erwähnt. 1877 wurde er von Canon Fowler wiederentdeckt, John Collingwood-Bruce und Robert Blair identifizierten ihn bei der Ausgrabung von 1886 anhand seiner Fundamente als Wachturm. Erwähnt wurde er von Grace Simpson in einem Artikel in der Zeitung The Evening Chronicle vom 15. August 1936, der eine Grabung in der Stotts Road, Newcastle upon Tyne, beschrieb. Diese schnitt einen Abschnitt des Walls nahe einem Gehöft an. Das Baumaterial des Turmes wurden später für einen Steingarten der Carville Chapel wiederverwendet. Ein weiterer Teil des WT wurde 1978 freigelegt.
1 Meilenkastell Stott’s Pow Oberirdisch nicht sichtbar. Das MK stand am Ufer des – heute ausgetrockneten – Baches Stott’s Pow, im heutigen Freizeitpark Miller’s Dene. 1732 von John Horsley lokalisiert.[30] 1848 untersuchte auch John Collingwood Bruce das MK: „Am höchsten Punkt einer Erhebung, etwa 80 Yards vom Bach (Stott’s Pow) entfernt steht das erste Meilenkastell. Sein Boden wird als Ackerfläche genutzt und ist überall mit kleinen Steinen übersät.“ 1852–54 erkundete Henry MacLauchlan das MK und ordnet es dem Typ I zu. 1928 untersucht Grace Simpson dass Areal, findet hier aber nur mehr römerzeitlichen Bauschutt vor, wahrscheinlich wurde ein Großteil des Mauerwerkes im Laufe der Zeit abgeschwemmt. 1947 konnte sie ein kleines Stück des Wallgrabens nachweisen. Simpson ermittelte auch die Entfernung des MK vom Osttor des Kastell Segedunum, sie betrug 1.329 m. Die Entfernung zum nächstgelegenen MK 2 belief sich ebenfalls auf 1.329 m. 1975 führten Mitglieder des English Heritage eine Feldbegehung durch und stellten fest, dass Wallgraben und MK mittlerweile komplett verschwunden waren.
1A Turm Stand wahrscheinlich nahe der Kreuzung der A187 mit der Fossway und Coutts Road. Diese Annahme stützt sich allerdings nur auf Vermessungsmaßnahmen, archäologisch nachgewiesen konnte der WT bisher nicht. Als Alternativstandort käme auch das Areal zwischen Horselys MK 1 und MK 2 in Frage.
1B Turm Stand vermutlich westlich der Kreuzung der A187 mit der Fossway und Roman Avenue. Die Lokalisierung des archäologisch nicht nachgewiesenen WT fußt auf den Vermessungergebnissen von Grace Simpson.
2 Meilenkastell Walker Oberirdisch nicht sichtbar da das Areal heute überbaut ist. Das MK lag wahrscheinlich nahe der Kreuzung der A187 mit der Fossway und Tunstall Avenue. 1732 wurde es von John Horsley lokalisiert und seine Überreste von ihm untersucht, 1848 berichtete John Collingwood Bruce, das auf dem Areal ein Ziegelofen stand, 1852–54 ordnet Henry MacLauchlan das MK als Typ I ein. Auf dem landwirtschaftlich genutzten Kastellareal waren zu dieser Zeit noch schwach die Spuren der Befestigungen erkennbar. 1928 berichtet Grace Simpson, dass der Ziegelofen mittlerweile verschwunden ist und findet nur noch antiken Bauschutt vor. Simpson ermittelte auch die Entfernung zu MK 1, sie betrug 1.339 m. Die Entfernung zum nächstgelegenen MK 3 belief sich ebenfalls auf 1.329 m.
2A Turm Überreste konnten keine nachgewiesen werden. Seine Position wurde 1961 von Eric Birley festgelegt, basierend auf Horsleys Standortbestimmungen von MK 2 und MK 3 und einen Alternativvorschlag Grace Simpsons (1978), die auf Henry MacLauchlans Lagevermessungen der benachbarten MK zurückgreifen.
2B Turm Bisher gelang kein Nachweis von Überresten, Eric Birleys Positionierung von 1961 des Turmes basiert auf Horsleys und Grace Simpsons Vermessungen (1978), die wiederum auf Mac Lauchlins Lokalisierungen der MK 2 und MK 3 zurückgreifen.
3 Meilenkastell Ouseburn Oberirdisch nicht sichtbar, da es vollkommen abgetragen wurde, Lage: an der Kreuzung der heutigen A187 mit Byker Bridge und Stephen Street. Keine Hinweise zur Ermittlung des Bautypes für MK 3 mehr vorhanden. 1732 von John Horsley lokalisiert, 1776 wurde das Areal danach von William Stukeley aufgesucht, der eine Skizze der Befestigung für sein Werk Iter Boreale anfertigte. 1789 beging John Brand die Fundstelle und bemerkte, dass mittlerweile das meiste Baumaterial für die Errichtung eines benachbarten Hauses abgetragen worden war, 1848 berichtet J. Collingwood Bruce von einem – nahe beim MK 3 aufgefundenen – stark verwitterten römischen Weihealtar (Reg.Nr.: NZ 26 SE 227) der von einem Julius Maximus gestiftet worden war. Bei einer Begehung des Areals konnte er keine Spuren des MK mehr feststellen. 1858 besichtigte Henry MacLauchlan die Fundstelle, fand aber ebenfalls keine Überreste mehr vor. 1928 ermittelte Grace Simpson die Entfernung von MK 2 mit 1.330 m. 1979 wurden im Zuge des Baues der Newcastle Metro Suchgräben angelegt, das Ergebnis verlief negativ.
3A Turm Keine Daten
3B Turm Keine Daten
4 Meilenkastell Westgate Road Seine Überreste liegen beim Newcastle Arts Centre an der Westgate Road. In den Jahren 1929 bis 1930 fand man bei den Untersuchungen des Geländes entlang des Walles in Richtung MK 3 hauptsächlich römische Keramik. 1985 legte man die SW-Ecke des MK frei, danach folgten weitere Ausgrabungen. Es dürfte dem Typ III oder IV angehören. Das MK war 14,9 m breit und wahrscheinlich bis zu 18 m lang. Der freigelegte Südwall war 2,7 m breit und mit Lehmmörtel verbunden. Die Fundamente am Ost- und Südwall bestanden aus Steinplatten und waren 2,9 m breit. Vermutlich wurde das Südtor noch in der Antike wieder zugemauert.
Standort des MK4 am Newcastle Arts Centre
4A Turm Über die Konstruktionsart dieses WT ist nichts bekannt. Seine Position konnte nach Aufdeckung des MK 4 nur grob geschätzt werden.
4B Turm Über die Konstruktion dieses WT ist ebenfalls nichts Näheres bekannt. Die von Eric Birley vorgenommene Standortbestimmung westlich von WT 4A erfolgte nur sehr unpräzise.
5 Meilenkastell Quarry House Oberirdisch nicht sichtbar da keine Überreste mehr vorhanden sind. Lag im Bereich der Kreuzung der A186 mit der B1311 (Corporation Street). Nur wenig untersucht, Bautyp unbekannt.

1732 von John Horsley erstmals lokalisiert, der seine Überreste hinter einen Abbruchhaus fand. 1858 bestätigte Henry MacLauchlan Horsleys Positionsangaben an einer Biegung des Hadrianswalles am Ende der Westgate Road. 1968 untersuchten Mitarbeiter des English Heritage das Gelände, konnten dabei aber keinerlei Spuren des MK mehr feststellen, da es zu diesem Zeitpunkt bereits vollständig überbaut war.

5A Turm Keine Daten, es erfolgte nur eine grobe Standortbestimmung.
5B Turm Keine Daten, es erfolgte nur eine grobe Standortbestimmung.
6 Meilenkastell Benwell Grove Oberirdisch nicht sichtbar, die genaue Position des MK ist unbekannt. 1966 vermutete John Collingwood Bruce, dass die Überreste von MK 6 direkt unter der Benwell Grove Road in Newcastle liegen. Der Hadrianswall verläuft in diesem Bereich direkt unter der A186. Das in Frage kommende Areal ist heute vollständig überbaut.
6A Turm Nicht ausgegraben, seine Position wird etwa 82 m östlich des Kastells Condercum vermutet, unterhalb der Wohnhäuser an der Straße zu den Westholme Gardens in Benwell.
6B Turm Benwell Hill 1751 von Robert Shafto beim Straßenbau entdeckt. Seine Position befand sich etwa 282 m westlich des Kastells Condercum, nahe der heutigen Two Ball Lonnen Road. Es handelte sich um eine quadratische Konstruktion, deren Umfang Shafto auf 4 m schätzte. Die letzten sichtbaren Überreste wurden 1968 zerstört.
7 Meilenkastell Benwell Bank oder Benwell Hill Oberirdisch nicht sichtbar, da die Überreste des MK heute unter einer Wohnhausanlage liegen. Bautyp unbekannt. Nur wenig untersucht, römische Funde fand man nur im Bereich des benachbarten (und heute konservierten) WT 7B. 1928 fand auf einem kleinen Hügel eine Untersuchung statt, Spuren des MK konnten dabei aber nicht entdeckt werden. Nur drei Steine mit Stempeln der Legio II Augusta aus dem späten 2. Jahrhundert konnten geborgen werden, die vermutlich für Reparaturarbeiten am Wall verwendet worden waren.[31]
7A Turm Der Standort des WT konnte zischen Thorntree Drive und Brignall Gardens, an der A186 in Denton Burn lokalisiert werden. Bei Bauarbeiten in der Nähe des Turmareals konnte 1923 auch ein Sesterz aus der Zeit des Trajan geborgen werden, 1929 fand sich noch eine weitere römische Münze.
7B Turm Denton Hall Der WT befindet sich gegenüber der East Denton Hall (auch bekannt als Bishops House) an der West Road in der Ortschaft West Denton. Der WT wurde 1928 entdeckt und 1929 von Mitarbeitern des Office of Works freigelegt. Eine weitere Ausgrabung fand 1936 statt.

Das aufgehende Sandsteinmauerwerk ist tw. noch 6 Steinlagen hoch erhalten. Die quadratische Anlage misst an der N/S-Seite 4 m, an der W/O-Seite 4,3 m und springt ca. 1,5 m vom Wall zurück. An der S-Seite befindet sich in der SO-Ecke ein 1,12 m breiter Eingang. Im Innenbereich konnten drei Bodenlagen festgestellt werden, die in die Jahre 122–196, 205–295 und 300–367 n. Chr. datieren. Vermutlich wurde der Turm dreimal repariert bzw. renoviert. Die älteste Bodenlage bestand aus Stampflehm, weiters konnten die Reste einer Herdstelle und im SW eine Steinfundamentierung – vermutlich als Ansatz für eine Treppe oder eine Leiter die in das Obergeschoss führte – nachgewiesen werden deren Schutt auch eine Reibschale beinhaltete. Der Boden war später teilweise mit Steinplatten belegt bzw. ausgebessert worden. Zwischen den Platten konnten zusätzlich eine Lanzenspitze und der Metalleinband eines Schildes geborgen werden. Vermutlich war der WT mit Soldaten aus dem nahegelegenen Kastell Condercum (Benwell) belegt. Die Ausgrabungen brachten in der Mitte der Ostmauer u. a. auch eine Ansammlung von Keramikscherben ans Tageslicht, wahrscheinlich befand sich hier ursprünglich ein Fenster. Keramikreste aus dem 18. Jahrhundert lassen vermuten, dass die Turmruine in dieser Zeit überbaut war.

1971 wurde die Fundstätte unter den Schutz von English Heritage gestellt, das Mauerwerk wurde restauriert bzw. konserviert und öffentlich zugänglich gemacht. Der Turm und die daran angeschlossene Wallsektion können unentgeltlich besichtigt werden.

Ruine von WT 7B und die daran angeschlossenen Reste des Walls, Ansicht aus West
Innenbereich des WT 7B
8 Meilenkastell West Denton Oberirdisch nicht sichtbar, das Areal des MK 8 liegt im Stadtteil West Denton, Newcastle upon Tyne, unter der Fahrbahn der A69. Bautyp unbekannt. Sein Gelände und das seiner benachbarten WT wurden in den 1920er Jahren ergraben. Dabei wurde festgestellt, dass das MK durch Steinraub komplett abgetragen worden war. 1930 ermittelte Madeleine Hope Dodds die Distanz zum nächstgelegenen MK 9, sie betrug 1465 m. An Funden kam zwischen 1969 und 1980 vor allem noch antike Keramikscherben und einige steinerne Figurenköpfe keltischer Provenienz zum Vorschein, die vermutlich zu einem örtlichen Heiligtum gehört hatten oder von einer Auxiliareinheit vom Kontinent hierhergebracht worden waren.[32]
8A Turm West Denton Der WT wird (anhand von 1929 gemachten Keramikfunden) 477 m westlich des MK 8 vermutet. Der dafür in Frage kommende Platz befindet sich heute unter einer Straße, Überreste sind keine sichtbar.
8B Turm Union Hall Der WT wurde 1929 entdeckt, er befand sich etwa 501 m östlich des MK 9, die Quellenlage hierzu ist jedoch widersprüchlich. Bei seiner Freilegung führte die damalige Straßentrasse noch knapp an der Südmauer des WT vorbei. Sie war 6,5 m lang, mit einem Eingang versehen und noch zwei Steinlagen hoch erhalten. Als man die Straße später verlegte, wurde auch der WT zerstört. Heute sind keine Überreste mehr sichtbar.
9 Meilenkastell Chapel-House Der Standort des MK ist noch als leichte Erhebung im Gelände erkennbar. Es liegt im Stadtteil West Denton (Newcastle upon Tyne), 270 m von der Chapel-House-Farm entfernt. Der nördliche Teil des Kastellareals wird von der A69 durchschnitten. Das MK zählte zum Bautyp II.[33] Die Wehrmauer des MK umfasste ein Areal von ca. 14,88 m x 18 m und war an ihren Ecken abgerundet. Die Langseite war 2,7 m dick, die Durchfahrt der Tore etwa 2,7 m breit. Die Seitenmauern bestanden aus einem Kern lehmgebundener Bruchsteine und einer Verschalung aus vermörtelten Quadersteinen, ab der siebenden Steinreihe waren auf einigen der Blöcke römische Zahlen zu erkennen (fünf mit VIII, einer mit VIIII und einer mit IX). Es ist möglich, dass sie in den Steinbrüchen eingemeißelt wurden.[34] Der Kasernenblock war relativ klein. Die Besatzung bestand in der Frühzeit vermutlich nur aus 8 Mann, wesentlich niedriger als bei anderen MK. Die in Steinbauweise ausgeführten Kasernen wurden im 3. Jahrhundert auf Räume für etwa 32 Mann erweitert. Im Westen wurde zur gleichen Zeit zwei Gebäude unbekannter Funktion errichtet. 1951 wurde das Nordtor (Typ IV) aufgedeckt.

1840 berichtet der Priester John Hodgson, dass um 1790 beim Chapel House massive Fundamente zum Vorschein kamen (“…on the site called Chapel"), 1858 berichtet Henry MacLauchlan dass Chapel House mittlerweile zerstört ist.[35] 1929 konnten die Überreste des Nord- und des Südwalles entdeckt und die Ausmaße des MK und des Südtores bestimmt werden.[36] Im westlichen Teil des Areals wurde ein Pfostenloch beobachtet, vielleicht ein Hinweis auf eine frühere Holzkonstruktion. Auch die am MK vorbeiführende von Ost nach West verlaufende, 9,8 m breite Militärstraße und der Torweg konnten aufgedeckt werden. 1966 war ein Teil des MK dem Straßenbau zum Opfer gefallen, nur der Südteil war noch erhalten. Militärstraße und Torweg waren ebenfalls zerstört. In den späten 1990er Jahren waren die Reste des MK durch die Landwirtschaft erheblich gefährdet und das Areal musste durch English Heritage unter Schutz gestellt werden. 2000 wurden in der SO-Ecke wieder Ausgrabungen durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass das MK über einem älteren Vorgängerbau errichtet worden war. Östlich des MK konnte auch ein Graben beobachtet werden, ob er zum MK gehörte ist unklar. Wenn dem so ist, wäre MK 9 eines von fünf Exemplaren am Wall, das nachweislich von einem Graben umgeben war.

Die an diesen Platz gefundenen Keramiken decken das gesamte Zeitspektrum des Walles ab. Zwei hier geborgene Münzen wurden in der Regierungszeit von Tetricus I. und Valentinian I. geprägt, MK 9 ist somit eines der zehn Kastellbauten am Wall die auch noch Fundmaterial aus dem 4. Jahrhundert enthielten. Ein weiterer bemerkenswerter Fund wurde in einem antiken Grab außerhalb des Südwalles gemacht. Es enthielt das Skelett eines 17-jährigen Individuums (der Schädel fehlte), eines erwachsenen Mannes und einer etwa 20-jährigen Frau.

9A Turm Sein exakter Standort ist unsicher, da keine sichtbaren Überreste mehr vorhanden sind. Wahrscheinlich ist er von einer Straße im heutigen Walbottle überbaut. Die Suchgrabung im Jahre 1929 führte zu keinem Ergebnis.
9B Turm Walbottle Der WT konnte unter einer Straße bei Hawthorn Terrace, westlich der St. Cuthbert’s Primary School ausgemacht werden. 1928 wurde ein ca. 5,8 m langes Teilstück der Südmauer, die unter einer Hecke nördlich der Straße lag, untersucht. Die exakte Position der Turmstelle ist dennoch umstritten, der Ausgrabungsbericht verortet sie 498 m östlich des MK 10 während andere Quellen die Distanz zum MK mit 520 m angeben.
10 Meilenkastell Walbottle Dene Seine Überreste befinden sich nahe der Ortschaft Throckley, County Tyne and Wear. Das MK wurde im Laufe der Zeit durch landwirtschaftliche Aktivitäten fast vollkommen zerstört. Der Großteil des MK liegt heute unter einer Straße, ein Teil des Nordwalles ist im Garten des Dene House zu sehen. Der südliche Teil des MK ist noch als ca. 0,4 m hohe Erhebung auf einem Acker zu erkennen, auch ein Rest seines Wehrgrabens ist noch sichtbar. Das MK zählt zum Bautyp IV.[37][38] Der Hadrianswall ändert hier seine Richtung um 20 Grad bevor er das Dene Valley durchquert und auf den Great Hill bei Heddon-on-the-Wall ansteigt.[39] Die Umwehrung umfasste eine Fläche von 23,83 m (N-S) x 20 m (W-O). Die Mauern waren rund drei Meter breit. Die Fundamente des elf Meter breiten Nordtores blieben im Garten des Dene House erhalten. Sie bestehen aus zwölf Steinplattenschichten, vom aufgehenden Mauerwerk sind noch drei Steinblöcke erhalten. Zwei der Blöcke weisen Löcher für eine Torangel und einer ein sogenanntes „Lewis Hole“ auf, das zur Anhebung und Positionierung des Steines während der Bauarbeiten diente.

Bei den Grabungen konnte vor allem seine Umwehrung lokalisiert werden. 1864 wurden das Nord- und das Südtor ausgegraben, vom aufgehenden Mauerwerk des Nordtores waren noch zwei Steinreihen erhalten. Weiters konnte ein Fragment einer Inschrift geborgen werden (C[ENTVRIA] CAR[…]), der Inschriftenstein befindet sich heute im Black Gate Museum in Newcastle. 1928 wurde der Ostteil des MK das North of England Excavation Committee untersucht, Reste von Innenbauten konnten dabei nicht festgestellt werden. 1966 führten Mitarbeiter der English Heritage eine Feldbegehung durch, 1979 untersuchte die English Heritage einen 6,4 m langen Abschnitt der Fundamente des Nordwalles, 1988 untersucht und vermaß die Royal Commission of the Historical Monuments of England das Mauerwerk. 1999 legte P. Duffy vom Central Archaeological Services zwei Suchgräben an um den Erhaltungszustand des MK festzustellen. Der Ost- und Westwall wurden dabei aber nicht freigelegt, allerdings fand man an der Westseite eine Steinplatte und in der SO-Ecke einen Ofen.[40] 2000 untersuchte die English Heritage den Wallgraben nahe dem MK.

10A Turm Throckley East Der WT befindet sich ca. 465 m westlich des MK 10 unter der Hexham Road (B6528). Ausgrabungen erfolgten in den Jahren 1930 und 1980. 1930 wurde die Südmauer und vor allem die SO-Ecke des Turms untersucht. Das aufgehende Mauerwerk war 0,91 m breit und teilweise noch fünf Steinlagen hoch erhalten, hier befand sich auch der Eingang. Bei der Notgrabung von 1980 gelang u. a. auch die Identifizierung von insgesamt zwei unterschiedlichen Bodenschichten im Turminneren. Die Turmstelle wurde später wieder zugeschüttet und mit einer Straße überbaut. Sichtbare Überreste sind heute keine mehr vorhanden.

Die Keramik lässt sich – mit wenigen Ausnahmen – größtenteils in die Jahren vor 140 n. Chr. datieren Dies könnte bedeuten, dass der WT nur während der Frühphase des Walls besetzt war, Hinweise für seine Zerstörung in den nachfolgenden Zeitperioden liegen jedoch nicht vor. Das Mauerwerk bestand aus einem Sandstein-Lehmkern der mit grob zugehauenen und vermörtelten Bruchsteinen umgeben war. Die Fundamente setzten sich aus Steinplatten zusammen die auf Lehmgrund aufsassen. Einige Feuer- oder Herdstellen konnten im Eingangsbereich und entlang der Nordwand festgestellt werden. Erwähnenswert ist auch der Fund einer Speerspitze, von vier bearbeiteten Feuersteinen und die Reste einer Treppen- oder Leiterplattform in der SW-Ecke. Die älteste Bodenschicht im WT bestand aus Stampflehm in der eine Serie aus kreuzförmigen Rillen eingearbeitet war. Sie stammen wahrscheinlich aus dem Neoliticum oder der frühen Bronzezeit.

10B Turm Throckley Bislang nicht lokalisiert, da keine sichtbaren Überreste mehr vorhanden sind. Die Turmstelle wird unter der heutigen Hexham Road vermutet. Suchgrabungen in den Jahren 1928 und 1983 führten zu keinen Ergebnissen bzw. Funden. Man fand nur verkohlte Holzreste, die von Flurbereinigungen aus der Aufbauphase des Walles stammen könnten.
11 Meilenkastell Throckley Bank Top Oberirdisch nicht sichtbar, sein Standort wird im Zentrum der Ortschaft Throckley Bank Top, unter oder in der Nähe des Working Men’s Club, vermutet. Über den Bautyp des MK ist nichts bekannt. Zwischen 1858 und 2000 wurde zwar wiederholt versucht die Überreste des MK aufzudecken, diese Untersuchungen verliefen jedoch ergebnislos. 1879 konnte etwas weiter nördlich ein Hortfund, bestehend aus 5000 römischen Silbermünzen (244 bis 275 n. Chr.), geborgen werden.[41]
Standort MK 11, Working Man’s Club
11A Turm Heddon Hall 1928 durchgeführte Untersuchungen zur Lokalisierung des WT führten zu keinen Ergebnissen.
11B Turm Great Hill Der Standort des WT befand sich auf dem Great Hill. Sichtbare Reste sind keine mehr vorhanden, die Turmstelle ist nur durch - um 1919 gemachte - Funde römerzeitlicher Keramik gesichert.
12 Meilenkastell Heddon-on-the-Wall Oberirdisch nicht sichtbar, die Überreste des MK liegen unter einem Bauernhof, direkt gegenüber dem Wohnhaus.[42] Nur wenig untersucht, der Bautyp des MK ist unbekannt.[43] Um 1746 wurden beim Straßenbau zwei Inschriften aus der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts gefunden, die über Renovierungsarbeiten der Legio VI Victrix am Hadrianswall berichten (LEG VI V P F REF TER ET SAC COS, Tertullus und Sacerdos waren die Konsuln des Jahres 158 n. Chr.) 1752 wurde ein großer Münzhortfund in einem hölzernen Behälter geborgen, 1820 wurde ein weiterer, kleinerer, Hortfund entdeckt. Sie enthielten Münzen die zwischen der Regierungszeit des Maximian (286 – 305 n. Chr.) und Arcadius (383–408 n. Chr.) geprägt wurden. 1926 wurde angeblich das Nordtor lokalisiert, 1928-1929 wieder erfolgten neue, allerdings erfolglose Untersuchungen. 1966 und 1989 untersuchte English Heritage das Areal, konnte aber keine Spuren des MK mehr entdecken.
Der Hadrianswall bei Heddon-on-the-Wall östlich des MK 12
12A Turm Heddon West Der WT befand sich neben (oder unter) der B6318 in westnördlicher Richtung, nicht weit von Heddon-on-the-Wall und 501 m vom MK 12 entfernt. Sichtbare Überreste sind keine mehr vorhanden. Er wurde erstmals 1928 lokalisiert und 1930 oberflächlich untersucht. Vom aufgehenden Mauerwerk waren aber nur noch die Fundamente bis an die Kante der Fahrbahn erhalten geblieben. Der Innenbereich des Turms war zu stark zerstört um noch verwertbare Erkenntnisse daraus ziehen zu können. Die Wände waren 1,22 m dick, der Eingang lag im Osten.
12B Turm North Lodge Der WT befand sich direkt neben einer alten Militärstraße, an einem Punkt unweit der B6318, es existiert dort immer noch ein schmaler gepflasterter Abschnitt. Sichtbare Überreste sind heute keine mehr vorhanden. Er konnte erstmals 1928 lokalisiert werden, 496 m von Turm 12A und 483 m vom MK 13 entfernt. Bei einer Ausgrabung im Jahre 1930 wurde festgestellt, dass er baugleich mit 12A war. An seiner Südseite wurden auch Reste einer rechteckigen Treppenplattform entdeckt.
13 Meilenkastell Rudchester Burn Die Reste des MK sind noch als leichte Erhebung südlich der Straße B6318 zu erkennen, bauhistorisch zählt es zum Typ I. Wahrscheinlich wurde es von der Legio II Augusta errichtet.[44] Seine Abmessungen betragen 15.24 m x 17.91 m die Seitenwälle waren 2.34 m breit.[45] Die Schwelle des Nordtores war 23 cm breit, möglicherweise verkleinert man später die Durchfahrt. 1776 wurde in der Nähe ein Topf mit 516 römischen Gold- und Silbermünzen geborgen, die Schlussmünze wurde 168 n. Chr. geprägt. 1930 werden der Bautyp des Tors und die Ausmaße des MK festgestellt.[46] 1955 führt die English Heritage eine Feldbegehung durch. Hierbei wurde festgestellt, dass das die Reste des MK noch schwach erkennbar waren. 1989 wird das MK von English Heritage neu vermessen. Die Mauerreste waren noch 0,2 m bis 0,4 m hoch erhalten, im Osten fällt das Gelände um 4 m ab. Die Kastellplattform maß annähernd 20 m an der Ost-West-Seite und rund 13 m an der Nord-Süd-Seite.
13A Turm Rudchester East Die Überreste des WT lagen an der B6318 und wurden 1930 untersucht. Unterschiede zur Konstruktion unmittelbar benachbarter Türme konnten keine festgestellt werden. Auch hier konnte in seinem Inneren eine rechteckige Treppenplattform an der Südseite nachgewiesen werden. Die aus vermörtelten Bruchsteinen bestehenden Wände waren 1,22 m breit, der Eingang lag im Osten. Der Wall selbst war an dieser Stelle 2,82 m breit. Zwischen WT 13A und 13B liegt das Kastell Vindobala (Rudchester).
13B Turm Rudchester West Vom diesem WT sind keine sichtbaren Überreste mehr vorhanden. Er befand sich vermutlich ca. 73 m westlich des Kastell Vindobala, in der Nähe eines alten Mauthäuschens.
14 Meilenkastell March Burn Seine Überreste liegen auf einer ca. 0,4 m hohen Erhebung, südlich der Straße B6318 und etwa einen Kilometer westlich der Anschlußstraße zur Rudchester-Farm.[47] Das MK zählte zum Typ I. Die Bauart des Nordtores ist unbekannt, es ähnelte vermutlich dem Tor von MK 37 und wurde später zugemauert. Die Befestigung war relativ groß, seine Längsachse war 18.29 m lang. An der Westseite konnte eine 5,11 m breite Kaserne beobachtet werden. 1930 wurde der Standort des MK durch einen Landschaftsfotografen erkannt. 1946 ermittelt Stevens die Ausmaße der Befestigung und untersuchte das Nordtor, vom Südtor konnten keine Überreste gefunden werden. 1966 und 1989 untersuchte English Heritage das Areal, es konnten daraus aber keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden.
14A Turm Eppies Hill Oberirdisch nicht mehr sichtbar. John Horsley berichtet noch von deutlich sichtbaren Resten, seine Angaben zum Standort des Turmes waren jedoch mehrdeutig und unpräzise. 1966 wurden bei einer Feldbegehung des English Heritage, auf der höchsten Erhebung des Eppies Hill, nur eine Ansammlung von Steinen unter einer Feldhecke vorgefunden, die möglicherweise einst zu diesem Turm gehörten.
14B Keine Daten.
15 Meilenkastell Whitchester Oberirdisch nicht sichtbar, nur wenig untersucht, Ausgrabungen wurden keine durchgeführt. Das MK lag auf einer leicht abschüssigen Terrasse südlich der B6318, etwa drei Kilometer westlich der Kreuzung mit der A69.[48] Es zählte zum Typ II, die Machart der Tore ist unbekannt. Befestigungen dieser Bauart wurden am Hadrianswall entweder von der Legio VI Victrix oder der Legio XX Valeria Victrix errichtet.[49] 1958 wurde die Umrisse des MK auf einem Luftbild der RAF erkannt, 1966 gelang es English Heritage bei einer Feldbegehung den Bautyp des MK ermitteln. 1989 vermisst English Heritage den Standort des MK, die Terrasse ist ca. 1 m hoch, im Westen, Osten und Süden war sie von einem Graben umgeben.
15A Der Turm wurde 1931 lokalisiert. Bei einer Feldbegehung des English Heritage im Jahre 1966 wurde festgestellt, dass der WT zwischenzeitlich von einer Straße überbaut worden war.
15B Seine Position wurde ebenfalls 1931 erkannt. Laut Ausgrabungsreport waren nur mehr die Fundamente vorhanden. English Heritage Field untersuchte 1966 die Turmstelle die nun ebenfalls von einer Straße überbaut war. Eine weitere Untersuchung des English Heritage im Jahre 1989 ließ jedoch Zweifel an der Standortbestimmung von 1931 aufkommen.
16 Meilenkastell Harlow Hill Oberirdisch nicht sichtbar, nur wenig untersucht. Das MK liegt im County Northumberland, südlich der B6318. Es stand vermutlich auf einer Terrasse (Länge der Nord-Süd-Achse ca. 23 m) am Kamm des Harlow Hill von wo aus die Besatzung eine gute Sicht auf das Umland hatte. Über Baudetails oder -typ ist nichts bekannt. Der Hadrianswall wurde an diesem Abschnitt durch den Bau der B6318 fast vollständig abgetragen.[50] 1732 untersucht John Horsley erstmals die Fundamente des MK, bei Ausgrabungen in den 1920er Jahren können keine Überreste entdeckt werden, 1930 wird versucht die genaue Position des MK festzustellen, in den 1950er Jahren führen die beiden Archäologen Hepple und Richmond am Areal noch einmal Grabungen durch.
16A 1930 angeblich von Thomas Hepple entdeckt, in seinem Nachlass findet sich jedoch nirgendwo ein entsprechender Eintragung. Die Turmstelle befand sich vermutlich unter einer im 18. Jahrhundert angelegten Militärstraße, der heutigen B6318. Bei einer neuerlichen Untersuchung im Jahre 1966 konnten keine sichtbaren Überreste mehr vorgefunden werden.
16B Turm Great Northern Reservoir 1930 ebenfalls angeblich von Hepple lokalisiert. Aber auch hiefür fanden sich keinerlei Notizen in seinen Unterlagen. Der WT befand sich wahrscheinlich an der B6318, beim Great Northern Reservoir (oder auch Whittle Dene reservoir complex). Die Örtlichkeit von WT 16A wurde letztmals 1966 untersucht, es konnten keine sichtbaren Überreste mehr beobachtet werden.
17 Meilenkastell Welton/Whittle Dene Das MK vom Bautyp I ist noch als leichte, 14.93 m x 17.68 m messende Erhebung im Gelände zu erkennen. Es liegt nahe der Ortschaft Welton, County Northumberland, rund 200 m von den Whittle Dene Reservoirs entfernt. Seine Ost-Westseite war 16 m, die Nord-Südseite 15 m lang, die Seitenwälle hatten eine Breite von 2,41 m. Die Ausgrabungen brachten zahlreiche Funde zutage die eine nachrömische Nutzung bewiesen. Die benachbarten Wachtürme liegen direkt an der B3618. Landwirtschaftliche Tätigkeit hat die Überreste des MK fast zum Verschwinden gebracht. Nur an der Ostseite sind heute noch einige verstreute Bausteine der Umwehrung zu sehen.

174 m westlich des MK ändert sich die Bauart des Hadrianswalles. Vermutlich begann hier der Bauabschnitt einer anderen Legion. 1931 stellte man hier fest, dass sich östlich des MK die Breite der Wallfundamente änderte, westlich der Befestigung wurden etwas kleinere Bausteine für die Mauer verwendet. Weiters hatten die östlich gelegenen Wachtürme bis WT 12A die Eingänge im Osten und dickere Wände, bei den westlichen bis WT 21A hingegen lagen sie im Westen und die Wände waren schmäler. Ein nahe dem MK entdeckter (heute verschollener) Meilenstein stammte aus dem Jahr 213 n. Chr. und nennt in seiner Inschrift den Statthalter Gaius Julius Marcus. Sein Name ist für Britannien nur von diesem Exemplar bekannt, da er unter Kaiser Caracalla in Ungnade fiel und sein Name aus den Inschriften eradiert wurde.[51] Der Historiker Guy de la Bédoyère nimmt an, dass Marcus arretiert, des Hochverrats angeklagt und danach hingerichtet wurde.

1732 wurde das MK von John Horseley lokalisiert, 1931 wurde der nördliche Teil des MK vom Archäologen Hepple untersucht und sein Bautyp festgestellt. Teilweise wurden dabei auch die Überreste (0,8 m hoch, 3,3 m breit) der Nordmauer freigelegt. Im gleichen Jahr erforschten Birley, Brewis und Simpson den schmäleren Abschnitt des Hadrianswalles und vermessen den Umfang des MK. Das Nordtor war noch gut erhalten, ein Stück der Auskleidung der Torangel wurde geborgen und nach Newcastle in das Black Gate Museum gebracht. Am 14. Juli 1997 wird das Areal des MK unter Schutz gestellt. Das Centre for Archaeology führt 1999 im gleichen Jahr eine Untersuchung des MK durch. Dabei werden zwei Suchgräben ausgehoben von denen einer die westliche Umwehrung kreuzt. Es wurde festgestellt, dass das Areal unter einer dicken Schwemmsandschicht begraben war. Außerhalb der Wälle wurde eine römerzeitliche Sickergrube entdeckt. Im inneren des MK stieß man hauptsächlich auf poströmische Mauerreste und Funde, wahrscheinlich wurde es nach Abzug der Besatzung als Viehpferch genutzt. Die Mauern stammten wahrscheinlich aus dem 19. Jahrhundert, da sie in früheren Berichten nicht erwähnt werden.[52]

Der Hadrianswall nahe dem MK 17, Whittle Dene Reservoirs
17A Turm Welton East 1931 ausgegraben, dabei wurde in der SW-Ecke der Eingang, im SO eine steinerne Leiter- oder Treppenplattform und im NE eine weitere Platform unbestimmter Funktion entdeckt. Der bemerkenswerteste Fund war ein Wurfgeschoss aus Tuffstein, der für Katapulte (ballista) verwendet wurde. Heute sind keine sichtbaren Überreste des WT mehr vorhanden, da er unter der Fahrbahn der B3618 liegt.

Am 14. Juli 1997 wurde das Areal unter Denkmalschutz gestellt.

17B Der WT wurde von John Horsley entdeckt und dürfte zur selben Zeit wie WT 17A entstanden sein. Die Turmstelle wurde am 11. Juni 1931 wiederentdeckt und ein Jahr später untersucht. Man stellte fest, dass er baugleich mit 17A war (Eingang im SW, Treppenaufgang im SO) Da auch diese Turmstelle z.g.T. von der B3618 überbaut ist, sind keine sichtbaren Überreste mehr vorhanden.
18 Meilenkastell East Wallhouse Wenig untersucht. Das MK befindet sich westlich von East Wallhouses in Northumberland, in der Nähe einer Bauernhofes an der B3618. Seine Reste sind noch als leichte 0,5 m hohe Erhebung im Gelände erkennbar. Die Befestigung unterscheidet sich in einigen Details von den anderen MK am Hadrianswall. In der Forschung wird angenommen, das es von einer der drei Legionen in Britannien begonnen aber dann von einer anderen fertiggestellt worden sein muß. Das MK wurde 1931 entdeckt und untersucht. 1978 fand man bei Ausgrabungen in der Nähe eines Bauernhofes die Reste einer Pflasterung aus Sandsteinblöcken die vermutlich zur südlichen Wallstraße gehörten. 1999 fand man etwa 13 m der südlichen Ausfallstraße und den U-förmigen Wehrgraben das das MK umgab. Er war zwischen 2,74 und 2,96 m tief, ein Übergang konnte aber nicht gefunden werden. Das MK zählte zu den Langachsenexemplaren, sein Tor zum Typ I, diese MK wurden für gewöhnlich von der Legio VI Victrix oder der Legio XX Valeria Victrix erbaut. Das Tor wiederum wäre aber eher den Bauwerken der Legio II Augusta zuzuordnen. Das MK ist das einzige von den 80 anderen am Wall, der die Konstruktionsmerkmale der Langachsengebäude und des Tor von Typ I in sich vereint. Das Tor ist im Vergleich zu den anderen Exemplaren allerdings etwas einfacher ausgeführt. Der Nordwall ist etwas breiter als die Seitenwälle. Die Abmessungen betragen von Ost nach West 16,36 m und von Nord nach Süd 18,14 m. Am 14. Juli 1997 wurde sein Areal unter Schutz gestellt.[53]
Areal des MK 18
18A Turm Wallhouses East Der WT befindet sich an der Kreuzung der Moorhouse Road mit der B3618. Seine Position ist an einer leichten Geländeerhebung an einer Hecke erkennbar. Als er 1931 entdeckt wurde, war noch seine aus sechs Treppen bestehende Leiterplattform erhalten. Während der Grabungen konnte auch die Schleuderkugel einer ballistae geborgen werden. 1980-1981 konnten westlich des WT beim Bau einer Pipeline der Wallgraben beobachtet werden, er war an diesem Punkt 8 m breit und 2,29 m tief. Die Erdwälle auf beiden Seiten des Grabens wurden in der Antoninischen Periode aufgeworfen. Das Areal wurde wahrscheinlich schon vor Errichtung des Hadrianswalles landwirtschaftlich genutzt, wie Spuren von Pflugscharen annehmen lassen. Das Areal von WT 18A wurde - gleichzeitig mit dem MK - unter Schutz gestellt.
Datei:WT 18a East Hadrianswall Rekonstruktionsversuch.jpg
Rekonstruktionsversuch von Turm 18a nach Fields/Spedaliere
18B Turm Wallhouses West Der WT liegt heute am Rand der B3618. Er war früher größtenteils von einem - heute zerstörten – Mauthäuschen überbaut. Überreste sind heute keine mehr vorhanden. Der WT wurde teilweise 1931 und 1959 vollständig von Mitarbeitern der Durham University ausgegraben. Bei den Ausgrabungen konnte sein Stampflehmboden, und am Eingang ein Ofen freigelegt werden. Der Turm wurde wahrscheinlich auch einige Zeit als Metallwerkstätte verwendet, da im Ofen Schlackenreste gefunden wurden. In einer nahegelegenen kleinen Grube wurde Holzkohle gelagert. An Metallgegenständen wurden ein Schildbuckel und 60 Schuhnägel geborgen. Vermutlich wurden hier u. a. Caligae repariert. Erwähnenswert wären auch noch der Fund von einigen Kupferfragmenten, einer Knochenplatte, Keramikscherben sowie Knochen von Kühen, Schweinen und Fischreste. Anhand dieser Funde lassen sich zwei Nutzungsperioden unterscheiden die durch eine Geröllschicht getrennt sind. Die Untersuchungen der Durham University brachten weiters zutage, dass das Gebäude wahrscheinlich ab dem späten 2. Jahrhundert n. Chr. nicht mehr militärisch genutzt wurde.
19 Meilenkastell Matfen Piers Das MK befindet sich 150 m östlich des Weilers Matfen Piers am Abschnitt der Schmalversion des Hadrianswalles. Sein Areal ist heute von der B6318 überbaut. Das MK wurde größtenteils durch die jahrhundertelange landwirtschaftliche Tätigkeit zerstört.

1858 entdeckt Henry MacLauchlan das MK und erwähnt es in seinem Untersuchungsbericht über den Wall. 1867 scheint es in John Collingwood Bruce Buch, „The Roman Wall“, auf. 1931 führt Eric Birley gemeinsam mit dem North of England Excavation Committee, während ihrer Arbeiten an der Straße von Carlisle nach Newcastle, auf dem Areal die ersten Grabungen durch. Birley entdeckte beim Südtor dabei auch einen Weihealtar der Matronengottheiten, ein kleineres Altarexemplar wurde etwas später bei einem der benachbarten Wachturm entdeckt. 1935 wird das MK durch Frank G. Simpson untersucht. 1980 wird bei Pflügarbeiten die Wand eines Hauses der Innenbebauung freigelegt. Am 14. Juli 1997 wurde die Fundstelle unter Schutz gestellt. 1999 führte das English Heritage einige Sondierungen an der Ost- und Südseite durch. An Funden konnte die Reste von Eisengeräten, Glasfragmente, Tierknochen, ein Sesterz aus der Zeit des Hadrian (125-138) und Keramikschereben (manche aus prärömischer Zeit aber die meisten aus dem 2. bis 3. Jahrhundert n. Chr.) geborgen werden.

Sichtbar ist nur noch eine südlich der Straße gelegene, ca. 0,15 m hohe Erhebung, das teilweise unter einer Hecke und auf einem Getreidefeld liegt. Das MK zählte zum Langachsentyp, für die Errichtung von Befestigungen dieser Konstruktionsart war die legio VI Victrix, stationiert im Legionslager Eboracum, verantwortlich. Die im Vergleich zu anderen MK eher schmalen Mauern bestanden aus bearbeiteten, vermörtelten Blöcken, die einen Bruchsteinkern ummantelten. Die Umwehrung misst von West nach Ost 16,25 m und von Nord nach Süd 17,2 m. Darin integriert ein stark verwitteter Sandsteinfelsen der entweder dorthin gebracht worden oder natürlichen Ursprungs war. Das Nordtor war fast gänzlich verschwunden, nur schwache Reste seiner Fundamente waren noch vorhanden. An der Südwestseite des Tores wurde ein Herd entdeckt, vermutlich wurde es schon in der Römerzeit wieder zugemauert. Am besten war die Westseite des MK erhalten. Die Ausgrabung in den 1990er Jahren brachte hier die Reste des antiken Lehmbodens zutage, der möglicherweise auch noch von einer Schicht festgestampfter Erde überdeckt war. Die Untersuchung der Torfundamente ermöglichte ihre Zuordnung zum Typ III. Die Überreste des Südwalles ließen eine Schmalkonstruktion der Umwehrung erkennen. Der Ostwall war durch Steinraub fast komplett verschwunden. Die Breite des Hadrianswalles nahm 27,5 m östlich des MK 19 stufenweise auf 2,44 m ab. Wahrscheinlich war der Wall hier einmal beschädigt oder baufällig und dann repariert worden. Noch etwas weiter südlich war noch ein ehemaliger Dammweg über den Wallgraben erkennbar.

Der in den 1930er Jahren aufgefundene Weihealtar stammt aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. Eric Birley nahm an, dass er zum Inventar eines nahe gelegenen kleinen Tempels gehörte. Es wäre auch möglich, dass das MK nachträglich zu einem Kultgebäude umgestaltet wurde. Der Fund derartiger Altäre am Hadrianswall ist nichts ungewöhnliches, insgesamt sind noch 13 andere Exemplare bekannt. Besonders die Inschrift macht diesen Altar für die römische Militärgeschichte Britanniens interesant. Sie lautet: "MATRIB TEMPL CVM ARA VEX COH I VARD INSTANTE P D V VSLM" Übersetzung: "Für die Muttergottheiten, dieser Tempel und sein Altar [wurde erbaut] von der ersten Kohorte der Varduli, unter dem Befehl von P[ublius] D[omitius?] V[?],die mit Freude und Demut ihr Gelübde erfüllt haben." Der Altar befindet sich heute in der Sammlung der Durham University, Museum of Archaeology.

Areal des MK 19
19A Turm East Clarewood Der WT liegt heute zum Großteil unter der B3618. Ein Überrest des aus Bruchsteinen bestehenden aufgehenden Mauerwerks, etwa 5 m lang und 0,8 m hoch, ist noch in einer Hecke zu erkennen. Der Turmeingang lag an der SW-Ecke. Er wurde bereits zur Römerzeit aufgegeben, nach den Keramikfunden zu urteilen stand er bis 200 n. Chr. in Verwendung. Die Turmstelle wurde 1932 von Eric Birley untersucht. Von seiner Machart her ähnelte er stark den benachbarten Türmen 18 A und B. mit Ausnahme der Fundamentmulde die mit Baumaterial vom Wall aus einer früheren Bauperiode aufgefüllt war. Im angrenzenden vallum selbst wurde ein Türpfosten und ein Hypokaustpfeiler entdeckt, südlich des WT 19A sind auch einige bauliche Unregelmäßigkeiten erkennbar. Der WT wurde gleichzeitig mit dem MK als historisches Denkmal unter Schutz gestellt.
19B Turm West Clarewood Der WT liegt heute ebenfalls teilweise unter der B3618, sichtbare Überreste sind von ihm keine mehr vorhanden. Die Turmstelle wurde 1932 untersucht. Seine Mauern bestanden aus vermörtelten Lehmziegeln, sie waren etwas breiter als bei vergleichbaren Türmen in diesem Wallabschnitt (2,97 m) Der Eingang lag in der SW-Ecke des Gebäudes. Unter den mit Steinfliesen gepflasterten Boden wurde ein kleiner Weihealtar entdeckt, dessen Relief ein Gefäß, ein Messer und ein Phallussymbol darstellte. Eine Inschrift war auf ihm nicht vorhanden. Östlich des Turms fanden sich am südlichen Hang des vallums noch einige andere interessante Funde. Auch dieser Turm verlor wahrscheinlich während des 2. Jahrhunderts n. Chr. seine militärische Funktion. Turm 19B wurde ebenfalls – wie auch der Altar - unter Denkmalschutz gestellt.
Die Turmstelle 19B wird durch den Brennesselbewuchs markiert
20 Meilenkastell Halton Shields Nicht untersucht, das MK wird unter den Gärten von drei Häusern im Osten des Weilers Halton Shields (Northumberland) vermutet.[54]
Standort des MK 20 in Halton Shields
21 Meilenkastell Down Hill Das MK wurde durch Bodenradarmessungen nachgewiesen, sichtbare Überreste sind durch die Verwendung des Baumaterials zur Pflasterung einer Straße und den nahegelegenen Steinbruch keine mehr vorhanden. Sein Areal liegt teilweise unter einer Weide und einer Straße. Der Bautyp ist nicht bekannt. 1966 und 1989 nimmt die English Heritage Feldbegehungen vor, Überreste können dabei aber keine entdeckt werden.
Der aufgelassene Steinbruch beim Standort des MK 21
21A Turm Red House Der WT lag vermutlich 73 m östlich von Kastell Onnum, die Positionierung ist jedoch unsicher, seine Überreste sind heute von einer Straße überbaut.
Areal des WT 21B
21B Turm Fence Burn Der WT liegt teilweise unter der B6318, seine exakte Position wird durch einen kleinen Erdhügel markiert. 1930 wurden einige Keramikfragmente geborgen.
22 Meilenkastell Portgate Das MK liegt auf einer flachen, mit Torf bedeckten Terrasse, 200 m westlich des Portgate Kreisverkehrs, die Verbindung zwischen der A68 und der B6318. Die Terrasse ist an der Ostseite ca. 5 m hoch. Das Kastell wurde zwischen 1966 und 1992 mehrmals untersucht. Vermutlich zählte es zu den MK des Bautyp III die von der Legio VI Victrix aus Eboracum erbaut wurden.[55] Die Querachse des MK misst 16.76 m, die Maße der Längsachse konnte nicht ermittelt werden. Das MK entstand gleichzeitig mit der verkleinerten Version des Hadrianswalles. Der Wall war im Bereich des MK 3,05 m breit.[56] Einige Zeit nach seiner Fertigstellung wurde das Nordtor mit einer 1 m dicken Mauer verschlossen. Dies stand vermutlich mit Einrichtung des nahegelegenen Portgate als einzigen Grenzübergang an diesem Wallabschnitt im Zusammenhang (siehe dazu auch Abschnitt "Kastelle, Sicherungsanlagen und Verteidigungsstrategie"). 1930 wurde der Querschnitt des MK sowie die Breite seiner Seitenmauern ermittelt (2,4 m), der Nordwall maß 2,7 m. Das aufgehende Mauerwerk des Südwalles war teilweise noch fünf Steinreihen hoch.
Areal des MK 22 in der Nähe von Halton
Walltor Portgate Bei Halton, Northumberland, befand sich zwischen MK 22 und Turm 22A ein befestigtes und streng bewachtes Walltor, das heute als Portgate bekannt ist. Seine Überreste liegen zwischen der Gaststätte Errington Arms und der B6318. Südwestlich des Stagshaw Roundabout (Kreisverkehrsanlage) sind noch zwei kurze Abschnitte des Westteils des Tores sichtbar. Durch dieses Tor verlief eine – ca. 50 Jahre vor dem Wall erbaute - Römerstraße. Seit dem Mittelalter ist diese Straße als Dere Street bekannt. 1732 lokalisierte John Horsley seine Überreste und beschrieb sie folgendermaßen: "Die Überreste haben die Form eines quadratischen Kastells, halb in den Wall gebaut und halb davor. Vermutlich wurde es im Norden durch einen Graben gesichert." [57] 1955 führte das English Heritage Felduntersuchungen durch. Dabei wurde festgestellt, dass sich östlich der Dere Street der Wehrgraben offensichtlich nach Norden drehte und dann der Straße für eine kurze Strecke folgte, wahrscheinlich handelte es sich dabei aber nur um einen modernen Entwässerungsgräben. Der westliche Turm konnte bei einer Ausgrabung im Jahre 1966 von D. Charlesworth nachgewiesen werden. Der nördliche Wallgraben führte um das Tor herum.

Die Besatzung von Portgate überwachte den Grenzverkehr auf einer der wichtigsten Fernverkehrsverbindungen in den Norden der Insel (High Rochester und Schottland). Das aufgehende Mauerwerk des Tores bestand aus ungewöhnlich großen und handbearbeiteten Blöcken. Die Befestigungsanlage hatte wohl einen rechteckigen Grundriss und war mit zwei Flankentürmen, ähnlich wie das Kastelltor von Arbeia versehen. Die beiden Flankentürme ragten bis zu 3,06 m hinter bzw. 3,66 m vor den Wall vor. Der antike Name des Tores ist nicht bekannt, der heutige dürfte angelsächsischen Ursprungs sein.[58][59][60]

22A Turm Portgate Die Reste des Turmes befinden sich – bis auf seine Südseite – größtenteils unter der B6318. Die Fundamente der Südwand ist noch unter einem Zaun, unmittelbar südlich der Straße erkennbar. Bei einer im Jahr 1930 durchgeführten Ausgrabung wurde festgestellt, dass das aufgehende Mauerwerk auf der Westseite noch vier Steinreihen hoch und drei im Osten erhalten war. Der Turm weist eine etwas andere Konstruktionsart auf, nämlich die, die die Baumeister bei den Exemplaren ab MK 22 anwandten. In unmittelbarer Nähe wurde 1850 ein Stein mit der Aufschrift "Fulgar divom" (= Götterblitz) geborgen. Vermutlich markierte er eine Stelle, wo einst ein Blitz eingeschlagen hatte.
Turmstelle 22A
22B Turm Stanley Der WT konnte 1930 von William Hutton lokalisiert werden. Er befindet sich unter der B6318, etwa 9 m westlich der Zufahrt zur Portgate Farm. Überreste sind keine mehr sichtbar. Laut Hutton war nur noch der umlaufende Graben gut sichtbar .
Turmstelle 22B
23 Meilenkastell Stanley Das MK ist noch als etwa ein Meter hohe Geländeerhebung auf einer Weide südlich der B6318, rund 1,5 km westlich der Kreuzung mit der A68, erkennbar. Es wurde durch landwirtschaftliche Tätigkeit fast vollständig abgetragen. Als oberflächliche Spuren haben sich nur Reste eines umlaufenden Grabens im Süden und Osten erhalten. Es zählte vermutlich zum Bautyp III oder IV (Langachse).[61] Seine Querachse misst 15,24 m und hat relativ breite Ost- und Westmauern, auch der Hadrianswall wird an dieser Stelle wieder breiter). Die Dimensionen der MK-Südmauer sind unbekannt.[62] Der Graben des Hadrianswall weist in diesem Abschnitt ein etwas vom üblichen Standard abweichendes Sohlenprofil auf. Zusätzlich findet sich hier eine acht Meter breite Unterbrechung, vermutlich die Überreste eines – später entfernten – Dammweges. 1930 lokalisierte T. Hepple das MK und identifizierte seinen Bautyp. 1952 wurden der Graben und der Dammweg untersucht. 1966 und 1989 führte English Heritage zwei Geländebegehungen durch.
Areal des MK 23
23A Turm Stanley Plantation Der 1920 entdeckte WT ist heute von der Oberfläche vollkommen verschwunden. Seine Überreste liegen unter der B6318.
23B Turm Wall Fell Ebenfalls keine Spuren an der Oberfläche mehr erhalten. Sein Standort konnte nur mit Hilfe der Position von Turm 23A ermittelt werden. Seine Überreste liegen unter der B6318.
24 Meilenkastell Wall Fell Seine Überreste sind noch als kleine Geländerhebungen erkennbar. Es liegt südlich der B6318, rund drei Kilometer westlich der Kreuzung mit der A68. Bautechnisch gehört es wahrscheinlich zum Langachsentyp, die Konstruktionsart des Nordtores ist nicht bekannt.[63] Das MK hatte relativ breite Seitenwälle, seine Querachse maß 15,24 m. Auch der Hadrianswall ist an diesem Punkt wieder breiter ausgeführt. Veränderungen im Pflanzenbewuchs am Grabenabschnitt des Südtores lassen einen Übergang (Dammweg) vermuten der später wieder entfernt wurde. Das MK wurde 1879 von James Irwin Coates erstmals untersucht und beschrieben.[64] 1930 konnte der exakte Standort und einige Konstruktionsdetails ermittelt werden. 1966 untersuchte English Heritage das Areal. Dabei konnte seine Position neuerlich bestätigt werden. Die Umwehrung war noch als 0,5 m hohe Erhebung erkennbar, im NO waren Spuren des Mauerwerks nachweisbar. 1989 stellte English Heritage bei einer weiteren Feldbegehung Anzeichen einer Raubgrabung fest.
Die Überreste des MK 24
25 Meilenkastell Codlaw Hill Das MK liegt etwa drei Kilometer von der Ortschaft Low Brunton ( Northumberland) südlich der B6318, fünf Kilometer westlich der Kreuzung mit der A68, entfernt. Seine Überreste sind noch als ca. 1 m hohe, mit Gras bewachsene Erhebung im Gelände auszumachen. Es zählt zum Langachsentyp und wurde deswegen vermutlich von der legio VI Victrix erbaut.[65] Das MK wurde 1930 erstmals lokalisiert und anschließend von Thomas Hepple untersucht. 1946 fertigten Piloten der Royal Air Force Luftaufnahmen des Kastellareals an. Zehn Jahre später führte die English Heritage eine Feldbegehung durch bei der aber keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden konnten. Die Querachse der Befestigung misst 15,24 m, die West- und Ostwälle sind relativ breit konstruiert, gleich wie der Hadrianswall an diesem Abschnitt. Nordtor und Nordwall liegen heute unter der Straße.[66] Im Süden konnten Spuren des rückwärtigen Wehrgrabens nachgewiesen werden, von der hinter dem Grenzwall verlaufenden römischen Militärstraße konnten bislang keine Reste entdeckt werden. Wahrscheinlich sicherte das MK hier einen Grenzübergang.
Standort des MK 25 bei Low Brunton
26 Meilenkastell Plantrees Keine Daten.
26A Turm
26B Turm Brunton
WT 26B
27 Meilenkastell Low Brunton Wenig untersucht, keine Reste des MK oder des Walles oberirdisch sichtbar. Der Standort des MK liegt westlich der Ortschaft Low Brunton, auf einer Viehweide nahe der - heute aufgelassenen - Bahnstrecke der Border Counties Railway und der römischen Brücke beim Kastell Chesters.
Areal um das MK 27
28 Meilenkastell Walwick Keine Daten.
29 Meilenkastell Black Carts Keine Daten.
30 Meilenkastell Limestone Corner Keine Daten.
31 Meilenkastell Carrawburgh Keine Daten.
32 Keine Daten.
33 Meilenkastell Shield on the Wall Seine Überreste wurden wenige Meter neben der B6318 lokalisiert und sind noch deutlich erkennbar. 1930 wurde beim Nordtor das Fragment eines Reliefsteines mit ausgeprägten Laubornamenten entdeckt. 1935-1936 wurde das MK ausgegraben und vermessen. 1966 fand eine Feldbegehung durch das English Heritage statt, wobei die Ergebnisse von 1935-1936 bestätigt werden konnten. 1988 wurde das Areal noch einmal von Mitarbeitern des English Heritage untersucht und vermessen.

Das MK zählt zum Langachsenbautyp II und wurde vermutlich von der legio XX Valeria Victrix erbaut. Vor Ort erhalten geblieben sind das Nordtor bzw. der Mauer, sowie ein Fragment des Südtores, die teilweise noch eine Höhe von 1,2 m erreichen. Die Befestigung hatte einen Umfang von 24 m x 21 m, die relativ großen und massiven Torschwellen finden sich auch in den MK 13, 17 und 53.

Areal des MK 33
Die Überreste des Nordtores
33A Turm Lokalisiert 1920, Überreste sind keine mehr sichtbar, der WT wurde im Laufe der Jahrhunderte durch Steinraub vollkommen abgetragen. Eric Birley beschrieb seine Position im Jahre 1961: "150 yards östlich des 27. Meilensteins von der Brücke die den Coesike überquert".
Areal des WT 33A
33B Turm Coesike Der WT befindet sich ungefähr 150 m westlich der B6318. Das aufgehende Mauerwerk war noch bis zu einer Höhe von 1,1 m erhalten. Der Eingang befand sich am östlichen Ende der Südmauer. Die Schwelle war etwas angehoben worden. In der SW-Ecke befand sich eine Leiterplattform und eine Herdstelle. Sein Boden war aufgeschüttet und teilweise gepflastert. Die Turmwände waren 0,9 m dick. Der WT befindet sich am schmäler ausgeführten Abschnitt des Walls, die Flügelmauern waren bemerkenswerterweise etwas breiter ausgeführt. Der Fund eines Inschriftensteins, der die legio VI Victrix nennt, lässt annehmen, das der WT auch von dieser Legion erbaut wurde. Nach Abzug der Besatzung an den Antoninuswalls wurde der Turm verlassen, nach dessen Aufgabe aber wieder in Betrieb genommen. Der Eingang wurde im späten 2. Jahrhundert zugemauert da der WT ab diesen Zeitpunkt vermutlich nicht mehr verwendet wurde. Bald danach wurde er bis auf die am Wall angelehnte Wand und vier Steinreihen der vorderen Mauern abgebrochen. An Kleinfunden wurden Fragmente von Gefäßen, Kochgeschirr und Tierknochen (Kalb, Schaf und Ferkel) geborgen.
WT 33B
34 Meilenkastell Grindon Keine Daten.
35 Meilenkastell Shields Crags Keine Daten.
36 Meilenkastell Kings Hill Keine Daten.
37 Meilenkastell Housesteads Die nebenstehende Rekonstruktion basiert auf dem beim Kastell Housesteads entdeckten MK. An der Ostseite standen zwei einräumige Baracken, die nördliche diente als Schlafquartier, die südliche als Lagerraum für die Ausrüstung der Wachmannschaft. Da sie von der Fläche her ungefähr so groß waren wie eine Standarddoppelraumbaracke in einem Auxiliarkastell, nimmt man an, dass dieses MK maximal eine Garnison von 16 Mann aufnehmen konnte. Sie wurde vom ganz in der Nähe liegenden Kastell gestellt. Beachte, dass der Wall mit einem Verputz dargestellt ist, Reste davon konnten bei archäologischen Untersuchungen nachgewiesen werden.
Rekonstruktionsversuch von Meilenkastell 37
38 Meilenkastell Hotbank Farm Die Überreste des MK befinden sich in der Nähe eines Bauernhofes. Ein Inschriftenstein nennt Hadrian, die Legio secunda Augusta und Aulus Platorius Nepos, der Statthalter von Britannien zur Zeit als der Wall erbaut wurde.
IMP CAES TRAIAN
HADRIANI AVG
LEG II AVG
APLATORIONEPOTELEGPRPR
Die Überreste des MK 38
39 Meilenkastell Nick Das MK wurde im 19. Jahrhundert entdeckt und damals teilweise von den Archäologen freigelegt. Mitte der 1980er Jahre wurde es komplett ausgegraben und konserviert. Seine Ausmaße betragen 19 m (Langseite) x 15,5 m (Breitseite), Die Mauern stehen heute noch 1,75 m hoch. Die Baracken im Innenbereich wurden in der Spätantike durch einfachere und kleinere Holzbauten ersetzt. Wahrscheinlich wurde das MK bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. verwendet.
Die Überreste von MK 39, nahe Steel Rigg
39a Turm Peel Crag Keine Daten.
39b Turm Steel Rigg Der mit seinen Längs- und Breitseiten fast genau auf die Haupthimmelsrichtungen orientierte Turm wurde 1911 von Frank Gerald Simpson ergraben. Seine Baugeschichte ist typisch für viele weitere Türmen im Zentralbereich des Walls. Ein kurzes Stück der westlich und östlich an den Turm stoßenden Limesmauer war verbreitert ausgeführt. Der Turm selber entstand gleichzeitig mit der Mauer, seine feindseitige Front im Osten schloss unmittelbar mit der aufgehenden Fassade der Limesmauer ab. In der Südmauer befand sich der seitlich nach Osten versetzte Eingang. Am Ende des 2. Jahrhundert n. Chr. brach ein Bautrupp die Turmstelle bis zu den Fundamenten ab. Die Limesmauer wurde über diesem Fundamentbereich ergänzt jedoch insgesamt in der Breite auf rund 1,83 Meter reduziert.
Datei:Hadrianswall – Turm 39B Steel Rigg.png
Der Turm 39b während der Grabung 1911
40 Meilenkastell Whinshields Keine Daten.
40a Turm Keine Daten.
40b Turm Keine Daten.
41 Meilenkastell Melkridge Keine Daten.
41a Turm Keine Daten.
41b Turm Keine Daten.
42 Meilenkastell Cawfields Crag Das MK zählt zu den bekanntesten Bauwerken am Hadrianswall. Die Wahl des Standorts zeigt wie kompromisslos die Abstände zwischen den einzelnen MK von den römischen Ingenieuren eingehalten wurden. Sein Nordtor öffnet sich auf den für Wagen und Reiter unpassierbaren Abhang der Cawfields Crags, obwohl westlich, in nur wenigen Metern Entfernung ein viel besser dafür geeigneter Übergang (Hole Gap) existiert. Das MK misst 19 x 15 m und bedeckt eine Fläche von 0,03 ha. Seine Wälle sind 2,4 m breit, der Wall hingegen misst an dieser Stelle in seiner Breite nur 1,8 m. Vermutlich wurde es nach den ursprünglichen Plänen erbaut, beim Bau der Mauersektion bei Cawfields wurde auf eine massivere Ausführung verzichtet, um wohl die Fertigstellung des Walls zu beschleunigen.

In der Region nördlich von Cawfields sind auch einige temporäre Marschlager bekannt. Eines liegt direkt nördlich des Walls, vier südlich des vallum bei Haltwhistle Burn, zwei weitere bei Markham Cottage im SW, ein weiteres im SO nahe dem Stanegate bei Milestone House und zwei im Vorfeld des Walls NW bei Burn Head und Chesters Pike. Bei Cawfields konnten entlang der Militärstraße auch einige Meilensteine gefunden werden. Zwei befinden sich heute im Chesters Museum, der dritte in situ südlich des MK.

  • Meilenstein des Numerianus (282/283 n. Chr.)
IMP CAES NVBERIANO N C
„Unserem Imperator Caesar [Marcus Aurelius] Numerianus, der fromme und glückliche Augustus“[67]
  • Meilenstein des Severus Alexander (222/223 n. Chr.)
IMP CAES M AVREL SEVERO ALEXANDRO PI FEL AVG P M TR P II COS P P CVR CL XENEPHON TE LEG AVG PR PRAET M P XVIII
„Dem Imperator Caesar Marcus Aurelius Severus Alexander, der glückliche und fromme Augustus, oberster Priester, Inhaber der tribuzinischen Gewalt zum zweiten Male, Konsul, Vater des Vaterlandes; hat in der Zeit der Herrschaft des Claudius Xenephon, Legatus Augustae Pro-Praetore, 18 Meilen von […].“[68] [A 2] [A 3]
Die Reste von MK 42
43 Meilenkastell Greatchesters MK 43 wurde im späten 2. Jahrhundert n. Chr. durch das Hilfstruppenkastell Greatchesters (Aescia) überbaut.
Datei:Meilenkastell 43 HW.jpg
Lageskizze des MK 43
44 Keine Daten.
45 Keine Daten.
46 Keine Daten.
47 Keine Daten
Areal des MK 47
48 Meilenkastell Poltross Burn Das MK liegt in der Ortschaft Gilsland in der Grafschaft Cumbria zwischen einem Zufluss des Irthing und der Eisenbahnlinie Tyne Valley Line, direkt hinter dem Bahnhofsgebäude. In der Lokalbevölkerung ist der Platz auch unter den Namen „The King’s Stables“ bekannt. Das Kastell wird auch auf einer Schautafel, die vor Ort von English Heritage für Besucher aufgestellt worden ist, beschrieben. Es befindet sich an der am besten erhaltenen Sektion bzw. genau am Übergang zwischen der Breit- und Schmallausführung des Hadrianswalles. Die benachbarten MK 47 liegen rund 1521 m westlich und MK 49 1458 m östlich von Poltross Burn entfernt. Es zählt zu den am besten erhaltenen Kleinkastellen am Hadrianswalls. Seine Überreste wurden im Jahre 1909 von J. P. Gibson und Frank Gerald Simpson entdeckt. Die Mauerreste wurden restauriert bzw. konserviert und in einem Schaugelände für Besucher zugänglich gemacht.

Das Kastell wurde von der Legio VI erbaut und mit Hilfstruppen (Auxilia) besetzt. Wahrscheinlich stand es bis in das 4. Jahrhundert n. Chr. in Verwendung. Es zählt zum Bautyp III, hat abgerundete Ecken, misst 18,5 m (W/O-Achse) x 21,3 m (N/S-Achse) und ist damit eines der größten MK an Hadrianswall. Neben einem beträchtlichen Teil der Umfassungsmauer bzw. dem Nord- und Südtor sind auch die Grundfesten von zwei Lagerbaracken erhalten geblieben. Zwei bemerkenswerte Baudetails im inneren der Befestigung sind ein Ofen und ein Treppenansatz in der NO-Ecke von der noch die erste Stufe in situ vorhanden ist. Anhand dieser Stufe konnte die ursprüngliche Höhe des Wehrganges ziemlich exakt ermittelt werden, 3,6 m. Die Wallhöhe (inkl. Brustwehr) erreichte wohl eine Höhe von 4,6 m. Vermutlich überwachte seine Besatzung neben dem Walldurchgang auch die Straße zur Irthing-Brücke bei Willowford, die ca. ½ Meile weiter westlich lag.

Ansicht des MK-Areals, deutlich sichtbar ist das ansteigende Gelände
50 Keine Daten.
51 Meilenkastell Wall Bowers Das MK ersetzte einen Vorgängerbau, eine Holz-Torf-Konstruktion. Es befindet sich westlich von Kastell Banna/Birdoswald, genau an dem Punkt, wo der Holz-Torf-Wall endete. Das MK wurde 1895 ausgegraben und untersucht. Die Ausgrabungen brachten u. a. die Fundamente von zwei in Stein errichteten Kasernen zu Tage, das Tor zählte zum Bautyp III. Das benachbarte westliche MK 50 lag 1,5 km und MK 52 im Osten 1,484 km entfernt. Heute sind keine Überreste der Anlage mehr im Gelände auszumachen.[69]
Standort des Meilenkastell 51
51B Turm
Die Reste von Wachturm 51 B bei Leahill
52 Meilenkastell Bankshead Das heute oberirdisch nicht mehr sichtbare MK liegt westlich von Kastell Birdoswald und wurde 1934 untersucht. Mehrphasige Anlage, es gehörte zum Bautyp III und ersetzte einen Holz-Torf-Vorgängerbau, seine Abmessungen betrugen 27,5 m (O-W) x 23,4 m (N-S). Das benachbarte MK 53 ist 1,520 km entfernt.
53 Meilenkastell Banks Burn Die Befestigung befindet sich westlich der kleinen Ortschaft Banks, in Cumbria und nordöstlich der Abtei Lanercost Priory. Das nächste MK, Nr. 54, liegt 1,436 km östlich.

Das MK wurde 1932 untersucht, seine Ausmaße betrugen 21.9 m (O-W) x by 23,3 m (N-S). Von seiner Bauart her zählt es zum Typ III.

Fragmente bei Banks
54 Keine Daten.
55 Keine Daten.
56 Keine Daten.
57 Keine Daten.
58 Keine Daten.
59 Keine Daten.
60 Keine Daten.
61 Keine Daten.
62 Keine Daten.
63 Keine Daten.
64 Keine Daten.
65 Keine Daten.
66 Keine Daten.
67 Keine Daten.
68 Keine Daten.
69 Keine Daten.
70 Keine Daten.
71 Keine Daten.
72 Keine Daten.
73 Keine Daten.
74 Keine Daten.
75 Keine Daten.
76 Keine Daten.
77 Keine Daten.
78 Keine Daten.
79 Meilenkastell Mehrphasige Anlage, das frühe Holz-Torf Kastell wurde später abgetragen und in Stein neu errichtet.
80 Meilenkastell Maia Die Überreste des MK wurden 1973 im Areal des Kastell Maia, das am westlichsten gelegene Lager des Walles, entdeckt.

Limesverlauf an der Westküste von Cumbria (Meilenkastelle und Wachtürme)

Die Meilenkastelle in Cumbria beginnen bei Nr. 1 (Bowness on Solway) und enden bei Nr. 26 (Flimby). Dieses Ordnungssystem wurde 1930 von J. Collingwood Bruce initiiert (1–80), Peter Hill hingegen beginnt seine Nummerierung bei 0.[70]

MK = Meilenkastell WT = Wachturm
ON![A 4] Name/Ort Beschreibung/Zustand Abbildung
1 Meilenkastell Bowness on Solway
2 Keine Daten
3 Keine Daten
4 Keine Daten
5 Keine Daten
6 Keine Daten
7 Keine Daten
8 Keine Daten
9 Keine Daten
10 Keine Daten
11 Keine Daten
12 Keine Daten
13 Keine Daten
14 Keine Daten
15 Keine Daten
16 Keine Daten
17 Keine Daten
18 Keine Daten
19 Keine Daten
20 Keine Daten
21 Meilenkastell Swarthy Hill Das MK entstand wohl gleichzeitig mit dem Hadrianswall. Die Torfwälle wurden bis zu einer Höhe von 1 m wiederaufgebaut, auch die Gräben wurden bis zu ihrem Originalprofil neu ausgehoben. Es stand auf einer Küstenklippe, nördlich der Ortschaft Crosscanonby, östlich einer Küstenstraße. Es ist das bislang einzige MK in Cumbria, dass vollständig ausgegraben und erforscht wurde.[71] Die Befestigung entspricht von seiner Bauausführung her dem Langachsentyp. Seine Wälle bestanden aus ursprünglich 6 m hohen Torfmauern, die Tore waren zur Gänze aus Holz gefertigt. Eine aus Sand aufgeschüttete und mit Torfziegeln verkleidete Rampe diente als Wehrgang. Die Innenfläche maß 14,5 m x 18 m. Das küstenseitig ausgerichtete, 3 m breite und quadratische Westtor stand auf vier Pfosten. Das MK war, außer an der Küstenseite, von einem Graben umgeben. Im Osten wurde er von einem Erddamm (als Zugangsweg) unterbrochen.

1968 wurden erstmals auf Landschaftsfotografien, ca. 70 m nordöstlich der bis dahin vermuteten Position des MK, die Umrisse des Wehrgrabens entdeckt. Zwischen 1990 und 1991 wurde es vollständig freigelegt. Im Innenbereich fanden sich auch die Reste einer Straße, außerhalb des MK konnten allerdings keine derartigen Spuren mehr gefunden werden. Südwestlich der Lagerstraße fanden sich drei Gebäude; alle wurden auf Steinfundamenten in unterschiedlicher Ausführung errichtet. Die seeseitigen Baracken waren direkt an den Wall angebaut, das Dritte stand völlig frei. Die seeseitigen und das zentral gelegene Gebäude waren mit Öfen oder Feuerstellen ausgestattet. Nordöstlich der Lagerstraße stand ein weiteres, 18 m x 5 m großes Gebäude. Es bestand aus vier Kammern in denen ebenfalls die Reste von Feuerstellen und Öfen nachgewiesen werden konnten. An Funden sind vor allem schwarzpolierte und Grauwarenkeramik, das Fragment einer Perle, ein Spielbrett und ein Messer erwähnenswert. Ein nicht genau bestimmbares Metallobjekt könnte Teil einer Axt gewesen sein. Die Keramik stammt aus hadrianischer Zeit.

Standort des MK 21
21A Turm Saltpans Der WT befand sich südlich der Kreuzung der B5300 mit der Crosscanonby Road. Seine Überreste wurden vor dem 2. Weltkrieg von einem Arbeiter entdeckt, der sie als etwa baugleich mit WT 15A beschrieb. Heute ist oberirdisch nichts mehr zu erkennen.
21B Turm Brownrigg North Der WT lag am meerseitigen Abhang des Brown Rigg Hill, insgesamt konnten zwei Brandschichten festgestellt werden. Überreste sind keine mehr sichtbar, die Umrisse des Bauwerkes sind nur auf Luftbildern erkennbar, die 1946 von Piloten der Royal Air Force aufgenommen wurden. Zwischen 1962 und 1966 erforschte R.L. Bellhouse das Turmareal und bestimmte seine Baumerkmale.
22 Keine Daten
23 Keine Daten
24 Keine Daten
25 Keine Daten
26 Meilenkastell Flimby Keine Daten

Anmerkungen

  1. = Ordnungsnummer, Nummerierung der MK in dieser Tabelle gemäß der Publikation von Peter Hill: Archaeologia Aeliana: or miscellaneous tracts relating to antiquity (5th Series – Bd. 29 – 2001) Society of Antiquaries of Newcastle upon Tyne 2001, Aufzählung erfolgt von Ost nach West.
  2. Claudius Xenephon war von 222 bis 223 Statthalter in Britannien.
  3. 18 Meilen östlich des MK 42 liegt der Portgate Übergang, in westlicher Richtung konnte hingegen keine Straßenstation ausgemacht werden.
  4. = Ordnungsnummer, Nummerierung der MK in dieser Tabelle gemäß der Publikation von Peter Hill: Archaeologia Aeliana: or miscellaneous tracts relating to antiquity (5th Series – Bd. 29 – 2001) Society of Antiquaries of Newcastle upon Tyne 2001, Aufzählung erfolgt von Nord nach Süd.

Einzelnachweise

  1. Margot Klee: 2006, S. 14.
  2. Historia Augusta, Hadriansvita 11, 2. Diese Notiz in der spätantiken Sammlung von Kaiserbiographien stellt den einzigen erhaltenen Verweis auf die Errichtung des Walles in der literarischen Überlieferung dar.
  3. Cassius Dio 72, 8, 1–2
  4. Roman Inscriptions of Britain 1909
  5. Doel, Doel, Lloyd: 2000, S. 16.
  6. Ammianus Marcellinus 27, 8, S. 1–6
  7. Roman Inscriptions of Britain 721
  8. De excidio 18.1
  9. Doel, Doel, Lloyd: 2000, S. 16–31.
  10. Prok. Hist. 8,20,42; vgl. H. Börm, Prokop und die Perser. Stuttgart 2007, S. 217 f.
  11. Gisela Graichen, 2009, S. 40.
  12. 12,0 12,1 G. Graichen, 2009, S. 51.
  13. Margot Klee: 2006, S. 11.
  14. David J. Breeze: Hadrian's Wall. London 2003.
  15. Margot Klee: 2006, S. 15.
  16. Margot Klee: 2006, S. 16–17.
  17. Margot Klee: 2006, S. 20.
  18. Roman Inscriptions of Britain 1932
  19. Roman Inscriptions of Britain 2014
  20. Gisela Graichen: 2009, S. 49.
  21. Eric Birley: Research on Hadrian’s Wall. Titus Wilson & Son, Kendal 1961
  22. Margot Klee: 2006, S. 15–16.
  23. Stephen Johnson: 2004, S. 31–32.
  24. Margot Klee: 2006, S. 16.
  25. Margot Klee: 2006, S. 18–19.
  26. Gisela Graichen:, 2009, S. 50.
  27. Notitia Occ. XL
  28. Notitia: Item per lineam valli
  29. Peter Hill: 2001
  30. Frank Graham: 1974
  31. David Breeze: 2006, S. 158.
  32. David Breeze: 2006, S. 162.
  33. David Breeze: 1976, S. 14–15.
  34. David Breeze: 2006, S. 162–164.
  35. Henry MacLauchlan: S. 14.
  36. Eric Birley: 1930, S. 152–174.
  37. Charles Daniels: 1979, S. 362.
  38. David J. Breeze, Brian Dobson: 1976, S. 14–15.
  39. David J. Breeze, Brian Dobson: 1976, S. 164.
  40. Britannia 2000, S. 389.
  41. David J. Breeze: 2006, S. 165.
  42. Madeleine Hope-Dodds: 1930, S. 537.
  43. David J. Breeze: 2006, S. 166–167.
  44. David J Breeze/ Brian Dobson: 1976, S. 14–15.
  45. David J.Breeze: 2006, S. 167–172.
  46. Frank Gerald Simpson: 1931, S. 305–327.
  47. David J. Breeze: 2006, S. 172–173.
  48. David J. Breeze: 2006, S. 173.
  49. David J. Breeze/ Brian Dobson, 1976, S. 14–15.
  50. David J. Breeze/Brian Dobson: 1976, S. 173.
  51. Guy de la Bédoyère: People of Roman Britain, 2010
  52. CfA Reports from 1999, Centre for Archaeology, 2010 und Tony Wilmott: 2010
  53. W. P. Hedley: 1947, S. 50–63.
  54. John Collingwood Bruce: Handbook to the Roman Wall" (14. Ausgabe)
  55. David J. Breeze, Brian Dobson: 1976, S. 14–15.
  56. David J. Breeze: 2006, S. 184–185.
  57. Frank Graham: Britannia Romana or the Roman Antiquities of Britain, 1974, ISBN: 0-85983-090
  58. David J.Breeze: Handbook to the Roman Wall (14. überarbeitete Ausgabe, November 2006, Society of Antiquaries of Newcastle upon Tyne, 1934, ISBN0-901082-65-1
  59. The Journal of Roman Studies (London: Society for Promotion of Roman Studies) 57: 177. 1967.
  60. Charles Daniels: "Review: Fact and Theory on Hadrian's Wall", Britannia 10, 1979, S. 357–364, JSTOR 526069
  61. David J Breeze und Brian Dobson: 1976, S 14-15
  62. David J Breeze: 2006, S. 185–186.
  63. David J. Breeze/Brian Dobson: 1976, S. 14–15.
  64. Tony Wilmott: 2009, S. 16.
  65. David J Breeze/ Brian Dobson: 1976, S. 15.
  66. Frank Gerald Simpson: 1931, S. 317–319.
  67. RIB 2307
  68. RIB 2306
  69. Frank Gerald Simpson und I. A. Richmond: The Turf Wall of Hadrian, 1895–1935. In The Journal of Roman Studies, Band 25, S. 1–18, Society for the Promotion of Roman Studies, 1935.
  70. Peter Hill: 2001
  71. David J. Breeze: 2006, S. 394–395

Literatur

  • Ine Schmale: Der Hadrian’s Wall Path. Fernwege, Roxheim 2007, ISBN 978-3-937304-79-3.
  • John Collingwood Bruce, David J. Breeze: Handbook to the Roman Wall. 14. Auflage. Society of Antiquaries, Newcastle upon Tyne 2006, ISBN 0-901082-65-1.
  • Peter Hill: The construction of Hadrian’s wall. Tempus, Stroud (Gloucestershire) 2006, ISBN 0-7524-4011-X.
  • Ulrike Karin Peters, Karsten-Thilo Raab: Hadrian’s Wall Path. Stein, Welver 2006, ISBN 3-86686-174-5.
  • Geraint Osborne: Hadrian’s Wall and its people. Phoenix Press, Bristol 2006, ISBN 1-904675-44-1.
  • Nic Fields: Rome’s northern frontier AD 70-235. Beyond Hadrian’s Wall. Osprey, Oxford 2005, ISBN 1-84176-832-4.
  • Nic Fields: Hadrian’s Wall AD 122-410. Osprey, Oxford 2003, ISBN 1-84176-430-2.
  • David J. Breeze: Hadrian’s Wall. English Heritage, London 2003, ISBN 1-85074-834-9.
  • Guy de la Bedoyere: Hadrians Wall, History and Guide. Tempus 1998, ISBN 0-7524-1407-0.
  • Robin Birley: Garrison life on the Roman frontier. 2. Auflage. Roman Army Museum Publications, Greenhead 1994, ISBN 1-873136-02-1.
  • Robin Birley: The Building of Hadrian’s Wall. Roman Army Museum Publications, Greenhead 1991, ISBN 1-873136-07-2.
  • David J. Breeze, Brian Dobson: The Army of Hadrian’s Wall. 3. Auflage. Graham, Newcastle upon Tyne 1976, ISBN 0-902833-76-6.
  • David J. Breeze, Brian Dobson: The Building of Hadrian’s Wall. Graham, Newcastle upon Tyne 1970.
  • David J. Breeze: Handbook to the Roman Wall. 14. überarbeitete Auflage, Society of Antiquaries of Newcastle upon Tyne, 2006, ISBN 0-901082-65-1.
  • D. Charlesworth: The Journal of Roman Studies. Society for Promotion of Roman Studies, London 1967.
  • Courtenay Edward Stevens: The Building of Hadrian’s Wall. Wilson, Kendal 1966.
  • Peter Prestel: Der Hadrianswall in Britannien. In: Gisela Graichen: Limes, Roms Grenzwall gegen die Barbaren. Scherz, S. Fischer Verlag 2009, ISBN 978-3-502-15186-9, S. 35–51.
  • Geoff & Fran Doel, Terry Lloyd: König Artus und seine Welt. Ein Streifzug durch Geschichte, Mythologie und Literatur. 2. Auflage. Sutton Verlag 2000, ISBN 3-89702-191-9.
  • Margot Klee: Grenzen des Imperiums, Leben am römischen Limes. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-8062-2015-8.
  • Rev. John Hodgson: A History of Northumberland. Part II, Bd. III, Newcastle upon Tyne, 1840.
  • Henry MacLauchlan: Memoir written during a survey of the Roman Wall: Through the counties of Northumberland and Cumberland in the years 1852–1854. Kessinger Publishing Co., 1858, ISBN 1-4370-5803-5.
  • Madeleine Hope-Dodds: Northumberland County History. Bd. 13, The Parishes of Heddon-on-the-Wall, Newburn, Longbenton, Wallsend, the Chapelries of Gosforth and Cramlington, the Townships of Benwell, Elswick, Heaton, Byker, Fenham, & Jesmond in Newcastle-upon-Tyne. The Northumberland County History Committee, 1930.
  • Eric Birley: Excavations on Hadrian’s Wall west of Newcastle upon Tyne in 1929. Titus Wilson & Son, 1930.
  • Eric Birley: Research on Hadrian’s Wall. Titus Wilson & Son, 1961.
  • John Horsley: Britannia Romana or the Roman Antiquities of Britain. Hrsg. Frank Graham: 1974, ISBN 0-85983-090-X.
  • William Stukeley: Itinerarium Curiosum or an account of the antiquities, and remarkable curiosities in nature or art, observed in travels through Great Britain. 2. Auflage. Baker & Leigh, London, 1776, ISBN 0-576-19312-7.
  • John Brand: The History and Antiquities of Newcastle upon Tyne. Bd. 1, B. White & Son, 1789.
  • Barbara Harbottle, R. Fraser, F. C. Burton, J. N. Dore, Patrick J. Casey and J. P. Huntley: The Westgate Road Milecastle, Newcastle upon Tyne. Britannia, Bd. 19, 1988.
  • Charles Daniels: Fact and Theory on Hadrian’s Wall, Britannia, Bd. 10, 1979.
  • B. C. Burnham, L. J. F. Keppie, A. S. Esmonde, Mark Hassall, Roger Tomlin: Roman Britain in 1999. Britannia, Bd. 31, 2000, S. 389.
  • Tony Wilmott: The Hadrian’s Wall Milecastle, Project:1999-2000, English Heritage 2010.
  • W. P. Hedley: A Record of Milecastle 18 (East Wallhouses) in 1687. Proceedings of the Society of Antiquaries of Newcastle upon Tyne 1947.
  • Grace Simpson: Excavations on Hadrian’s Wall between Heddon-on-the-Wall and North Tyne in 1930. The Society of Antiquaries of Newcastle upon Tyne, 1931, S. 308, 317–319.
  • Nikolaus Pevsner, John Grundy, Grace McCombie, Peter Ryder, Humphrey Welfare, Northumberland. Yale University Press, 2002, ISBN 0-300-09638-0.
  • Roger J. A. Wilson: A Guide to the Roman Remains in Britain. Constable, London 2002, ISBN 1-84119-318-6.

Elektronische Medien

  • Historic Scotland, English Heritage, The Countryside Agency, University of Glasgow: DVD Roms nördliche Grenzen, Hadrianswall/Antoninuswall. Deutsch und Englisch, Theiss, LZ 45 min, ISBN 3-8062-2055-7.

Weblinks

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