Dolmen del Portillo de las Cortes

Der Dolmen del Portillo de las Cortes stammt aus der Jungsteinzeit (etwa 4000 v. Chr.) und liegt in einer Nekropole in der Nähe von Aguilar de Anguita in der Provinz Guadalajara in Spanien.

Die 1912 erfolgte Dokumentation des Dolmens ist eine der ältesten wissenschaftlichen Leistungen der Archäologie auf der Iberischen Halbinsel. Die Tatsache, dass Enrique de Aguilera y Gamboa, 17. Marquis von Cerralbo (1845 – 1922), sich vornehmlich für die nahegelegenen keltiberischen Gräber der Eisenzeit interessierte, erklärt den Verlust des Dolmens, seiner Funde und des mit seiner Erforschung[1] durch den Marquis verbundenen Materials. Es gibt nur wenige Ausgrabungen in der Provinz.

Das Material des Marquis wurde erst 1970 veröffentlicht und 1980 wurden Konsolidierungen durchgeführt, um einen der wenigen Dolmen im Inneren der Halbinsel zu erhalten.

Er besteht aus einem Gang und einer Kammer mit ursprünglichem Kraggewölbe sowie Resten des Erdhügels. Seiner in der Vergangenheit reichlich vorhandenen Ausstattung fehlen Keramik und Metall. Außer einem Idolfragment wurden eine beträchtliche Anzahl Feuersteingeräte verschiedener Art sowie Pfeilspitzen und polierte Steine geborgen.

Literatur

  • Marquis de Cerralbo: Les fouilles d’Aguilar d’Anguita. Nécropole celtibérique. — Stèle à gravures. In: Revue des études anciennes. 15-4, 1913, S. 437–439

Einzelnachweise

  1. Die ersten, die 1908 begonnen wurden, lagen im oberen Tal von Jalón. Sein Schlüsselerfolg war die Entdeckung der 350 v. Chr. von den Arevakern gegründeten keltiberischen Stadt Arcóbriga, (heute Monreal de Ariza) die in römischen Quellen als Arcobragensis aufgeführt und seit Generationen gesucht wurde – eine gleichnamige Stadt (heute Arcos de Valdevez) liegt in Portugal. Basierend auf seiner facettenreichen Analyse verengte Cerralbo das Suchgebiet korrekt und entdeckte den Ort, an dem die Ausgrabungen noch für Jahrzehnte fortgesetzt wurden.

Weblinks

Koordinaten: 41° 3′ 22,4″ N, 2° 24′ 26,1″ W

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