Cross Slab


Dieser Artikel behandelt frühchristliche Steindenkmäler; für die gleichnamigen Minerale siehe Chiastolith und Staurolith.
Aberlemno Cross-Slab
Cross-Slab in Edderton, Eastern Ross, Schottland
Pillar Stone, Gallarus Oratory, County Kerry, Irland
Oberteil des Cross-Slab von Kirk Michael auf der Isle of Man

Cross Slab (deutsch Kreuzplatte) und Pillar stone oder Pillar Cross (Pfeilerkreuz) sind Bezeichnungen für frühchristliche zumeist piktische Symbolsteine auf den Britischen Inseln, die als dominante Gravur ein Kreuz zeigen. So genannte "Pillar Crosses" wie das Kreuz von Neuadd Siarman sind eine walisische Abart des Cross-Slab.

Die Pikten in Schottland bevorzugten den geometrischen und flachen Cross Slab. Der runde oder abgerundete, in der Form eher dem Menhir oder dem Ogham-Stein ähnelnde Pfeiler (cross-carved stone) ist dagegen typisch für Irland.

Ein schöner Cross Slab, der wahrscheinlich Longinus zeigt, der dem gekreuzigten Christus eine Lanze in die Seite sticht, stammt vom Calf of Man aus den 9. Jahrhundert und zeigt byzantinischen Einfluss.

Der Brancepeth Fund

Eine der größten Sammlungen von mittelalterlichen Cross-Slabs wurden in der 1998 durch ein Feuer zerstörten St. Brandons Pfarrkirche in Brancepeth südwestlich von Durham in England gefunden.

Etwa 100 Platten wurden ab 2002 geborgen. Die meisten wurden im Lichthof gefunden, wo sie im 17. Jahrhundert vom Rektor John Cosin verborgen wurden, um ihre Zerstörung durch die Puritaner zu verhindern. Zusammen mit anderen Symbolen wurden solche Platten während und nach dem Bürgerkrieg von den Puritanern Cromwells zerschlagen. In einer Kirche von Eston in Teesside wurden zerbrochene Cross-Slabs in verschiedenen Wänden wiederverwendet gefunden.

Unter Kreuz-Platten des 12. und 13. Jahrhunderts von Brancepeth sind zwei, die dem normannischen Adligen Geoffrey Neville, Gründer der Familie Neville, den späteren Grafen von Westmorland zugehörig erscheinen. Viele Platten zeigen ein Schwert, das ein männliches Grab kennzeichnet. Gemäß Peter Ryder spiegeln die geschnitzten Symbole eine Kontinuität von heidnisch-angelsächsischen Methoden wider, als diese Gegenstände ins Grab mitgegeben wurden.

Piktische Kreuzplatten in Schottland

Irische Steinpfeiler bzw. Kreuzsteine

Nordirland

Der früheste datierbare Stein aus Ulster stammt aus Kilnasaggart im County Antrim. Er wird anhand seiner langen Inschrift auf 700 n. Chr. datiert. Andere Steine sind u. a. in Killadeas County Fermanagh; Maghera County Londonderry; Turraloskin, County Antrim und Saul County Down zu finden. Beispiele des 8. Jahrhunderts sind die liegenden Kreuzsteine von Movilla und Nendrum-Kloster, beide im County Down und vom Devenish Kloster auf der Insel im Lower Lough Erne im County Fermanagh.

Irland

In Connacht und Munster, besonders aber auf der Dingle-Halbinsel im County Kerry, sind sie häufiger. Diese Grabplatten sind gewöhnlich flache Steine mit einem Kreuz und einer Inschrift, die um ein Gebet für die begrabene Person bitten. Es gibt sie in großer Zahl und Gestaltungsvielfalt. Sie erscheinen vom 8. bis 11. Jahrhundert. Gute Beispiele sind der Cross-Slab von Tullylease und einige Platten in Clonmacnoise, sowie:

Manche Ogham-Steine sind mit so genannten Chi-Rho-Kreuzen versehen. Das Chi-Rho-Kreuz wird gebildet aus den ersten beiden Zeichen des griechischen Wortes für „Christus“, $ \Chi $ und $ \Rho $.

Wales

  • Pembrokeshire in Wales ist besonders reich an frühchristlichen Skulptursteinen von denen einige im "Margam Stone Museum" in Port Talbot zu sehen sind.

Isle of Man

Eine große Zahl heidnischer (Sigurd Slab) und christlicher Steine (auch Cross-slabs) befinden sich auf der Isle of Man. Darunter ist das Fragment von Thorwald's Cross-Slab, das neben dem zentralen Kreuz einen Mann zeigt, der ein Kreuz und ein Buch hochhält, vor einem Fisch (als christlichem Symbol)steht und auf einer sich windenden (heidnischen) Schlange steht. Der Stein mit der Nr. Andreas 128 trägt am Rand eine Runeninschrift. Die Rückseite zeigt eine Szene aus dem Ragnarök. Odin mit einem seiner Raben auf der Schulter wird vom Fenriswolf verschlungen. Gaut’s-Flechtwerk (engl. Gaut Interlace) ist eine insulare Form des Borre Stil, der um 900 n. Chr., als Ring-Ketten Motiv auf Cross-Slabs erscheint. Der Stil hat seinen Namen von Kreuzen des Steinmetzen Gaut, der der erste Wikingerkünstler des Westens ist, dessen Namen wir kennen.

Siehe auch

  • Chatschkar

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