Nendrum-Kloster ist die Ringstruktur in der Bildmitte

Das Nendrum-Kloster (irisch Naondroim) ist eine von St Mochaoi gegründete Anlage der Iroschottischen Kirche auf Mahee Island, der größten Insel im Strangford Lough, im County Down, in Nordirland. Mochaoi, der von St. Patrick bekehrt worden sein soll, starb Ende des 5. Jahrhunderts. Der Name Nendrum geht auf ein Drumlin, eine eiszeitliche Erhebung, zurück.

Die im 6. und 7. Jahrhundert gegründeten Klöster legten das Fundament des Christentums in Irland und waren zugleich protourbane Kleinzentren. Sie zogen alle Arten von Handwerkern an, weil sie Arbeit boten. Die anfangs von 12 Mönchen bewohnten Klöster bestanden aus Hütten aus Holz und Flechtwerk oder Stein. Wichtigstes Gebäude war die kleine Kirche im Zentrum. Die Mönche wohnten mitunter in wegen ihrer Form Bienenkorbhütten genannten Zellen.

Vom 7. bis 9. Jahrhundert zeichnen die Annalen von Ulster für Nendrum eine Folge von Bischöfen und Äbten auf. Die Sitte, die Klöster innerhalb von Duns oder Raths (Ringforts) zu errichten war nicht von Vorteil, denn einen Schutz gegen die zu dieser Zeit häufigen Wikingerüberfälle boten sie nicht. Im Jahre 987 wurde der „Herenagh von Oendrium“ (ein Abt von Nendrum) wahrscheinlich im Zusammenhang mit einem Wikingerüberfall in seinem Haus verbrannt. Eine kleine Benediktiner Abtei wurde von John de Courcy im 12. Jahrhundert gegründet und die Kirche war 1306 Gemeindezentrum. Nendrum scheint aber im 15. Jahrhundert durch eine zugänglichere Anlage bei Tullynakill auf dem Festland ersetzt worden zu sein.

Vor der Ausgrabung in den 1920ern waren die Basis eines Rundturmes und die Ruine der Kirche alles, was von Nendrum zu sehen war. Als die Archäologen tiefer gruben, entdeckten sie ein wichtiges Kloster. Nendrum wurde inmitten einer vorchristlichen Rath errichtet, das von einem unregelmäßig konzentrischen dreifachen Mauerring umgebenen war. Innerhalb des Cashels lagen eine Schule, Werkstätten, der Friedhof, die Kirche, ein Rundturm und eine vertikale Sonnenuhr. Einer der bedeutenderen Funde war die bronzeüberzogene eiserne „Glocke von Nendrum“. Außerhalb befanden sich hier eine kleine Gezeitenmühle und ein Anlegeplatz, wahrscheinlich für Fischerboote.

Ursprünglich war der Zugang zur Insel nur bei Ebbe durch eine Furt möglich. Mahee Island und damit Nendrum ist heute über einem im 19. Jahrhundert errichteten Damm zu erreichen. In der Nähe liegt Castle Espie, ein Zoo und Wildvögelreservat besonders für Gänse.

Literatur

  • H. C. Lawlor: The Monastery of Saint Mochaoi of Nendrum. The Belfast natural history and philosophical society, Belfast 1925 (veraltet)
  • Northern Ireland. Ministry of Finance: An archaeological survey of County Down. H. M. S. O., 1966
  • J. S. Andrews: The Bell of Nendrum. Blackstaff Press Ltd., 1969 (Roman, Auflage vom Juni 1985) ISBN 0-85640-341-5

Weblinks

Commons: Nendrum-Kloster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 54° 29′ 48″ N, 5° 38′ 26″ W

Die News der letzten Tage

17.05.2022
Sprache | Primaten
Schimpansen kombinieren Rufe zu einer Vielzahl von Lautsequenzen
Verglichen mit dem menschlichen Sprachgebrauch erscheint Tierkommunikation einfach, doch unklar blieb bisher, wie sich unsere Sprache aus einem so einfachen System entwickelt haben könnte.
12.05.2022
Genetik | Nach_der_Eiszeit | Wanderungen
Genetische Herkunft der ersten Bauern der Welt geklärt
Der genetische Ursprung der ersten Ackerbauern im Neolithikum schien lange Zeit im Nahen Osten zu liegen.
12.05.2022
Gehirn
Das bewusstlose Gehirn ist alles andere als stumm
Die Grosshirnrinde gilt als zentrale Hirnregion für bewusste Verarbeitung: Während einer Vollnarkose wird dieser Bereich jedoch nicht lahmgelegt.
12.05.2022
Genetik | Erdgeschichte
Der Ursprung des Lebens: Eine neue Weltsicht
Chemiker schlagen ein neues Konzept vor, eine Mischung aus RNA-Molekülen und Peptiden brachten die Evolution hin zu komplexeren Lebensformen in Gang.
10.05.2022
Aufrechter Gang | Gehirn | Australopithecus
Schwierige Geburt und kognitive Fähigkeiten des Menschen sind Folge des aufrechten Ganges
Beim Menschen ist die Geburt schwieriger und schmerzhafter als bei Menschenaffen: Lange nahm man an, dass dies auf das grosse Gehirn und die engen Verhältnisse im mütterlichen Becken zurückgeht.
05.05.2022
Sprache | Gehirn | Kultur
Wie unser Gehirn die Veränderung von Sprache beeinflusst
Unsere Sprache verändert sich ständig: Wissenschafter*innen haben herausgefunden, dass jene Lautmuster, die häufig in unserer Sprache vorkommen, über Jahrhunderte hinweg noch häufiger wurden.