Bandkeramische Kultur


Karte der europäischen Jungsteinzeit, um 4500–4000 v. Chr.

Die Bandkeramische Kultur, auch Linienbandkeramische Kultur oder Linearbandkeramische Kultur (Fachkürzel LBK), ist die älteste bäuerliche Kultur der Jungsteinzeit (Neolithikum) mit permanenten Siedlungen in ganz Mitteleuropa. Der Name leitet sich von der charakteristischen Verzierung der keramischen Gefäße mit einem Bandmuster aus eckigen, spiral- oder wellenförmigen Linien ab.

Die Bandkeramik war in Westungarn (Transdanubien), Rumänien, der Ukraine, Österreich, der Südwestslowakei, Mähren, Böhmen, Polen, Deutschland und Frankreich (Pariser Becken, Elsass und Lothringen) verbreitet und ist als größte Flächenkultur des Neolithikums zu betrachten.

Bandkeramische Gefäße aus Mitteldeutschland im Bestand der ur- und frühgeschichtlichen Sammlung der Universität Jena, die Friedrich Klopfleisch 1882 zur Definition der bandkeramischen Kultur benutzte.

Ursprung der Bandkeramik

Die Bandkeramik erreichte die nördlichen Lössgrenzen in Mitteleuropa frühestens 5600 bis 5500 v. Chr. Nach heutigem Forschungsstand ging sie aus dem Starčevo-Körös-Komplex hervor.[1][2] In diesem Zusammenhang sind besonders die in den letzten Jahren ergrabenen, frühesten bandkeramischen Siedlungen in Transdanubien von Bedeutung: Sie erbrachten Keramik, die Elemente der Starčevo-Kultur aufweist, daneben jedoch neue Züge trägt, die charakteristisch für die Bandkeramik sind.[3] Solche Siedlungen wurden z.  B. in Szentgyörgyvölgy-Pityerdomb (Kleingebiet Lenti), Vörs-Máriaasszonysziget (Balaton) und Andráshida-Gébarti-tó (bei Zalaegerszeg) gefunden. Untersuchungen von aDNA aus bandkeramischen Skeletten wurden dahingehend interpretiert, dass die Träger der Bandkeramik aus dem Karpatenbecken nach Mitteleuropa eingewandert sind und hier keine anthropologische Kontinuität zur Bevölkerung des späten Mesolithikums bestand.[4] Die Ausbreitung der linienbandkeramischen Kultur erfolgte dem Forschungsstand nach zu urteilen in zwei Ausbreitungsrichtungen. Die Eine verlief über Böhmen und Mähren entlang der Elbe bis nach Mitteldeutschland. Die andere folgte dem Lauf der Donau über Niederösterreich bis nach Südwestdeutschland und den Rhein entlang. Eine Studie aus dem Jahre 2010 fand überraschenderweise Übereinstimmungen der aDNA bandkeramischer Gräber aus Derenburg (Sachsen-Anhalt) mit der heutigen Bevölkerung des Vorderen Orients.[5][6]

Wegen der Kontinuität in der materiellen Kultur diskutieren im Gegensatz dazu andere Forscher die Übernahme der neolithischen Lebensweise durch einheimische mesolithische Bevölkerungsgruppen. Sie stützen sich dabei auf die Feuersteingeräte ältestbandkeramischer Siedlungen, die ihrer Meinung nach mesolithische Züge aufweisen, sowohl in bestimmten Formen (Querschneider/Trapeze etc.) als auch in bestimmten Abschlagtechniken (Präparation der Schlagflächen).[7][8][9] Die Bandkeramiker hinterlassen durch die spätere Indoeuropäisierung im Genpool der Europäer nur sehr geringe Spuren.

Wie C. Lichter in "Tempel in der Jungsteinzeit und Kupferzeit Südosteuropas?" feststellt, ist der Hintergrund aus dem sich die Bandkeramik löst hinsichtlich der Religion anders gestaltet, so dass mit der Migration eine andere Ideologie aufkommt, die sich u.a. in Kreisgrabenanlagen zeigt, die es im Danubischen Raum des Starčevo-Körös-Komplexes nicht gab.

Unklar ist, welchen Anteil die sogenannte La-Hoguette-Gruppe hatte, die von der Normandie (eponymer Fundort) bis ins Main-Neckargebiet verbreitet war. Die La-Hoguette-Gruppe lässt sich aus der Cardial-Kultur bzw. Impresso-Kultur herleiten, einer frühneolithischen Kultur, die chronologisch vor dem Starčevo-Körös-Komplex einzuordnen ist und an den Küsten des westlichen Mittelmeeres verbreitet war. Von der Mündung der Rhone aus verbreitete sie sich um etwa 6500 v. Chr. nach Norden und erreichte etwa 300 Jahre vor der Linearbandkeramik den Rhein und seine Nebenflüsse, bis zur Lippe. Der Anteil von Haustierknochen ist in den Funden der La-Hoguette-Kultur bedeutend größer als bei den Bandkeramikern und diese betrieben umgekehrt deutlich mehr Feldbau. Da intensive Kontakte beider Kulturen belegt sind, ist es gut vorstellbar, dass die La-Hoguette-Hirten und Bandkeramik-Bauern wirtschaftlich voneinander profitierten.[10]

Wirtschaftsweise

Besiedelt wurden zunächst die tief liegenden Lössflächen mit ihren fruchtbaren Böden. Angebaut wurden Einkorn, Emmer, Lein und die Hülsenfrüchte Linse und Erbse vermutlich im Schwendbau. Der Anteil der Knochen von Wildtieren schwankt in den einzelnen Siedlungen stark, nimmt aber fortschreitend ab.

Neben dem schon seit dem Mesolithikum domestizierten Hund wurden Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen gehalten. Nennenswert ist in diesem Zusammenhang eine Untersuchung, die die Entstehung der Laktasepersistenz (die Fähigkeit Milch zu verdauen) beim Menschen auf die Bandkeramische Kultur zurückführt.[11][12]

Mit der Ausbreitung des Ackerbaus schwanden die Wälder, um Ackerland sowie Bau- und Feuerholz zu gewinnen. Eine Entwaldung trat durch Ringelung und Rodung ein und wurde durch Verbiss, wenn Haustiere in Hutewäldern gehalten wurden, dauerhaft.

Siedlungswesen

Gegenüberstellung früher und später Haustypen

Die Bandkeramische Kultur zeichnete sich durch charakteristische Langhäuser aus (Rosdorf „Mühlengrund“), die in kleinen Gruppen auf sogenannten „Hofplätzen“ zusammenlagen. Die Häuser hatten eine Grundfläche von bis zu 40 m x 8 m (kleinere Bauten etwa 20 m x 5 m). Sie bestanden aus einem Gerüst von 3 parallelen Pfostenreihen. Die äußeren Pfostenreihen waren zum Teil mit lehmverputzten Rutengeflechten zu Wänden gearbeitet, das auf den Pfosten sitzende Satteldach vermutlich mit Stroh, Schilf oder Rinde gedeckt. Die Häuser waren in der Regel nordwest-/südöstlich orientiert, wobei die Wände des nordwestlichen Teils zum Teil aus Spaltbohlen bestanden; im südöstlichen Teil befand sich möglicherweise eine Zwischendecke.

Das charakteristische dreigliedrige Langhaus war jedoch nicht der einzige Haustyp. Es gab insgesamt drei verschiedene Grundpläne von Häusern, die modular zusammengesetzt waren. Ausgangspunkt war das zentrale Modul (Kleinbau). Daneben gab es als Variante das zentrale Modul mit dem nordwestlichen Anbau (Bau).[13] Vom Zentralbau wird anhand der Pfostenanordnung, der sog. Y-Stellung im Mittelteil eine frühe und späte Form unterschieden. Wobei diese Pfostenstellung bei letzterem nicht mehr vorkommt.

Nach Jens Lüning dienten die Häuser trotz ihrer Größe nur einer Kleinfamilie von 6-8 Personen als Unterkunft, hatten jedoch wahrscheinlich neben der Wohn- auch eine Speicherfunktion (eingezogene Zwischendecke im SE-Teil, nur über die Art der Pfosten belegt). Eine Verwendung als Stallung ist unwahrscheinlich; in Bodenuntersuchungen müssten sonst Phosphate aus Tiermist nachweisbar sein, was aber nicht der Fall ist. Der Befund von Talheim legt nahe, dass möglicherweise mehr Menschen in einem Haus lebten. Die Funktion der Häuser ist jedoch nicht abschließend geklärt.

Zur Nutzung des Innenraumes lassen sich nur Spekulationen anstellen. Vereinzeilt wurden Feuerstellen gefunden. In Pariser Becken sogar ein als Brunnen gedeuteter Befund. Der Lehm zum Verputzen der Wände wurde direkt neben dem Haus entnommen. Die dabei entstandenen Gruben wurden wahrscheinlich als Keller genutzt; wenn sie ihre Speicherfunktion verloren hatten, als Mülldeponie. In der frühen Forschung über die Bandkeramikkultur führte dies zur irrigen Annahme, dass die Gruben die eigentlichen Behausungen darstellten („Kurvenkomplexbauten“).

Die Häuser standen zumeist alleine, stellenweise in Gruppen. In älteren Publikationen wurden größere Siedlungen angenommen; eng beieinanderliegende Funde von Hausgrundrissen scheinen jedoch zu unterschiedlichen Perioden zu gehören. Diese Häuser standen also nacheinander, nicht gleichzeitig auf dem jeweiligen Areal. Es ist zu vermuten, dass Häuser, wenn sie unbrauchbar geworden waren, in unmittelbarer Nähe neu aufgebaut wurden. Wichtige Siedlungen sind Bylany, Olszanica, Hienheim, Langweiler 8, Köln-Lindenthal, Elsloo, Sittard, Wetzlar-Dalheim.

Neben dem Holzverbrauch zum Bau von Langhäusern zeigt auch der Bandkeramische Brunnenbau in Blockbohlenbauweise den hohen Aufwand bei der Holzbearbeitung.[14][15] Die Brunnen belegen außerdem den hohen Stellenwert, der einer Trinkwasserquelle unmittelbar in der Siedlung beigemessen wurde. Die Entfernung zu einem fließenden Gewässer hätte in einigen Fällen nur wenige Hundert Meter betragen.[10]

Austauschsysteme

Für die Bandkeramik im Rheinland ist ein Austauschsystem für Silexartefakte nachgewiesen. Hierbei wurden Feuersteinrohstücke und sogenannte Grundformen (Abschläge, Klingen, Kerne etc.), aber auch fertige und halbfertige Geräte (z.B. Bohrer, Sichelklingen, Kratzer) von Siedlung zu Siedlung weitergegeben. Es existierte ein Netzwerk aus größeren Haupt- bzw. Zentralsiedlungen (z.B. Langweiler 8), kleineren Nebensiedlungen bzw. Weilern und Einzelhöfen. Im Allgemeinen waren die kleineren Siedlungen meist von den benachbarten größeren Siedlungen abhängig. Der Austausch, dem mutmaßlich mehr soziale Aspekte zugrunde lagen als ein wirtschaftlicher Handel im eigentlichen Sinne, fand auch über weite Strecken statt. So gelangte z.B. Rullen- und Rijckholt-Feuerstein aus der niederländischen Provinz Limburg bis ins Rheinland.

Nach Intra-Site-Analysen, d.h. Untersuchungen zu den Vorgängen innerhalb eines Fundplatzes, sind solche Austauschsysteme auch innerhalb bandkeramischern Siedlungen anzunehmen. Diese Vorgänge sind vermutlich auf verschiedene soziale Gruppen innerhalb der Siedlungen zurückzuführen.

Erdwerke

Archäologisch lassen sich erstmals sogenannte Erdwerke nachweisen, große Anlagen mit Gräben, Wällen und Palisaden, die manchmal, aber nicht immer, nach den Haupthimmelsrichtungen orientiert sind. Manche Erdwerke sind kreisrund, andere elliptisch, wieder andere sind unregelmäßig rund.[16] Erdwerke gibt es seit der ältesten Linearbandkeramik, sie sind jedoch in der jüngeren LBK häufiger. Bisweilen finden sich in den Gräben Skelette oder Teile von Skeletten, Keramik, Tierknochen, Silex und andere Funde.

Lange Zeit wurden Erdwerke als Anlagen mit kontinuierlich angelegtem Grabenzug angesprochen. Aufgrund der Beobachtungen muss in Herxheim und Rosheim muss man sie als Grubenanlagen einordnen. Aufgrund ihrer Bauweise aus sukzessiv entstandener, einzelnen einander überlagernden Langgruben, kann eine Verteidigungsfunktion ausgeschlossen werden. Diese Bauweise besteht indes neben der mit kontinuierlichem Grabenzug. Das Bestehen von Erdwerken ohne Verteidigungscharakter kann somit als gesichert gelten kann. Ob die anderen Anlagen eine derartige Funktion hatten wird angesichts der kultischen Bedeutung fraglich.

Grubenanlage von Herxheim

Die Grubenanlage von Herxheim hat bisher Reste menschlicher Skelette von mindestens 450 Personen geliefert, dazu Deponierungen von Tierknochen und mit Absicht zerstörte Gegenstände wie Mahlsteine und Keramikgefäße.[17] Bei den Knochenfunden, bei denen kleinere Knochen wie z. B. Hand- und Fußwurzelknochen fast vollständig fehlen, handelt es sich vielleicht um Zweitgrablegungen von Bandkeramikern aus weiten Teilen Europas. Funde weisen auf Verbindungen zum Pariser Becken, der Moselgegend, Belgien, dem Saarland, Mitteldeutschland und Böhmen. Es wurden Tonscherben mit Bandmustern gefunden, wie sie in diesen weit entfernten Siedlungsgebieten üblich waren. Die große Menge der Skelettteile ist untypisch für eine einzelne Siedlung. Dies könnte darauf hindeuten, dass sich in Herxheim ein zentraler Kultplatz der europäischen Linienbandkeramik befand. Vielleicht wurden Tote, die in ihrer Heimat schon einmal bestattet gewesen waren, hierher gebracht, um an diesem Kultort noch einmal beigesetzt zu werden. Archäologen vermuten hierbei ein Totenritual, auf das auch diverse Schäden an den Skeletten hinweisen.

Bestattungen

Die Linienbandkeramik kennt Einzel- und Kollektivbestattungen, Brandbestattungen, Teil- und Körperbestattungen auf Grabfeldern, in Siedlungen und an anderen Orten. Bisweilen finden sich beide Bestattungsformen auf demselben Gräberfeld. Bei den Körpergräbern handelt es sich um rechte oder linke Hocker, die in Tracht und mit Beigaben bestattet wurden. Typische Trachtbestandteile sind Schmuckgegenstände aus Spondylus gaederopus, einer Meeresmuschel, die in der Adria und in der Ägäis verbreitet war und über weite Strecken gehandelt wurde. Aus ihr wurden Perlen für Ketten und Kopfschmuck, Armringe und Gürtelschließen hergestellt. Perlen wurden auch aus Stein und Bein gefertigt. Im Donauraum ist Schmuck aus Schnecken belegt (z. B. im großen Gräberfeld von Aiterhofen-Ödmühle). Im Hüft- und Beinbereich liegen oft Knochenknebel, deren Funktion noch nicht ganz geklärt ist. Beigaben umfassen Mahlsteine, Dechsel („Schuhleistenkeil“), Pfeilspitzen, Farbsteine (Rötel, Grafit), Fleisch (nachweisbar in Form von Tierknochen) und Keramikgefäße.

Außerdem ist in der Linienbandkeramik die seltene Sitte der Sekundärbestattung belegt, d. h., der Tote wurde zu einem späteren Zeitpunkt wieder ausgegraben und an anderer Stelle beigesetzt. Dies ist beim Erdwerk von Herxheim nachweisbar, allerdings nur bei wenigen Knochen. Der Großteil der Herxheimer Knochenfunde wird nach neueren Untersuchungen kannibalistischen Praktiken zugeordnet, da viele gekocht oder gegrillt worden waren, Schlacht- oder Schabespuren aufweisen.[18] In der Jungfernhöhle bei Tiefenellern oder im Hohlenstein-Stadel wurden Skelettteile in Vergesellschaftung mit Keramik und Tierknochen gefunden. Jörg Orschiedt kam nach detaillierten Untersuchungen zu der Auffassung, dass bei den Funden weniger Kannibalismus als ein spezielles Totenritual anzunehmen ist.[19]

Eine dritte Art und Weise der Totenbehandlung in der LBK kann mit dem Terminus „Nichtbestattung“ charakterisiert werden. „Dabei handelt es sich ausschließlich um Gewaltopfer, die auf Schlachtfeldern liegen blieben oder in nach Massakern angelegten Massengräbern deponiert wurden.“[20]

Toten- oder Opferritual

Nach Norbert Nieszery lassen sich vier Stufen bandkeramischen Toten- oder Opferrituals nachweisen, die teilweise chronologisch sind:[21]

  1. Prothesis und Kulthandlungen am (offenen) Grab (Farbstreuung, Feueropfer, intentionelle Zerscherbung)
  2. Manipulation am Leichnam/an Skeletten (Exhumierung, Leergräber)
  3. Zuführung einer Endgültigen Deponierungsstelle und häuslicher Kult (arch. nicht nachweisbar)
  4. Grablegung und Deponierungen evtl. auch Bauopfer

Dabei finden sich nur Belege (egal welcher Art) für etwa 20% der zu erwartenden Toten einer Wohnbevölkerung, diese Gruppe hält N. Nieszery für der privilegierten Teil der Gesellschaft.

Als Ausdruck dieses Kultes werden von Jörg Orschiedt die Funde aus der Jungfernhöhle, einem neolithischen Kultplatz im Landkreis Bamberg, interpretiert. Rätsel gaben die mindestens 40 meist weiblichen Skelette auf (mind. 29 waren Kinder unter 14 Jahren), denn alle waren unvollständig. Es kann sich um keine Begräbnisstätte handeln, da die Skelette überdies auch noch verstreut lagen. Alle Schädel waren zertrümmert und einige Röhrenknochen zersplittert, wobei eine Entnahme des Knochenmarks vermutet wurde. In den Kiefern fehlten Zähne.[19]

Figurale Plastik und Töpferware

Die anthropomorphe Plastik

Die Plastiken sind stereotyp und leiten sich von der Kultur ab, aus der die LBK entstand, der Starčevo-Kultur. Sie begleiten als Kulturerscheinung die Ausbreitung der Bandkeramik in Mitteleuropa, wobei sie sich auf das Siedlungsgebiet der ältesten Bandkeramik beschränkt und Fundkonzentrationen sich im mitteldeutschen, österreichisch-slowakischen und mainfränkisch-hessischen Raum abzeichnen. Insgesamt sind um die 160 Bruchstücke bekannt, die sich auf etwas mehr als 120 Fundpunkte verteilen. Innerhalb des bandkeramischen Spektrums zählt die Gruppe der Statuetten somit zu den seltenen Funden.

Figurale Kleinplastiken sind aus Ton gefertigt, von geringer Größe und wurden fast immer zerbrochen aufgefunden. Originär bandkeramischen Ursprungs sind die runden Augenhöhlen, das Verzierungselement der ineinander gestellten Winkel, die oft in die Seiten gestemmten Arme und die Lockenfrisur einiger Statuetten. Während von den mittelneolithischen Kulturgruppen im Westen Deutschlands (Großgartacher Kultur, Rössener Kultur, Hinkelstein-Gruppe) keine anthropomorphe Plastik bekannt ist, gibt es einige Figurinen der Stichbandkeramik in Sachsen und Böhmen, sehr vielfältige und zahlreiche Figurinen dagegen in der gleichzeitigen östlichen Lengyelkultur.[22]

Vielen Figuren, wie der sitzenden („thronenden“) und reich verzierten Plastik der älteren LBK von Maiersch, fehlen eindeutige Geschlechtsmerkmale. Jens Lüning deutet diese Ritzverzierung – auch die der tiergestaltigen – als Kleidung, was zumindest bei der eindeutigen Darstellung von Gürteln und Halsausschnitten von Kleidungsstücken in verschiedenen Fällen plausibel ist. Hermann Maurer fokussiert hingegen stärker auf Ornamente, die an Skelettdarstellungen erinnern und von ihm im Sinne eines kulturübergreifenden „Röntgenstils“ verstanden werden.[23]

Das Bruchstück des in die mittlere bis jüngere LBK datierenden „Adonis von Zschernitz“ stellt, neben der Plastik aus Brunn-Wolfsholz die bisher älteste eindeutig männliche bandkeramische Tonfigur dar.

Dieter Kaufmann geht davon aus, dass diese Figürchen absichtlich zerbrochen wurden. Dafür spricht, dass die Plastiken nicht nur an herstellungsbedingten Schwachstellen (Kopf, Arme, Beine), sondern auch am Rumpf zerbrochen waren, wie der „Adonis von Zschernitz“ zum Beispiel zeigt. Alle Plastiken stammen – sofern es keine Lesefunde sind – aus Haus- bzw. Siedlungsgruben, was eine kultische oder rituelle Bedeutung im Haus nahelegt.[24]

Figuralgefäße

Neben der Plastik kommen auch figürlich geformte Gefäße („Figuralgefäße“) in anthropomorpher und zoomorpher Form vor. Manche Gefäße weisen Gesichtsdarstellungen auf, wie die Gesichtsdarstellungen der älteren Linearbandkeramik von Ulrichskirchen und Gneidingen zeigen, die auf flaschenförmigen Gefäßen appliziert waren, oder sie stehen auf menschlichen Füßen.

Verzierung der Tongefäße

Bandkeramischer Kumpf, Fundort Marburg-Schröck, Grabung 1983

Die Standardformen bandkeramischer Töpferware sind Kumpf, Flasche, Butte (eine Flasche mit fünf Querhenkeln) und Schale.

Es wird zwischen Verzierter und unverzierter Keramik unterschieden, was allerdings eine eher technische Einteilung darstellt, da unverzierte Keramik z.T. auch Verzierungen (z.B. Randmuster) aufweist. Die Gruppe der unverzierten Keramik besteht hauptsächlich aus Vorratsgefäßen von grober Machart und gröberer Wandstärke. Verzierte Keramik wird hauptsächlich durch Kümpfe repräsentiert, die eine geringe Wandstärke aufweisen und aus feinem Ton hergestellt sind.

Die Verzierungen der Keramik bestehen hauptsächlich aus den dieser Kultur namensgebenden Bändern. Daneben treten Motive auf, die in den Leerräumen zwischen den Bändern angebracht wurden, sogenannte Zwickelmotive (s.Abb. rechts: z.B. die drei waagerechten Linien auf dem Kumpf). Es ist anzunehmen, dass die Verzierungen, vor allem die Zwickelmotive, nicht nur einen dekorativen Zweck erfüllten, sondern vielmehr als Ausdruck der Zusammengehörigkeit bzw. als Zeichen für soziale Gruppen zu verstehen sind. Aus dem 1973 begonnenem Projekt „Siedlungsarchäologie der Aldenhovener Platte (SAP)“ (Rheinland) ging ein Merkmalskatalog hervor, der ein Aufnahmesystem für die Bearbeitung der Keramik bietet und in jüngerer Zeit durch die AG Merkmalskatalog überarbeitet, ergänzt und online zur Verfügung gestellt wurde.[25]

Hypothesen zur Religion

Wie bei allen schriftlosen Kulturen der Vor- und Frühgeschichte können über die Weltsicht oder die religiösen Vorstellungen der Menschen der Linearbandkeramik keine gesicherten Aussagen getroffen werden. Hinweise liefern die anthropomorphen (menschengestaltigen) Plastiken und Ritzzeichnungen, denen in der Forschung stets ein großes Interesse zukam. Sie werden von der Mehrzahl der fachwissenschaftlichen Publikationen in den religiösen Bereich der Bandkeramik eingeordnet. Verschiedene Autoren interpretieren sie als Ausdruck von Fruchtbarkeitskulten, der Verehrung einer Urmutter oder als die Manifestation eines Ahnenkult. Diese Deutungen müssen einander nicht ausschließen.

Fruchtbarkeitskult

Einige Forscher bringen mit der neuen Produktionsweise (Ackerbau, Viehzucht) und infolge der Beobachtung vom Werden und Vergehen in der Natur eine Verehrung der Fruchtbarkeit in Verbindung. Als deren Manifestation sei die Frau und ihre Gebärfähigkeit verstanden worden. Daher wird vermutet, dass die bandkeramischen Plastiken Frauen bzw. Göttinnen darstellten.[24]

Svend Hansen ist dagegen der Auffassung, dass die Verbindung zwischen Frau und Fruchtbarkeit ein Konstrukt des 19. Jahrhunderts sei und keinesfalls auf das Neolithikum übertragen werden könne. Ein entwickelter Kult um eine weibliche Gottheit mit Tempelanlagen und dazugehöriger Priesterschaft ließe sich für das Neolithikum im archäologischen Fundinventar nicht feststellen. Seine Kritik stützt sich vor allem darauf, dass das Geschlecht bei vielen Statuetten nicht eindeutig bestimmbar sei. Daraus folgert er, dass die Zuweisung des weiblichen Geschlechts bei den Statuetten auf Interpolation beruhte. Mit der Infragestellung des weiblichen Geschlechts bricht seiner Auffassung nach die Theorie von dem Kult um eine Fruchtbarkeitsgöttin zusammen.[26]

Urmutter

Auf den Keramikgefäßen gibt es recht häufig das Motiv von stilisierten Figuren mit erhobenen Armen und meist gespreizten Beinen. Auch wenn das Geschlecht meist nicht erkennbar ist, vertritt die Religionswissenschaftlerin Ina Wunn die Auffassung, dass es sich um Frauen in Empfängnis- oder Gebärhaltung handelt und um ikonografische Darstellungen einer Urmutter, wie sie z.B. auch in Çatalhöyük gefunden wurden. Sie soll mit Geburt/Wiedergeburt und Tod verbunden gewesen sein.

Ob es in der Bandkeramik einen Kult um eine Urmutter gegeben hat, kann aus dem Fundgut nicht erschlossen werden. Nach Wunn habe es jedoch keine „Fruchtbarkeitskulte“ gegeben. Kultdramen einer sich im Jahresverlauf wandelnden Gottheit, die mit dem Wandel der Natur in Verbindung gebracht wurde, seien viel späteren Datums und könnten für das Neolithikum nicht belegt werden.[27]

Die übrigen Frauenplastiken könnten nach Wunn Ahnen- und Schutzgeister darstellen, einige auch als Amulette getragen worden sein.

Ahnenkult

Die Interpretation der Plastiken und Ritzzeichnungen als Ahnenfiguren wird ebenfalls aus der neolithischen Wirtschaftsweise abgeleitet. So wäre es für ackerbauende Gesellschaften notwendig gewesen, ihren Landbesitz durch die Existenz von Ahnen zu legitimieren. Von Vertretern der Ahnenthese wie Jens Lüning wird hauptsächlich auf folgende archäologische Befunde hingewiesen:[28]

  • Der Befund in Häusern, vor allem in der Nähe der Herde. Die Vorstellung, dass die Ahnenverehrung an den häuslichen Bereich geknüpft ist, wird in der Archäologie von der Religionswissenschaft übernommen.[29]
  • Manche der anthropomorphen Plastiken sind Miniaturgefäße. Diese werden im ethnologischen Zusammenhang mit Speise- und Trankopfern in Verbindung gebracht.[30]
  • Maskentragende Plastiken bzw. maskenhafte Züge einiger Gesichtsdarstellungen. Die Verknüpfung von Masken und Ahnenverehrung leitet sich sowohl aus ethnologischen als auch historischen Analogien ab.[31]

Alles zusammen ist jedoch der Bandkeramischen Kultur nicht explizit bzw. belegt zuzuordnen.

Das Ende der Bandkeramik

Der chronologische Übergang vom Mittel- zum Spätneolithikum (Saarbrücker Terminologie) wird durch das „Verschwinden“ der Linienbandkeramischen Kultur angezeigt. Tatsächlich wird dieser Prozess als das Ergebnis regionaler Entwicklungen betrachtet. So ist die LBK schon ab ihrer 3. Stufe (sog. Jüngere LBK) in deutlich unterscheidbare Untergruppen zerfallen: Rhein-, Donau-, Elbe-, Oder-Gruppe (benannt nach den wichtigen Flusssystemen, an denen die LBK sich nach Mitteleuropa hineinentwickelt hat), was angesichts der enormen Größe des ursprünglichen Territoriums nicht verwundern kann.

Ein Fund aus Talheim deutet auf Spannungen am Ende der Bandkeramik hin.[32] In Talheim fanden sich die Skelette von 18 Erwachsenen und 16 Kindern und Jugendlichen regellos in ein Massengrab geworfen. Auch das Fehlen von Grabbeigaben spricht gegen eine reguläre Bestattung. Anthropologische Untersuchungen ergaben, dass fast alle Individuen beim Massaker von Talheim von hinten erschlagen oder erschossen wurden. Bei den Tatwerkzeugen handelte es sich um quergeschäftete Steinbeile und Pfeile. Es ist also anzunehmen, dass die Täter ebenfalls Bandkeramiker waren. Natürlich sind solche Thesen schwer zu belegen. Weitere Belege für gewaltsam zu Tode gekommener Menschen innerhalb der Bandkeramik liegen u.a. aus Schletz, Asparn, Herxheim, Vaihingen/ Kr. Ludwigsburg vor.

Der Tübinger Ur- und Frühgeschichtler Jörg Petrasch hat methodenkritisch versucht, die Rate der Gewalttätigkeiten auf die Gesamtpopulation in der Bandkeramik hochzurechnen und kommt zu dem Schluss, dass solche Massaker keine singulären Ereignisse gewesen sein können. Demnach müssen Gewalttätigkeiten in den bandkeramischen Gesellschaften regelmäßig, wenn auch selten, vorgekommen sein.[33][34]

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Diskussion der Funde

Die Massakergräber haben seit ihrer Entdeckung für reichlich Diskussionsstoff innerhalb der Archäologie gesorgt. Manche Forscher sehen in ihnen Kennzeichen einer kollabierenden Gesellschaft, die durch die zunehmende Zersiedelung der Landschaft in eine Ressourcenverknappung geriet. Es wird auch die These vertreten, dass die Massakergräber heftige gesellschaftliche Auseinandersetzungen und Kämpfe um Land-, Weide- und Ackerrechte dokumentieren.

Die These der Resourcenverknappung kann durch die immer kürzer werdenden Distanzen des importierten Feuersteins nachvollziehbar dokumentiert werden, d. h. die weitreichenden Handels- bzw. Transferkontakte nehmen zum Ende der LBK ab. Gleichzeitig setzt ein erstes „professionelles“ Ausbeuten der lokalen Lagerstätten ein (Feuersteinbergwerk von Abensberg-Arnhofen). Das kann als positive Gegenreaktion verstanden werden und sollte darum eigentlich nicht als „Verknappung“ bezeichnet werden.

Auch eine gesteigerte Nutzung der Haustier-Ressourcen (von der „lebendigen Fleischkonserve“ zur spezialisierten Rinderzucht) ist zu bemerken; besonders drastisch in der Hinkelstein-Kultur (früher: LBK 5), was durch die mächtigen Fleischbeigaben, ganze Rinderviertel und mehr, in den Gräbern belegt ist. Auch hier ist keine „Verknappung“ festzustellen.

Vergleiche der späten LBK-Gefäße mit jenen Kulturen, die auf ihrem Gebiet direkt folgen (Hinkelstein- / Groß-Gartach, Stichbandkeramik, Lengyel), zeigen einen homogenen Übergang von der jeweiligen LBK-Gruppe in die Folgekultur.

Interessanterweise zeigen jene Gebiete die größte LBK-Affinität, die dem Ursprungsgebiet der LBK am nächsten liegen: Die Lengyel-Kultur hat einen besonders fließenden Übergang, wohingegen sich die westlichsten Nachfolge-Gruppen der LBK deutlicher abgrenzen lassen.

Nachfolgende Kulturen

Die Linienbandkeramik ist die wichtigste Kultur des mitteleuropäischen Frühneolithikums. Ihr Ende markiert (nach der Chronologie von Jens Lüning) zugleich den Übergang zum Mittelneolithikum.[35] In Frankreich wird sie von der Gruppe Villeneuve-Saint Germain abgelöst. Auf die Linearbandkeramik folgt in Südwest- und Mitteldeutschland der Kulturkomplex Hinkelstein/ Großgartach/ Rössen. In Böhmen, Teilen Österreichs und Polens sowie im Elbe-Saale-Gebiet folgt die Stichbandkeramik, in Bayern die Gruppe Oberlauterbach sowie das Südostbayerische Mittelneolithikum (SOB). In Ungarn, Mähren, Niederösterreich und Südpolen ist die stark aus Südosteuropa beeinflusste Lengyel-Kultur mit ihren Untergruppen vorherrschend.

Vorfahren der modernen Europäer

Untersuchungen der Mitochondrialen-DNA im Institut für Anthropologie an der Universität Mainz am Knochenmaterial der Linienbandkeramiker ergaben, dass der genetische Einfluss der ersten jungsteinzeitlichen Bauern auf die modernen Europäer gering ist. Demnach können überwiegend die altsteinzeitlichen Menschen als unsere Vorfahren in Mitteleuropa angesehen werden.[36]

Wichtige Fundorte

  • Arnoldsweiler
  • Asparn an der Zaya
  • Borgentreich-Großeneder
  • Breiteneich
  • Bründeln
  • Bylany
  • Dresden-Nickern
  • Eilsleben
  • Elsloo
  • Eythra
  • Grafensulz
  • Herxheim bei Landau/Pfalz
  • Kückhoven
  • Langweiler 8
  • Maiersch
  • Mold (Gemeinde Rosenburg-Mold)
  • Rosenburg (Gemeinde Rosenburg-Mold)
  • Wetzlar-Dalheim
  • Wetzleinsdorf

Siehe auch

Literatur

  • Jens Lüning (Hrsg.): Die Bandkeramiker. Erste Steinzeitbauern in Deutschland. Bilder einer Ausstellung beim Hessentag in Heppenheim/Bergstraße im Juni 2004. Leidorf, Rahden/Westfalen 2005, ISBN 3-89646-027-7.
  • Walter Meier-Arendt: Die bandkeramische Kultur im Untermaingebiet. (Dissertation), Bonn 1966. ISBN 978-3774902824
  • Hermann Maurer: Zur ältesten Linearkeramik im niederösterreichischen Waldviertel. In: Mitteilungsblatt der Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte. Bonn 21.1990, S. 35–45.
  • Hermann Maurer: Eine frühneolithische Plastik mit Röntgenstilmerkmalen aus der Slowakei. In: Mannus. Bonn 49.1983, S. 55ff.
  • Katja Schmidt & Christian Jeunesse: Bandkeramische Erdwerke - Verteidigungsanlagen? In: In: Hans-Jügen Beier et. al. (Hrsg.): Neolithische Monumente und neolithische Gesellschaften. Varia neolithica V (= Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas. Band 55. Verlag Beier & Beran, Langenweißbach 2007, ISBN 978-3-941171-27-05, S. 83ff.

Siedlungswesen

  • Bettina Birkenhagen: Studien zum Siedlungswesen der westlichen Linearbandkeramik. Saarbrücker Beiträge zur Altertumskunde. Bd 75. Bonn 2003.
  • Daniela Kern: Eine linearbandkeramische Siedlung von Thomasl, Niederösterreich. In: Archaeologia Austriaca. Wien 67.1983, ISSN 0003-8008, S. 97ff.
  • Oliver Rück: Neue Aspekte und Modelle in der Siedlungsforschung zur Bandkeramik. Die Siedlung Weisweiler 111 auf der Aldenhovener Platte, Kr. Düren. Internationale Archäologie. Bd 105. Rahden/Westf. 2007, ISBN 978-3-89646-377-7.
  • Eva Lenneis: Rosenburg im Kamptal, Niederösterreich. Ein Sonderplatz der älteren Linearbandkeramik. Bonn 2009, ISBN 978-3774935754.
  • Judith Schwarzäugl: Die Bauabfolge des zentralen Bereiches der linearbandkeramischen Siedlung von Mold. Die Häuser 5-10 und 12, Diplomarbeit, Universität Wien, 2011 (Online abrufbar unter http://othes.univie.ac.at/14145/).
  • Harald Stäuble: Häuser und absolute Datierung der Ältesten Bandkeramik. Universitätsforschungen zur Prähistorischen Archäologie. Bd 117, ISBN 3-7749-3199-2.

Austauschsysteme

  • A. Zimmermann: Austauschsysteme von Silexartefakten in der Bandkeramik Mitteleuropas. Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie. Bd 26. Bonn 1995.
  • Guido Nockemann: Different types of economies within the LBK settlement Erkelenz-Kückhoven. In: A. Posluschny/K. Lambers/I. Herzog (Hrsg.), Layers of Perception. Proceedings of the 35th International Conference on Computer Applications and Quantitative Methods in Archaeology (CAA), Berlin, April 2–6, 2007. Koll. Vor- u. Frühgesch. 10 (Bonn 2008) 373 (Abstract). PDF bei Propylaeum-DOK

Kult und Religion

  • Hermann Maurer, Norbert Jama: Linearbandkeramische Kultgefäße aus dem nördlichen Niederösterreich. In: Archäologie Österreichs. Wien 17.2006, 1, 18-20. ISSN 1018-1857.
  • Hermann Maurer: Archäologische Zeugnisse religiöser Vorstellungen und Praktiken der frühen und mittleren Jungsteinzeit in Niederösterreich. In: Friedrich Berg, Hermann Maurer: IDOLE, Kunst und Kult im Waldviertel vor 7000 Jahren. Horn 1998, S. 23–138.
  • H. Maurer: Steinzeitlicher Kult. Horner Schriften zur Ur- und Frühgeschichte. Bd 7/8. Horn 1983, S. 7–46.

Weblinks

 <Lang> Commons: Bandkeramische Kultur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. N. Kalicz: Die älteste Transdanubische (Mitteleuropäische) Linienbandkeramik. Aspekte zu Ursprung, Chronologie und Beziehungen. In: Acta Arch. Hungaricae. Band 47, 1995, S. 23–59.
  2. S. Scharl: Die Neolithisierung Europas – Ausgewählte Modelle und Hypothesen. WAPA 2 (2004). Rahden/ Westf. (Leidorf-Verlag).
  3. E. Bánffy: The 6th Millennium BC boundary in western Transdanubia and its role in the Central European Neolithic transition. In: Varia Arch. Hungarica. XV (Budapest 2004).
  4. B. Bramanti u. a.: Genetic Discontinuity Between Local Hunter-Gatherers and Central Europe’s First Farmers. In: Science. Band 326, Nr. 5949, 2006, S. 137–140 doi:10.1126/science.1176869
  5. DNA-Analysen belegen Herkunft der frühen Bauern in Mitteleuropa aus dem Nahen Osten. (Presse-Erklärung Uni Mainz, 9. November 2010)
  6. W. Haak u. a.: Ancient DNA from European Early Neolithic Farmers Reveals Their Near Eastern Affinities. In: PLoS Biology. Band 8, Nr. 11, 2010, S. 1–16 doi:10.1371/journal.pbio.1000536
  7. Detlef Gronenborn: Silexartefakte der ältestbandkeramischen Kultur. In: Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie 37. Bonn( 1997).
  8. Andreas Tillmann: Kontinuität oder Diskontinuität? Zur Frage einer bandkeramischen Landnahme im südlichen Mitteleuropa. In: Archäologische Informationen. Band 16 (1993), 157-187
  9. Sylviane Scharl u. a.: Ten years after – Gedanken zu den Neolithisierungsprozessen in Europa. In: Archäologische Informationen. Band 26, Nr. 2, 2003, S. 243–369.
  10. 10,0 10,1 Almut Bick: Die Steinzeit. Theiss WissenKompakt, Stuttgart 2006, ISBN 3-8062-1996-6.
  11. Y. Itan u. a.: The Origins of Lactase Persistence in Europe. In: PLoS Comput Biol. Band 5, Nr. 8, 2009 doi:10.1371/journal.pcbi.1000491
  12. Fähigkeit Milch zu verdauen begann vor 7.500 Jahren …
  13. P. J. R. Modderman: The Linear Pottery Culture - Diversity in Uniformity. In: Berichten van de Rijksdienst voor her Oudheidkundig Bodemonderzoek. Den Haag 38, 1988
  14. Wolfgang Lobisser: Zum Nachbau eines linearbandkeramischen Brunnenkastens mit Werkzeugen aus Holz, Stein und Knochen. Experimentelle Archäologie in Deutschland. Bilanz 1997. In: Archäologische Mitteilungen aus Nordwestdeutschland. 1999, S. 27–41.
  15. Early Neolithic Water Wells Reveal the World's Oldest Wood Architecture Tegel W, Elburg R, Hakelberg D, Stäuble H, Büntgen U (2012) Early Neolithic Water Wells Reveal the World's Oldest Wood Architecture. PLoS ONE 7(12): e51374. doi:10.1371/journal.pone.0051374
  16. Dieter Kaufmann: Zur Funktion linienbandkeramischer Erdwerke. In: Karl Schmotz (Hrsg.): Vorträge des 15. Niederbayerischen Archäologentages, Deggendorf, 1997, S. 41–87.
  17. Jörg Orschiedt, Miriam N. Haidle 2009: Die menschlichen Skelettreste von Herxheim. In: A. Zeeb-Lanz (Hrsg.) Krisen – Kulturwandel – Kontinuitäten. Zum Ende der Bandkeramik in Mitteleuropa. Internationale Archäologie Bd. 10 (Verlag Marie Leidorf, Rahden/Westf.) S. 41–52.
  18. Zusammenfassung der bisherigen Befunde der Grabungen in Herxheim auf der des Projektes
  19. 19,0 19,1 Jörg Orschiedt: Die Jungfernhöhle bei Tiefenellern. Eine Neuinterpretation. In: 133. Bericht des Historischen Vereines Bamberg 1997, S. 185–198
  20. Jörg Petrasch: Gewalttätigkeiten in der Steinzeit - Archäologisch-kulturgeschichtliche Analysen zur Ermittlung ihrer Häufigkeiten. In: Piek, Terberger (Hrsg.): Frühe Spuren der Gewalt. Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns Bd. 41, Schwerin 2006. PDF online
  21. Norbert Nieszery: Linearbandkeramische Gräberfelder in Bayern. Internationale Archäologie. Bd 16. Rahden/Westfalen 1995
  22. Svend Hansen: Bilder vom Menschen der Steinzeit. Untersuchungen zur anthropomorphen Plastik der Jungsteinzeit und Kupferzeit in Südosteuropa. Band I. Archäologie in Eurasien, 20, Mainz 2007
  23. Hermann Maurer: Archäologische Zeugnisse religiöser Vorstellungen und Praktiken der frühen und mittleren Jungsteinzeit in Niederösterreich. In: Friedrich Berg, Hermann Maurer: IDOLE, Kunst und Kult im Waldviertel vor 7000 Jahren. Horn 1998, S. 23–138.
  24. 24,0 24,1 Dieter Kaufmann: Kultische Äußerungen im Frühneolithikum des Elbe- Saale- Gebietes. In: F. Schlette und D. Kaufmann (Hrsg.): Religion und Kult in ur- und frühgeschichtlicher Zeit. Tagung der Fachgruppe Ur- und Frühgeschichte / Historiker-Gesellschaft der DDR 13, vom 4. bis 6. November 1985 in Halle (Saale), Berlin 1989, S. 111–139.
  25. BANDKERAMIK ONLINE - Merkmalskatalog zur Aufnahme verzierter Keramik
  26. S. Hansen: Bilder vom Menschen der Steinzeit. Untersuchungen zur anthropomorphen Plastik der Jungsteinzeit und Kupferzeit in Südosteuropa. I. Text. Archäologie in Eurasien, 20, Mainz 2007, S. 322–331.
  27. Ina Wunn: Götter, Mütter, Ahnenkult. Neolithische Religionen in Anatolien, Griechenland und Deutschland. (Dissertation Universität Hannover 1999), TB Verlag Marie Leidorf 2001, S. 223 ff. ISBN 3-89646-021-8
  28. J. Lüning: Die Macht der Ahnen und ihre Abbilder. Wer hatte das Sagen in der Gesellschaft? In: J. Lüning (Hrsg.): Die Bandkeramiker. Erste Steinzeitbauern in Deutschland. Ausstellungskatalog. Heppenheim, Rahden/Westfalen 2005, S. 272–284.
  29. A. Palmisano: Ahnenverehrung, in: H. Cancik, B. Gladigow, K.-H. Kohl (Hrsg.): Handbuch religionswissenschaftlicher Grundbegriffe I, Stuttgart 1988
  30. A. Jensen: Mythos und Kult bei Naturvölkern. Religionswissenschaftliche Betrachtungen, Studien zur Kulturkunde, 10, Wiesbaden 1960
  31. U. Röschenthaler: Maske. In: H. Cancik, B. Gladigow, K.-H. Kohl (Hrsg.): Handbuch religionswissenschaftlicher Grundbegriffe IV, Stuttgart 1998
  32. Jens Lüning, „Grundlagen sesshaften Lebens“, in: Spuren der Jahrtausende. Katalog zur Ausstellung, Stuttgart 2002, ISBN 3-8062-1337-2, S. 217–218.
  33. Jörg Petrasch: Mord und Krieg in der Bandkeramik. In: Archäologisches Korrespondenzblatt 29/1999, Verlag des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz, S. 505–516 vor.
  34. Jörg Petrasch: Gewalttätigkeiten in der Steinzeit - Archäologisch-kulturgeschichtliche Analysen zur Ermittlung ihrer Häufigkeiten. In: Piek, Terberger (Hrsg.): Frühe Spuren der Gewalt. Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns Bd. 41, Schwerin 2006. pdf
  35. Jens Lüning: Erneute Gedanken zur Benennung der neolithischen Perioden. In: Germania. Band 74, 1996, S. 233 ff.
  36. Wolfgang Haak u. a.: Ancient DNA from the First European Farmers in 7500-Year-Old Neolithic Sites, in: Science 310 (5750), 2010. Text als pdf abrufbar.Es wurde die Mitochondrial-DNA (mtDNA) untersucht, die intakt nur von der Mutter auf das Kind vererbt wird. Jeder Mensch – gleichgültig, ob Mann oder Frau – erbt seine mtDNA von seiner Mutter.

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