Ngaloba, Tansania

Fundort: Ngaloba, nähe Laetoli, Tansania
Spezies: Homo
Fossil: LH 18
Geschätztes Alter: 315000 Jahre, Datierung basierend auf Uran/Thorium-Methode und Argon-Argon-Methode
Kultur: Mousterien

Letzte Meldung:   Papua haben mehrere Denisovaner-Vorfahren   –  Als der moderne Mensch Afrika verließ, vermischte er sich mit dem Neandertaler und dem Denisova-Menschen. Ein Forschungsteam hat nun DNA-Fragmente untersucht, die diese ausgestorbenen Homininen an moderne Menschen weitergegeben haben, deren Nachfahren heute auf den Inseln Südostasiens und in Papua-Neuguinea leben. Dabei stellten sie fest, dass nicht nur eine, sondern zwei verschiedene Denisovaner-Linien – die sich schon vor Hundertausenden von Jahren voneinander getrennt hatten – Erbgut an die Vorfahren der Papua weitergegeben haben. Eine der beiden Denisova-Linien unterscheidet sich von der anderen so sehr, dass es sich bei ihr sogar um eine völlig neue Urmenschen-Gruppe handeln könnte.....

Ngaloba ist eine durch Erosion freigelegte Fundregion, in deren Sedimenten man mehrere hominide und andere Fundstellen entdeckte. Ngaloba liegt in der Serengeti im Norden Tansanias, etwa 40 Kilometer südlich der Olduvai Schlucht.

Unter anderem fand man dort eine ziemlich komplette menschliche Schädeldecke mit Oberkiefer und einem Teil der Nasenregion.

Laetoli ist bekannt für seine pliozänen Fossilien und Fußspuren, die aus den Laetolil-Betten stammen. Der viel spätere Hominidenschädel LH ​​18 lag an der Oberfläche in situ (am ursprünglichen Ort) der über den Laetolil-Betten liegenden Ngaloba-Betten. Diese bestehen aus von Wasser abgelegten, erodierten Sedimenten. Die beste, auf angrenzendem Tuffstein basierende Altersschätzung der Ngaloba Betten liegt bei rund 120.000 Jahren (R. L Hay, in Day et al. 1980). Dieses Alter wird von Uran-Thorium-Analysen gestützt, die ein alter zwischen 129.000 und 108.000 Jahren ergaben (Leakey und Harris, 1987).


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Der Ngaloba-Schädel in rechts-lateraler Ansicht


Neben den menschlichen Überresten konnten aus den Ngaloba Betten auch Steinartefakte, ebenfalls in situ auf der Oberfläche geborgen werden. Die Technologie weist die Sammlung der Middle Stone Age zu, mit offensichtlichen Ähnlichkeiten zu Funden vom Lake Eyasi und den Ndutu Betten in der Olduvai-Schlucht (Day, 1986).

Eine erste Beschreibung wurde von Day et al. (1980) vorgenommen. Die Autoren bezeichnen den Fund mit der Inventarnummer LH 18 als "ein frühes, ostafrikanisches Beispiel eines sub-saharischen Homo sapiens", und wiesen auf einige moderne, aber auch archaische Merkmale hin, und verglichen sie mit einer Vielzahl von Hominiden aus dem Mittleren- und Späten Pleistozän. Auch andere Autoren, die das Exemplar in ihren Arbeiten erwähnten, bezeichnen LH 18 als "archaisch", nur wenige betonen seine Ähnlichkeit mit dem modernen Homo sapiens. Holloway (2000) gibt einen Schädelkapazität von 1367 cm³ an.


Literatur

Koordinaten