Ngaloba, Tansania

Letzte Meldung:   Urmenschen mit Fingerspitzengefühl   –  Senckenberg-Wissenschaftlerin Katerina Harvati widerlegt gemeinsam mit ihrem Team der Universität Tübingen und in enger Zusammenarbeit mit dem Naturhistorischen Museum Basel die bisherige Annahme, dass sich Neandertaler bei dem Einsatz ihrer Hände hauptsächlich auf ihre Kraft verlassen hätten. In einer heute im Fachjournal „Science Advances“ veröffentlichten Studie zeigen sie....

Fundort: Ngaloba, nähe Laetoli, Tansania
Spezies: Homo
Fossil: LH 18
Geschätztes Alter: 315.000 Jahre, Datierung basierend auf Uran/Thorium-Methode und Argon-Argon-Methode
Kultur: Moustérien
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Der Ngaloba-Schädel in rechts-lateraler Ansicht

Ngaloba ist eine durch Erosion freigelegte Fundregion, in deren Sedimenten man mehrere hominide und andere Fundstellen entdeckte. Ngaloba liegt in der Serengeti im Norden Tansanias, etwa 40 Kilometer südlich der Olduvai Schlucht.

Unter anderem fand man dort eine ziemlich komplette menschliche Schädeldecke mit Oberkiefer und einem Teil der Nasenregion.

Laetoli ist bekannt für seine pliozänen Fossilien und Fußspuren, die aus den Laetolil-Betten stammen. Der viel spätere Hominidenschädel LH ​​18 lag an der Oberfläche in situ (am ursprünglichen Ort) der über den Laetolil-Betten liegenden Ngaloba-Betten. Diese bestehen aus von Wasser abgelegten, erodierten Sedimenten. Die beste, auf angrenzendem Tuffstein basierende Altersschätzung der Ngaloba Betten liegt bei rund 120.000 Jahren (R. L Hay, in Day et al. 1980). Dieses Alter wird von Uran-Thorium-Analysen gestützt, die ein alter zwischen 129.000 und 108.000 Jahren ergaben (Leakey und Harris, 1987).

Neben den menschlichen Überresten konnten aus den Ngaloba Betten auch Steinartefakte, ebenfalls in situ auf der Oberfläche geborgen werden. Die Technologie weist die Sammlung der Middle Stone Age zu, mit offensichtlichen Ähnlichkeiten zu Funden vom Lake Eyasi und den Ndutu Betten in der Olduvai-Schlucht (Day, 1986).

Eine erste Beschreibung wurde von Day et al. (1980) vorgenommen. Die Autoren bezeichnen den Fund mit der Inventarnummer LH 18 als "ein frühes, ostafrikanisches Beispiel eines sub-saharischen Homo sapiens", und wiesen auf einige moderne, aber auch archaische Merkmale hin, und verglichen sie mit einer Vielzahl von Hominiden aus dem Mittleren- und Späten Pleistozän. Auch andere Autoren, die das Exemplar in ihren Arbeiten erwähnten, bezeichnen LH 18 als "archaisch", nur wenige betonen seine Ähnlichkeit mit dem modernen Homo sapiens. Holloway (2000) gibt einen Schädelkapazität von 1367 cm³ an.


Literatur

  • Leakey, M. D., & Harris, J. M. 1987. Laetoli, a Pliocene site in northern Tanzania. Clarendon Press. Oxford University Press
  • Day M. et al. 1980. A new hominid fossil skull (L.H. 18) from the Ngaloba Beds, Laetoli, northern Tanzania. Natur 284:55-56
  • Holloway R. 2000. Brain In: E. Delson et al. (eds), Encyclopedia of Human Evolution and Prehistory. New York, Garland Publishing, pp. 141 - 149

Koordinaten

  • -3.360278° N, 35.013058° E von Henry Gilbert,
     

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