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Vannius war ein von Drusus Caesar eingesetzter König (Regierungszeit 19–50 n. Chr.) des suebischen Volksstammes der Quaden.

Nach der Zerschlagung des Markomannenreichs des Marbod und der Flucht des kurzzeitigen Nachfolgers Catualda[1] setzte Drusus Caesar[2] 19 n. Chr.[3] über die von ihm zunächst festgehaltenen und später am nördlichen Donauufer angesiedelten germanischen Gefolgschaften beider Herrscher den romfreundlichen Quaden Vannius als rex ein.[4] Dieser Klientelkönig trachtete jedoch bald nach einer Erweiterung des von ihm beherrschten Territoriums, holte sich militärische Verstärkung durch Hilfstruppen der Jazygen und erbaute Fliehburgen; außerdem führte er große Beutezüge durch. Vannius’ Verhalten bewirkte, dass er zu den in der Nähe seines Reichs siedelnden Stämmen der Hermunduren und Lugier in Gegensatz geriet. Darüber hinaus rebellierten 50/51 n. Chr. auch seine Neffen (Schwesternsöhne) Vangio und Sido gegen ihn. Trotz seines Ersuchens, dass ihn Kaiser Claudius unterstützen möge, erhielt Vannius in der entscheidenden militärischen Auseinandersetzung keine Hilfe von Seiten des pannonischen Statthalters Sextus Palpellius Hister. Vannius musste sich geschlagen geben. Er wurde mit seinen Begleitern von Palpellius auf dessen Donauflotte aufgenommen und bekam Wohnsitze in Pannonien zugeteilt.[5]

Literatur

  • Peter Kehne: Vannius. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 32, Walter de Gruyter, Berlin/New York 2006, ISBN 3-11-018387-0, S. 69 f.
  • Rudolf Hanslik: Vannius. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band VIII A,1, Stuttgart 1955, Sp. 346 f.

Weblinks

Anmerkungen

  1. Vgl. Tacitus, Annalen 2,63,1-5
  2. Vgl. Tacitus, Annalen 3,11,1
  3. Vgl. zur Datierungskontroverse Tibor Nagy: Die Nordpolitik des Tiberius an der Mitteldonau, die zweite Mission des Drusus Caesar und die Errichtung des regnum Vannianum. In: Acta archaeologica Acaderniae Scientiarum Hungaricae 41, 1989, S. 65–66, Anm. 22 u. 26
  4. Vgl. Tacitus, Annalen 2,63,6 und 12,29,1.
  5. Vgl. Tacitus, Annalen 12,29f.