Methos31 / CC BY 2.5

Promontory Fort


Promontory Fort, eigentlich "Ancient Promontory Fort" in Cornwall "Cliff Castle" genannt (etwa dem Abschnittswall entsprechend), ist die englischsprachige Bezeichnung für bronze- und eisenzeitliche Befestigungen auf steilen Klippen, die zumeist auf Halbinseln und Vorgebirgen liegen. Sie sind sehr verbreitet auf den übrigen Britischen Inseln. Als Abschnittsbefestigungen liegen sie zumeist an der Küste (und werden auch als cap fort, cliff fort oder coastal fort (deutsch: Kap-, Klippen- oder Küstenburg) bezeichnet, aber auch an Abbruchkanten im Binnenland.

Promontory Fort Dunbeg auf der Dingle-Halbinsel, County Kerry, Irland

Vorkommen

Promontory Forts sind in Cornwall (Maen Castle) relativ häufig und kommen in Schottland (An Dun bei Clashnessie und Hurly Hawkin bei Dundee, wo ein Broch, ein Rundhaus und ein Souterrain auf derselben Landzunge liegen) und in Wales (Caerau, Berry Hill Fort) vor.

Auf der Isle of Man (Cronk ny Merriu bei Santon) sind zwei von einst mehr als 20 Promontory Forts erhalten. Auf den Shetlandinseln (Ness of Burgi) und den Orkney (Brough of Bigging) gibt es auch einige. Die schottischen Anlagen (Dun Ringill auf Skye und Dun Lagaidh am Loch Broom) werden als Semi-Brochs bezeichnet.

In Irland gibt es an der Küste zahlreiche Promontory Forts, etwa auf Dalkey Island oder „The Great Bailey“, beide im County Dublin, sowie im Binnenland Caherconree im Sliabh Mis-Gebirge auf der Dingle-Halbinsel. Das County Clare zählt allein 34[1] und das County Galway elf Anlagen. Auf der Landspitze von Drumanagh (County Fingal) liegen die Überreste des größten Promontory Forts Irlands. Viele liegen auch auf teilweise winzigen Inseln. Auf größeren wie der Araninsel Inishmore liegt z. B. Dubh Cathair.

Aufbau und Zahlen

Kombinationen von Erdwällen, Steilhängen, Mauern und Gräben durchtrennen die Hälse der Vorgebirge. Die Umkehrung dieser Abtrennung besteht in der Anbindung einer vormals landnahen Insel durch Aufschüttung eines Verbindungsdammes. Eine Anzahl von Küstenplätzen hat unter Erosion gelitten und so dürfte die Zahl der Anlagen einst noch größer gewesen sein. Es gibt Flurnamen wie Doonduff und Dooneen an der Küste von Inishbofin und Illaundoon Island, die auf frühere Promontory Forts deuten. Von den 400 bekannten Anlagen in Irland ist bisher archäologisch nur ein Dutzend ergraben worden. Die Ergebnisse zeigen, dass die Monumente, obwohl sie ähnlich aussehen, von der späten Bronzezeit an, also von 1000 v. Chr., erbaut und vereinzelt bis ins Spätmittelalter, also bis 1500 n. Chr. genutzt wurden.

Am Meer

Die einfachste Form eines Promontory Forts ist die Abtrennung einer Landzunge (Burghead Fort, Drumanagh) mittels eines Grabens, bei dem der Erdaushub oder der abgearbeitete Fels als Wall aufgehäuft wurde (Dubh Cathair). Das Gebiet hinter dem Sperrwerk kann relativ fundarm sein oder (seltener) mit einem steinernen Ringfort, einem so genannten Dun versehen sein, wie im Falle von Dunbeg Fort im County Kerry.

Im Binnenland

Im Landesinneren liegen Promontory Forts an steilen Abbruchkanten. Besonders bekannt sind in Irland Cahercommaun im County Clare, Knoxspark im County Sligo und Caherconree im County Kerry auf der Dingle-Halbinsel. Berry Hill Fort in Wales.

Andere Klippenbefestigungen

Vergleichbare Anlagen gibt es auf Mittelmeerinseln wie Sardinien und auf der Iberischen Halbinsel. Auf Sardinien liegt der Komplex um das Brunnenheiligtum von Santa Vittoria bei Serri an der Abbruchkante des vier Kilometer langen und ein Kilometer breiten Basaltplateaus.

Literatur

  • Nancy Edwards: The Archaeology of Early Medieval Ireland. Batsford, London 1990
  • M. J. O’Kelly: Three Promontory Forts in Co. Cork. Publications of the Royal Irish Akademy (PRIA) 55C 1952 S. 25-59

Weblinks

Quellen

  1. Promontory Forts im County Clare (englisch), abgerufen am 31. Januar 2011

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