Pentheus wird von Ino und Agaue zerrissen, Deckel einer Lekane, ca. 450 v. Chr., Louvre

Pentheus ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:ISO15924:97: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) war in der griechischen Mythologie der Sohn von Echion und Agaue, der Tochter des Kadmos. Noch zu Lebzeiten seines Vorgängers Kadmos übertrug dieser Pentheus die Herrschaft über Theben.

Als Dionysos nach Theben kam und die Frauen zu seinen Ehren auf dem Kithairon (ein Berg zwischen Theben und Korinth) ein bacchantisches Fest feierten, versuchte Pentheus, es zu verhindern und Dionysos, der in der Erscheinung eines Bacchanten aufgetreten war, gefangen zu nehmen, was jedoch misslang. Schließlich kann Dionysos den schon verblendeten Pentheus überreden, als Frau verkleidet die im Gebirge schwärmenden Mänaden zu belauschen. Als er dort auf den Wipfel eines Baumes stieg, wurde er jedoch entdeckt und von seiner eigenen Mutter und seinen Tanten Ino und Autonoë, die ihn für ein wildes Tier hielten, in bacchantischer Wut zerrissen. Ein Orakel der Pythia wies die Frauen nun an, den Baum wiederzufinden und ihn wie einen Gott zu verehren. Daraufhin wurden aus dem Holz des Baumes zwei Bilder, die Dionysos darstellten, geschnitzt. Diese Bilder sah Pausanias noch bei seinem Besuch in Korinth.[1]

Nach dem Tod des Pentheus verließ Kadmos Theben und Polydoros, der Sohn des Kadmos, wurde König von Theben.[2] Ein Enkel des Pentheus ist Menoikeus, der Vater des Kreon und der Iokaste.

Die Sage von Pentheus wurde von Euripides der Tragödie Die Bakchen zugrunde gelegt. In der (nicht überlieferten) Tragödie Pentheus des Aischylos wird Pentheus nicht von seiner Mutter zerrissen, sondern fällt im Kampf. Außerdem erscheint die Pentheussage bei Hyginus[3], Ovid[4] (dort nimmt Pentheus nicht Dionysos selbst gefangen, sondern einen tyrrhenischen Seefahrer namens Akoites, einen Begleiter des Gottes), Apollodor[5] und Nonnos.[6]

Weblinks

Commons: Pentheus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Adolf Rapp: Pentheus. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 3,2, Leipzig 1909, Sp. 1925–1943 (Digitalisat).
  • Willi Göber: Pentheus. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XIX,1, Stuttgart 1937, Sp. 542–549.
  • Theodor Heinze: Pentheus. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 9, Metzler, Stuttgart 2000, ISBN 3-476-01479-7, Sp. 530–531.

Einzelnachweise

  1. Pausanias, Reisen in Griechenland 2,2,7
  2. Pausanias, Reisen in Griechenland 9,2,4
  3. Hyginus, Fabulae 76 und 184
  4. Ovid, Metamorphosen 3,513ff und 3,693ff [1]
  5. Apollodor, Bibliotheke 3,36
  6. Nonnos, Dionysiaka 44,46

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Personenleiste“ ist nicht vorhanden.

Die News der letzten Tage

17.06.2022
Archäologie | Kultur
Neue Zeugnisse aus der Tempelstadt Heliopolis
Ein ägyptisch-deutsches Grabungsteam hat bei gerade abgeschlossenen Ausgrabungen im Nordosten Kairos bedeutende Zeugnisse aus der Geschichte der Tempelstadt Heliopolis gefunden.
14.06.2022
Wanderungen | Archäologie | Kultur
Die Römer brachten das Maultier mit
Erst die Römer brachten auch Maultiere im ersten Jahrhundert über die Alpen nach Norden, davor wurden in Mitteleuropa ausschließlich Pferde als Reittiere genutzt.
10.06.2022
Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Hirse in der Bronzezeit: Ein Superfood erobert die Welt
Bereits vor 3500 Jahren lebten die Menschen in einer globalisierten Welt.
09.06.2022
Genetik | Wanderungen | Homo sapiens
Das prähistorische Wallacea – ein genetischer Schmelztiegel menschlicher Abstammungslinien
Die Inseln Wallaceas im heutigen Ostindonesien wurden bereits vor langer Zeit von modernen Menschen besiedelt.
18.05.2022
Sprache | Primaten
Tierisch flexibel: Wie Orang-Utan-Mütter mit ihrem Nachwuchs kommunizieren
Ein Forschungsteam hat Mutter-Kind-Interaktionen bei Orang-Utans untersucht.
17.05.2022
Paläoökologie | Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Zündeln vor 9.500 Jahren
Schon vor 9500 Jahren setzten die Menschen in Europa Brandrodung ein, um Land für sich nutzbar zu machen.
17.05.2022
Nach_der_Eiszeit | Archäologie | Kunst
Spektakuläre Deckengemälde im Tempel von Esna entdeckt
Deutsche und ägyptische Forscher haben im Tempel von Esna in Oberägypten eine Serie farbenprächtiger Deckenbilder freigelegt.