Pandora ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:ISO15924:97: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) aus pan ‚all-‘, ‚gesamt‘ und doron ‚Gabe‘, ‚Geschenk‘; traditionell jedoch als „Allbegabte“ übersetzt) ist in der griechischen Mythologie eine von Hephaistos aus Lehm geschaffene Frau. Als ein schönes Übel ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:149: attempt to index field 'data' (a nil value)) beschreibt Hesiod die Pandora.[1] Von Hermes wird sie zu Epimetheus gebracht[2] – einschließlich der unheilvollen Büchse der Pandora.[3]

Pandora-Mythen

Pandora (Jules-Joseph Lefebvre, 1882)

Die früheste Erzählung des Pandora-Mythos stammt von dem Dichter Hesiod.[4] Auf Geheiß des Göttervaters Zeus wird Pandora von Hephaistos aus Lehm geschaffen, um Rache für den Diebstahl des Feuers durch Prometheus zu nehmen. Pandora erhält zu diesem Zweck eine Büchse, die alle Übel der Welt sowie die Hoffnung enthält[3] mit dem Auftrag, sie den Menschen zu schenken und ihnen mitzuteilen, dass sie unter keinen Umständen geöffnet werden dürfe. Um sie verführerisch zu gestalten, wird Pandora von den Göttern mit vielen Gaben wie Schönheit, musikalischem Talent, Geschicklichkeit, Neugier und Übermut ausgestattet. Aphrodite schenkt ihr zudem holdseligen Liebreiz, Athene schmückt sie mit Blumen, und Hermes verleiht ihr eine bezaubernde Sprache. Dieser gibt ihr schließlich den Namen Pandora, den bereits Hesiod als die „Allbeschenkte“[5] erklärt.

Hermes bringt Pandora zu Epimetheus, dem Bruder des Prometheus. Prometheus als der vorher Bedenkende warnt ihn davor, Geschenke des Zeus anzunehmen. Doch Epimetheus als der nachher Bedenkende ignoriert die Warnung und heiratet Pandora. Sie öffnet die Büchse,[3] die ihr Zeus gab. Daraufhin entweichen aus ihr alle Laster und Untugenden. Von diesem Zeitpunkt an eroberte das Schlechte die Welt. Zuvor hatte die Menschheit keine Übel, Mühen oder Krankheiten und auch den Tod nicht gekannt. Bevor auch die Hoffnung ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:149: attempt to index field 'data' (a nil value)) aus der Büchse entweichen kann, wird diese wieder geschlossen.[3] So wird die Welt ein trostloser Ort und Hesiod schließt damit, dass man dem Willen des Zeus nicht entgehen könne.

Nietzsche beschreibt in Menschliches, Allzumenschliches die Hoffnung als das übelste aller Übel, weil „der Mensch, auch noch so sehr durch die anderen Übel gequält, doch das Leben nicht wegwerfe, sondern fortfahre, sich immer von Neuem quälen zu lassen“ und sie so letztlich die Qual verlängere. Aber das Goldene Zeitalter, in dem die Menschheit von Arbeit, Krankheit und Tod verschont blieb, ist endgültig vorbei.

Gelegentlich findet man in Sekundärliteratur die Behauptung, die Büchse sei ein zweites Mal geöffnet worden, sodass auch die Hoffnung entweichen konnte. Dabei könnte es sich um Versuche handeln zu erklären, warum die Menschen die Hoffnung kennen. Im Original von Hesiod gibt es keinerlei Hinweis auf eine solche zweite Öffnung. Unbekannt ist darum auch, welches Übel als letztes entweichen konnte.

Nach einer anderen Lesart der Werke und Tage (Hesiod) beendet Pandoras Sündenfall nicht die Goldene, sondern die Heroische Zeit. Beide Vorstellungen sind sich prinzipiell ähnlich und teilen sich einige Attribute, stehen aber unter der Herrschaft verschiedener Götter (der des Kronos und der seines Sohnes Zeus). Da Pandora aber erst ein Geschöpf des Zeus ist, ist davon auszugehen, dass ihre Erschaffung nicht in die Zeit des Vaters Kronos fällt.[6]

Neben dieser populären Überlieferung sind weitere Varianten bekannt: So wird vor allem zu Beginn der Neuzeit Prometheus zum Schöpfer der Pandora erklärt, die dann nicht mehr mit einem Fass ausgestattet wird, sondern als erste Menschenfrau selbst zum Problem wird. Babrios hingegen nennt keine Frauenfigur, sondern erzählt nur von einem Fass, das Zeus mit allen Gütern der Welt gefüllt und den Menschen überlassen habe. Sobald diese aus Neugier den Deckel heben, steigen die Güter wieder zum Himmel auf: Nur die Hoffnung bleibt zurück.[7]

Ursprünglich wurde Pandora möglicherweise nicht mit dem Übel, sondern mit den Gaben der Erde in Verbindung gebracht: Auf einer weißgrundierten Kylix (ca. 460 v. Chr.) sieht man Athene und Hephaistos, wie sie ihre Schöpfung der ersten Frau vollenden – betitelt ist die Darstellung jedoch mit dem Namen Anesidora („die Gaben sendende“). Diese Sichtweise verknüpft Pandora/Anesidora mit Demeter und Gaia, positiv besetzten Göttinnen der Fruchtbarkeit. Bestätigt wird eine solche Auffassung durch das Scholion zu Vers 971 von Aristophanes’ Vögeln, das einen Kult der Pandora erwähnt: Sie sei die Göttin der Erde, die alle zum Leben notwendigen Dinge schenke. Somit könnte die Erzählung Hesiods mit ihrer misogynen Darstellung[8] bereits die Verfremdung eines ursprünglicheren Stoffes sein.

Rezeption des Mythos

Gisela Fuchs zufolge wurde der Mythos der Pandora in der Antike kaum rezipiert. Er gewann erst wieder in der Renaissance an Bedeutung.[9] Heute ist das Öffnen der Büchse der Pandora ein Inbegriff für das Stiften eines Unheils, das sich nicht wiedergutmachen lässt.

Parallelen zwischen dem Pandora-Mythos und dem biblischen Sündenfall werden seit dem frühen Christentum gezogen. Pandora wird zur verführenden Eva und Epimetheus zum sich verführen lassenden Adam. Pandora und ihr Gefäß werden in der Neuzeit unter anderem zum Sinnbild der Verführungskraft der Frau. So ist es nicht verwunderlich, dass Pandora zur weiblichen Urgewalt stilisiert wird – entweder als verführerische femme fatale (wie auf den Gemälden Dante Gabriel Rossettis oder mit der Plastik Edwin Scharffs dargestellt) oder aber als zerstörerische Elementargewalt. Schließlich kann sie auch als Gebende erscheinen, so ist sie etwa bei Goethe ein „Gefäß der Gaben alle“; oder, zurückgenommen, bei Wedekind (Die Büchse der Pandora).

Ebenfalls diskutiert wird die These, dass Pandora selbst die Büchse (bzw. ein Krug) gewesen sein soll. Im alten Griechenland waren Krüge oftmals mit dem Bild einer Frau geschmückt. Der Vergleich des weiblichen Körpers mit einer Büchse entstand aufgrund von Analogien zwischen einem Krug und der Gebärmutter einer Frau. Mehr zum Vergleich beim Heiligen Gral und Maria Magdalena.

Dora und Erwin Panofsky wiesen 1956 darauf hin, dass das Wort Büchse aus der lateinischen Nacherzählung des Mythos in den Adagia des Erasmus von Rotterdam stammt.[10] Bei Hesiod ist noch die Rede von einem {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:149: attempt to index field 'data' (a nil value) – griechisch für ‚großer, irdener Vorratskrug‘ (z. B. für Wein, Öl oder Getreide). Erasmus wandelte jedoch die Figur der Pandora ab: Die Psyche des Apuleius als Vorbild nehmend, gab Erasmus der Pandora als Attribut statt des {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:149: attempt to index field 'data' (a nil value) (lateinisch dōlium) die wesentlich leichtere und somit auch tragbare pyxis (griechisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:149: attempt to index field 'data' (a nil value), lateinisch vāsculum), das ‚Büchse‘ bzw. ‚Dose‘ bedeutet.[11]

Misogynie

Der irische Autor Jack Holland beschreibt Hesiods schriftliche Fixierung des Pandoramythos[12] als den Ursprung des weltweiten Frauenhasses.[13]

Moderne Adaptionen

Merkmale

In modernen Darstellungen in Film und Fernsehen geht es häufig darum, dass jemand in den Besitz der Büchse gelangt (oder gelangen könnte) und sie zu öffnen versucht, oder versucht, sie vor dem Öffnen durch andere zu schützen. Der Mythos wird dabei so interpretiert, dass das Öffnen der Büchse zum Entweichen der darin befindlichen Übel führt (oder führte), welche dann in der Welt sind und dort Leid und Kummer verursachen. Gleichzeitig bleibt (oder blieb) die Hoffnung in der Büchse zurück, wenn sie rechtzeitig geschlossen wurde, was bedeute, dass die Hoffnung so vor dem Verlorengehen geschützt werde. Dadurch wird die Hoffnung für die Menschheit bewahrt. Ein heldenhafter Protagonist versucht im Weiteren das Entweichen der Übel zu verhindern oder entwichene Übel in die Büchse zurückzuführen.

Der Widerspruch, warum das Entweichen der Übel diese in die Welt und so zur Wirkung bringe, das Entweichen der Hoffnung aber zum Verlust derselben führe, wird nicht erklärt. Die widersprüchliche Sachlage wird einfach in irgendeiner Form narrativ in den Raum gestellt, durch die Mitwirkenden kritiklos hingenommen und fortgeführt. In anderen Darstellungen wird dieser Widerspruch umgangen, indem die Hoffnung als Inhalt der Büchse und ihr Verhältnis zu den anderen Inhalten weitgehend ausgeklammert oder gänzlich ignoriert wird.

Die tatsächlich im Mythos dargestellte Rolle der Hoffnung als mögliche Rettung oder Linderung, die unwirksam in der Büchse zurückblieb, oder (gemäß Nietzsche, s. o.) als weiteres, besonders heimtückisches Übel findet sich eigentlich nicht in der populären modernen Rezeption.

Auch die vorwurfsvolle Darstellung der Pandora (bzw. der von ihr vertretenen Weiblichkeit und Frau schlechthin) als Opfer ihrer weiblichen Neugier, als Unheilsbringerin oder Verantwortliche für das Schlechte in der Welt wird populär nicht erwähnt oder durch gegensätzliche Darstellungen versucht zu neutralisieren.

Beispiele

Im DC-Universum hatte die Figur der Pandora ihren ersten Auftritt in US-Flashpoint #5 (Oktober 2011). In den The New 52-Ausgaben war sie neben dem Phantom Stranger und Question Teil der Trinity of Sin, drei Personen, die für ihre Taten Buße tun mussten – im Falle von Pandora für das Öffnen der Büchse und das Freilassen des Übels in die Welt. Pandora erhielt beim DC-Comics-Verlag mit US-Trinity of Sin: Pandora eine eigene Comicreihe, die 14 Ausgaben erreichte (2013/14). In der 80-seitigen Startausgabe zum DC Rebirth (Mai 2016) wurde Pandora von Dr. Manhattan ermordet.[14]

Literatur

  • Joachim Harst, Tobias Schmid: Pandora. In: Maria Moog-Grünewald (Hrsg.): Mythenrezeption. Die antike Mythologie in Literatur, Musik und Kunst von den Anfängen bis zur Gegenwart (= Der Neue Pauly. Supplemente. Band 5). Metzler, Stuttgart/Weimar 2008, ISBN 978-3-476-02032-1, S. 545–550.
  • Patrick Kaplanian: Mythes grecs d’Origine. Band 1: Prométhée et Pandore. Édition de l’Adret L’Entreligne, Paris 2011, ISBN 978-2-909-62306-1.
  • Almut-Barbara Renger, Immanuel Musäus (Hrsg.): Mythos Pandora. Texte von Hesiod bis Sloterdijk. Reclam, Leipzig 2002, ISBN 3-379-20033-6 (im Anhang: Scholien zum Pandora-Mythos) (Rezension von Florian Gelzer).
  • Jean-Pierre Vernant: Le mythe prométhéen chez Hésiode. In: Ders.: Mythe et société en Grèce ancienne. Maspéro, Paris 1974, S. 177–194 (deutsch: Mythos und Gesellschaft im alten Griechenland. Suhrkamp, Frankfurt/M. 1987, ISBN 3-518-11381-X).
  • Dora Panofsky, Erwin Panofsky: Die Büchse der Pandora. Bedeutungswandel eines mythischen Symbols. Campus, Frankfurt/New York 1992, ISBN 3-593-34628-1.
  • Paul Weizsäcker: Pandora 2. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 3,1, Leipzig 1902, Sp. 1521–1529 (Digitalisat).

Quellen

Weblinks

Commons: Pandora – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hesiod, Theogonie 585
  2. Robert von Ranke-Graves: Griechische Mythologie. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1984, S. 128.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Herder Lexikon: Griechische und römische Mythologie. Herder, Freiburg 1981, Lemma Pandora.
  4. Hesiod, Theogonie 570–612; Werke und Tage 53–105, bes. 81 f.; Bibliotheke des Apollodor 1,7,2; Hyginus, Fabulae 142; siehe auch Immanuel Musäus: Der Pandoramythos bei Hesiod und seine Rezeption bis Erasmus von Rotterdam. Göttingen 2004, S. 13–41.
  5. Hesiod, Werke und Tage 81f.
  6. Bodo Gatz: Weltalter, goldene Zeit und sinnverwandte Vorstellungen. Georg Olms, Hildesheim 1967, S. 36.
  7. Babrios, Mythiambos. S. 58.
  8. Jack Holland: Misogynie. Die Geschichte des Frauenhasses. Aus dem Englischen von Waltraud Götting. Zweitausendeins, Frankfurt a. M. 2007 (englische Ausgabe 2006), ISBN 978-3-86150-793-2, S. 30.
  9. Gisela Fuchs: Der Becher des Sonnengottes. Zur Entwicklung des Motivs „Becher des Zorns“. Hamburg/London/Münster 2003, S. 60 books.google.
  10. Erasmus, Adagiorum chiliades tres 1,1,31; 1,3,235.
  11. Dora Panofsky, Erwin Panofsky: Die Büchse der Pandora. Bedeutungswandel eines mythischen Symbols. S. 17–38.
  12. Hesiod: Werke und Tage, Theogonie. Übersetzt und hrsg. von Otto Schönberger, Stuttgart, Reclam jun. 1996/1999, S. 11 bzw. 49 (zitiert nach Holland).
  13. Jack Holland: Misogynie. Die Geschichte des Frauenhasses. Aus dem Englischen von Waltraud Götting. Zweitausendeins, Frankfurt a. M. 2007 (engl. Ausgabe 2006), ISBN 978-3-86150-793-2, S. 30.
  14. Alle genannten Ausgaben sind zwischen 2012 und 2017 in deutscher Sprache bei Panini Comics erschienen, siehe dazu www.paninicomics.de.