Oshun


Attribute von Ochún
Farben Gelb
Zahlen 5
Wochentag Sonnabend
Naturelement Süßwasser
Naturmanifestation Seen, Flüsse, Wasserfälle
Pflanze Oximum basilicum, Mentha citrata, Hyptis suaveolens, Amaranthus viridis, Eichornia crassipes, Pilea microphylla, Piper cubeba[1]
Kaurimuschel Odi (7 offen, 9 verschlossen), Oxé (5 offen, 11 verschlossen)[2]
Essen Ipeté
Opfertier Huhn, Taube, Ziege, Schildkröte[3]

Oshun (Ọṣun, Ochún, Oshún, Òsun, Osun, Oxum) ist in der Religion der Yoruba und im brasilianischen Candomblé die Aphrodite, die Venus unter den Orishas bzw. Orixás.

In Afrika

Sie ist eine Flussgöttin des gleichnamigen Flusses Oshun in Nigeria und symbolisiert die Fruchtbarkeit.

Ihr Hain in Oshogbo (Oṣogbo) gehört zum UNESCO-Welterbe[4].

In den Amerikas

Oxum ist die Iabá (ein weiblicher Orisha) der Liebe, der Schönheit, der Weiblichkeit, materiellen Reichtums und der Fruchtbarkeit[5].

Den Anhängern des brasilianischen Candomblé gilt sie als Göttin der Flüsse, Wasserfälle und Seen, der Schönheit, der Liebe und des Reichtums. Obwohl sie als die sanftmütigste unter allen Orixá gilt, ist sie die Anführerin unter allen weiblichen Gottheiten, eine Ìyàmi Òşòròngà (Zauberin)[6] und die einzige, die beim Muschelwerfen der männlichen Gottheiten teilnehmen darf.

Legenden

Ohne ihr Zutun gibt es kein Leben auf der Erde. Die Legende Oxum macht die Frauen steril als Erpressung gegen die Männer / Oxum faz as mulheres estéreis em respresália aos homens berichtet davon, dass sie die Frauen auf der Erde unfruchtbar werden ließ, weil die männlichen Orixás sie von der Macht ausschließen wollten:

„Gleich als die Welt erschaffen wurde, kamen alle Orixás zur Erde und fingen an, Beschlüsse unter sich über die Aufgabenverteilung auf der Erde zu verteilen, bei denen nur die Männer teilnehmen durften. Oxum nahm diese Situation nicht hin. Sie lehnte sich gegen den Ausschluss auf, sie rächte sich an den männlichen Orixás. Sie verdammte alle Frauen zur Unfruchtbarkeit. […] Sie waren sehr alarmiert und wussten nicht, was sie tun sollten ohne Söhne zum Heranwachsen, noch Erben, um ihnen Besitztümer zu hinterlassen, ohne neue Arme, um neue Reichtümer zu schaffen und Kriege zu führen und ohne Nachkommen, um die Erinnerungen an sie nicht sterben zu lassen."[7]

Oxum ist – je nach Legende unterschiedlich erzählt - die Tochter von Oxalá, die Schwester von Obá, verheiratet mit Xangô, Oxóssi und Ogum und hat einen Sohn, Logum Edé.

Symbol

Da ihr Element das Gold ist, trägt sie Gelb.

In der afro-kubanischen Santería entspricht Oshun der Jungfrau Maria in Form der Barmherzigen Jungfrau von Cobre, der Schutzpatronin Kubas. Auch in Brasilien wird sie im Rahmen des Synkretismus oft der Jungfrau Maria zugeordnet.

Erscheinungsbild

Oxum tritt stets in Begleitung von Yemayá / Iemanjá auf und ist im Besonderen eine Hilfe für Schwangere und Gebärende. Oxum zeichnet sich durch ihre Schönheit aus, durch ihren schönen Körper und hat viele Geliebte, wie es in der Legende Oxum wird arm aus Liebe zu Xangô / Oxum fica pobre por amor a Xangô berichtet wird:

„Sie hatte einen schönen Körper, von feinen Formen. […] Viele Nächte hatte Oxum in ihrem Bett Geliebte, denen sie Momente seltener Lust brachte. Oxum hatte viele Liebschaften.“[8]

Die Oxum geweihten Gläubigen sind sanft, kokett, eitel[9], eifersüchtig und ehrgeizig. In vielen Legenden wird sie auch als hinterhältig, im insbesonderen zu anderen Frauen, beschrieben[10].

Literatur

  • Ajibade, G. Olusola, Negociating Performance: Osun in the Verbal and Visual Metaphors, Bayreuth, Working Papers, 2005.
  • Cossard, Gisèle Omindarewá, Awô. O mistério dos Orixás, Rio de Janeiro, 2008 (2006).
  • Murphy, Joseph M., and Mei-Mei Sanford, Osun Across the Waters : A Yoruba Goddess in Africa and the Americas, Indiana, 2001.
  • Prandi, Reginaldo, "Oxum", in: Mitologia dos Orixás, São Paulo, 2001:318-345.
  • Probst, Peter, Oshogbo and the Art of Heritage, Bloomington 2011.
  • Torre, Miguel A. de la, "Dancing with Ochún: Imagining How a Black Goddess Became White," in Anthony Pinn, ed., Aesthetics within Black Religion: Religious Thought and Life in Africa and the African Diaspora, New York, 2009, 113-134.
  • Verger, Pierre, Orixás. Os Deuses iorubás na África e no Novo Mundo, São Paulo, 1981.
  • -- "Esplendor e decadência do culto de Ìyàmi Osorongà entre os Iorubas (minha mãe feiticeira)". In: Artigos, Tomo I, São Paulo, 1992,8-91.

Weblinks

Fußnoten

  1. Cossard 2008:139.
  2. Cossard 2008:86.
  3. Cossard 2008:108f.
  4. UNESCO-Welterbe: Hain der Osun (in engl.)
  5. „Olodumare gab Oxum den Glanz der Weiblichkeit, materiellen Reichtum und Fruchtbarkeit der Frauen. Gab ihr die Liebe. / Olodumare deu a Oxum o zelo pela feminilidade, riqueza material e fertilidade das mulheres. Deu a Oxum o amor.“, erzählt in der Legende Iemanjá heilt Oxalá und erhält die Macht über die Köpfe / Iemanjá cura Oxalá e ganha o poder sobre as cabeças; vgl. Prandi, Reginaldo 2001:398.
  6. Verger 1992
  7. „Logo que o mundo foi criado, todos os orixás vieram para a Terra e começaram a tomar decisões e dividir encargos entre eles, em concibiliábulos nos quais somente os homens podiam participar. Oxum não se conformava com essa situação. Ressentida pela exclusão, ela vingou-se dos orixás masculinos. Condenou todas as mulheres à esterilidade. […] Estavam muito alarmados e não sabiam o que fazer sem filhos para criar nem herdeiros para quem deixar suas posses, sem novos braços para criar novas riquezas e fazer as guerras e sem descendentes para não deixar morrer suas memórias.“; vgl. Prandi, Reginaldo 2001:345.
  8. “Tinha um corpo belo, de formas finas. […] Por muitas noites Oxum teve em seu leito amantes, aos quais propiciava momentos de raro prazer. Oxum teve muitos amores.“; vgl. Prandi, Reginaldo 2001:335.
  9. “Oxum lebte im Palast von Ijimu. Sie verbrachte ihre Tage damit, dass sie ihr Spiegelbild anguckte. / Vivia Oxum no palácio de Ijimu. Passava os dias no seu quarto olhando seus espelhos.“, erzählt in der Legende Oxum Apará ist auf Oiá eifersüchtig / Oxum Apará tem inveja de Oiá; vgl. Prandi, Reginaldo 2001:323.
  10. Ebd.: 324.

Diese Artikel könnten dir auch gefallen



Die letzten News


Knochen des Tages

Elemente:

,

18.02.2021
Neandertaler-Gene und Covid-19 Verläufe
Letztes Jahr entdeckten Forscher, dass wir den wichtigsten genetischen Risikofaktor für einen schweren Verlauf der Krankheit Covid-19 vom Neandertaler geerbt haben.
29.01.2021
Als Flüsse durch eine grüne Sahara flossen
Große Teile der heutigen Sahara-Wüste waren vor Tausenden von Jahren grün.
29.01.2021
Beweglicher Daumen ebnete den Weg zur menschlichen Kultur
Präzise Greifen und grazilere Werkzeuge herstellen: Vor rund zwei Millionen Jahren verschaffte ihre bessere Feinmotorik den ersten Menschen einen evolutionären Vorteil
23.01.2021
Befreundete Schimpansen kämpfen gemeinsam gegen Rivalen
Menschen kooperieren in großen Gruppen miteinander, um Territorien zu verteidigen oder Krieg zu führen.
21.01.2021
Über 18.000 Funde: Forschungsgrabung in Untermaßfeld abgeschlossen
Seit vier Jahrzehnten wird in der thüringischen Wirbeltierfundstelle Untermaßfeld regelmäßig ausgegraben.
21.01.2021
Was das Genom des Lungenfischs über die Landeroberung der Wirbeltiere verrät
Das vollständig sequenzierte Genom des Australischen Lungenfisches ist das größte sequenzierte Tiergenom und hilft, den Landgang der Wirbeltiere besser zu verstehen – Evolutionsbiologen der Universität Konstanz sind maßgeblich beteiligt
21.01.2021
Alte DNA gibt Aufschluss über die Besiedlung der Marianeninseln
Im Vergleich zur Erstbesiedlung Polynesiens hat die Besiedlung der Marianen im Westpazifik vor etwa 3.500 Jahren bisher nur wenig Beachtung gefunden.
21.01.2021
Asiatische Gewürze erreichten den Mittelmeerraum vor mehr als 3000 Jahren
Der LMU-Archäologe Philipp Stockhammer fand Hinweise über asiatische Gewürze wie Kurkuma und Früchte wie die Banane im Mittelmeerraum schon viel früher als bislang gedacht.
10.12.2020
Fossilien zeigen Folgen der Ozeanerwärmung auf
Forschende aus Berlin und Großbritannien haben die ökologischen Auswirkungen einer raschen und ungewöhnlich intensiven Phase der Klimaerwärmung während der Jurazeit vor etwa 182 Millionen Jahren auf die Meeresfauna erforscht.
03.12.2020
Das älteste “Ortsnamenschild” der Welt
Wissenschaftler der Universität Bonn haben zusammen mit dem Ägyptischen Antikenministerium das älteste Ortsnamenschild der Welt entschlüsselt.
30.11.2020
Der Popa-Langur: ein neu entdeckter Affe aus Asien
Erbgutanalysen, unter anderem an hundert Jahre altem Museumsexemplar, erlauben Einblick in die Evolutionsgeschichte der Haubenlanguren.
25.11.2020
Treue Paare im Regenwald
Rote Springaffen verzichten auf Seitensprünge.
24.11.2020
Manche mögen‘s heiß: Globale Erwärmung als Motor für Evolution der Langhalssaurier
Ein internationales Paläontologen-Team, zu dem auch SNSB-Forscher Oliver Rauhut gehört, findet Belege für einen raschen Klimawandel vor 180 Millionen Jahren als Ursache für die Ausbreitung der weithin bekannten Langhalssaurier (Sauropoden).
03.11.2020
Neanderthaler-Mütter stillten nach fünf bis sechs Monaten ab
Als Grund für das Aussterben der Neanderthaler vermuten einige Forscher, dass die damaligen Mütter ihre Säuglinge lange stillten und die Säuglinge so nicht früh genug vielfältige Nährstoffe für eine Höherentwicklung des Gehirns erhielten.
31.10.2020
Populationsgeschichte der Hunde deckt sich nur teilweise mit der des Menschen
Wissenschaftler haben die Genome von bis zu 10.900 Jahre alten Hunden untersucht und zeigen, dass die Populationsgeschichte der prähistorischen Hunde sich nur teilweise mit der des Menschen deckt.
30.10.2020
Denisovaner-DNA im Erbgut früher Ostasiaten
Forschende des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und der Mongolischen Akademie der Wissenschaften haben das Genom des ältesten menschlichen Fossils, das bis jetzt in der Mongolei gefunden wurde, analysiert: Die 34.000 Jahre alte Frau hatte rund 25 Prozent ihrer DNA von Westeurasiern geerbt.
24.10.2020
Bissspuren und ausgefallene Zähne bringen Licht ins Fressverhalten von Dinosauriern
Forscherteam der Universität Tübingen untersucht 160 Millionen Jahre alten Fressplatz im Nordwesten Chinas.
22.10.2020
Kognitive Bausteine der Sprache existierten schon vor 40 Millionen Jahren
Nicht nur Menschen, sondern auch Affen und Menschenaffen erkennen Regeln in komplexen sprachlichen Konstruktionen. Dies haben Sprachwissenschaftler durch Experimente mit einer künstlichen Grammatik herausgefunden. Daraus lässt sich schliessen, dass diese Fähigkeit auf gemeinsame Vorfahren zurückgeht.
21.10.2020
Mehr noch als Fleisch und Milch
Stabile Isotopendaten von Menschen- und Tierknochen zeigen eine sehr effektive Nutzung des vielfältigen Nahrungsangebots im nördlichen Kaukasus und den vorgelagerten Steppen durch bronzezeitliche Viehhalter im heutigen Süden Russlands.
18.10.2020
Madagaskar: Mensch und Klima verursachten Massenaussterben
Die gesamte endemische Megafauna Madagaskars und der östlich davon gelegenen Inselkette der Maskarenen, zu der Mauritius und Rodrigues zählen, wurde im vergangenen Jahrtausend ausgerottet.
17.10.2020
Chemische Evolution - Am Anfang war der Zucker
Der Ursprung allen Lebens liegt in organischen Molekülen. Doch wie sind diese aus anorganischen Stoffen entstanden? Der LMU-Chemiker Oliver Trapp berichtet über einen Reaktionsweg, bei dem sich Zucker an Mineralien ohne Wasser bilden.
14.10.2020
Der moderne Mensch kam auf Umwegen nach Europa
Klimatische Bedingungen leiteten die geographische Ausbreitung von Homo sapiens in der Levante vor 43.000 Jahren.
12.10.2020
Reiter wetteiferten vor 3000 Jahren um die ältesten Lederbälle Eurasiens
Wissenschaftler haben in Gräbern von Reitern in Nordwest-China die ältesten Bälle Eurasiens untersucht.
08.10.2020
Forscher rekonstruieren Käfer aus der Kreidezeit
Ein internationales Forscherteam hat vier neu gefundene Exemplare der fossilen Käfer Mysteriomorphidae mithilfe der Computertomographie untersucht und weitestgehend rekonstruieren können. Die Ergebnisse lassen Rückschlüsse auf die Evolution der Arten während der Kreidezeit zu.
01.10.2020
Jagdverhalten säbelzahntragender Raubtiere erforscht
Ein internationales Team von Forschenden aus dem Vereinigten Königreich und Spanien sowie unter Beteiligung vom Museum für Naturkunde in Berlin, untersuchten über 60 verschiedene säbelzahntragende Tierarten.