Mescha (hebräisch מישע, moabitisch משע) war ein moabitischer König, der um 850 v. Chr. regierte, die Unabhängigkeit seines Landes von Israel wieder herstellte und das Gebiet nördlich des Arnon zurückeroberte.

Quellen

Mescha wird in der Bibel und auf zwei moabitischen Inschriften genannt. Nach dem 2. Buch der Könige, Kapitel 3, war Mescha zunächst dem Reich Israel und dessen König Ahab tributpflichtig, erhob sich aber nach dessen Tod. Ein Rachefeldzug des israelitischen Königs Joram scheiterte trotz judäischer und edomitischer Unterstützung.

König Mescha ließ in seiner Hauptstadt Dibon (heute Diban) die sogenannte Mescha-Stele aufstellen, die seine Siege über Israel rühmt. Diese wurde 1868 ergraben und wird heute im Pariser Louvre aufbewahrt.

Literatur

  • K. Jackson; A. Dearman: The Text of the Mesha Inscription. In: A. Dearman (Hrsg.): Studies in the Mesha Inscription and Moab. Atlanta: Scholars Press 1989, S. 93–95.
  • A. F. Rainey: Mesha and Syntax. In: J. A. Dearman; M. P. Graham (Hrsg.): The Land that I will show you: Essays on the history and archaeology of the Ancient Near East in Honour of J. Maxwell Miller. Sheffield: Sheffield Academic Press 2001, S. 287–307.

Weblinks

  • Thomas Wagner: Mescha / Mescha-Stele. In: Michaela Bauks, Klaus Koenen, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart 2006 ff., abgerufen am 26. Mai 2012.

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