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Marathon (Griechenland)


Gemeinde Marathon
Δήμος Μαραθώνος (Μαραθώνας)
Marathon (Griechenland) (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat: Griechenland
Region: Attika
Regionalbezirk: Ostattika
Geographische Koordinaten: 38° 9′ N, 23° 58′ O38.15523.963611111111Koordinaten: 38° 9′ N, 23° 58′ O
Fläche: 226,55 km²
Einwohner: 23.974 ([1])
Bevölkerungsdichte: 105,82 Ew./km²
Gemeindelogo:
Gemeindelogo von Gemeinde Marathon
Sitz: Marathon
LAU-1-Code-Nr.: f11
Gemeindebezirke: 4 Gemeindebezirke
Ortschaften: 4 Ortschaften
Website: marathon.gr/de/index.php
Lage in der Region Attika
Datei:2011 Dimos Marathonos.png
f9f8
Die Ebene von Marathon in der Neuzeit
Das Olympic Rowing and Canoeing Centre im Stadtteil Schinias

Marathon (m. sg.) (altgr. und Katharevousa Μαραθών, neugr. Μαραθώνας Marathonas; übersetzt Fenchel-Feld) ist eine Gemeinde in Griechenland nordöstlich von Athen, an der Ostküste des alten Attika.

In ihrer Nähe fand 490 v. Chr. die Schlacht bei Marathon zwischen Persern und Athenern statt, aus der die Athener unter dem Feldherrn Miltiades siegreich hervorgingen.

Die heutige Gemeinde wurde bei der Verwaltungsreform 2010 durch Vereinigung der größeren Nachbargemeinde Nea Makri und der kleinen Landgemeinden Grammatiko und Varnavas mit Marathon gebildet.

In der Nähe der Stadt befindet sich der für die Wasserversorgung Athens wichtige Marathon-Stausee.

Marathonlauf

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Um die Schlacht bei Marathon rankt sich die Legende des Boten Pheidippides. In der verbreitetsten Version der Geschichte soll Pheidippides die Kunde des Sieges vom Schlachtfeld in das ungefähr 40 km entfernte Athen gebracht und nach Überbringung der Nachricht auf dem Areopag an Erschöpfung gestorben sein. Diese Entfernung dürfte allerdings für einen geübten Läufer keine Schwierigkeit dargestellt haben, und da sich diese Legende erst bei Plutarch, der ca. 600 Jahre nach der Schlacht lebte, findet, muss sie für Erfindung bzw. attische Propaganda gehalten werden. Diese Erzählung bildet die Grundlage des modernen Marathonlaufs. Seit 1982 gibt es den Athen-Marathon, der auf dieser Strecke stattfindet und sein Ziel im Athener Olympiastadion von 1896 hat.

Forschungsdiskussion

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Obwohl der Marathonläufer bei den meisten Historikern heute als spätere Erfindung gewertet wird, gibt es immer noch Stimmen, die an die historische Wahrheit des Läufers glauben. Th. B. Yannakis macht als Verfechter der Wahrheit des Läufers auf folgende Punkte aufmerksam: von Philostratos wissen wir, dass es überall in Griechenland staatliche Läufer gab und Heere stets Boten beschäftigten, um Kontakt mit der Außenwelt zu halten. Dagegen tragen die Gegner dieser Sichtweise vor, dass Herodot, dessen Marathonschlachtbeschreibung uns als einzige vollständig erhalten ist, obwohl er nur wenige Jahrzehnte nach der Schlacht sein Werk verfasste, nichts über den Läufer verlauten ließ. Im Gegenteil, Herodot nennt einen anderen Pheidippides, der die Strecke von Athen nach Sparta in zwei Tagen zurückgelegt haben soll. Dass ein Läufer diese Strecke von rund 245 km in zwei Tagen zurücklegt, während ein anderer nach der relativ kurzen Strecke zwischen Marathon und Athen dort zusammenbricht ist unglaubwürdig und macht zusammen mit der Tatsache, dass Herodot sonst alles, was ihm über die Taten der Athener in die Hände fiel, in sein Werk aufnahm, die Geschichte unglaubwürdig. Die frühesten antiken Historiker, die den Marathonläufer nennen, sind Plutarch und Lukian, die beide über 500 Jahre später darüber berichten. Ein weiterer Hinweis auf eine spätere Erfindung des Läufers ist, dass mehrere Namen, aber jeweils ohne Patronymikon und Demotikon überliefert sind. Der Lauf kann also als spätere Erfindung der Kaiserzeit gehalten werden und gehört als Legende wahrscheinlich in den Kontext des athenischen Ephebencurriculums – z. B. als Begründung für den Waffenlauf der Epheben.

Museum

Bei dem Ort Marathon gibt es einen Grabhügel, in dem die 192 in der Schlacht bei Marathon gefallenen Athener bestattet worden sein sollen, unweit davon gibt es einen weiteren, wahrscheinlich für Platäer, die in der Schlacht auf der Seite der Athener kämpften, und einen dritten Grabhügel aus dem 13. Jahrhundert v. Chr. aus achäischer Zeit.

Neben diesem dritten Grabhügel steht ein Museum, das archäologische Funde aus der Umgebung von Marathon beherbergt und vor allem Skulpturen aus einer Villa des Herodes Atticus, der aus dieser Gegend stammte.

Literatur

  • M.-C Amouretti, F. Ruze: Le Monde grec antique, Hachette-Université, 1978
  • P. Lévèque: L'aventure grecque, Armand Colin, 1964
  • Edouard Will: Le Monde grec et l'Orient, tome I : le V siècle, collection « Peuples et Civilisations », Presses universitaires de France, 1980
  • E. Glatre: Salamine et les Guerres Médiques, collection « les grandes batailles de l'Histoire », Socomer, 1990
  • Thomas Maria Weber: Marathon. Siedlungskammer und Schlachtfeld – Sommerfrische und olympische Wettkampfstätte, von Zabern, Mainz 2004 (Antike Welt. Sonderband/Zaberns Bildbände zur Archäologie) ISBN 3-8053-3378-1
  • Henri Pigaillem: Salamine et les Guerres Médiques. Economica, 2004

zur Marathonlaufdiskussion

  • Th. B. Yannakis: The Feat of the Messenger of Marathon in 490 B.B.: Myth or Fact. In: Canadian Journal of History of Sport, Dec. 1988, Vol XIX. No.2, 50-56.
  • István Kerstész: Schlacht und „Lauf“ bei Marathon. Legende und Wirklichkeit, In: Nikephoros, 4 (1991), S. 155-160.
  • Michael Jung: Marathon und Plataiai. Zwei Perserschlachten als „lieux de mémoire“ im antiken Griechenland, In: Hypomnemata, Band 164 (2006), S. 181-190.
  • Hans W. Giessen: Mythos Marathon. Von Herodot über Bréal bis zur Gegenwart (= Landauer Schriften zur Kommunikations- und Kulturwissenschaft. Band 17). Verlag Empirische Pädagogik, Landau 2010, ISBN 978-3-941320-46-8.

Weblinks

 <Lang> Commons: Marathon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Einwohnerzahl nach Angaben des griechischen Innenministeriums vom Mai 2010 in einer Broschüre zur Verwaltungsreform nach dem ‚Kallikratis-Gesetz‘: Elliniki Dimokratia, Ypourgeio Esoterikon, Apokendrosis ke Ilektronikis Diakyvernisis: „Programma Kallikratis,“ Systasi, syngrotisi Dimon, Periferion ke Apokendromenon Diikiseon gia ti Nea Architektoniki tis Aftodiikisis ke tis Apokendromenis Diikisis, Athen 2010 (PDF)

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