Klappaltar von Kairo


Klappaltar von Kairo
200px
Material Kalkstein
Maße H. 43,5 cm;B. 39 cm;
Herkunft Mittelägypten, Tell el-Amarna, Haus Q 47,16
Zeit Neues Reich, 18. Dynastie, Amarna-Zeit
Ort Kairo, Ägyptisches Museum, JE 44865

Als Klappaltar von Kairo wird ein Altarbild im Ägyptischen Museum in Kairo bezeichnet, auf dem Pharao Echnaton, Königin Nofretete und drei ihrer Kinder dargestellt sind. Das aus Kalkstein bestehende Altarbild mit der Inventarnummer JE 44865 hat eine Größe von 43,5 × 39 cm und wurde 1912 in Tell-el Amarna im Stadtbezirk, Haus Q 47, 16 von Ludwig Borchardt entdeckt.[1] Gustave Lefebvre wählte dieses Objekt am 20. Januar 1913 bei der Fundteilung anstelle der Nofretete-Büste für die ägyptische Verwaltung für Altertümer (das heutige Supreme Council of Antiquities).

Beschreibung

Auf der linken Seite sieht man Echnaton auf einem Schemel sitzen. Vor ihm steht die älteste Tochter, Meritaton, der er ein Schmuckstück reicht. Ihm gegenüber sitzt auf der rechten Seite Königin Nofretete, auf deren Schoß zwei Töchter spielen. Es handelt sich um Maketaton und Anchesenpaaton. Im oberen Feld, in der Mitte des Altars, findet man die Sonnenscheibe des Aton, dessen Strahlen in Händen enden, die das Lebenszeichen (Anch) halten und so den Dargestellten Leben bringen. Im Bildfeld befinden sich diverse Inschriften, die die Namen und Titel der abgebildeten Personen nennen. Der Altar ist an drei Seiten von einem Schriftband umrahmt und die Hieroglyphen enthalten zum Teil noch die blaue Farbe mit der sie ausgemalt wurden. Am Sockel des Altars befinden sich zu beiden Seiten kleine Bohrungen, die darauf hindeuten, dass das Altarbild mit zwei Türflügeln aus Holz verschlossen wurde.

Der sogenannte „lehrhafte Name“ des Aton ist hier noch in seiner ersten Fassung genannt. Die Datierung erfolgt aufgrund dessen, der Darstellung der drei Töchter und den für diese Zeit der Amarna-Periode typischen Merkmale in das Ende der ersten Regierungshälfte Echnatons.[1]

Solche Altare sind typisch für die Amarna-Periode im alten Ägypten und wurden vor allem bei den Ausgrabungen in Amarna, der damaligen Hauptstadt von Echnaton, „Achet-Aton“, gefunden. Es handelt sich um Altare, die in privaten Kapellen oder Häusern aufgestellt wurden und so die königliche Familie und der Sonnengott Aton verehrt wurden.

Angebliche Fälschung

Der Ägyptologe Rolf Krauss äußerte in einem Spiegelinterview im Jahr 2009 im Zusammenhang zur These, dass die Büste der Nofretete eine Fälschung sei und er auch den Klappaltar von Kairo für eine Fälschung halte. Als Begründung führte Krauss unter anderem an, das Wort Maat (Wahrheit) sei in Hieroglyphen an vier Stellen falsch geschrieben worden. Er bemängelt ebenfalls, dass Echnaton als Linkshänder dargestellt ist, was seiner Ansicht nach der altägyptischen Ikonographie widerspricht. Die gelbe Verwitterung an dem Stein sei nur vorgetäuscht und keine Patina, wie Farbanalysen bestätigt haben. Unter den Ägyptologen kommentierte Christian Loeben zustimmend: „Das Relief ist ein Pasticcio, ein in betrügerischer Absicht gefertigter Stil-Mischmasch.“[2]

Literatur

  • Das Ägyptische Museum von Kairo. von Zabern, Mainz 1986, ISBN 3-8053-0640-7, Nr. 167.
  • Wilfried Seipel in Ausstellungskatalog Nofretete - Echnaton. von Zabern, Mainz 1976, Nr. 47.
  • Cyril Aldred: Akhenaten and Nefertiti - Ausstellungskatalog anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Brooklyn Institute of Arts and Sciences, Brooklyn Museum/ Viking Press, New York 1973, ISBN 0670111392, S. 11, Fig. 2 (Abbildung ist seitenverkehrt).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Wilfried Seipel im Ausstellungskatalog Nofretete - Echnaton, Nr. 47
  2. Krimi um die Königin; Matthias Schulz, in Der Spiegel, Ausgabe Nr.22 vom 25. Mai 2009, Seite 134-135

Diese Artikel könnten dir auch gefallen