Der Dowris-Hort ist der größte Hort der irischen Spätbronzezeit. Er wurde Anfang des 19. Jahrhunderts in Derreens unweit des Lough Coura entdeckt. Dowris (auch Doorosheath, irisch Dúros) bei Whigsborough ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:149: attempt to index field 'data' (a nil value)) liegt nordöstlich von Birr im County Offaly in Irland. Während der Bronzezeit war das Gebiet ein flacher See, der im späten Mittelalter verlandete.

Dowris-Hort

Fundgeschichte

Der Hort wurde beim Kartoffelpflanzen entdeckt, nach den Erinnerungen von T. L. Cooke etwa 1824. Der Fundort war ein Feld zwischen der Weide und dem Moor, lag also nicht direkt im Moor.[1] Der Hort wurde von William Parsons und Thomas L. Cooke aus Parsonstown geborgen. Der an Antiquarien interessierte Cooke publizierte darüber einen Artikel im Dublin Penny Journal.[2] 1848 hielt der Geistliche Dr. Robinson in der Royal Irish Academy einen Vortrag über die Funde. Cooke sandte daraufhin ein Referat über die Auffindung des Horts ein, um „wenige unwesentliche Fehler und Nachlässigkeiten“ zu berichtigen.[3]

Zusammensetzung

Datei:Ancient Irish Bells, or Crotals (IA jstor-30003422).pdf Es handelte sich ursprünglich um mehr als 200 Stücke, Cooke spricht von „mindestens einer Pferdeladung“ von Bronzeobjekten.[4] Der Graf von Rosse behielt einen Teil der Funde,[5] Cooke andere, verschenkte aber auch Stücke an Sammler.[6]

Heute befinden sich 111 Stücke im Irischen Nationalmuseum und 79 im Britischen Museum London. Darunter sind:

  • 44 Speerspitzen
  • 44 Crotales (eine Glocke in Ohranhängerform, gemäß John Coles die Nachbildung von Stierhoden; der Fund ist einmalig in Irland).
  • 43 Tüllenäxte
  • 26 Bronzehörner bzw. Trompeten in Form von Stierhörnern
  • fünf Schwerter (48 cm lang; eventuell aus Südengland)
  • Ein genieteter Bronzeeimer oder -kessel (vermutlich eine importierte Situla)
  • Zwei weitere Eimer (vermutlich einheimische Kopien)
  • diverse Werkzeuge wie Hohlmeißel, Flachmeißel und Messer.

Datierung

Die Unterteilung der Bronzen der irischen Bronzezeit basiert auf Hort-Funden. Der Hortfund von Dowris gehört in die Ewart-Park-Phase und wurde benutzt, um die lokale Dowris Phase zu definieren[7]. Sie gehört in Needhams Phase VI, also etwa 850–600 v. Chr.[8]

Die „Dowris-Phase“ datiert 900–600 v. Chr.

Literatur

  • George Eogan: The Hoards of the Irish later Bronze Age. Dublin 1983 S. 69–73.
  • Laurence Flanagan: Ancient Ireland. Life before the Celts. Gill & Macmillan, Dublin 1998, ISBN 0-7171-2434-7 S. 225

Weblinks

Einzelnachweise

  1. "... were not found in what can be properly denominated bog, but in the centre of a potato garden extending down the slope of a rising ground between the paddock and the moorland." (Thomas L. Cooke: On Bronze Antiquities found at Dowris, in the King's County. In: Proceedings of the Royal Irish Academy. Band 4, 1 January 1847, S. 435.)
  2. Band 1, 1832, S. 376; nach Cooke, Thomas L., On Bronze Antiquities found at Dowris, in the King's County. Proceedings of the Royal Irish Academy Band 4, 1 January 1847, S. 423.
  3. Thomas L. Cooke, On bronze Antiquities found at Dowris, in the King's County. Proceedings of the Royal Irish Academy Band 4, 1 January 1847, S. 423. JSTOR 20520338
  4. "... at least a horse-load of gold-coloured bronze antiquities, of a variety of forms ..." (Thomas L. Cooke: On Bronze Antiquities found at Dowris, in the King's County. In: Proceedings of the Royal Irish Academy Band 4, 1 January 1847, S. 424)
  5. Thomas L. Cooke: On Bronze Antiquities found at Dowris, in the King's County. In: Proceedings of the Royal Irish Academy Band 4, 1 January 1847, S. 423. JSTOR 20520338
  6. Thomas L. Cooke: On Bronze Antiquities found at Dowris, in the King's County. In: Proceedings of the Royal Irish Academy. Band 4, 1 January 1847, S. 424. JSTOR 20520338
  7. Timothy Darvill (Hrsg.): The Concise Oxford Dictionary of Archaeology. 2. Auflage. Oxford, Oxford University Press 2008, ISBN 978-0-19-172713-9.
  8. Katharina Becker: The dating of Irish Late Bronze Age Dowris phase metalwork—a pilot study. In: Journal of Irish Archaeology 21, 2012, Tab. 1. Stable URL: JSTOR jirisarch.21.7. Zugriff 23-02-2020

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