Dolmen von Llanera
Kammer – zuvorderst der gebrochene Deckstein

Der Dolmen von Llanera (auch als Dolmen de Llobera, Torre dels Moros, Dolmen de la Vila oder Dolmen de la Vila de la Gola dels Bous bekannt) ist die größte und wahrscheinlich am besten erhaltene unter den Megalithanlagen in Katalonien in Spanien. Er wurde 1916 von Joan Serra Vilaró ausgegraben und ins Neolithikum auf etwa 2550 v. Chr. datiert. Er liegt an der Grenze der Gemeinde Llobera (Solsonès), 500 m östlich von Vila de la Gola dels Bous.

Die Anlage entspricht dem Typ der Galeriegräber, genannt „Galeria Catalana“, die durch große rechteckige Kammern und einen breiten Gang gekennzeichnet sind. Der Dolmen de Llanera ist ein Schlüssel für die Archäologie Kataloniens. Bevor die Ausgrabung stattfand, wurde die Anlage „Turm der Mauren“ genannt.

Der Dolmen besteht aus einem Hügel mit etwa 24 m Durchmesser, der von vertikalen Platten gefasst ist. Die Ost-West orientierte Kammer im Zentrum besteht aus fünf etwa 0,45 m starken, sauber angepassten Tragsteinen und mehreren Deckenplatten. Sie ist 4,6 m lang, 1,9 m breit und 1,75 hoch. Der etwa 5,0 m lange, von Seitenplatten gebildete Gang endet an einer Platte, die den Zugang zur Kammer durch ein in Resten erhaltenes Seelenloch bildet.

Die Untersuchungen erbrachten viele Objekte, die es erlauben, die verschiedenen Funktionen in diesem Bereich zu verstehen. In der ersten Phase der Existenz ist die Anlage ein neolithisches Kollektivgrab. In der zweiten Phase, aus der vorrömische und römerzeitliche Asche und Keramik gefunden wurden, besteht die Möglichkeit, dass er erneut als Dolmen benutzt wurde. Eine dritte Phase um das 18. Jahrhundert erbrachte wiederum Reste von Knochen und andere Materialien. Die archäologischen Funde sind Teil der archäologischen Sammlung des Diözesanmuseums von Solsona.

Siehe auch

Weblinks

Commons: Dolmen von Llanera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 41° 53′ 55,2″ N, 1° 28′ 32,8″ O

Die News der letzten Tage

17.06.2022
Archäologie | Kultur
Neue Zeugnisse aus der Tempelstadt Heliopolis
Ein ägyptisch-deutsches Grabungsteam hat bei gerade abgeschlossenen Ausgrabungen im Nordosten Kairos bedeutende Zeugnisse aus der Geschichte der Tempelstadt Heliopolis gefunden.
14.06.2022
Wanderungen | Archäologie | Kultur
Die Römer brachten das Maultier mit
Erst die Römer brachten auch Maultiere im ersten Jahrhundert über die Alpen nach Norden, davor wurden in Mitteleuropa ausschließlich Pferde als Reittiere genutzt.
10.06.2022
Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Hirse in der Bronzezeit: Ein Superfood erobert die Welt
Bereits vor 3500 Jahren lebten die Menschen in einer globalisierten Welt.
09.06.2022
Genetik | Wanderungen | Homo sapiens
Das prähistorische Wallacea – ein genetischer Schmelztiegel menschlicher Abstammungslinien
Die Inseln Wallaceas im heutigen Ostindonesien wurden bereits vor langer Zeit von modernen Menschen besiedelt.
18.05.2022
Sprache | Primaten
Tierisch flexibel: Wie Orang-Utan-Mütter mit ihrem Nachwuchs kommunizieren
Ein Forschungsteam hat Mutter-Kind-Interaktionen bei Orang-Utans untersucht.
17.05.2022
Paläoökologie | Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Zündeln vor 9.500 Jahren
Schon vor 9500 Jahren setzten die Menschen in Europa Brandrodung ein, um Land für sich nutzbar zu machen.
17.05.2022
Nach_der_Eiszeit | Archäologie | Kunst
Spektakuläre Deckengemälde im Tempel von Esna entdeckt
Deutsche und ägyptische Forscher haben im Tempel von Esna in Oberägypten eine Serie farbenprächtiger Deckenbilder freigelegt.