Bugius war eine keltische Lokalgottheit der Gallier. Inschriften ihm zu Ehren wurden in der römischen Provinz Gallia Belgica in Decempagi (Tarquimpol, Département Moselle, Frankreich),[1][2] sowie in den Niederlanden in Haegen aufgefunden; auf weiteren Inschriften in Frankreich soll er mit den Göttern Narius Intarabus(?) und Cranus gleichgesetzt werden, was allerdings unbelegt ist. Eilenstein reiht ihn zusammen mit dem „Hirschgott“ Cernunnos als „Ziegengott“ unter die gehörnten Gottheiten ein.[3] Von Augustin Calmet wurde er im 18. Jahrhundert mit Vosegus gleichgesetzt, ohne dass er dafür allerdings Belege bringen konnte.[4]

Der Name Bugius leitet sich vermutlich vom keltischen bukko- („Bock“) ab und ist mit dem kornischen Kobold Bucca, dem irischen Púca und dem deutschen Puk verwandt.

Siehe auch

Weblinks

  • Harry Eilenstein: Der Kessel von Gundestrup: Ursprünge der keltischen Mythologie. 2. Auflage. BoD – Books on Demand, Norderstedt 2015, ISBN 978-3-8391-6455-6, S. 81 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Einzelnachweise

  1. CIL 13, 04555 Bugio / M(arcus) Monianius Magnus / v(otum) s(olvit) <l=R>(ibens) m(erito)
  2. Jean Louis Dugas de Beaulieu: Archéologie de la Lorraine, S. 257.
  3. Harry Eilenstein: Der Kessel von Gundestrup, S. 81.
  4. Augustin Calmet: Notice de la Lorraine, 1745–1757, S. 359.

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