Alfred Grimm (* 3. Februar 1953 in München) ist ein deutscher Ägyptologe und Experte für Fragen der Forschungs- und Sammlungsgeschichte.

Alfred Grimm studierte ab 1974 Ägyptologie, Assyriologie, Kunstgeschichte und Philologie des Christlichen Orients an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1986 wurde er mit der Arbeit "Die altägyptischen Festkalender in den Tempeln der griechisch-römischen Epoche" promoviert. Von 1978 bis 1990 war Alfred Grimm Mitarbeiter an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. Zudem arbeitete er von 1984 bis 1990 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und anschließend als Akademischer Rat am Institut für Ägyptologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Darauffolgend war Alfred Grimm am Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst in München in verschiedenen Positionen als Konservator, später Ober- und Hauptkonservator, und von 1997 bis 2014 als stellvertretender Direktor tätig. Von 2014 bis 2018 fungierte Alfred Grimm als Beauftragter des Freistaates Bayern für Provenienzforschung (Bayerisches Nationalmuseum). Zeitgleich war er von 2015 bis 2019 Gründungsvorsitzender des Forschungsverbundes Provenienzforschung Bayern, dessen Ehrenvorsitzender er seit 2019 ist.[1]

Schriften

  • mit Isabel Grimm-Stadelmann: Fürsten und Pharaonen – Ägypten in Bayern. Deutscher Kunstverlag, München 2011, ISBN 978-3-422-07082-0.
  • mit Sylvia Schoske (Hrsg.): Winckelmann und Ägypten. Die Wiederentdeckung der ägyptischen Kunst im 18. Jahrhundert. Ausstellungskatalog, München 2005, München 2005, ISBN 3-87490-724-4.
  • mit Hermann A. Schlögl: Das thebanische Grab Nr. 136 und der Beginn der Amarnazeit. Harrassowitz, Wiesbaden 2005, ISBN 3-447-05132-9.
  • Das Geheimnis des Goldsarges aus dem Grab Nr. 55 im Tal der Könige. In: Der Radiologe. Band 42, Heft 12, 2002, S. 1026–1031, Berlin/ Heidelberg 2002, DOI:10.1007/s00117-002-0845-8.
  • mit Sylvia Schoske (Hrsg.): Das Geheimnis des goldenen Sarges. Echnaton und das Ende der Amarnazeit. Ausstellungskatalog, München 2001 (= Schriften aus der Ägyptischen Sammlung. 10). Staatliches Museum Ägyptischer Kunst, München 2001, ISBN 3-87490-722-8.
  • Rilke und Ägypten. Fink, München 1997, ISBN 3-7705-2929-4.
  • Der Tod im Wasser. Rituelle Feindvernichtung und Hinrichtung durch Ertränken. In: Studien zur Altägyptischen Kultur. 16, 1989, S. 113–119.

Einzelnachweise

  1. Forschungsverbund Provenienzforschung Bayern: über uns. Auf: provenienzforschungsverbund-bayern.de; zuletzt abgerufen am 2. März 2021.

Die News der letzten Tage

17.06.2022
Archäologie | Kultur
Neue Zeugnisse aus der Tempelstadt Heliopolis
Ein ägyptisch-deutsches Grabungsteam hat bei gerade abgeschlossenen Ausgrabungen im Nordosten Kairos bedeutende Zeugnisse aus der Geschichte der Tempelstadt Heliopolis gefunden.
14.06.2022
Wanderungen | Archäologie | Kultur
Die Römer brachten das Maultier mit
Erst die Römer brachten auch Maultiere im ersten Jahrhundert über die Alpen nach Norden, davor wurden in Mitteleuropa ausschließlich Pferde als Reittiere genutzt.
10.06.2022
Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Hirse in der Bronzezeit: Ein Superfood erobert die Welt
Bereits vor 3500 Jahren lebten die Menschen in einer globalisierten Welt.
09.06.2022
Genetik | Wanderungen | Homo sapiens
Das prähistorische Wallacea – ein genetischer Schmelztiegel menschlicher Abstammungslinien
Die Inseln Wallaceas im heutigen Ostindonesien wurden bereits vor langer Zeit von modernen Menschen besiedelt.
18.05.2022
Sprache | Primaten
Tierisch flexibel: Wie Orang-Utan-Mütter mit ihrem Nachwuchs kommunizieren
Ein Forschungsteam hat Mutter-Kind-Interaktionen bei Orang-Utans untersucht.
17.05.2022
Paläoökologie | Nach_der_Eiszeit | Ernährung
Zündeln vor 9.500 Jahren
Schon vor 9500 Jahren setzten die Menschen in Europa Brandrodung ein, um Land für sich nutzbar zu machen.
17.05.2022
Nach_der_Eiszeit | Archäologie | Kunst
Spektakuläre Deckengemälde im Tempel von Esna entdeckt
Deutsche und ägyptische Forscher haben im Tempel von Esna in Oberägypten eine Serie farbenprächtiger Deckenbilder freigelegt.