Predmosti, Tschechien

Fundort: Predmosti, Mähren, Tschechien
Spezies: Homo sapiens
Geschätztes Alter: 31000 Jahre
Kultur: Aurignacien

Letzte Meldung:   Papua haben mehrere Denisovaner-Vorfahren   –  Als der moderne Mensch Afrika verließ, vermischte er sich mit dem Neandertaler und dem Denisova-Menschen. Ein Forschungsteam hat nun DNA-Fragmente untersucht, die diese ausgestorbenen Homininen an moderne Menschen weitergegeben haben, deren Nachfahren heute auf den Inseln Südostasiens und in Papua-Neuguinea leben. Dabei stellten sie fest, dass nicht nur eine, sondern zwei verschiedene Denisovaner-Linien – die sich schon vor Hundertausenden von Jahren voneinander getrennt hatten – Erbgut an die Vorfahren der Papua weitergegeben haben. Eine der beiden Denisova-Linien unterscheidet sich von der anderen so sehr, dass es sich bei ihr sogar um eine völlig neue Urmenschen-Gruppe handeln könnte.....

Předmostí ist eine jungpaläolithische Siedlung in der Nähe von Prerov in Nordmähren und eine wichtige archäologische Stätte in Tschechien, berühmt vor allem durch steinzeitliche Übereste von Menschen und einer beträchtlichen Anzahl von Mammutknochen. Zusammen mit Dolni Věstonice ist Předmostí der wichtigste archäologische Fundort in der Tschechischen Republik.

Předmostí besteht aus drei getrennten Fundstellen, die sich um zwei Kalkstein-Formationen gruppieren. Frühe Ausgrabungen fanden zwischen 1884 und 1930 statt. In den 1990er Jahren fanden weitere Ausgrabungen unter der Leitung von Jiri Svoboda statt. Mammutknochen wurden hier schon sehr lange gefunden, so erwähnte im 16. Jahrhundert der Verfasser der tschechischen Grammatik Jan Blahoslav (1523-1571) den Fund von Knochen von Riesen. Andere Tierknochen, die bei den neuzeitlichen Grabungen ans Licht kamen, stammen vom Fuchs, Rentier, Pferd, Wolf, Bär, Vielfraß und Hase.

Ausgrabungen der wichtigsten kulturellen Schicht, die bis zu 80 Zentimeter dick war, brachten zahlreiche Werkzeuge aus Knochen und Feuerstein sowie Kunstwerke ans Licht - darunter das stilisierte Abbild einer Frau, eingeritzt in den Stoßzahn eines Mammuts, Figuren aus Elfenbein, die Mammuts und Menschen darstellen, sowie geometrische Muster.

In einem ovalen Grab mit einer Länge von 4 Metern und einer Breite von 2,5 Metern fand man die Überreste von fünf erwachsenen Männern, drei erwachsenen Frauen und 12 Kindern. Bestimmte Verletzungen an Knochen, von denen einige verbrannt wurden, könnten auf Kannibalismus zurückgeführt werden, doch dies wird bis heute kontrovers disktiert. Die Skelette wurden zunächst als Homo predmontensis beschrieben, später aber dem Homo sapiens zugeschrieben. Einige Merkmale der Knochen könnten darauf hinweisen, dass sich die Jäger von Předmostí mit Gruppen von Neandertalern vermischten.

Predmosti war während zwei Perioden des Oberen Paläolithikums in einem Zeitraum vor 24.000 - 27.000 Jahren besiedelt. Dies zeigt, dass die Menschen der Gravettien-Kultur lange Zeit in dieser Gegend lebten. Im Gegensatz zu anderen mährischen Begräbnisstätten aus dem Gravettien, wurden die Verstorbenen ohne roten Ocker beigesetzt und nur mit sehr wenigen Grabbeigaben versehen.

Die Hunde von Predmosti

In den Schichten des Gravettien von Predmosti hat man sieben komplette Schädel von Caniden gefunden, die frühe Beispiele von Domestikation darstellen könnten. Drei der Fundstücke wurden als pleistozäne, europäische Hunde identifiziert. Sie unterscheiden sich von einem vierten Schädel - den man einem pleistozänen Wolf zuordnen konnte - durch einen kürzeren Schädel und eine kürzere Schnauze. Die restlichen drei konnten weder der einen noch der anderen Spezies zugewiesen werden. Diese Funde könnten ein Nachweis für den Fortschritt der Domestikation in Europa sein (Germonpré et al., 2012).


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Schädel aus Predmosti auf einer alten Fotografie


Fundstücke Nachfolgende Fotos © Human Evolution Research Center, (US-Lizenz Fair Use)

Homo sapiens
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PREDMOST

CRA + MAN


Literatur

Koordinaten