Maba, China

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Fundort: Maba, Mapa, Lion Rock, Provinz Guangdong, China
Spezies: Homo erectus
Geschätztes Alter: 133.000 Jahre, Datierung basierend auf Uran/Thorium-Methode
Kultur: Oldowan

Maba 1 (马坝人) lautet die Bezeichnung eines Fundstücks aus dem Mittelpaläolithikum, das 1958 in einer Karsthöhle des Berges Shizi Shan (“Löwenberg”) beim Dorf Maba in Shaoguan in der chinesischen Provinz Guangdong entdeckt wurde.

Das Alter des Fundes - es handelt sich um ein in mehrere Stücke zerbrochenes, unvollständig erhaltenes Schädeldach mit Stirn und Nasenbereich - konnte bislang nur ungenau bestimmt werden. Anhand von Tierfossilien, die aus der gleichen Fundschicht wie der Schädel stammen, konnten Wissenschaftler die menschlichen Überreste zunächst auf einen Zeitraum zwischen Mittel- und Jungpleistozän datieren. Eine spätere Datierung ergab ein Alter von rund 130.000 Jahren, jedoch ist nicht gesichert, dass die Proben für die Datierung auch aus der Fundschicht stammem, in der das Fossil gefunden wurde. Der Schädel war von Bauern beim Abbau von Dünger gefunden worden, weswegen die Fundschicht nur annähernd rekonstruiert werden konnte. Eine weitere, ebenfalls nicht hinreichend gesicherte Datierung legte ein Alter von nahezu 240.000 Jahren nahe.

Der unbezahnte Schädel weist Fraßspuren auf; es fehlen etwa 60 Prozent der Gesichtsknochen und rund ein Viertel des Scheitelbeins. Er wurde zunächst als dem des Neandertalers ähnelnd beschrieben, von chinesischen Experten wurde er auch als archaischer Homo sapiens eingeordnet. Sofern die Datierung mindestens ins späte Mittelpleistozän korrekt ist, steht diese Zuordnung jedoch in Widerspruch zu den heute bekannten, genetischen Analysen zur Ausbreitung des Menschen, denen zufolge der Fund dem Homo erectus zuzuordnen ist.

2011 wurde geschätzt, dass der Schädel zu einer bei Eintritt des Todes etwa 50 Jahre alten Person gehörte. Zugleich wurde nachgewiesen, dass er eine – zumindest ansatzweise verheilte – Verletzung des Knochens aufweist, die durch einen kräftigen Schlag mit einem stumpfen Gegenstand verursacht worden sein muss. Hiervon zeugt an der rechten Schädelseite eine halbmondförmige, acht Millimeter lange, 308 Quadratmillimeter große und 1,5 Millimeter tiefe Druckspur sowie an gleicher Stelle auf der Schädelinnenseite eine Auswölbung. Anzeichen für eine Entzündung im ehemaligen Wundbereich wurden nicht gefunden, wohl aber Hinweise auf neugebildetes Knochengewebe nach einer Fraktur. Die Ursache der Verletzung ließ sich nicht klären.

Francis Clark Howell bezeichnete das Fossil von Maba (vormals Mapa) mit dem Art-Epitheton „mapaensis Kurth“.[3] Der Taxonom Colin Groves erwähnt, das Fossil sei von Gerhard Heberer und Gottfried Kurth als „Homo erectus mapaensis Kurth (1965)“ eingeführt worden. Colin Groves indes entschied sich 1989 für die (heute dem Wissenszuwachs widersprechende) Umbenennung in „Homo sapiens mapaensis Kurth, 1965“.

Die ursprüngliche Bezeichnung Homo erectus mapaensis für den Fund verdient heute, dank der entschlüsselten mtDNS der „mitochondrialen Eva“ und weiteren genetischen Befunden, wieder den Vorzug; allerdings handelt es sich bei dieser Bezeichnung um keinen allgemein anerkannten Namen für eine Unterart.

Das Fossil wird unter der Archivnummer PA 84 im Institut für Wirbeltierpaläontologie und Paläoanthropologie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften verwahrt.


Literatur

  • Tiemei, C., & Yinyun, Z. 1991. Palaeolithic chronology and possible coexistence of Homo erectus and Homo sapiens in China. World archaeology, 23(2), 147-154
  • Cihai („Meer der Wörter“), Shanghai cishu chubanshe, Shanghai 2002, ISBN 7-5326-0839-5, S.1112

Koordinaten

  • 24.674936° N, 113.580887° E von Henry Gilbert,
     

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