Gadeb, Äthiopien

Fundort: Gadeb, südöstlicher Riftrand, Upper Webi Shebele Becken, Äthiopien
Spezies: Homo
Geschätztes Alter: 1075000 Jahre, Datierung basierend auf Kalium-Argon-Methode
Kultur: Oldowan, Acheuleen

Letzte Meldung:   Mutter-Kind-Bindung vor 2 Millionen Jahren   –  Senckenberg-Wissenschaftler Ottmar Kullmer hat mit einem internationalen Team Zähne der ausgestorbenen Vormenschen-Art Australopithecus africanus in Hinblick auf die Nahrungsaufnahme im Kindesalter untersucht. Analysen der Zahnchemie zeigen, dass die Mütter der afrikanischen Homininen-Art ihre Kinder in den ersten 12 Lebensmonaten stillten und auch später – in Zeiten von Nahrungsknappheit – auf die Ernährung mit Muttermilch zurückgriffen. Die intensive, jahrelange Mutter-Kind-Bindung wird als eine der Ursachen für die geringe Nachkommen-Anzahl bei den Vormenschen gedeutet. Die Studie erscheint heute im renommierten Fachjournal „Nature“. ....

Die Hochebene von Gadeb im zentral-östlichen Äthiopien befindet sich in 2.300 Metern über dem Meeresspiegel. Hier überlagern weit verbreitete Kiese, die menschliche Artefakte enthalten, pliozäne Diatomite (Kieselgure).

Die Diatomeen (Siliciumdioxidschalen fossiler Kieselalgen) sind 2,7 bis 2,35 Millionen Jahre alt, so schätzt man den Großteil der hier gefundenen entwickelten Olduvai- und Acheuléen Werkzeuge auf ein Alter zwischen 1,5 und 0,7 Millionen Jahre. Das Austrocknen eines pliozänen Sees, die Abscheidung der Kiese und die Erosion der Webi Shebele Schlucht reflektieren das Wechselspiel von vulkan-tektonischen und klimatischen Ereignissen, wie auch die Biostratigraphie der pliozänen Diatomite.

Die Fundstellen von Gadeb wurden in den 1970er Jahren unter der Leitung von Desmond Clark ausgegraben. Die auf ein Alter zwischen 1,45 und 0,7 Millionen Jahre datierten Steinwerkzeugsammlungen werden der Early Stone Age zugeschrieben und bewiesen erstmals, dass Menschen bereits im Unteren Pleistozän in der Lage waren, höher gelegene Regionen zu besiedeln.




Literatur

Koordinaten