Dursunlu, Türkei

Fundort: Dursunlu, Ilgin, Türkei
Spezies: Homo
Geschätztes Alter: 890000 Jahre, Datierung basierend auf Paläomagnetismus
Kultur: Oldowan

Letzte Meldung:   Mutter-Kind-Bindung vor 2 Millionen Jahren   –  Senckenberg-Wissenschaftler Ottmar Kullmer hat mit einem internationalen Team Zähne der ausgestorbenen Vormenschen-Art Australopithecus africanus in Hinblick auf die Nahrungsaufnahme im Kindesalter untersucht. Analysen der Zahnchemie zeigen, dass die Mütter der afrikanischen Homininen-Art ihre Kinder in den ersten 12 Lebensmonaten stillten und auch später – in Zeiten von Nahrungsknappheit – auf die Ernährung mit Muttermilch zurückgriffen. Die intensive, jahrelange Mutter-Kind-Bindung wird als eine der Ursachen für die geringe Nachkommen-Anzahl bei den Vormenschen gedeutet. Die Studie erscheint heute im renommierten Fachjournal „Nature“. ....

Dursunlu befindet sich in der Westtürkei nordwestlich der Stadt Konya. Bei Bergbauarbeiten kam ein Paläo-See zum Vorschein, in dessen Schichten Überreste von Säugetieren aus dem Mittelpleistozän gefunden wurden.

Als Homo erectus vor über einer Million Jahren aus Afrika auswanderte, passierte er auch Gebiete der heutigen Türkei. Die unten genannten Autoren berichten von Überresten von Nashörnern, Flusspferden und Pferden, die zusammen mit 135 Steinwerkzeugen aus Quarz in einem Braunkohletagebau gefunden wurden.

Die Fundschichten können einer paläomagnetischen Umkehrung zugeordnet werden und sind zwischen 0,78 und 0,99 Millionen Jahre alt. Die Funde von Dursunlu sind bis heute die ältesten, sicher datierten Hinweise auf die Anwesenheit des Menschen in der Türkei während des Pleistozäns.




Literatur

Koordinaten