BPRP 2, EAGRU site JM85, Kenia

Letzte Meldung:   Neandertaler Gene geben Aufschluss über Gehirnevolution   –  Ein typisches Merkmal des modernen Menschen ist die ungewöhnlich runde Kopfform, die uns von länglichen Schädeln anderer Menschenarten unterscheidet. Mit Hilfe von Neandertaler DNA in heute lebenden Europäern haben Wissenschaftler Gene entdeckt, die Einfluss auf die runde Schädelform haben. Ein Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Psycholinguistik und MPI für evolutionäre Anthropolog....

Fundort: BPRP 2, EAGRU site JM85, Chemeron Formation, Baringo Berge, Kapthurin River Gebiet, Kenia
Spezies: Homo
Fossil: KNM-BC 1, KNM-BK 67, KNM-BK 63-66, KNM-BK 8518
Geschätztes Alter: 2.421.000 Jahre, Datierung basierend auf Kalium-Argon-Methode

Die Kapthurin Formation befindet sich im Rift Valley westlich des Lake Baringo in Kenia. Sie ist eine fossilführende Abfolge von Fluß- und Seeablagerungen sowie vulkanischen Gesteinen, deren Entstehung einen Zeitraum von ca. 700.000 bis weniger als 200.000 Jahren umspannt.

Im mittleren Teil der Formation wurden menschliche Fossilien gefunden, die man Homo erectus und dem archaischen Homo sapiens zuschreibt. Einige neu gesammelte, nicht von Homininen stammenden Fossilien aus diesen Schichten deuten auf eine offene, möglicherweise aride Landschaft hin, andere auf mehr geschlossene Lebensräume. Zu letzteren gehören kleine, kanalähnliche Wasserabläufe, Paläoböden und seltene Artefakte.

Archäologie

Die Geologie von ca. 1 km östlich gelegenen, ähnlichen Fundstellen deutet auf einen alten alkalischen See und eine aquatische Fauna hin. Hier fand man auch eine kleine, abschlagbasierte Werkzeugindustrie ohne Faustkeile. Diese Fundstellen bestätigen die gleichzeitige Existenz einer faustkeil-freien Steinindustrie im mittleren Pleistozän mit dem Acheuléen in anderen Regionen.

Das Tuffbett K4, ein gut definiertes vulkanisches Marker-Bett im oberen Bereich der Sequenz, wurde mittels Isotopenanalyse auf mehr als 240.000 Jahre datiert. Artefakte aus dem Acheuléen von der Fundstelle GnJh-03, etwa 3-4 Meter unterhalb von K4, bestehen aus Faustkeilen und zahlreichen Klingen. Dies sind die frühesten, sicher datierten Klingen in Afrika, und vielleicht der Welt.

Die Fundstelle GnJh-15 befindet sich auf einem Paläoboden unmittelbar unterhalb von K4. Über 600 m² dieser Stelle wurden archäologisch durch Ausgrabungen untersucht. Die Artefakte wurden mit der typischen Kernreduzierungstechnologie der Middle Stone Age (MSA) hergestellt, obwohl formale Werkzeuge fehlen.

Eine weitere Fundstelle mit der Kennzeichnung GnJi-28, innerhalb von K4 selbst gelegen, enthält eine vollständige Palette an Artefakten aus der MSA. Das Material von den Stellen GnJh-15 und GnJi-28 ist der früheste, sicher datierte Hinweis auf eine Anwesenheit von Menschen in der MSA, der bis heute in Afrika dokumentiert wurde.

Die Homininen-Schicht

Im Jahr 1965 entdeckte John Martyn in der Chemeron Formation das Fragment eines homininen Schläfenbeins (KNM-BC l), das heute der Gattung Homo (Homo sp.) zugeschrieben wird und auf ein Alter von 2,43 Millionen Jahre datiert wurde. Somit ist der Knochen das älteste bekannte Exemplar eines frühen Menschen.

Nachfolgend führte Mary Leakey an der Fundstelle des Chemeron-Schläfenbeins - die Stelle wird als JM-85, BPRP 2 bezeichnet - weitere Ausgrabungen durch. Auch andere Mitglieder der Leakey Familie engagierten sich, ebenso wie Bill Bishop, indem sie die Baringo Region nach Fossilien und Artefakten absuchten (Leakey et al. 1969). Deren Arbeit führte schließlich unter dem grauen Tuffstein (K3) der Kapthurin Formation zur Entdeckung von weiteren homininen Fossilien.

Die Überreste bestehen aus dem Unterkiefer (KNM-BK 67) eines jungen Erwachsenen, zwei Phalangen, einem rechten Mittelfußknochen und einer fragmentarischen rechten Ulna (KNM-BK 63-66). Eine zweiter, robusterer Unterkiefer (KNM-BK 8518), ebenfalls von einem Erwachsenen, wurde im Jahr 1982 in der gleichen stratigraphischen Position von Mitgliedern eines Teams des Musée Royale de l'Afrique Centrale gefunden.

In seiner ersten Einschätzung von KNM-BK 67 schrieb Phillip Tobias aus Südafrika den Fund keiner näher bezeichneten Art zu, wobei er auf dessen Ähnlichkeiten mit Homo erectus hinwies und der Meinung war, dass sie "wahrscheinlich, aber nicht sicher zu H. erectus gehören".


Literatur

  • Deino, A. L., Tauxe, L., Monaghan, M., & Hill, A. 2002. 40Ar/39Ar geochronology and paleomagnetic stratigraphy of the Lukeino and lower Chemeron Formations at Tabarin and Kapcheberek, Tugen Hills, Kenya. Journal of human evolution, 42(1-2), 117-140.
    DOI: 10.1006/jhev.2001.0521
  • McBrearty, S. 1999. Archaeology of the Kapthurin Formation. In: P. Andrews and P. Banham (eds.) Late Cenozoic Environments and Hominid Evolution: a Tribute to Bill Bishop. Geological Society, London, pp. 143–156
  • Leakey, M., Tobias, P. V., Martyn, J. F., Leakey, R. E. R. 1969. An Acheulian industry with prepared core technique and the discovery of a con-temporary hominid mandible at lake Baringo, Kenya. Journal of Human Evolution 30, pp. 563 - 580

Koordinaten

  • 0.570378° N, 35.949539° E von Henry Gilbert,
     

Das könnte Dir auch gefallen