Arcy-sur-Cure, Frankreich

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Fundort: Arcy-sur-Cure, Grotte de l'Hyene, 35 km südöstlich von Auxerre, Département Yonne, Frankreich
Spezies: Homo neanderthalensis, Homo sapiens
Fossil: Arcy 8, Arcy 9, Arcy 10, Arcy 12
Kultur: Moustérien, Chatelperronien
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Ohrhänger aus Knochen (Chatelperronien), Arcy-sur-Cure (Breite 32 mm)

Die Tropfsteinhöhlen in der Nähe von Arcy-sur-Cure im Département Yonne in Frankreich wurden zwischen 1947 und 1963 von dem Prähistoriker André Leroi-Gourhan archäologisch untersucht. Bei den Arbeiten kamen Artefakte einschließlich tierische und menschliche Knochen, Tonscherben und Steinwerkzeuge ans Licht.

Die Höhlen, vom Fluß Cure im Mesozoikum in massiven Kalkstein geschnitten, dienten Menschen für mindestens 200.000 Jahre als Unterkunft. Die größte Höhle ist für die Öffentlichkeit zugänglich, die anderen sind wegen archäologischer Grabungen gesperrt, darunter die Grotte de l'Hyene und die Grotte du Renne (Rentierhöhle).

In den 1950er und 60er Jahren fand man mit Gravuren versehene Zähne und andere Ziergegenstände, die man als das Werk von Neandertalern interpretierte. Das Alter beläuft sich auf etwa 35.000 Jahre, vielleicht 45.000 Jahre. An keinem anderen Ort haben Neandertaler etwas Ähnliches hergestellt und so geht die Debatte weiter, ob der Neandertaler fähig war, solche Kunstgegenstände zu produzieren.

1990 entdeckte man Höhlenmalereien aus dem mittleren bis späten Paläolithikum mit Handabdrücken und Darstellungen von Bären, Steinböcken und Mammuts. Neben der Chauvet-Höhle sollen die Gemälde zu den ältesten Gemälden Europas gehören.

Die Wandgemälde befinden sich 300 bis 500 Meter vom Eingang entfernt, das älteste Bild wurde mit der Radiokohlenstoff-Methode auf ein Alter von etwa 28.000 Jahren bestimmt. Damit sind die Gemälde von Arcy-sur-Cure nur geringfügig jünger, als die Chauvet-Höhle (31.000 Jahre), und erheblich älter als Lascaux (15.000 bis 18.000 Jahre). Leider wurden in den 1970er Jahren schätzungsweise 80% der Gemälde zerstört, als man die Höhlenwände mit einem Hochdruck-Reiniger und Salzsäure säubern wollte. Zu dieser Zeit konnte sich niemand vorstellen, dass sich unter dem schwarzen Belag aus jahrtausende altem Ruß (von den Fackeln der Bewohner) prähistorische Kunstwerke befinden.

Weblink: Grottes d'Arcy-sur-Cure


Literatur

  • Leroi-Gourhan A. 1958. Etude des restes humains fossiles provenant des grottes d'Arcy-sur-Cure. Annls Paleont., 44: 87-148
  • Leroi-Gourhan A. 1961. Les fouilles d'Arcy-sur-Cure (Yonne) Gallia Prehistoire, 4: 3-16

Koordinaten

  • 47.607853° N, 3.756924° E von Henry Gilbert,
     

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