Ambrona, Spanien

Fundort: Ambrona, Masegar Fluss, Spanien
Spezies: Homo
Geschätztes Alter: 450000 Jahre, Datierung basierend auf Uran/Thorium-Methode und Korrelation mit Sauerstoff-Isotopenstufe (OIS) 12
Kultur: Oldowan

Letzte Meldung:   Mutter-Kind-Bindung vor 2 Millionen Jahren   –  Senckenberg-Wissenschaftler Ottmar Kullmer hat mit einem internationalen Team Zähne der ausgestorbenen Vormenschen-Art Australopithecus africanus in Hinblick auf die Nahrungsaufnahme im Kindesalter untersucht. Analysen der Zahnchemie zeigen, dass die Mütter der afrikanischen Homininen-Art ihre Kinder in den ersten 12 Lebensmonaten stillten und auch später – in Zeiten von Nahrungsknappheit – auf die Ernährung mit Muttermilch zurückgriffen. Die intensive, jahrelange Mutter-Kind-Bindung wird als eine der Ursachen für die geringe Nachkommen-Anzahl bei den Vormenschen gedeutet. Die Studie erscheint heute im renommierten Fachjournal „Nature“. ....

Die Fundstelle Ambrona befindet sich etwa 150 km nordöstlich von Madrid in der Sierra de Guadarrama in Spanien. Sie liegt am Masegar Fluss und wurde erstmals in den 1960ern, neben Torralba, von Francis Clark Howell und Les Freeman archäologisch bearbeitet.

Die beiden Forscher gingen damals davon aus, dass beide Fundstellen etwa geleich alt sind und präsentierten zahlreiche Faunenreste, hauptsächlich von Elefanten, sowie eine Anzahl von Steinwerkzeugen als die frühesten Belege für die Jagd.

Spätere Forscher, unter ihnen Lewis Binford und Richard Klein argumentierten, dass die Profile der Faunenreste eher auf die Nutzung bereits toter Tiere hindeuten und nicht auf Jagd. Jüngste Analysen von Santonja und Pérez-González haben gezeigt, erstens, dass Ambrona deutlich älter als Torralba ist, und zweitens, dass an der Fundstelle eine Mischung aus natürlichen und menschlichen Komponenten vorherrscht. Daher gebe es zu wenig Hinweise auf eine tatsächliche Interaktion zwischen den Menschen und der Fauna, so die Forscher, was es kaum möglich macht, mehr als nur ein paar Schlachtaktivitäten zu erkennen.



Basierend auf der Uran/Thorium Analyse einer nahe gelegenen Flussterrasse und auf stratigraphischen Korrelationen der Fauna, geht man von einem Alter zwischen 470.000 und 430.000 Jahren aus.

An der Fundstelle von Ambrona wurden keine Überreste von Menschen gefunden, jedoch enteckte man große Mengen an Tierknochen, von denen einige Schnittspuren aufweisen, sowie ein paar Steinwerkzeuge.


Literatur

Koordinaten