Ambrona, Spanien

Letzte Meldung:   Urmenschen mit Fingerspitzengefühl   –  Senckenberg-Wissenschaftlerin Katerina Harvati widerlegt gemeinsam mit ihrem Team der Universität Tübingen und in enger Zusammenarbeit mit dem Naturhistorischen Museum Basel die bisherige Annahme, dass sich Neandertaler bei dem Einsatz ihrer Hände hauptsächlich auf ihre Kraft verlassen hätten. In einer heute im Fachjournal „Science Advances“ veröffentlichten Studie zeigen sie....

Fundort: Ambrona, Masegar Fluss, Spanien
Spezies: Homo
Geschätztes Alter: 450.000 Jahre, Datierung basierend auf Uran/Thorium-Methode und Korrelation mit Sauerstoff-Isotopenstufe (OIS) 12
Kultur: Oldowan

Die Fundstelle Ambrona befindet sich etwa 150 km nordöstlich von Madrid in der Sierra de Guadarrama in Spanien. Sie liegt am Masegar Fluss und wurde erstmals in den 1960ern, neben Torralba, von Francis Clark Howell und Les Freeman archäologisch bearbeitet.

Die beiden Forscher gingen damals davon aus, dass beide Fundstellen etwa geleich alt sind und präsentierten zahlreiche Faunenreste, hauptsächlich von Elefanten, sowie eine Anzahl von Steinwerkzeugen als die frühesten Belege für die Jagd.

Spätere Forscher, unter ihnen Lewis Binford und Richard Klein argumentierten, dass die Profile der Faunenreste eher auf die Nutzung bereits toter Tiere hindeuten und nicht auf Jagd. Jüngste Analysen von Santonja und Pérez-González haben gezeigt, erstens, dass Ambrona deutlich älter als Torralba ist, und zweitens, dass an der Fundstelle eine Mischung aus natürlichen und menschlichen Komponenten vorherrscht. Daher gebe es zu wenig Hinweise auf eine tatsächliche Interaktion zwischen den Menschen und der Fauna, so die Forscher, was es kaum möglich macht, mehr als nur ein paar Schlachtaktivitäten zu erkennen.

Basierend auf der Uran/Thorium Analyse einer nahe gelegenen Flussterrasse und auf stratigraphischen Korrelationen der Fauna, geht man von einem Alter zwischen 470.000 und 430.000 Jahren aus.

An der Fundstelle von Ambrona wurden keine Überreste von Menschen gefunden, jedoch enteckte man große Mengen an Tierknochen, von denen einige Schnittspuren aufweisen, sowie ein paar Steinwerkzeuge.


Literatur

  • Binford, L.R. 1987. Were there elephant hunters at Torralba? In M. Nitecki & D. Nitecki (eds.) The Evolution of Human Hunting:47-105. New York: Plenum Press.
  • Freeman, L.G. 1994. Torralba and Ambrona. A Review of Discoveries. In: R.S. Corruccini & R.L. Ciochon (eds.) Integrative Paths to the Past: 597-638. Englewood Cliffs, New Jersey: Prentice Hall.
  • Santonja, M. & Pérez-González, A. 2001. Lithic artifacts from the lower levels of Ambrona (Spain). Taphonomic features. The World of Elephants - International Congress, Rome

Koordinaten

  • 41.160172° N, -2.497995° E von Henry Gilbert,
     

Das könnte Dir auch gefallen