Tivoli
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Tivoli (Italien)
Staat Italien
Region Latium
Metropolitanstadt Rom (RM)
Koordinaten 41° 58′ N, 12° 48′ OKoordinaten: 41° 57′ 36″ N, 12° 48′ 0″ O
Höhe 235 m s.l.m.
Fläche 68 km²
Einwohner 56.750 (31. Dez. 2019)[1]
Fraktionen Tivoli Terme, Villa Adriana, Campolimpido, Favale
Postleitzahl 00019
Vorwahl 0774
ISTAT-Nummer 058104
Volksbezeichnung Tiburtini
Schutzpatron San Lorenzo
Website Tivoli

Tivoli (antiker Name: Tibur) ist eine Stadt in der Metropolitanstadt Rom in der italienischen Region Latium mit 56.750 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019). Sie liegt 32 km östlich von Rom. Der Name der Stadt wurde zum Synonym für Vergnügungsparks. Tivoli ist Sitz des römisch-katholischen Bistums Tivoli.

Tivoli von der Villa Adriana aus

Geographie

Wasserfälle bei Tivoli (Oswald Achenbach)

Die Stadt liegt am Fluss Aniene an den westlichen Abhängen der Monti Tiburtini.

Geschichte

Tibur war eine Stadt der Latiner, die mit dem gesamten Latium im 4. Jahrhundert v. Chr. unter römische Kontrolle kam (Municipium 90 v. Chr.). Vor der Stadt errichtete Kaiser Hadrian eine ausgedehnte Villenanlage, die Villa Adriana, als Sommerresidenz. Die prachtvolle Palast- und Gartenanlage u. a. mit künstlichen Seen, Wasserspielen und Theatern haben Tivoli zum Synonym für Vergnügungsparks werden lassen.

Auch im Mittelalter war Tivoli einer der wichtigsten Orte in der Umgebung von Rom. Mitte des 16. Jahrhunderts erbaute Pirro Ligorio für Kardinal Ippolito d’Este die wegen der Wasserspiele in ihrem Renaissance-Garten berühmte Villa d’Este.

Die romantische Lage der Stadt mit den Wasserfällen des Aniene und den antiken Ruinen hat immer wieder Künstler angezogen.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001
Einwohner 9.610 12.230 15.212 19.820 24.932 41.740 52.372 49.342

Quelle: ISTAT

Politik

Bürgermeister und Gemeinderat

Sandro Gallotti (PdL) wurde im April 2010 zum Bürgermeister gewählt. Sein Mitte-Rechts-Bündnis stellte mit 18 von 30 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat.[2] Sein Vorgänger Giuseppe Baisi (PD) wurde im April 2008 gewählt, trat jedoch am 20. Januar 2010 zurück, da seine Mitte-Links-Koalition auseinanderbrach.[3] Seit dem 11. Juni 2014 amtiert Giuseppe Proietti als Bürgermeister.

Wappen

Blason it ville Tivoli.svg

Blasonierung: „Geteilt von Rot und Blau, oben ein Adler in natürlichen Farben mit einer goldenen Krone über dem Haupte schwebend, beseitet von zwei fünffach gezinnten silbernen Rundtürme auf der Teilungslinie, der rechte in schwarzen römischen Majuskeln das Wort LIBERTAS (FREIHEIT), der linke das Wort NOBILITAS (ADEL, BERÜHMTHEIT) unter dem Zinnenkranz tragend, unten aus einem Wellenschildfuß in natürlichen Gewässerfarben wachsend eine fünfzinnige, dreibogige Brücke aus silbernen, schwarzgefugten Quadern mit erhöhtem Mittelbogen, darüber der Schriftzug TIBVR SVPERBVM (STOLZES TIBUR) in schwarzen römischen Majuskeln.“ Über dem Wappen eine goldene, mit roten und grünen Steinen sowie silbernen Perlen besetzte fünfblättrige Krone (Herzogenkrone).

Eine Variation des Wappens zeigt oben einen schwarzen Adler ohne Krone, unten einen blauen Wellenschildfuß mit drei schwarzen Wellenfäden für den Fluss anstelle des in natürlichen Farben; der Schriftzug TIBUR SUPERBUM in schwarzen Majuskeln.

Sehenswürdigkeiten

  • Villa Adriana, UNESCO-Welterbe
  • Villa d’Este, UNESCO-Welterbe
  • Villa Gregoriana am Wasserfall des Aniene
  • Altstadt mit mehreren mittelalterlichen Kirchen
  • Tempelbezirk mit einem römischen Rundtempel (Tempio di Vesta) und einem rechteckigen Tempel (Tempio della Sibilla)
  • Reste des römischen Amphitheaters neben der Rocca Pia
  • Ruine des Tempelkomplexes des Hercules Victor. Der Tempel ist nach jahrelanger Restaurierung bei bestimmten Anlässen (z. B. Ausstellungen oder Führungen) wieder zugänglich.[4]

Töchter und Söhne der Stadt

  • Simplicius († 483), Papst von 468 bis 483
  • Johannes IX. († 900), Papst von 898 bis 900
  • Viktor IV. (1095–1164), Gegenpapst zu Papst Alexander III.
  • Emilio Segrè (1905–1989), Physiker und Nobelpreisträger
  • Antonio Rosati (* 1983), Fußballspieler

Siehe auch

Literatur

  • Helmut Schareika: Tivoli und die Villa Hadriana. Kulturführer zur Geschichte und Archäologie. Philipp von Zabern, Mainz 2010, ISBN 978-3-8053-4158-5.
  • Libri ad Tiburis historiam pertinentes

Weblinks

Commons: Tivoli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Tivoli – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2019.
  2. Elezioni regionali ed amministrative del 28 - 29 marzo 2010. Archiviert vom Original am April 2010; abgerufen am 6. März 2018.
  3. Presseerklärung der Gemeinde am 21. Januar 2010
  4. Homepage der zuständigen Verwaltung abgerufen am 22. Juli 2018 (italienisch)

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