TT222
Grabmal von Hekamaatrenacht

Ort Qurnet Murrai
Entdeckungsdatum
Ausgrabung
Vorheriges
TT221
Folgendes
TT223

Das Grab TT222 (Theban Tomb – Thebanisches Grab Nummer 222) befindet sich in Theben-West bei dem modernen Ort Luxor in Ägypten in dem Nekropolenteil, der heute Qurnet Murrai genannt wird. Die Grabanlage gehört dem Hohepriester des Month in Theben Hekamaatrenacht, auch Turo genannt, der unter Ramses III. und Ramses IV. lebte und amtierte.

Die Grabkapelle hat den typischen Plan einer in den Fels gehauenen thebanischen Grabkapelle des Neuen Reiches. Im Südosten befindet sich der Eingang, von dem man in eine breite Querhalle gelangt. Daran schließt sich ein längliche Kapelle an. Von dort gelangt man auch in die unterirdische, auch in den Fels gehauene Grabkammer.

Das Grab ist nie systematisch untersucht worden. Nur Nina de Garis Davies[1] zeichnete und publizierte eine Szene aus der Grabkapelle. Diese Szene zeigt Begräbnisfeierlichkeiten, die auf einer Insel stattfinden. Im Zentrum der Darstellung sieht man zwei Mumien, Rücken an Rücken, davor jeweils Opfergaben und Personen, die Riten an den Mumien vollziehen. Auf der linken Seite ist es sein Sohn, der erste Priester des Month, Herr von Theben, Panebmonth. Am Ufer der rechteckig gemalten Insel sieht man Pflanzen. In dem Wasser um die Insel herum sind zwei Boote, Wasserpflanzen und Fische dargestellt.

Andere Szenen im Grab, die bisher nur in Beschreibungen vorliegen, zeigen Ramses III. und Würdenträger, die ihm die Aufwartung machen. Es findet sich die Darstellung eines weiteren Königs, dessen Name nicht erhalten ist. Eine Szene zeigt den Grabbesitzer vor Ptah.

Nina de Garis Davies vermutete, dass das Grab ursprünglich in der 18. Dynastie angelegt wurde und verschiedene Szenen später übermalt wurden.

Literatur

  • Bertha Porter, Rosalind L. B. Moss, Ethel W. Burney: Topographical Bibliography of Ancient Egyptian Hieroglyphic Texts, Reliefs, and Paintings. I. The Theban Necropolis. Part 1. Private Tombs 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Griffith Institute, Ashmolean Museum, Oxford 1970, S. 323–324; Plan auf S. 318 (PDF-Datei; 21,9 MB); abgerufen über The Digital Topographical Bibliography.
  • Friederike Kampp-Seyfried: Die Thebanische Nekropole. Zum Wandel des Grabgedankens von der XVIII. bis zur XX. Dynastie (= Theben. Band 13.) von Zabern, Mainz 1996, ISBN 3-8053-1506-6, S. 496–497.

Einzelnachweise

  1. Nina M. Davie: An Unusual Depiction of Ramesside Funerary Rites. In: Journal of Egyptian Archaeology. Band 22, Dezember 1946, S. 69–70.

Koordinaten: 25° 43′ 33,7″ N, 32° 36′ 13,3″ O