Die in den 1960er Jahren teilweise ausgegrabene Staines Enclosure (auch Yeoveney site genannt) ist ein Grubenwerk nordwestlich von Staines-upon-Thames in Surrey in England. Es wurde nahe der Themse gebaut und war den größten Teil des Jahres eine Insel im Überflutungsgebiet der Flüsse Themse, Colne und Wraysbury River. Die Anlage befindet sich heute unter der Kreuzung 13 der M25; dem Ring um London.

Das um 3000 v. Chr. errichtete, runde Erdwerk ist eines von etwa 70 dieses Typs in England. Es hat beinahe 200 m Durchmesser und eine Fläche von etwa 2,4 ha, die durch ein konzentrisches unterbrochenes Grubenwerk, das größtenteils natürlich verfüllt war, umschlossen. Diese Anlagen wurden zunächst als Causewayed camps, später als Causewayed enclosures oder als interrupted-ditch enclosures (unterbrochene Grubenwerke) bezeichnet.

In Staines wurden in der Mitte Holzbauten und Gräber (fünf Menschen – ein Mann, drei Frauen und ein kleines Kind) gefunden. Es gab zeitgemäße Aktivitäten. Im Inneren wurden Gräben, Gruben, Pfostenlöcher und Konzentrationen von Feuerstein (über 40.000 Stücke), Überreste von fast 1500 Töpfen und Tierknochen gefunden. Es gibt in sekundären Kontexten ein wenig Ebbsfleet ware und spätere prähistorische, römische und mittelalterliche Funde. Es ist nicht möglich, dem Standort eine einzige Funktion zuzuweisen.

In der Nähe liegen die Henges Ashford Henge und Shepperton Henge (auch Staines Road Farm genannt).

Literatur

  • Rodney Castleden: The Stonehenge People. An Exploration of Life in Neolithic Britain, 4700-2000 B.C. Routledge, London u. a. 1990, ISBN 0-415-04065-5.
  • Alasdair Whittle, Frances Healy, Alex Bayliss: Gathering time: dating the Early Neolithic enclosures of southern Britain and Ireland. Oxbow, Oxford 2011, ISBN 978-1-84217-425-8.

Weblinks

Koordinaten: 51° 26′ 35,3″ N, 0° 31′ 40,8″ W

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