Der Barde mit der Leier
Münzen

Der Schatz der Osimer oder der Münzfund von Laniscat (französisch Trésor gaulois de Laniscat) in der Bretagne in Frankreich wurde im Jahre 2007 entdeckt. Es handelt sich um einen vollständigen Schatz aus 545 Münzen, gefunden im Garten eines Bauernhofes. „Le trésor des Osimes“ gilt als größter Depotfund der Region. Der Fund besteht aus 58 Statern und 487 Viertelstatern.

Etwa 320 v. Chr. kam der Geograph Pytheas ins Gebiet der Osimer (französisch Osismes). Sein Reiseweg muss ihn über Kap Belerion in Cornwall in die Irische See und durch den Nordkanal zu den Hebriden geführt haben. Im 2. Jahrhundert v. Chr. war die bretonische Halbinsel zwischen den Venetern und den Osimern aufgeteilt, die die Hälfte der heutigen Departements Finistère und Côtes-d’Armor besaßen. Die Veneter gaben der Stadt Vannes ihren Namen und galten für Julius Caesar als das mächtigste Volk in Aremorica. Die Geschichtsbücher haben sich dieses Argument zu eigen gemacht. Der Schatzfund von Laniscat wirft jedoch ein neues Licht auf die Osimer, die neben dem Tauschhandel eventuell auch Handel mit den Griechen und Römern betrieben.

Im späten 2. Jahrhundert v. Chr. prägte jede Stadt in Makedonien ihre Münzen, die zumeist aus der Nachahmung jenes Staters bestanden, den Philipp II. geprägt hatte. Diese Münzen zeigen stilisierte Bildnisse. Auf den Münzen von Laniscat kann man einen Mann mit Speer, einen Eber, einen Pferdekopf und Blüten erkennen. Die Zusammensetzung der verwendeten Legierungen weist auf eine Prägung zwischen 75 und 50 v. Chr. Vielleicht wurde der Schatz während der Eroberung Galliens durch die Römer versteckt. Die Münzen können auch hierher gelangt sein, weil Philipp II. und Alexander der Große ihre gallischen Söldner mit Statern bezahlten.

Im Jahre 1988 ist eine bemerkenswerte, 48 cm hohe Statue, bezeichnet als: „Le Barde à la lyre – Der Barde mit der Leier“, bei Paule im Département Côtes-d’Armor, im Gebiet der Osimer entdeckt worden.

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