Gianni Careddu / CC BY-SA 4.0

Puttu Codinu


Die Nekropole von Puttu Codinu (auch Pottu Cudino) wurde zwischen 3500 und 2700 v. Chr. in der späten Jungsteinzeit von den Angehörigen der Ozieri-Kultur genutzt. Sie liegt in der Provinz Sassari auf Sardinien, etwa sechs Kilometer östlich von Villanova Monteleone. Erste Aufzeichnungen über die Domus de Janas (Häuser der Feen) von Pottu Codinu stammen aus dem Jahre 1903. Sie wurden im Kontext mit Ausgrabungen die 1987 und 1988 stattfanden überprüft.

Die in eine niedrige Absatzkante einer Kalksteinterrasse eingearbeitete Totenstatt besteht aus neun Domoi. Viele sind T-förmig um eine Kernstruktur angeordnet. Neben diesem Typ gibt es unregelmäßige und asymmetrische Grundrisse. Die einzelnen Zellen sind vornehmlich kubisch, mit gerundeten Ecken und konkaven Seitenwänden. Es gibt aber auch elliptische Zellen sowie sattelförmig geneigte Decken. Typisch für Puttu Codinu ist das nahezu alle Kammern auch axial hinter einander gelegen mit Schwellen aus stehengelassenem Material abgetrennt sind.

Im in linearer Kammerfolge (a-c) angelegten Domus 1, dessen Decke vor langer Zeit zusammenbrach, wurden neben untypischen Vasenfragmenten glockenförmige mit Rhomben verzierte Ware gefunden. Im Zugang der architektonisch diffusen Gruft II und in der geometrischen Gruft III gibt es eine kleine Rinne, die das Regenwasser ableiteten. Gruft VI hat als Ergebnis der Fusion zweier benachbarter Domoi zwei Zugänge. In diesem Felsengrab wurde eine punische Bronzemünze gefunden, die aus den Jahren 241-238 v. Chr. stammt.

Zwei kleine Menhire und ein glatter Stein aus rotem Trachyt markieren den Eingang zu Domus VII. Möglicherweise wurden sie einst dazu benutzt die Zugänge zu den Domoi VIII und IX zu verschließen. In ihnen wurden die meisten Funde gemacht, darunter menschliche Langknochen und Schädelfragmente.

In Gruft VIII, der perfektesten des Komplexes ist eine schräge Balkendecke nachgebildet und eine mit einem Stiergehörn gekrönte Scheintür in die Mauer der Hauptkammer graviert worden. Unter den in der Nekropole gemachten Funden ragt die "Dea Madre" (Muttergottheit), eine 18 cm hohe aus Kalkstein geschnitzte Figur, die die weibliche Fruchtbarkeitsgottheit darstellt heraus. In Gruft IX sind auf der Mauer zwei kleine vermutlich magisch-rituelle Schälchen eingraviert. Sie stellen entweder die Brüste der Göttin oder die Augen der „Dea Onniveggente“ (allwissende Göttin) dar.

Literatur

  • Giovanni M. Demartis: La Necropoli di Puttu Codinu. C. Delfino, Sassari 1991, ISBN 88-7138-024-X, (Sardegna archeologica, Guide e itinerari 13).
  • Giovanni M. Demartis: Entdecken Sie die Ausgrabungsfelder von Villanova Monteleone. Der Archäologie-Park Nuraghe Appiu. Die unterirdischen Grabanlagen Pottu Codinu. Ethnographisches Museum = À la découverte des sites archèologiques de Villanova Monteleone. Laborintus, Villanova Monteleone 2003.
  • Angelo Rusani-Doppiu: Dal villaggio nuragico di Nurkara al comune di Villanova Monteleone. Opere prime, Sassari 2002, (Origine della Sardegna e dei sardi).

Weblinks

Bilder und Beschreibung (italienisch)

40.4866666666678.5191666666667Koordinaten: 40° 29′ 12″ N, 8° 31′ 9″ O


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