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Odenberg


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Odenberg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Odenberg
Odenberg (links), Scharfenstein (mittig) undSchloßberg mit Gudensberger Obernburg (rechts)

Odenberg (links), Scharfenstein (mittig) und
Schloßberg mit Gudensberger Obernburg (rechts)

Höhe 381,2 m ü. NN
Lage Schwalm-Eder-Kreis, Hessen, Deutschland
Gebirge Westhessisches Bergland
Koordinaten 51° 11′ 43″ N, 9° 22′ 38″ O51.19549.3771381.2Koordinaten: 51° 11′ 43″ N, 9° 22′ 38″ O
Odenberg (Hessen)
Odenberg
Gestein Basalt

Der Odenberg ist eine 381,2 m ü. NN[1] hohe Basaltkuppe bei Gudensberg im Schwalm-Eder-Kreis in Nordhessen (Deutschland) im Westhessischen Bergland.

Auf dem Hochplateau des Odenbergs befinden sich zwei Ringwallanlagen und ein Aussichtsturm, von dem man einen schönen Blick auf weite Teile Nordhessens hat. Der Odenberg, an dessen Nordhang Bärlauch wächst, ist mit dichtem Laubwald überzogen. Holzwirtschaftlich wurde die Hainbuche angepflanzt. Ein Waldlehrpfad führt um den Berg.

Geographische Lage

Der Odenberg erhebt sich als Teil der Gudensberger Kuppenschwelle in der Westhessischen Senke mit seiner höchsten Stelle rund 2 km nordnordöstlich der Kernstadt von Gudensberg bzw. rund 2 km westlich vom Gudensberger Stadtteil Dissen.

Am Nordosthang entspringt der Glisborn und südwestlich fließt der Ems-Zufluss Goldbach.Nordwestlich des Odenbergs erstrecken sich die waldreichen Langenberge, und östlich liegt der felsige Basaltkegel Scharfenstein. Südöstlich führt die Bundesautobahn 49 am Berg vorbei. Westlich des Bergs verläuft die Landesstraße 3221 von Gudensberg nach Besse.

Geschichte

Am Odenberg wurden 1938 Siedlungsgebiete aus der Zeit um 4000 bis 1000 v. Chr. gefunden, und nahe dem mittelalterlichen Kasseler Kreuz wurde eine Bandkeramik-Grabstätte des 10. Jahrhundert v. Chr. aus der Hallstattzeit entdeckt. Südlich des Bergs wurden bei Ausgrabungen viele Funde aus der Bronze- (2200 bis 1200 v. Chr.) und Eisenzeit (1200 bis 450 v. Chr.) entdeckt. Auf dem Odenberg befinden sich zwei Ringwallanlagen mit vorgelagerten Gräben, vermutlich aus dem Frühmittelalter (565/632 bis 962/1066 n. Chr.). Viele Ausgrabungsexponate vom Odenberg befinden sich heute im Hessischen Landesmuseum in Kassel.

1154 wird der Berg als Wuodenberg urkundlich erwähnt.

Die romantische Schriftstellerin Eugenie John, die unter dem Pseudonym Eugenie Marlitt für die Zeitschrift Die Gartenlaube schrieb, verarbeitete in ihrem Roman Goldelse 1866 literarisch den Odenberg als fiktiven Handlungsort.

Sagen und Mythen

Um den Odenberg ranken sich zahlreiche Sagen. Der germanische Gott Wodan soll mit seinem Wilden Heer im Odenberg wohnen, seit er durch die Christianisierung aus der Gegend vertrieben wurde. Ursprünglich war Gudensberg ein Wodansheiligtum; mit dem Christentum hat sich der alte Volksglaube dann vermutlich auf den Odenberg verlagert. So war es in vielen vormals heidnischen Gegenden üblich, dass man zwar zum Christengott betete, jedoch zunächst den alten Göttern „vorsorglich“ auch noch die Ehre erwies.

Eine andere Sage berichtet von einer blutigen Schlacht im Umfeld des Odenbergs, die Karl der Große gegen die Sachsen geschlagen haben soll. Von der zwar siegreichen Schlacht völlig entkräftet soll sich der Kaiser dann mit seinem Heer auf den Berg zurückgezogen haben, und die Wüstung Karlskirchen soll an diese Schlacht erinnern. Von einer Schlacht am Berg ist jedoch historisch nichts überliefert. Der Kaiser aber schläft, als so genannter bergentrückter Held der Sage nach im Odenberg und wird irgendwann auferstehen und seine Herrschaft wieder aufnehmen. Dieser Sage widmete der Gudensberger Bibliothekar und Heimatdichter Hugo Brunner sein Gedicht Kaiser Karl im Odenberg.

Ähnliche Sagen gibt es über den Desenberg bei Warburg, über den Kyffhäuser in Thüringen sowie über den Untersberg bei Bad Reichenhall.

Aussichtsturm

Vom hölzernen Aussichtsturm auf dem Odenberg hat man eine Rundsicht auf weite Teile der nordhessischen Basaltkuppenlandschaft. Vorbei an den Langenbergen blickt man in Richtung Norden über Kassel hinweg bis zum Reinhardswald. Nordostwärts schaut man zum Kaufunger Wald, nach Ostnordosten zur Söhre, in Richtung Süden über Gudensberg und die Niederungslandschaft der Eder hinweg zum Knüll und nach Südwesten zum Kellerwald.

Einzelnachweise

  1. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)

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