Moltinus war in der Keltischen Mythologie der Name einer gallischen Gottheit. Er wurde als Fruchtbarkeitsgottheit angebetet, allerdings auch als chthonischer (Unterwelt-)Gott. In der Interpretatio Romana wurde er in Mâcon mit Mars gleichgesetzt, in Wilten zusammen mit Mercurius angerufen.

Etymologie

Der Name wird aus dem irischen molt, bzw. dem walisischen mollt (beides bedeutet „Widder“) hergeleitet. Vergleiche auch das bis heute im Französischen erhaltene gallische Wort mouton („Schaf“, „Hammel“). Der Widder galt bei den Kelten unter anderem auch als Symbol der Fruchtbarkeit.

Überlieferung

Moltinus wird in einer Weiheinschrift von Mâcon (Matisco, römische Provinz Gallia Lugdunensis, heute im Département Saône-et-Loire, Region Bourgogne-Franche-Comté in Frankreich) im Gebiet der Aeduer genannt[1] sowie auf einem Fluchtäfelchen (Defixio) aus Veldidena (Wilten bei Innsbruck, römische Provinz Raetia).[2]

Siehe auch

Literatur

  • Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur (= Kröners Taschenausgabe. Band 466). Kröner, Stuttgart 1994, ISBN 3-520-46601-5.

Einzelnachweise

  1. CIL 13, 2585 C(ai) Sulp(ici) M(arci) fil(ii) Galli omnibus / honoribus apud suos func(ti) / IIvir(i) q(uinquennalis) flaminis Aug(usalis) P[3]OGEN(?) / dei Moltini gutuatri(?) Mart(is) / sevir cui ordo quod esset civ(is) / optimus et innocentissimus / statuas publ(icas) ponendas decrev(it) // ]DO[3]VSVA[3]/diorata Mato Antullus / Mutilus Combuocovati f(ilius) / ex v(oto) s(olvit) // Iovi et Aug(usto) / sacrum
  2. AE 1961, 181 Secundina Mercurio et / Moitino mandat ut si quis |(denarios) XIIII / sive draucus duos sustulit ut / eum sive fortunas eius in[fi]/dus Cacus sic auferat quo/modo ill<i=E> ablatum est [i]d quod / vobis deligat ut perse<q=C>uatis(!) / vobisque deligat ut // persicuatis(!) et eum / aversum a fortunis (s)u/is avertatis et a suis prox/{s}imis et ab eis quos caris/simos (h)abeat [(h)o]c vobis / mandat vos (e)um cor/[ipi]atis [

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