Henning Haßmann / CC BY-SA 3.0

Matthias Wemhoff (* 1964 in Münster) ist ein deutscher Mittelalterarchäologe. Er ist Direktor des Berliner Museums für Vor- und Frühgeschichte und Landesarchäologe des Bundeslandes Berlin.

Matthias Wemhoff studierte Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, Mittlere- sowie Kirchengeschichte an den Universitäten Bamberg und Freiburg und wurde 1992 mit der Arbeit Das Damenstift Herford. Die archäologischen Ergebnisse zur Geschichte der Profan- und Sakralbauten seit dem späten 8. Jahrhundert an der Universität Freiburg promoviert. 1992 wurde er Leiter des Museums der Kaiserpfalz Paderborn und baute in dieser Funktion auch die Paderborner Stadtarchäologie auf. Seit 2001 lehrte er auch als Honorarprofessor an der Universität Paderborn, wo er schon seit 1995 Lehrveranstaltungen abhielt. An der Universität Paderborn war Wemhoff gemeinsam mit Jörg Jarnut und Ernst Bremer Direktor des Instituts zur Interdisziplinären Erforschung des Mittelalters und seines Nachwirkens. 2003 wurde er Direktor des LWL-Landesmuseum für Klosterkultur in Dalheim. Zum 1. Mai 2008 wurde Wemhoff als Nachfolger Wilfried Menghins Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte und damit auch automatisch in Personalunion Landesarchäologe von Berlin. Damit gehört er auch dem Verband der Landesarchäologen als Vertreter Berlins an. Seit 2010 ist er zudem Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin.

Wemhoff ist überregional insbesondere durch seine Ausstellungsarbeit bekannt. 1999 organisierte er gemeinsam mit Christoph Stiegemann vom Diözesanmuseum Paderborn die Ausstellung 799 – Kunst und Kultur der Karolingerzeit, 2006 zusammen mit Stiegemann und Christiane Ruhmann Canossa – Erschütterung der Welt. Er pflegt intensive Kontakte zu vielen Museen im In- und Ausland. Er ist Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit und seit 2000 ordentliches Mitglied der Historischen Kommission für Westfalen. Er ist Mitherausgeber des Archäologischen Nachrichtenblattes. In der ZDF-Sendung Terra X präsentierte Wemhoff 2012 eine zweiteilige Reihe über berühmte archäologische Fundstellen in Deutschland. Die beiden Episoden wurden unter dem Titel „Deutschlands Supergrabungen“ ausgestrahlt.[1] Daneben forscht Wemhoff vor allem zur Klosterkultur und ist als Grabungsarchäologe aktiv.

Schriften

  • Das Damenstift Herford. Die archäologischen Ergebnisse zur Geschichte der Profan- und Sakralbauten seit dem späten 8. Jahrhundert (3 Bände), Habelt, Bonn 1993 (Denkmalpflege und Forschung in Westfalen, Bd. 24) ISBN 3-7749-2611-5
  • (Hrsg.) Kunigunde, empfange die Krone, Bonifatius, Paderborn 2002 ISBN 3-89710-231-5
  • Barocke Blütezeit. Die Kultur der Klöster in Westfalen, Schnell + Steiner, Regensburg 2007 (Dalheimer Kataloge, Bd. 1) ISBN 978-3-7954-1962-2
  • (Hrsg.) Säkularisation und Neubeginn. Die Kultur der Klöster in Westfalen, Schnell + Steiner, Regensburg 2007 (Dalheimer Kataloge, Bd. 2) ISBN 978-3-7954-1963-9

Einzelnachweise

  1. Terra X:Deutschlands Supergrabungen ZDF 13./20. Mai 2012.

Weblinks



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