Marzabotto (antike Stadt)


Akropolis in Marzabotto
Karte des Ausgrabungsstätte
Tempel von Marzabotto

Marzabotto ist eine kleine italienische Ortschaft in den Apenninen, in deren Nähe die Reste einer etruskischen Stadt ausgegraben werden konnten. Es handelt sich um die am besten erhaltene und erforschte etruskische Stadt.

Am Ende des sechsten Jahrhunderts v. Chr. begannen die Etrusker, Kolonien nördlich ihres eigentlichen Stammlandes zu gründen. Vor allem in der Poebene und auf dem Weg dorthin entstanden einige Städte.

Schon im sechsten Jahrhundert befand sich bei Marzabotto, dessen antiker Name nicht bekannt ist, ein Dorf mit runden Hütten. Um 500 v. Chr. wurde der Ort mit der Ankunft der Etrusker zu einer Stadt ausgebaut, die nach einem rechtwinkligen Schema mit ca. 15 m breiten Hauptstraßen angelegt war. Seitenstraßen waren 5 m breit. Unter den Straßen der Stadt, die über eine offene Kanalisation verfügte, befand sich eine Wasserleitung. Die Häuser, von denen meist nur noch die steinernen Fundamente und tönernen Dachziegel zu finden waren, waren in der Regel um einen offenen Hof arrangiert. Es fanden sich Metall- und Keramikwerkstätten. Neben den Wohnbezirken befanden sich an den Hängen der Akropolis die Tempelbauten der Stadt. Außerhalb der Stadt befanden sich Nekropolen. Viele Gräber waren einfache Steinkisten.

Die Stadt ging wohl um 350 v. Chr. unter, als die Gallier in Italien einfielen. Vor Ort befindet sich ein Museum, an dem die hier gemachten Funde zu sehen sind.

Literatur

  • Guido Achille Mansuelli: Guida alla città etrusca e al museo di Marzabotto. Nuova edizione. Alfa, Bologna 1982.
  • Guido Achille Mansuelli: Marzabotto: Dix années de fouilles et recherches. In: Mélanges de l'Ecole Française de Rome. Antiquité 84 (1972), S. 111–144.
  • Martin Bentz, Christoph Reusser: Marzabotto: Planstadt der Etrusker, Mainz 2008 ISBN 978-3-8053-3845-5

Weblinks

44.33888888888911.205555555556Koordinaten: 44° 20′ N, 11° 12′ O


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