Carranque, Spanien – „Hylas und die Nymphen“, 4. Jh., Mosaik
John William Waterhouse – Najade und Hylas (Gemälde, 1893)

Hylas ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:ISO15924:97: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist ein gutaussehender, junger Mann aus der Argonautensage der griechischen Mythologie. Berühmt wurde er außerdem als Kunstmotiv, wobei insbesondere seine Entführung durch weibliche Wassergeister gern dargestellt wird.

Mythos um den Raub des Hylas

In der Argonautensage tritt Hylas als der jugendliche und sehr schöne Eromenos des Herakles auf, den er auch als Gefährte auf seinen Reisen begleitete. Hylas blieb als Waffenträger bei Herakles, als dieser sich den Argonauten anschloss. Gemeinsam suchten sie nach dem Goldenen Vlies. Nachdem die beiden an der Küste Mysiens gemeinsam an Land gegangen waren, wurden sie voneinander getrennt.[1]

Hylas suchte eine Quelle auf, und wurde beim Wasserschöpfen von den Najaden Euneike, Nycheia und Malis entdeckt, die ihn angeblich angelockt und dann zu sich in die Tiefe gezogen haben.[2]

Herakles suchte lange und erfolglos nach ihm. Weil die Argonauten nicht warten wollten, zogen sie schließlich ohne Herakles weiter. In einer anderen Version dieses Mythos verlässt Herakles die Argonauten, um nach Hylas zu suchen. In späteren Zeiten suchten die Mysier einmal jährlich nach Hylas.

Hylas in der bildenden Kunst

Das Thema der „Entführung des Hylas durch die Nymphen“ war – vor allem wegen seiner erotischen Implikationen – in der Mosaikkunst der römischen Zeit sehr beliebt. In der Bildhauerei wurde die Entführung des Hylas unter anderem von John Gibson modernen Künstlern wie Bertel Thorvaldsen dargestellt.[3]

In der bildenden Kunst war die Entführung des Hylas durch die Nymphen (besonders im 17. bis 19. Jahrhundert) außerdem ein beliebtes Motiv mitteleuropäischer Gemälde. Das Thema wurde unter anderem von Giulio Romano, Francesco Furini, Henry Howard, William Etty, John William Waterhouse, Joseph Anton Koch, Karl Ferdinand Sohn sowie Henrietta Rae aufgegriffen. Einige Künstler erhöhten dabei die Anzahl der Nymphen auf bis zu sieben.

Hylas in Literatur, Dichtung und Sachliteratur

Dies sind nur einige Erwähnungen, durch die Hylas in Gedichten, Bühnenstücken, Romanen und philosophischen Diskursen in Erscheinung getreten ist.

  • Edmund Spenser (1552–1599) geht in seinem Hauptwerk The Faerie Queene, 1590 (Canto XII, Stanza 7) auf Hylas Entführung durch die Nymphen ein
  • Christopher Marlowe (1564–1593) erwähnt Hylas in seinem Theaterstück Edward II
  • Andreas Hartmann (1612–1682) nutzte Hylas als Synonym, unter dem er 1650 Des Hylas aus Latusia Lustiger Schau-Platz Von einer Pindischen Gesellschaft veröffentlichte.[5]
  • George Berkeley (1685–1753): Drei Dialoge zwischen Hylas und Philonous, 2005, Felix Meiner Verlag, ISBN 978-3-7873-1669-4 doi:10.28937/978-3-7873-2017-2[6]
  • Oscar Wilde (1854–1900) in Das Bildnis des Dorian Gray, 1890 Im 11. Kapitel (S. 69) wird die Schönheit eines Jünglings gelobt, der als Ganymed oder Hylas zu einer Feier hätte gehen können.[7]
  • H. P. Lovecraft (1890–1937): Gedicht, Hylas and Myrrha: A Tale (1953), in Medusa and other poems[8]
  • Stanisław Lem (1921–2006): in Dialoge (1957), tritt Hylas als Gesprächspartner auf, Neuauflage 2018, Suhrkamp, ISBN 978-3-518-11013-3[9]

Literatur

  • Konrad Seeliger: Hylas. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 1,2, Leipzig 1890, Sp. 2792–2796 (Digitalisat).

Weblinks

Commons: Hylas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Theokrit 13,45
  2. Nycheia Wilhelm Heinrich Roscher, Internet Archive, aufgerufen am 29. November 2021
  3. 3,0 3,1 Bertel Thorvaldsen. Hylas and the Water Nymphs, 1833 Thorvaldsen-Museum, aufgerufen am 29. November 2021
  4. Hylas Ravi par les nymphes, aufgerufen am 29. November 2021
  5. Hartmann, Andreas: Des Hylas aus Latusia Lustiger Schau-Platz Von einer Pindischen Gesellschaft Münchener Digitalisierungszentrum, aufgerufen am 29. November 2021
  6. Drei Dialoge zwischen Hylas und Philonous. Philosophische Bibliothek 556. Berkeley, George Neukirchener Verlagsgesellschaft, aufgerufen am 29. November 2021
  7. The Picture of Dorian Gray. Oscar Wilde, aufgerufen am 29. November 2021
  8. Hylas and Myrrha: A Tale. H.P. Lovecraft, aufgerufen am 29. November 2021
  9. Stanisław Lem. Dialoge Suhrkamp, aufgerufen am 29. November 2021